Newsletter vom 10.11.2010

Aktuelle Meldungen vom 10.11.2010

Berufliche Grundbildung

10.11.2010

BEJUNE: Pilotprojekt für EBA Gesundheit und Soziales

Ab 2012 wird in der ganzen Schweiz eine zweijährige berufliche Grundbildung mit eidg. Berufsattest (EBA) im Bereich Gesundheit und Soziales angeboten. Wie sieben andere Kantone startet der Kanton Jura für die Region BEJUNE 2011 ein Pilotprojekt im dualen System. Der erste Jahrgang (2011-2013) startet mit rund 20 Lernenden. Deren Ausbildung umfasst pro Woche vier Tage praktische Tätigkeit in einem Betrieb in der Region BEJUNE sowie einen Schultag in Delémont. Bezeichnend für das Projekt ist, dass die meisten Teilnehmenden bereits im Bereich Gesundheit oder Soziales arbeiten, jedoch über keinen formellen Berufsabschluss verfügen. Dazu kommen Erwachsene, die sich beruflich umschulen, sowie Migrantinnen und Migranten.
Medienmitteilung (französisch)

10.11.2010

Informatiker/Mediamatiker: Die besten Praxisarbeiten 2010

Am 19. Oktober wurden die besten individuellen Praxisarbeiten IPA in Zürich prämiert. Insgesamt wurden 79 Informatikarbeiten und 17 Mediamatikerarbeiten aus 24 Kantonen in die Auswahl für den Wettbewerb einbezogen. Damit drückt I-CH stellvertretend für alle Organisationen der beruflichen Grundbildung Informatik die Wertschätzung für die jungen Informatiker/innen aus und weist nach, was sie nach 4 Jahren Lehre leisten können.
Pressemitteilung mit Rangliste und Beschreibung der besten Abschlussarbeiten

Höhere Berufsbildung und Weiterbildung

10.11.2010

Höhere Fachschulen: Anpassung einer Verordnung

Das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement (EVD) hat die Verordnung über Mindestvorschriften für die Anerkennung von Bildungsgängen und Nachdiplomstudien der höheren Fachschulen (SR 412.101.61) angepasst. Mit der Änderung werden ein neuer Bereich und neue Fachrichtungen für die verschiedenen Bildungsgänge eingeführt. Bestehende Bezeichnungen von Fachrichtungen oder geschützte Titel werden teilweise modifiziert. Die Änderung tritt am 1. November 2010 in Kraft.
Im Jahr 2009 erhielten rund 7000 Studierende ein eidgenössisch anerkanntes Diplom einer höheren Fachschule. Die Hälfte davon im Rahmen eines zweijährigen Vollzeitstudiengangs, die andere Hälfte durch den Besuch eines dreijährigen berufsbegleitenden Studiengangs.
Medienmitteilung

10.11.2010

Prüfungsordnungen in Vernehmlassung, Aufhebung

Die zuständigen Trägerorganisationen haben Entwürfe der Prüfungsordnungen über folgende Berufsprüfungen beim Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) eingereicht:
- Kosmetiker/in mit eidg. Fachausweis, Fachrichtung medizinische Kosmetik oder Fachrichtung Vitalkosmetik
- Naildesigner/in mit eidg. Fachausweis
- Visagist mit eidg. Fachausweis
- Derma-Pigmentolog/in mit eidg. Fachausweis
Weitere Informationen

Die Schweizerische Vereinigung für die Berufsbildung in der Logistik (SVBL) hat den Entwurf der Änderung der Prüfungsordnung über die höhere Fachprüfung Diplomierte/r Warehouselogistiker/in eingereicht.
Weitere Informationen

Viscom – der Schweizerische Verband für visuelle Kommunikation – hat entschieden, das Reglement über die Höhere Fachprüfung für Buchbindermeister/ Buchbindermeisterin vom 23. Juni 1999 per 31. Dezember 2010 aufzuheben.

Mittelschulen und Hochschulen

10.11.2010

Voraussetzungen für die Zulassung zur Fachhochschule

Der Bundesrat hat in einem Bericht untersucht, wie die Fachhochschulen die Zulassung zum Bachelor- Studium handhaben. Die Zulassungspraxis entspricht den Vorgaben des Fachhochschulgesetzes, der Bund will aber in einzelnen Fällen Klarstellungen vornehmen. Unter anderem braucht es einheitliche Anforderungen an das Praxisjahr, das Eintretende mit gymnasialer Maturität vor dem Fachhochschulstudium absolvieren müssen.
Pressemitteilung

