Newsletter vom 30.01.2013

Aktuelle Meldungen vom 30.01.2013

Berufliche Grundbildung

30.01.2013

Josef Widmer: Berufsbildung muss eigenständiges Profil behalten

Der neue stellvertretende Direktor im SBFI, Josef Widmer, skizziert in einem Interview mit der NZZ seine Leitideen. Er lokalisiert Probleme nicht bei einer tiefen Maturaquote, sondern bei der seit Jahren stagnierenden Berufsmatura-Quote. Er spricht sich bei entsprechenden Anforderungen für neue Modelle z.B. mit einem höheren schulischen Anteil aus. Das System erlaube unterschiedliche und spezifische Definitionen der Berufe, darunter sehr anspruchsvolle Berufsbildungen. Widmer sieht die Berufsbildung weiterhin als kohärente Gesamtkonstruktion von der Grundbildung über die höhere Berufsbildung (die er als Juwel bezeichnet) bis zum Hochschulbereich. Er warnt vor einem Lehrkörper ohne Praxiserfahrung an Fachhochschulen, vor einer Vermischung mit dem Bologna-Modell und davor, dass die Fachhochschulen ihre Identität verlören, wenn sie sich zu stark an den Universitäten orientieren. Widmer sieht die Perspektive dezidiert in der Verbindung mit und der Orientierung auf die Praxis.

30.01.2013

Lehrbetriebsvignette als Marketinginstrument

Im Januar, Februar und März 2013 sind in der Migros 750'000 Pommes Chips-Packungen (M-Budget) mit aufgedruckter Vignette für Lehrbetriebe im Verkauf. Mit dieser Aktion macht die Migros ihr Engagement in der Ausbildung von Lernenden sichtbar. In der Schweiz erhalten alle Betriebe, die Lernende ausbilden, von den kantonalen Berufsbildungsämtern die Vignette für Lehrbetriebe. Sie ist eine Anerkennung für das Engagement der Unternehmen in der Berufsbildung.
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30.01.2013
30.01.2013

Änderungen eines Bildungsplans erlassen

Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) hat den geänderten Bildungsplan für die berufliche Grundbildung Kunststofftechnologe/Kunststofftechnologin EFZ erlassen und auf den 1. Januar 2013 in Kraft gesetzt. Die Änderungen betreffen die Positionen der praktischen Arbeit sowie die Prüfung in den Berufskenntnissen. Sie gelten für alle Lernenden, die ihre Bildung nach dem 1. Januar 2009 begonnen haben. Der Bildungsplan wird in einigen Wochen auf der Internetseite des Kunststoff Verband Schweiz (KVS) und im Berufsverzeichnis zur Verfügung stehen.

30.01.2013

OdA: Preis für login Berufsbildung

Der Branchenverband für Infratrukturbauten INFRA vergibt jährlich einen Preis zur Image-Verbesserung. Der als Jury fungierende Vorstand kürte den Lehrstellenexpress von login Berufsbildung zum Sieger 2013. Diese hat  ein neues Bewerbungsverfahren für Gleisbauer/innen  entwickelt. Dank dem Lehrstellenexpress erfahren die Jugendlichen schon nach einer Woche, ob sie einen Lehrvertrag bekommen. Fünf weitere Firmen und staatliche Stellen werden von der Jury würdigend erwähnt. Bereits ist der INFRA-Preis für nächstes Jahr ausgeschrieben.

30.01.2013

AG: KV Aarau ermöglicht Prakikum in England

Am KV Aarau können kaufmännische Lernende mit Berufsmatur, die den Berufsfachschulunterricht zweisprachig absolvieren, zusätzlich zum obligatorischen Englandaufenthalt neu auch ein Wirtschaftspraktikum in Grossbritannien absolvieren. Das fakultative Praktikum ist aufgeteilt in zwei Wochen Intensivunterricht an einer Schule und zwei Wochen Praktikum in einer englischen Firma.

30.01.2013

Deutschland: mittelfristige Forschungsschwerpunkte

Der Hauptausschuss des BIBB hat das Entwicklungs- und Forschungsprogramm 2013 bis 2016 verabschiedet. Für die jährlich etwa 100 Projekte wurden folgende Themenfelder festgelegt:
- Durchlässigkeit zwischen den Bildungsgängen; Umsetzung des Deutschen Qualifikationsrahmens
- Anerkennung von Kompetenzen aus formalen oder informellen Lernprozessen bei weiterführenden Bildungsgänge und Abschlüssen
- Messung beruflicher Kompetenzen und ihrer Einflussfaktoren
- Nachhaltigkeit in die berufliche Bildung
- International vergleichende Analysen von Systemen und Instrumenten.
Informationen über laufende und abgeschlossene Projekte sind online zugänglich.

