Newsletter vom 27.01.2010

Aktuelle Meldungen vom 27.01.2010

Berufliche Grundbildung

27.01.2010

Kaum beachtet: Zulassungsvoraussetzungen im Sozialbereich

Obwohl bei der beruflichen Grundbildung zur Fachfrau bzw. zum Fachmann Betreuung weder ein Praktikum noch ein Alter von 18 Jahren vorausgesetzt werden, halten viele Betriebe nach wie vor an den ehemaligen Zulassungsvoraussetzungen der Vorgängerausbildungen Kleinkinderziehung, Behinderten- und Betagtenbetreuung fest. Der Dachverband Savoir Social erachtet diese Art der Rekrutierung von Lernenden als höchst problematisch und hat deshalb eine Empfehlung herausgegeben: Insbesondere sollen geeignete Jugendliche unmittelbar nach Abschluss der obligatorischen Schule in die Berufsbildung einsteigen können.
Medienmitteilung

27.01.2010

Ziel 1000 neue Informatik-Lehrstellen

Der Informatik- und Telekommunikations- Dachverband ICT Switzerland startet ein Programm zur Stärkung der Berufsbildung in der Informatik. Bis Ende 2010 soll eine vom Bund anerkannte nationale Organisation der Arbeitswelt (OdA) für das Berufsfeld-ICT gegründet werden. Ziel dieser Bemühungen ist, mit der finanziellen Hilfe einer neugeschaffenen Stiftung, bis im Jahre 2015 über tausend neue Lehrstellen im Berufsfeld der ICT zu schaffen und eine schweizweit anerkannte, berufliche Weiterbildung sicherzustellen.
Medienmitteilung ICT Switzerland

27.01.2010

VD: Amt für Mittelschulen und Berufsbildung neu organisiert

Das Waadtländer Amt für Mittelschulen und Berufsbildung (Direction générale de l'enseignement postobligatoire DGEP) wurde neu organisiert und damit den Bestimmungen des Berufsbildungsgesetzes vom 1. August 2009 angepasst. In einem Informationsschreiben des Amts wird die neue Struktur vorgestellt und gleichzeitig werden weitere sachdienliche Informationen vermittelt und Fragen beantwortet, beispielsweise zur Rückerstattung von Berufsauslagen von Lernenden.
Eine geplante Stiftung mit dem Zweck, dafür zu sorgen, dass die Berufsbildungskosten von allen und nicht nur von einzelnen Unternehmen getragen werden, soll ihre Tätigkeit am 1. August 2010 aufnehmen.

27.01.2010

TI: Erste Beiträge aus Fonds für Berufsbildung an überbetriebliche Kurse

Am 14. Januar hat die Dreiparteienkommission des kantonalen Fonds für die Berufsbildung (Fondo cantonale per la formazione professionale) die ersten Beiträge für überbetriebliche Kurse genehmigt. Die Beiträge sollen die Kosten decken, die bis anhin von den einzelnen Betrieben getragen wurden. Der Fonds wird von allen im Kanton tätigen Betrieben über die Ausgleichskasse finanziert. Er verfolgt den Zweck, gewisse Kosten, die nicht von Kanton oder Bund gedeckt sind, zu übernehmen.
Pressemitteilung (italienisch)

27.01.2010

Seilbahnen: neue Bildungsverordnungen

Am 18. Dezember 2009 wurden die neuen Verordnungen über die berufliche Grundbildung Seilbahn-Mechatroniker/in EFZ und Seilbahner/ in EBA erlassen. Sie treten ab 1. Februar 2010 in Kraft und ersetzen die Verordungen vom 9. Dezember 2005.
Die Unterlagen dazu sind später auf der Website des BBT abrufbar. Die geänderten Bildungspläne werden im Laufe des Monats Februar 2010 auf der Internetseite von Seilbahnen Schweiz zur Verfügung stehen.

27.01.2010
27.01.2010

Pharma-Assistent/in EFZ: Änderungsantrag und Anhörung

Das BBT hat eine Anhörung zu einem Änderungsantrag der Verordnung über die berufliche Grundbildung Pharma-Assistent/in EFZ eröffnet. Der Vorstand von Phamasuisse hat letztes Jahr entschieden, die Streichung der erforderlichen Sachkenntnis zur Abgabe besonders gefährlicher Stoffe (Art. 7 Abs. 3 Bst. f der Verordnung vom 14. Dezember 2006) zu beantragen. Ohne Nachricht der kantonalen Berufsbildungsämter bis zum 12. März 2010 geht das BBT davon aus, dass diese der Änderung zustimmen. Entwurf der revidierten Bildungsverordnung