10.11.2010

BFS: Fachhochschulen kosten 2,63 Milliarden

Im Jahr 2009 haben die Schweizer Fachhochschulen 2,63 Milliarden Franken gekostet (inklusive Infrastrukturkosten). Die Verteilung der Aufwendungen auf die vier Leistungsbereiche zeigt, dass die Basisbildung (Bachelor, Master, Diplom) den Hauptanteil beansprucht: 67% der Kosten beziehen sich auf diese Hauptaufgabe. Die angewandte Forschung und Entwicklung beanspruchte 18% der Ausgaben, die Weiterbildung 9%, der Dienstleistungsbereich 6%. Diese Schlüsselzahlen sowie weitere Informationen sind den "Basisdaten zu den Finanzen der Fachhochschulen 2009" des Bundesamts für Statistik (BFS) zu entnehmen.
Übersicht Tertiärstufe

10.11.2010

EHB verleiht die ersten "Master of Science in Berufsbildung"

Am 29. Oktober wurden am eidgenössischen Hochschulinstitut für Berufsbildung (EHB) in Zollikofen die ersten vier Mastertitel "Master of Science in Berufsbildung" verliehen. Zwei der Masterarbeiten wurden durch ihre Verfasserinnen dem anwesenden Publikum vorgestellt: Hanne Bestvater von der FHNW, Hochschule für soziale Arbeit, präsentierte die Arbeit "Berufsfachschullehrer/ in als Zweitberuf" und Ines Trede, EHB Forschung und Entwicklung, präsentierte ihre Arbeit "Einflussfaktoren auf die Berufs- und Bildungswahl von Fachangestellten Gesundheit an der Nahtstelle zwischen Sekundär- und Tertiärstufe". Ebenfalls diplomiert wurden: Francesco Trippolini, EDK, Schweizerische Konferenz der Berufsbildungsämter, und Claire Veri-Sanvito, Divisione della formazione professionale, Centro di formazione per formatori.

Arbeitsmarkt

10.11.2010

Schweizer Arbeitsmarkt: hart aber effizient

Der Schweizer Arbeitsmarkt schneidet im internationalen Vergleich besser ab als die meisten Mitgliedsstaaten der Organisation für Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Die Beschäftigungsquote liegt gut 10 Prozent über dem europäischen Durchschnitt, die Arbeitslosigkeit ist tiefer und die Reallöhne sind höher. Hauptursachen für diese Erfolge sind aus der Sicht der OECD die hohe Flexibilität, die dezentralen Lohnverhandlungen, das tiefe Regulierungsniveau des Arbeitnehmerschutzes, kompensiert durch aktive Arbeitsmarktmassnahmen.
Die OECD weist aber auch auf Schwachpunkte hin. So ist mit 34 Prozent der Anteil der Langzeitarbeitslosen wesentlich höher als in Staaten mit einer vergleichbaren durchschnittlichen Arbeitslosigkeit wie Norwegen, Dänemark oder Österreich.
Swiss OECD Info Nr. 44

10.11.2010

Mangel an Spezialisten – eine Gefahr für die Schweiz

Die Schweiz ist bei der Spitzentechnologie nicht in der Kopfgruppe. Da wir über keine natürlichen Ressourcen verfügen, sind wir abhängig vom Wissen hoch qualifizierter Spezialisten aus der Schweiz und aus dem Ausland. Gemäss der Untersuchung von Ernst & Young unter dem Titel "Technologie, Talente und Toleranz: Ist die Schweiz für die Zukunft gewappnet?" sprechen 43% der Betriebleitenden von einem Fachkräftemangel. Die verantwortlichen Manager betrachten Deutschland, China, Indien und die USA als Länder, aus denen die notwendigen Spezialisten rekrutiert werden könnten. Sie sind jedoch beunruhigt darüber, dass die Schweizer Bevölkerung zwar für neue Technologien offen, aber gegenüber anderen Religionen und Kulturen wenig tolerant ist.
Mehr Informationen

10.11.2010

Berufliche Bildung schützt vor Arbeitslosigkeit

Die berufliche Grundbildung hat auf dem Arbeitsmarkt eine unverändert hohe Bedeutung. Sie bietet auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten einen hohen Schutz vor Arbeitslosigkeit und eröffnet Wege zu Aus- und Weiterbildungen. Dies zeigen die Ergebnisse des Berufseinstiegs- Barometers 2010 des Stellenmarkt-Monitors Schweiz der Universität Zürich. Die Analyse von Stelleninseraten zeigt im weitern, dass das Stellenangebot sich in den letzten Jahren in Richtung höhere Qualifikationsniveaus verschoben hat. Aus- und Weiterbildung sowie Erfahrung sind heute für den Arbeitsmarkterfolg von Absolventen einer beruflichen Grundbildung wichtiger als vor zehn Jahren.
Berufseinstiegs-Barometer Oktober 2010