Höhere Berufsbildung und Weiterbildung

30.01.2013

Prüfungsordnungen in Vernehmlassung

Die verantwortlichen Organisationen haben dem Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation die Entwürfe für eine Änderung der Prüfungsordnungen über die Berufsprüfungen Führungsfachmann/Führungsfachfrau mit eidgenössischem Fachausweis sowie Projektleiter/Projektleiterin Solarmontage mit eidgenössischem Fachausweis eingereicht.
Bundesblatt vom 29. Januar 2013

Mittelschulen und Hochschulen

30.01.2013

LU: Kantonsschule muss sparen

Als Folge der Sparbemühungen im Kanton muss die Kantonsschule Musegg in Luzern jährlich eine Million Franken sparen. Unter anderem sollen ab dem neuen Schuljahr im Herbst 2013 weniger neue Schüler aufgenommen werden: Schüler/innen, die sich für das Kurzzeitgymnasium Musegg anmelden, würden neu je nach Herkunft und Schwerpunktfach unter Umständen an andere Kantonsschulen gewiesen. Damit wäre die freie Gymnasialwahl in einzelnen Fällen angetastet. Dies berichtet die Neue Luzerner Zeitung in ihrer Ausgabe vom 15. Januar 2013.

Beratung

30.01.2013

Neue Medien für die Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung

Die Mappe "Von der Bewerbung zur Lehrstelle" von Toni Fuchs und Stefan Meier wurde aktualisiert und erscheint bereits in der 15. Auflage. Vom Beratungstool zu den zweijährigen Grundbildungen "Berufe easy" ist nun das Update 2013 erhältlich und von der Zeitschrift "Sprungbrett" das zweite Heft des aktuellen Schuljahrs. Infos zu den neuen Medien des SDBB-Verlags finden Sie auf www.sdbb.ch/neuerscheinungen.
Das war die letzte Ausschreibung des SDBB-Verlags in PANORAMA.aktuell. Die BSLB-Stellen und weitere Interessierte werden gebeten, unter diesem Link den Newsletter "Neuerscheinungen SDBB Verlag" zu abonnieren. Damit erhalten sie in der Regel einmal pro Monat alle Informationen zu den erschienenen Medien. Über Publikationen, die für ein breiteres Publikum von Interesse sind, wird aber PANORAMA.aktuell auch weiterhin berichten.

30.01.2013

SDBB Verlag: Editionsprogramm 2013

Das Editionsprogramm 2013 im Bereich Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung des SDBB ist nun erhältlich. Wie jedes Jahr wurde es aufgrund der Wünsche der Stellen in den Kantonen, der bereits feststehenden Prioritäten des SDBB, der Inputs der Partner aus der Arbeitswelt sowie der Evaluationen der Kommissionen und Subkommissionen des SDBB ermittelt. Das Editionsprogramm 2013 finden Sie hier. Änderungen im Laufe des Jahres sind vorbehalten, das Programm wird regelmässig aktualisiert.

30.01.2013

Studie über Brückenangebote

Die Studie "Brückenangebote in der Schweiz: Versorgung in Warteschleifen oder Beitrag zur Resilienzförderung?" hat Brückenangebote in der Schweiz untersucht. Allen Standardisierungsbemühungen zum Trotz herrscht weiterhin eine grosse Vielfalt, was die Ziele und die didaktisch-methodische Gestaltung der Brückenangebote anbelangt. In diesem Zusammenhang werden auch Verbesserungsmöglichkeiten aufgezeigt. Die Studie wurde vom Institut für Wirtschaftspädagogik der Universität St. Gallen durchgeführt.
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30.01.2013

FR: Neun Millionen für Jugendliche in Schwierigkeiten

Der Kanton Freiburg investiert in den Jahren 2012-2016 pro Jahr neun Millionen Franken zur Unterstützung Jugendlicher im Alter von 15 bis 25 Jahren, die Schwierigkeiten bei der beruflichen Eingliederung haben. Dank der Zusammenarbeit von vier Direktionen des Kantons (EKSD, GSD, VWD, ILFD) können diese Jugendlichen während allen Etappen ihrer Laufbahn betreut werden, von der Berufswahl bis zur Eingliederung in den Arbeitsmarkt. Die Massnahmen umfassen unter anderem das Case Management, die Plattform Jugendliche, Übergangslösungen, Berufsvorbereitungs- und Motivationssemester sowie das Programm tri-care jobs.
Medienmitteilung

