Newsletter vom 24.11.2010

Aktuelle Meldungen vom 24.11.2010

Berufliche Grundbildung

24.11.2010

Postulat für mehr Ausbildungsplätze EBA

In einem während der Herbstsession 2010 eingereichten Postulat (10.3738) verlangte Maja Ingold (EVP, ZH) vom Bundesrat, Massnahmen für die Ausweitung und Attraktivitätssteigerung der Ausbildungsplätze für die zweijährige Grundbildung mit eidg. Berufsattest (EBA) für Jugendliche mit schwachem Schulrucksack aufzuzeigen. In seiner Antwort vom 10. November 2010 verweist der Bundesrat auf das Angebot der zweijährigen beruflichen Grundbildung (26 Bildungsverordnungen bereits in Kraft, 19 weitere folgen bis 2012) sowie auf die seit der Einführung 2004 gemachten Erfahrungen. Er kommentiert die Ergebnisse der Analyse zur betrieblichen Kosten- und Nutzensituation und erwähnt zwei Evaluationen zur Arbeitsmarktfähigkeit der Jugendlichen und der Ausbildungsbereitschaft der Betriebe. Die Resultate der beiden Studien werden Ende 2010 erwartet.

24.11.2010

BE: Daten zur zweijährigen beruflichen Grundbildung EBA

Das Mittelschul- und Berufsbildungsamt hat die "Daten zu den zweijährigen beruflichen Grundbildungen EBA im Kanton Bern 2010" zusammengetragen und veröffentlicht. Die wichtigsten Erkenntnisse aus dieser systematischen Übersicht:
- Die Akzeptanz der zweijährigen Grundbildungen ist unterschiedlich. In manchen Berufen hat sich die Grundbildung EBA als Erfolgsmodell etabliert (z.B. Küche, Detailhandel, Hauswirtschaft, Logistik).
- Die Erfolgsquote ist generell hoch. Das Scheitern zeigt sich oft bei der praktischen Prüfung, nicht bei der schulischen.
- Die Möglichkeit der Fortsetzung der Ausbildung zum EFZ mit einem verkürzten Vertrag wird unterschiedlich wahrgenommen. In vielen Berufen hat sich der Anteil auf über 25% etabliert.
- Die Lehrvertragsauflösungen haben in vielen zweijährigen Grundbildungen markant zugenommen.
Bericht

24.11.2010

GE: "Schule für den Reinigungssektor"

Die Sozialpartner im Sektor Reinigung arbeiten auf die Anerkennung des Berufs Gebäudereiniger/in hin, der in der Öffentlichkeit verkannt werde. Sie würdigen insbesondere die Motivation und das Engagement der Angestellten, die parallel zu ihrer Arbeit eine Ausbildung auf sich genommen haben, um ihre beruflichen Tätigkeiten für den Erhalt eines Eidg. Fähigkeitszeugnisses anerkennen lassen zu können. Die "Commission paritaire professionnelle genevoise du nettoyage (CPPGN)" beabsichtigt, den Arbeitenden im Reinigungssektor Weiterbildungskurse und Vorbereitungskurse für das EFZ anzubieten. Mit der Eröffnung der "Ecole genevoise de la propreté" am 10. November 2010 hat die Kommission die Grundlage für die Erfüllung ihres Ziels geschaffen. Die Schule plant, in vier bis fünf Jahren sämtliche Gebäudereiniger/innen ausbilden zu können.

24.11.2010

Vernehmlassungen, Erlasse

Das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) hat folgende Entwürfe von Bildungsverordnungen zur Stellungnahme unterbreitet:
- Theatermaler/in EFZ
- Kältemontage-Praktiker/in EBA
- Kältesystem-Monteur/in EFZ
- Kältesystem-Planer/in EFZ
Die Vernehmlassungsfrist läuft bis 1. beziehungsweise 19. Februar 2011. Die Unterlagen können hier eingesehen resp. heruntergeladen werden.

Folgende Verordnungen über die berufliche Grundbildung treten am 1. Januar 2011 in Kraft:
- Bäcker/in-Konditor/in-Confiseur/in EBA
- Industriekeramiker/in EFZ
- Industriepolster/in EFZ
- Mediamatiker/in EFZ
- Recyclist/in EFZ
Entsprechende Unterlagen werden später auf der Webseite des BBT bereit gestellt. Die Bildungspläne werden im Laufe des Monats November auf den Internetseiten der zuständigen OdA publiziert:
Schweiz. Bäcker-Konditormeister Verband; Schweiz. Konditor-Confiseurmeister Verband; Richemont Fachschule; Verband Schweiz. Ziegelindustrie; Verband der Schweizer Möbelindustrie SEM; Verband ICT-Berufsbildung; Verein Recycling Ausbildung Schweiz, R-Suisse.