10.11.2010

Forderung nach Elternzeit und Elterngeld

Die Eidgenössische Koordinationskommission für Familienfragen (EKFF) fordert die Einführung einer Elternzeit und eines Elterngelds in der Schweiz. Künftig sollen Eltern über 24 Wochen Elternzeit, die sie sich gemeinsam aufteilen, verfügen können. Die EKFF erachtet die Elternzeit als eine Investition in die Familien und die Kinder. Je vier Wochen entsprechen einem individuellen Anspruch von Vater und Mutter. Gemäss EKFF belaufen sich die Kosten für die Einführung einer Elternzeit auf 1,1 bis 1,2 Milliarden Franken. Die meisten europäischen Länder kennen grosszügigere Regelungen als das von der EKFF vorgeschlagene Modell.
Medienmitteilung

Berufliche Integration

10.11.2010

Kantonale Rechtsgrundlagen für Brückenangebote

Im Auftrag des Projektes Nahtstelle hat das Informations- und Dokumentationszentrum IDES der EDK die Zusammenstellung "Brückenangebote in den kantonalen Rechtsgrundlagen" erstellt. Die in den Rechtsgrundlagen benutzte Terminologie der Kantone wird tabellarisch aufgeführt und alle Erlasse, die sich thematisch mit der Nahtstelle befassen, sind mit einem direkten Link einsehbar.
Weitere thematische Zusammenstellungen von IDES sind abrufbar unter:
www.edudoc.ch/collection/ideszusammenstellung

10.11.2010

Genf: Vermittlungsagentur für Sozialhilfebezüger

Die neu gegründete Agentur TRT (Travailleur Recherche Travail) will Sozialhilfe Beziehende für die berufliche Wiedereingliederung vorbereiten und sie bei der Stellensuche unterstützen. Initiiert wurde die Agentur durch die soziale Genfer Institution "Hospice général". Finanziert wird sie durch private Fonds. Ziel ist es, Sozialhilfebezüger dauerhaft zu integrieren und sie dadurch von der Sozialhilfe abzulösen. Die Agentur TRT hat eine offizielle Bewilligung für die Arbeitsvermittlung erhalten. Sie klärt die beruflichen Pläne der Stellensuchenden sorgfältig ab. Danach hilft sie bei der Stellensuche, leistet Bewerbungssupport und bleibt in Kontakt mit Unternehmen, die Leute einstellen.
Dossier zum Thema (nur französisch)

10.11.2010

Nationale Armutskonferenz

Die "Städteinitiative Sozialpolitik" lädt den Bund ein, die Themenführerschaft bei der Armutsbekämpfung zu übernehmen. Das System der sozialen Sicherheit ist in der Schweiz stark aufgesplittert. Eine Folge davon sind verschiedene, kaum koordinierte Leistungen, die insbesondere finanziell immer wieder angepasst werden müssen. Eine nachhaltige Sozialpolitik erfordere eine Zieldefinition, die von den Armutsrisiken ausgeht. Neben Wiedereingliederungsmassnahmen soll sie Anreize für die Unternehmen schaffen, damit diese auch Menschen mit eingeschränkter Arbeitsfähigkeit beschäftigen. Darüber hinaus soll die Sozialpolitik auch Gesundheit, Bildung und Teilhabe am sozialen Leben umfassen.
Medienmitteilung

10.11.2010

Syna und SPS fordern bedingungsloses Grundeinkommen

An ihrem Kongress vom 30. Oktober hat eine Mehrheit der Gewerkschaft Syna ein bedingungsloses Grundeinkommen bejaht. Mit ungefähr 65000 Mitgliedern ist Syna die grösste Einzelgewerkschaft innerhalb des Dachverbandes Travail Suisse. Am Wochenende vom 30/31.10. 2010 hat sich die Sozialdemokratische Partei der Schweiz (SPS) für dieselbe Forderung ausgesprochen.
Pressemitteilung Syna

10.11.2010

BFS: Weniger Working Poor

In den beiden Jahren 2007 und 2008 ist gemäss dem Bundesamt für Statistik (BFS) die Quote der Working Poor von 4,8 Prozent auf 3,8 Prozent zurückgegangen. Working Poor sind Arbeitnehmende, die trotz Vollzeiterwerbstätigkeit unter der Armutsgrenze bleiben. Der Rückgang lässt sich durch das positive Wirtschaftswachstum und die starke Abnahme der Arbeitslosenzahlen in den Jahren 2006 bis 2008 erklären.
Medienmitteilung

Verschiedenes

10.11.2010

SBBK: Neue Empfehlungen zuhanden der Kantone

Der Vorstand der Schweizerischen Berufsbildungsämter- Konferenz (SBBK) hat am 21. Oktober zwei neue Empfehlungen zuhanden der Kantone verabschiedet. Einerseits handelt es sich um die "interkantonale Bildungsbewilligung" für Firmen und Organisationen mit Standorten in mehreren Kantonen, andererseits um den Dispens von Bildungszielen bei den Kursen für Berufsbildnerinnen und Berufsbildner.