30.01.2013

Internationaler Austausch für Beratungspersonen

Euroguidance, das europäische Netzwerk für Bildungs- und Berufsberatung, bietet verschiedene Austauschmöglichkeiten für Berufs-, Studien- und Laufbahnberater/innen an: In einem "Job-shadowing" beispielsweise begleitet eine Beraterin eine Berufskollegin in einem anderen Land während einer Woche. Oder in einem "Cross Border Seminar" diskutieren Berater/innen aus verschiedenen Ländern während mehreren Tagen ein Thema, das unmittelbar mit der Beratungstätigkeit zu tun hat. Diese Aktivitäten werden durch die ch-Stiftung finanziell unterstützt. Anmeldeschluss ist Ende Februar.
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Arbeitsmarkt

30.01.2013

Bundesrat gegen Mindestlohn-Initiative

Die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes von 22 Franken pro Stunde soll es jedem angestellten Erwerbstätigen ermöglichen, mit seinem Einkommen in Würde zu leben. Nach Meinung des Bundesrates ist die Volksinitiative "Für den Schutz fairer Löhne" jedoch kein angemessenes Mittel, um dieses Ziel zu erreichen. Vielmehr würde dadurch die Sozialpartnerschaft geschwächt. Zudem seien die Massnahmen gegen Scheinselbständigkeit (seit 1. Januar 2013 in Kraft) und zur Verstärkung der Solidarhaftung im Zusammenhang mit der Personenfreizügigkeit geeignete Instrumente, um Lohndumping zu verhindern. Die Verstärkung der Solidarhaftung werde voraussichtlich ab 1. Juli 2013 wirksam. Die Bundesversammlung wird bis spätestens 21. Juli 2014 beschliessen, ob sie die Volksinitiative zur Annahme oder Ablehnung empfiehlt.
Medienmitteilung

30.01.2013

Mindestlöhne: SGB kritisiert Bundesrat

Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) kritisiert das Nein des Bundesrates zur Mindestlohninitiative. Die Landesregierung lasse weiterhin Löhne zu, die nicht zum Leben ausreichten. Der SGB hält weiter fest, dass heute über 400'000 Leute zu Tiefstlöhnen unter 4000 Franken arbeiten. Mindestlöhne in dieser Höhe sind laut der Gewerkschaftszeitschrift work kürzlich von den beiden Thurgauer Betrieben Arbonia Forster und Stadler Rail eingeführt worden.
Medienmitteilung

30.01.2013

Landesmantelvertrag Bau: Transport weiterhin ausgeklammert

Auch künftig fallen Strassentransporte von und zu Baustellen nicht unter den Geltungsbereich des Landesmantelvertrags für das Bauhauptgewerbe. Der Schweizerische Nutzfahrzeugverband ASTAG begrüsst diesen Entscheid, den der Bundesrat bei der Allgemeinverbindlichkeitserklärung des Landesmantelvertrags gefasst hat. Allerdings hat es der Bundesrat nach Meinung des ASTAG verpasst, eine klare Abgrenzung festzulegen und damit endgültige Rechtssicherheit zu schaffen. Bei Mischbetrieben müsse deshalb der Geltungsbereich von Fall zu Fall geprüft werden. Dies führe unweigerlich zu komplizierten Rechtsfällen.
Medienmitteilung

30.01.2013

WEF: Einkommensunterschiede und Arbeitslosigkeit als globale Risiken

Die zunehmende Einkommensungleichheit ist in den nächsten zehn Jahren der wahrscheinlichste Auslöser von Weltwirtschaftskrisen. Zu diesem Ergebnis gelangt der Global Risks Report 2013 des Weltwirtschaftsforums (WEF). Neben Finanzkrisen und Staatsverschuldung werden auch die hohe Sockelarbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung als wichtige Risikofaktoren eingestuft. Der Bericht Globale Risiken erscheint jährlich und basiert auf einer Umfrage bei über 1000 Experten und führenden Wirtschaftsvertretern.

30.01.2013

Frankreich: Beschäftigungspolitik im Schussfeld

Der französische Rechnungshof bezweifelt die Wirksamkeit der Beschäftigungspolitik. Mit einer Zunahme von 178'000 Arbeitslosen dürfte die Arbeitslosenversicherung 2013 rund 5 Milliarden Euro verlieren, nachdem sie bereits 2012 ein Defizit von 13,7 Milliarden aufwies. Im Vergleich zu andern europäischen Staaten seien die Regeln bei der Arbeitslosenentschädigung sehr grosszügig und zu wenig abgestuft. Ausserdem bemängelt der Rechnungshof, dass 600'000 Stellensuchende 2010 weder Arbeitslosenentschädigung noch die Mindestsozialhilfe erhalten haben, weil die beiden Systeme schlecht aufeinander abgestimmt seien. Es stelle sich die Frage, ob das System nicht vereinfacht werden könnte, etwa durch einen Sockel an Grundbeiträgen, der durch zeitlich unterschiedliche Leistungen der Arbeitslosenversicherung ergänzt werden könnte.