27.01.2010

Praxishandbuch für Legasthenie und Dyskalkulie in Vorbereitung

Der Verband Dyslexie Schweiz hat ein "Praxishandbuch Legasthenie und Dyskalkulie" angekündet. Es richtet sich an Fachleute der Sekundarstufe II und der Tertiärstufe, die Jugendliche und Erwachsene selektionieren, unterrichten, prüfen oder bewerten. Als praktisches Arbeitsinstrument soll es Fachleute, die Betroffene informieren, beraten und unterstützen, oder die Gesuche um Prüfungserleichterungen beantworten und Rekurse bearbeiten, bei ihrer Arbeit unterstützen. Die Betroffnen selbst gehören ebenfalls zur Zielgruppe. Das Handbuch soll im Frühling 2011 erscheinen. Projektbeschrieb

Höhere Berufsbildung und Weiterbildung

27.01.2010

Deutschland: Zunehmendes Bildungscont rolling bei Weiterbildungen

Bildungscontrolling zur Optimierung der Planung, Steuerung und Durchführung der betrieblichen Weiterbildung hat in deutschen Betrieben an Bedeutung und Verbreitung gewonnen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des deutschen Bundesinstituts für Berufsbildung BIBB. Etwa jeder zweite Betrieb wendet zumindest einzelne Massnahmen des Bildungscontrollings in Bezug auf den Nutzen der Weiterbildung in seinem Unternehmen an. Je grösser der Betrieb, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass er Bildungscontrolling einsetzt. Aber auch viele Kleinbetriebe setzen zumindest Teile des Bildungscontrollings ein und sind zum Beispiel noch mehr als grössere Unternehmen daran interessiert, sowohl die Kosten als auch den Nutzen zu erfassen.

Arbeitsmarkt

27.01.2010

Zeitarbeit im Aufwind

In seinem Bericht 2009 hält das "Observatoire romand et tessinois de l'emploi" (ORTE) fest, dass die Zeitarbeit in der Schweiz 2008 77'000 Arbeitsplätze (umgerechnet auf Vollzeitstellen) umfasste. Diese Zahl entspricht 2,4% der gesamten Beschäftigung. Der entsprechende Anteil labg 2004 noch bei 1,6% und 1993 gerade einmal bei 0,5%. Bericht (nur französisch)

27.01.2010

Trotz Krisenresistenz Reformbedarf für Schweizer Wirtschaftspolitik

Laut dem neuesten OECD-Bericht vom 15. Januar 2010 hat die Schweiz im internationalen Vergleich die Finanzkrise bisher besser gemeistert als andere OECD-Länder. Die Stabilisierungsmassnahmen werden im Bericht als zweckmässig anerkannt. Zugleich aber regt die Organisation Reformen an, um den Wiederaufschwung zu konsolidieren. So sei die schnelle Reintegration von Stellensuchenden in den Arbeitsprozess zu fördern. Die OECD empfiehlt ferner eine Steigerung der Arbeitsproduktivität, um die langfristigen Wachstumschancen der Schweizer Wirtschaft und dadurch den hohen Lebensstandard zu sichern.
Medienmitteilung

27.01.2010

Mehr ausländische Arbeitskräfte im 2009

Im 2. Quartal 2009 arbeiteten in der Schweiz 974'000 Ausländerinnen und Ausländer mit Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung. Dies geht aus der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung (SAKE) 2009 des Bundesamts für Statistik (BFS) hervor. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der ausländischen Arbeitskräfte um 5%. Besonders deutlich war die Zunahme bei deutschen, französischen und portugiesischen Erwerbstätigen. Die Erwerbslosenquote der Ausländerinnen und Ausländer (7,2%) war mehr als doppelt so hoch wie jene der Schweizerinnen und Schweizer (3,1%). Ausländische Stellensuchende sind zudem häufiger von Langzeiterwerbslosigkeit betroffen.
Medienmitteilung

27.01.2010

Ständeratskommission gegen Leistungsabbau bei der ALV

An ihrer Sitzung vom 19. Januar 2010 hat die ständerätliche Sozial- und Gesundheitskommission (SGK) dem Ständerat empfohlen, bei der 4. Revision des Arbeitslosenversicherungsgesetzes im Wesentlichen an seiner eigenen Version festzuhalten. Im Gegensatz zum Nationalrat lehnt die SGK eine abgestufte Kürzung der Taggelder ab. Zudem sollen auch unter 30-Jährige weiterhin das Anrecht auf 400 Taggelder haben. Personen, die nach dem Studium arbeitslos werden, sollen keine verlängerten Wartefristen erhalten. Einen Kompromiss schlägt die Kommission jedoch bei den unter 25-Jährigen vor, indem sie die Taggelder von 400 auf 200 kürzen will.
Medienmitteilung