24.11.2010

Änderungsantrag Bildungsplan Fleischfachassistent/in EBA

Das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) unterbreitet zwei Änderungsanträge im Zusammenhang mit dem Bildungsplan über die berufliche Grundbildung Fleischfachassistent/in EBA. Die Hauptänderung betrifft die Erfahrungsnote des berufskundlichen Unterrichts der Berufsfachschule. Die Anhörung läuft bis zum 30. November 2010. Der geänderte Bildungsplan kann hier heruntergeladen werden.

24.11.2010

Datenreport des BIBB: "Übergang von Ausbildung in Beschäftigung"

Als Ergänzung des Berufsbildungsberichts des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) bietet der Datenreport 2010 des deutschen Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zahlreiche Informationen und Analysen rund um die Entwicklung der beruflichen Bildung. Das Schwerpunktthema des aktuellen Datenreports ist der "Übergang von Ausbildung in Beschäftigung". Die Analyse der Daten hat ergeben, dass die soziale Herkunft den schulischen Erfolg entscheidend prägt und damit auch die Chancen, direkt in eine berufliche Ausbildung einzutreten. Junge Männer und Frauen mit Migrationshintergrund haben ebenfalls erhöhte Schwierigkeiten, einen Ausbildungsplatz in einem Betrieb zu finden. Mit Blick auf die demographische Entwicklung rät das BIBB, das Potenzial dieser Jugendlichen besser zu nutzen.

Höhere Berufsbildung und Weiterbildung

24.11.2010

Prüfungsordnungen in Vernehmlassung

Die zuständigen Trägerorganisationen haben Entwürfe der Prüfungsordnungen über folgende Berufsprüfungen beim Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) eingereicht:
- Automatikfachmann/-fachfrau mit eidgenössischem Fachausweis
- Buchhändler/in mit eidgenössischem Fachausweis
- Fachmann/-frau öffentlicher Verkehr mit eidgenössischem Fachausweis.
Weitere Informationen

24.11.2010

Ausbildung zum Solar-Installateur

Das Berufsbildungszentrum Fricktal in Rheinfelden und die Gewerbeschule Rheinfelden-Baden bieten in der Schweiz die Ausbildung zum Solarteur (Solar-Installateur) an. Der halbjährige, berufsbegleitende Weiterbildungskurs schliesst mit einem international anerkannten Zertifikat ab. In 220 Lektionen erlernen die Kursteilnehmer die professionelle Planung, Installation und Wartung von Solartechnikanlagen. Eine Anerkennung der Ausbildung in der Schweiz ist in Bearbeitung. Es herrscht eine grosse Nachfrage nach qualifiziertem Fachpersonal in diesem Gebiet.

Arbeitsmarkt

24.11.2010

Gesundheitsbranche: Grosse Abhängigkeit von ausländischem Personal

Weltweit wird der Mangel an Gesundheitspersonal auf mehr als vier Millionen Personen geschätzt. Dieses Phänomen gilt auch für die Schweiz, wie ein kürzlich publizierter Bericht des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums bestätigt. Der Bericht hebt hervor, dass die in der Schweiz absolvierten Ausbildungen im Gesundheitswesen zwischen 2002 und 2008 zurück - ge gangen sind, während der Anteil des ausländischen Gesundheitspersonals zugenommen hat. Das ausländische Personal stammt grösstenteils aus den umliegenden Ländern.
Medienmitteilung

24.11.2010

Zunahme der Aussteuerungen

Im August 2010 wurden 2579 Personen von der Arbeitslosenversicherung ausgesteuert. Diese Zahl ist wesentlich höher als die Werte in den vorherigen Monaten des Jahres 2010. Ende Oktober 2010 haben 14% der im August Ausgesteuerten eine neue Stelle gefunden, 28% sind weiterhin bei einem RAV registriert und können von dessen Dienstleistungen sowie von Arbeitsmarktmassnahmen profitieren. 1488 Personen oder 58% der Ausgesteuerten sind nicht mehr eingeschrieben.
Medienmitteilung