30.01.2013

EU befürchtet langfristige Probleme bei der Beschäftigung

Die durchschnittliche Arbeitslosigkeit lag gemäss dem EU-Sozial- und Beschäftigungsbericht 2012 in der Europäischen Union (EU) letztes Jahr bei 11 Prozent. Auffallend ist vor allem das sprunghaft ansteigende Auseinanderdriften zwischen den nördlichen und den südlichen EU-Ländern. In den meisten Mitgliedstaaten schrumpfte zudem das verfügbare Einkommen der Privathaushalte. Dadurch wachse die Gefahr langfristiger Armut und Ausgrenzung, so die Autoren des Berichtes.
Medienmitteilung

Berufliche Integration

30.01.2013

Deutschland: Über 100’000 Selbständige sind Hartz IV-Bezüger

In Deutschland mussten im Jahresdurchschnitt 2011 rund 127'000 selbständig Erwerbstätige ihr Einkommen mit Hartz IV-Unterstützung (Sozialhilfe) aufstocken. Ihr Einkommen reichte für den Bedarf nicht aus. Fast zwei Drittel unter ihnen erwirtschafteten ohne ergänzende Hartz IV-Leistungen weniger als fünf Euro netto pro Stunde. Das geht aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hervor. Mehr als 42 Prozent der Betroffenen arbeiteten Vollzeit, und fast die Hälfte hatte ihr Unternehmen in den letzten beiden Jahren gegründet. Die selbständigen Hartz IV-Bezüger arbeiten häufig als Verkäufer, Gaststätten- oder Imbissbesitzer, Künstler oder freiberufliche Lehrkräfte.
Kurzbericht IAB

Verschiedenes

30.01.2013

Avenir Suisse: Ideen für die Schweiz

In der Publikation "Ideen für die Schweiz" präsentiert Avenir Suisse Denkanstösse, die eine Debatte über die Bewältigung der Herausforderungen in der Schweiz in Gang bringen soll. Vier Anstösse beziehen sich auf den Bildungsbereich: Mehr Allgemeinbildung und weniger Spezialisierung in der Berufsbildung, Einführung von dualen Studiengängen an den Fachhochschulen, Ausdifferenzierung der Hochschullandschaft, das Bildungskonto: von der Anbieter- zur Nachfragefinanzierung. Drei weitere Anstösse beziehen sich auf den Arbeitsmarkt: Altersneutrale BVG-Beiträge zur Förderung der Beschäftigung älterer Arbeitnehmer, Verzicht auf spezifische Standortförderung, freiwillige Abgabe bei Neueinstellungen aus dem Ausland.

30.01.2013

GE: Gleichstellung in Zahlen

Die Broschüre "Chiffres clés de l'égalité" (Schlüsseldaten für die Gleichstellung) wurde anhand der 2012 in Genf verfügbaren Zahlen aktualisiert. Das Dokument wurde vom Büro für die Gleichstellung von Mann und Frau erarbeitet und enthält statistische Angaben zum Verhältnis Männer/Frauen im Bereich der Bildung, der Berufstätigkeit, der Vertretung der Frauen in der Politik sowie Familie und Gesundheit.

30.01.2013

Österreich: Prognosen für die Entwicklung der Berufe

Auch in Zukunft werden 80% der Arbeitsstellen über die betriebsinterne Einarbeitung, die berufliche Grundbildung oder die höhere Berufsbildung zugänglich sein. Die Studie "Welche Berufe brauchen wir in Zukunft?" des  Institutes für Bildungsforschung der Wirtschaft ibw prognostiziert bis 2016 folgende Reihenfolge der am stärksten wachsenden Berufe:
1. Pflege- und verwandte Berufe
2. Krankenpflege-, Geburtshilfefachkräfte
3. Produktions-, OperationsleiterInnen
4. Verkaufsberufe
5. Verkaufs-, Dienstleistungshilfskräfte
6. Technische Fachkräfte
7. Dienstleistungsberufe in Gastronomie und Tourismus
8. NaturwissenschaftlerInnen
9. Biowissenschafter-, MedizinerInnen
10. ArchitektInnen, IngenieurInnen
Die Studie weist nach, dass die immer wieder vertretene Auffassung, wonach primär Arbeitsplätze auf höherem Qualifikationsniveau geschaffen würden, sich zumindest als einseitig erweist. Hauptprobleme im Akdademiker-Arbeitsmarkt dürften fachliches Mismatch und Mobilitätsanforderungen bleiben.