27.01.2010

Schweizer Beschäftigte denken global

Über sieben von zehn Schweizer Beschäftigten sind der Meinung, dass die Tätigkeit in einem globalen Unternehmen die Karrierechancen erhöht. Besonders hoch ist der Anteil bei Arbeitnehmenden im Finanzund Pharmasektor mit je 81%. Das ergab eine vom Personaldienstleister Kelly Services durchgeführte Umfrage in 33 Ländern, darunter auch in der Schweiz. Sogar 90% der Befragten glauben hierzulande, dass sie für die Arbeit in multinationalen Teams gewappnet sind. Lediglich 35% der schweizerischen Befragten erhalten jedoch von ihrem Arbeitgeber Angebote für Weiterbildungen, die die beruflichen Möglichkeiten in einem internationalen Umfeld verbessern.
Medienmitteilung

Berufliche Integration

27.01.2010

Kanton Luzern: Informationen zu den beiden Nahtstellen

Unter dem neuen Namen "Startklar" fasst das Bildungs- und Kulturdepartement des Kantons Luzern seine Aktivitäten zusammen, die am Übergang zwischen Volksschule und Berufsbildung unternommen werden, um Jugendliche ohne Anschlusslösung für die Berufsbildung zu fördern. Alle Schulabgängerinnen und Schulabgänger ohne Anschlusslösung werden nach den Osterferien von den Lehrpersonen der 9. Klassen bei "Startklar" angemeldet. Flyer "startklar"

Für die Nahtstelle Ausbildung - Beruf hat die kantonale Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung eine informative Broschüre mit dem Titel "Lehre - und dann?" zusammengestellt, die an alle Abschlussklassen an den Berufsfachschulen verteilt werden soll.

27.01.2010

Deutschland: Positive Bilanz für Hartz IV

Alles in allem wirkt Hartz IV positiv, erklärte der Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Joachim Möller, im Rahmen einer Bilanz zu fünf Jahren Hartz IV. Bei Hartz IV handelt es sich um die umfassendste Arbeitsmarktreform seit der deutschen Wiedervereinigung. Das Hauptziel ist die Förderung der Wiedereingliederung arbeitsloser Personen in den Arbeitsmarkt mit einer Kombination von verstärkten Druck und gezielter Unterstützung. Die Langzeitarbeitslosigkeit sei deutlich zurückgegangen, so Möller. Defizite gebe es aber noch bei der individuellen Betreuung der Stellensuchenden. Pressemitteilung

Verschiedenes

27.01.2010

EDK: Bildungsstandards für den Anhörungsprozess publiziert

Am Montag, 25. Januar 2010, hat die EDK die Bildungsstandards zu den Bildungszielen für die obligatorische Schule publiziert, und zwar in der jeweiligen Schulsprache, in zwei Fremdsprachen sowie in Mathematik und Naturwissenschaften. Die präsentierten Vorschläge für nationale Bildungsziele gehen bis im Sommer 2010 in einen Anhörungsprozess bei den kantonalen Bildungsdepartementen und den betroffenen nationalen Dachverbänden und -organisationen. Des weiteren lädt das Generalsekretariat EDK ab Februar 2010 die Fachkreise (auch der abnehmenden Schulen und der Berufsbildung) zu Hearings ein, an denen die Unterlagen präsentiert und diskutiert werden. Schriftliche Stellungnahmen können bis Ende Juli 2010 bei der EDK abgegeben werden, die Broschüre "Das kann ich" informiert über den fachlichen und politischen Hintergrund der Standards.
Medienmitteilung

27.01.2010

BBT führt Berufsbildungskampagne weiter

Mit der Kampagne Berufsbildungplus. ch hat das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) in den vergangenen drei Jahren versucht, die breite Bevölkerung für das Thema Berufsbildung zu sensibilisieren. Eine Analyse der Hochschule für Wirtschaft in Olten gibt der Kampagne gute Noten. Die Analysten stellten allerdings und vor allem bei Jugendlichen und ihrem elterlichen und schulischen Umfeld noch Wissens- und Einstellungsdefizite fest. Die Geschäftsleitung des BBT hat deshalb beschlossen, die Kampagne in den Jahren 2010 bis 2012 weiterzuführen und dabei den Fokus auf die Jugendlichen und ihr Umfeld zu richten.