10.11.2010

Mehr Gleichberechtigung in der Berufsbildung

Der "Nationale Zukunftstag" vom 11. November 2010 soll daran erinnern, dass die Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen ein fundamentales Recht darstellt. Dennoch wählen Jugendliche in der Schweiz ihren Beruf noch immer nach dem Muster von so genannten Frauen- und Männerberufen. Welche Gründe gibt es dafür? Decken sie Ungleichheiten auf? Welche Prozesse führen zu dieser Ungleichheit? Wie lassen sie sich bekämpfen? Diese und ähnliche Fragen werden im Rahmen eines Projekts behandelt, das aus der Zusammenarbeit zwischen dem Genfer "Service de la recherche en éducation" (SRED) und dem "Centre de recherche Méthodologie, inégalités et changements social" der Universität Lausanne entstanden ist.
Informationen des SRED (französisch)

10.11.2010

Innovationskonferenz befürwortet Masterplan Cleantech Schweiz

Die von Bundespräsidentin Doris Leuthard einberufene 3. Innovationskonferenz befürwortet die im Masterplan Cleantech Schweiz vorgeschlagenen 50 Massnahmen und Empfehlungen. Sie sollen in den nächsten Jahren von Bund, Kantonen, Wirtschaft und Wissenschaft umgesetzt werden. Die Berufsbildung ist auch davon betroffen mit den Berufen für die "grüne Wirtschaft". Der verabschiedete Masterplan wird nun in eine breite Konsultation geschickt und soll im Frühjahr 2011 vom Bundesrat verabschiedet werden.
Medienmitteilung

10.11.2010

Szenarien 2010–2019 für die Sekundarstufe II

Wie werden sich die Lernendenbestände und die Zahl der Abschlüsse auf der Sekundarstufe II in den nächsten zehn Jahren verändern? Welche Auswirkungen sind von der demografischen Entwicklung, den strukturellen Tendenzen und den konjunkturellen Bewegungen zu erwarten? Eine neue Publikation des Bundesamts für Statistik (BFS) versucht, diese Fragen anhand einer detaillierten Analyse der komplexen Dynamik zu beantworten, die seit 1980 den Zugang zu den einzelnen Bildungswegen auf der Sekundarstufe II bestimmt. Sie präsentiert zwei Szenarien für das kommende Jahrzehnt, die auf der Modellierung der Lernendenströme nach der obligatorischen Schule basieren.
Siehe auch "Szenarien für das Bildungswesen"

10.11.2010

BBT fördert Sensibilisierung für die Berufsbildung

Das BBT hat eine Jugendwebseite aufgeschaltet. "Mission Future" ist das Herzstück der neuen Kommunikationsmassnahmen des Bundes mit dem Ziel, die Stärken der Berufsbildung besser bekannt zu machen. Mission Future spricht vor allem Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren an und soll diese auf eine spielerische Art und Weise für die Berufsbildung begeistern.
Mehr Informationen

10.11.2010

Faltprospekt Berufsbildungsfachfrau/mann mit eidg. Fachausweis

Die Schweizerische Berufsbildungsämterkonferenz (SBBK) hat einen dreisprachigen Faltprospekt zur Ausbildung Berufsbildungsfachfrau / Berufsbildungsfachmann mit eidg. Fachausweis herausgegeben. Der Faltprospekt "Bildung mitten im Leben" kann kostenlos im SBBK-Sekretariat bestellt oder auf der SBBK-Website heruntergeladen werden.
Link

10.11.2010

Website für Lohngleichheit

Eine neue Internetplattform und ein zugehöriger Film unterstützen Unternehmen dabei, die Lohndiskriminierung im eigenen Betrieb zu erkennen und Lohngleichheit zu verwirklichen. Ein Film stellt Instrumente und Hilfsmittel vor, mit denen Lohndiskriminierung erkannt und bekämpft werden kann, und zeigt mit Erfahrungsberichten, wie die Lohngleichheit durchgesetzt werden kann. Zusätzlich stellt die Webseite Links und nützliche Adressen zur Verfügung.

10.11.2010

Caritas-Website hilft bei Schulden

Für Menschen mit Schuldenproblemen bietet Caritas Schweiz eine Website an, die Fragen zum Thema "Schulden" beantwortet und konkrete Tipps für den Alltag sowie Kontaktadressen von Schuldenberatungsstellen anbietet. Wichtige Inhalte und ein Schuldentest sind in zehn Sprachen abrufbar.