24.11.2010

Anzeichen für konjunkturelle Schwäche

Der Adecco-Swiss-Job-Market-Index (ASJMI) zeigt im 3. Quartal 2010 einen Stillstand im Schweizer Stellenmarkt. In den ersten beiden Quartalen stiegen die Stellenangebote um 13 bis 15 Prozent. Im Q3 beträgt der Aufschwung hingegen lediglich 3 Prozent. Der Rücklauf der Stelleninserate ist namentlich in Zürich, in der Westschweiz und im Tessin zu beobachten. Der Rückgang betrifft namentlich den kommerziellen Ausschreibungsbereich, was als erstes Zeichen für eine konjunkturelle Schwäche im Hinblick auf das Jahr 2011 betrachtet werden kann.
Weitere Informationen

24.11.2010

Appell für ein nachhaltiges Beschäftigungswachstum

Das "Bureau international du Travail (BIT)" hat im Rahmen des Gipfels in Séoul die G20 dazu ermuntert, ihre Programme zugunsten der produktiven Beschäftigung und eines nachhaltigen Beschäftigungswachstums zu intensivieren. In seinem Bericht stellt das BIT im 2010 ein positives Wachstum der Beschäftigung in allen Ländern fest – anhaltender in den aufstrebenden Ländern als in den Ländern mit hohen Einkommen. Es präzisiert allerdings, dass dieses Wachstum nicht ausreicht, um die während der Wirtschaftskrise angehäuften Probleme auf dem Arbeitsmarkt auszugleichen. Die Arbeitslosigkeit hat einen historischen Höhepunkt von 210 Millionen Personen erreicht. Das sind rund 30 Millionen mehr als vor Beginn der Krise 2007.
Bericht (englisch)

24.11.2010

VD/TI: Erhöhung der maximalen Anzahl Taggelder

Die maximale Zahl der Taggelder wird im Kanton Waadt und in einem Teil des Kantons Tessin (in 59 Gemeinden) von 400 auf 520 Tage angehoben. Die Erhöhung kommt arbeitslosen Personen über 30 Jahre zu Gute, die ein grösseres Langzeit-Arbeitslosigkeitsrisiko aufweisen. Die Massnahme gilt vom 1. Dezember 2010 bis zum 31. März 2011. Sie ist gemäss AVIG möglich, weil die Arbeitslosigkeit die nationale Arbeitslosenquote übersteigt und während der Referenzperiode mindestens 5 Prozent erreicht hat.
Pressemitteilung

24.11.2010

Moderate Lohnerhöhungen

Die Arbeitnehmenden in der Schweiz dürften im kommenden Jahr mit einer Lohnerhöhung von 1,6% rechnen. Nach Abzug der mutmasslichen Teuerung verbleibt ihnen ein Plus von 0,7%. Dies geht aus einer Umfrage der UBS hervor. Im Rückblick dürften die schweizerischen Arbeitnehmenden auch 2010 eine moderate Reallohnerhöhung von 0,4% verzeichnen. An der Umfrage der UBS haben 315 Unternehmen aus 22 Branchen teilgenommen.
Medienmitteilung

24.11.2010

Chef-Etagen für Frauen versperrt

Fast drei Viertel (73%) der schweizerischen Arbeitnehmenden sind der Meinung, dass Frauen in den Chefetagen untervertreten sind. Dies ergibt eine Online-Umfrage des Stellenportals monster.ch. 21% der Befragten beurteilen das Verhältnis zwischen weiblichen und männlichen Führungskräften als ausgeglichen, während 6% eine Dominanz der Frauen in den Führungsetagen sehen.
Medienmitteilung

Berufliche Integration

24.11.2010

Deutschland: Vermittlungsgutscheine kaum eingelöst

In Deutschland können Arbeitslose unter bestimmten Voraussetzungen mit Vermittlungsgutscheinen selbst einen privaten Arbeitsvermittler aussuchen. Von den jährlich fast 800000 ausgegebenen Vermittlungsgutscheinen werden allerdings weniger als 10% eingelöst. Dies geht aus einer Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Gemäss den Autoren der Studie können mangelnde Initiative oder Überforderung der Stellensuchenden sowie geringes Vertrauen in die privaten Arbeitsvermittler Ursachen für die hohe Abstinenz sein.
IAB-Studie