27.01.2010

GE: Gesetz fördert Grundbildung Gesundheitsund Sozialbereich

Am 3. Dezember des vergangenen Jahres hat das Genfer Kantonsparlament dem neuen Gesetz zur Förderung der beruflichen Grundbildung mit eidg. Fähigkeitszeugnis (EFZ) im Gesundheits- und Sozialbereich zugestimmt, das auch die Kleinkinderbetreuung betrifft. Mit der Gesetzesänderung werden die Verbände und Institutionen, die Subventionen beziehen, verpflichtet, sich in der Berufsbildung zu engagieren. Bericht (französisch)

27.01.2010

Basel-Stadt: Volksinitiative für Berufsbildungsfonds zurückgezogen

Nach der von Grossen Rat des Kantons Basel-Stadt am 11. November beschlossen Revision des kantonalen Berufsbildungsgesetz (vgl. PANORAMA.aktuell 2009-21) haben die Initianten der "Lehrstelleninitiative" diese zurückgezogen. Mit der Revision wurden eine Lehrstellenförderung, die Verdoppelung der Beiträge an überbetriebliche Kurse und die Übernahme der Material- und Mietkosten bei Lehrabschlussprüfungen durch den Kanton im Berufsbildungsgesetz verankert. Die beschlossenen Massnahmen führen zu einer deutlichen finanziellen Entlastung der Lehrbetriebe. Damit konnte den Anliegen der Initianten offensichtlich Genüge getan werden.

27.01.2010

Caritas-Sozialalmanach 2010: Armut verhindern

Wie lässt sich Armut bekämpfen? Diese Frage steht im Zentrum des Sozialalmanachs 2010 der Caritas. Das Jahrbuch weist darauf hin, dass es bis heute in der Schweiz keine verlässliche Armutsstatistik gebe. Es präsentiert Vorschläge verschiedener Autorinnen und Autoren für eine wirksame Armutsprävention und lässt in sechs Porträts Betroffene selber zu Wort kommen.
Sozialalmanach 2010. Das Caritas-Jahrbuch zur sozialen Lage der Schweiz. Januar 2010. Fr. 34.–, 224 Seiten. Bestellungen unter 041 419 22 22 oder info@caritas.ch

27.01.2010

Buchpublikation: Berufswahl und Lehre

Das Buch "Berufswahl und Lehre" von Romano Müller ist das Ergebnis einer umfassenden Studie bei über 5'200 Lehrfrauen und Lehrmännern des 1. bis 4. Lehrjahrs in 64 Lehrberufen in der Schweiz. Es vergleicht das berufliche Entscheidungs- und Orientierungsverhalten von einheimischen mit jenem von zugewanderten Jugendlichen. Das Buch befasst sich mit der Berufswahl von Jugendlichen, die sich für die Absolvierung einer Berufslehre entschieden haben und gibt in retrospektiver Weise Auskunft darüber, was sich aus der Sichtweise der Jugendlichen während ihrer beruflichen Orientierung abgespielt hatte.
Zusammenfassungen von einzelnen Kapiteln des Buches sind in Deutsch, Französisch und Englisch.

27.01.2010

Fachbuch: Individuelle Begleitung zum EBA

Jugendliche in einer zweijährigen Grundbildung (EBA) haben bei Bedarf Anrecht auf eine fachkundige individuelle Begleitung. Ein neu erschienenes Handbuch zeigt Modelle auf, die sich bewährt haben. Es vermittelt Erfahrungen aus Theorie und Praxis in Form von von Fachpersonen geschriebenen Geschichten und Beiträgen. Schwerpunktmässig werden die Erfahrungen der Kantone Basel-Stadt und Basel- Landschaft beschrieben, es werden aber auch andere Modelle vorgestellt. Das Buch wurde von Ruth Wolfensberger im hep-Verlag herausgegeben und bietet Kopiervorlagen für Lehrpersonen und Dozierende zum Thema an.

27.01.2010

Behinderung hat viele Gesichter

"Wie viele behinderte Menschen gibt es in der Schweiz?" Die Antwort hängt davon ab, ob Behinderung nach medizinischen, sozialen, administrativen Gesichtspunkten oder nach der Unterstützungsbedürftigkeit definiert wird. Eine kürzlich erschienene Studie des Bundesamts für Statistik (BFS) stellt körperliche, mentale oder psychische Behinderungen in ihrer Vielfalt dar. Sie untersucht auch, wie weit die Definition, die in der Statistik bei der Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen verwendet wird, die verschiedenen Formen berücksichtigt. Bericht

27.01.2010