Verschiedenes

24.11.2010

Die Anzahl der ICT-Lernenden verdoppeln

Das Berufsfeld der Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT) ist mit einem BIP-Anteil von 5% (25 Mrd. CHF) von entscheidender Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit des Innovations- und Technologiestandorts Schweiz. Mit zwei umfassenden Studien wurde der quantitative und qualitative Bildungsbedarf untersucht. Die Prognosen zeigen, dass ohne Gegenmassnahmen bis ins Jahr 2017 32000 Fachkräfte fehlen. Die neue nationale Organisation der Arbeit (OdA) ICT-Berufsbildung Schweiz will bis 2017 die Anzahl der Absolventen der Berufsbildung verdoppeln. Mit Unterstützung der Stiftung IT-Berufsbildung Schweiz und des Bundesamts für Berufsbildung und Technologie (BBT) werden mit erster Priorität Massnahmen implementiert, die den Betrieben dazu verhelfen, vermehrt auf Stufe berufliche Grundbildung auszubilden. Pro 100 ICT-Beschäftigte in allen Branchen sollen bis 2017 5,4 Lernende entfallen. Dies würde einer Zunahme von 3000 Ausbildungsplätzen entsprechen.
Medienmitteilung

24.11.2010

BE: Lehrstellenbericht fordert Beschäftigungs- und Integrationsangebote

Für Jugendliche und junge Erwachsene, die noch nicht in den ersten Arbeitsmarkt einsteigen können, braucht es Beschäftigungs- und Integrationsangebote, durch die sie sich die nötigen Schlüsselkompetenzen aneignen können. Auf Grund der Empfehlungen des Lehrstellenberichts 2010 und den Ergebnissen der Diskussionen an der Lehrstellenkonferenz vom 23. November 2010 wird ein Massnahmenkatalog erarbeitet werden. Ein wesentlicher Aspekt besteht darin, dass die Jugendlichen unabhängig von der formellen Zuständigkeit von dem für sie richtigen Angebot profitieren sollen. Aus diesem Grund wird die Angebotspalette von den drei Direktionen Erziehungsdirektion, der Gesundheits- und Fürsorgedirektion und der Volkswirtschaftsdirektion gemeinsam getragen.
Lehrstellenbericht
Medienmitteilung

24.11.2010

Die Berufsbildung in einer neuen Wirklichkeit

Der Anstoss für "Die Zukunft der Lehre" kam aus dem industriellen Teil des Förderkreises von Avenir Suisse, der Herausgeberin dieser soeben erschienenen Publikation. Die Autoren sind Patrik Schellenbauer, Rudolf Walser, Daniela Lepori, Beat Hotz-Hart und Philipp Gonon. Das duale System wird als Teil des "Geschäftsmodells Schweiz" verstanden, das erheblich zu Wohlstand, Wettbewerbsfähigkeit und Integration beitrage. Trotzdem stelle sich die Frage, wie der wirtschaftliche Erfolg der Berufslehre in die Zukunft übertragen werden kann. Verschiedene Entwicklungen würden die Berufslehre mehrfach unter Druck setzen. Das Buch ist in sechs Kapitel gegliedert:
- Die Berufslehre in einer globalisierten Welt
- Die duale Berufsbildung ist in der Schweiz stark verwurzelt
- Das Erfolgsmodell und seine Eigenarten
- Der Vorsprung schwindet
- Das Kosten-Nutzen-Dilemma
- Was zu tun ist.
Weitere Informationen

24.11.2010

I-CH wird zu ICT Berufsbildung Schweiz

Im September 2010 hat der Verband ICT Berufsbildung Schweiz die I-CH Informatik Berufsbildung Schweiz AG mit allen Aufgaben und Verpflichtungen übernommen. Die I-CH wird bis Ende Jahr in die Verbandsstrukturen integriert. Ziel ist es, gemeinsam noch stärker zu werden, um sich intensiver und nachhaltiger für die Belange der ICT-Berufsbildung einsetzen zu können.
Website

24.11.2010

BBT gibt Termin für die Maitagung 2011 bekannt

Das Bundesamt für Berufsbildung (BBT) führt am 25. Mai 2011 im Kursaal Bern die traditionelle Mai- Tagung der Berufsbildung durch. Die ganztägige Veranstaltung richtet sich an Berufsbildungsfachleute (Bund, Kantone und Organisationen der Arbeitswelt). Im Zentrum stehen aktuelle Informationen aus der Berufsbildung und Vorstellung von Projekten in Werkstattgesprächen. Auch bietet sich die Möglichkeit zur Kontaktpflege.