Arbeitsmarkt

21.10.2020

Arbeitsmarkt trotzt der Coronakrise

Im 3. Quartal 2020 ist die Zahl der Stellenausschreibungen im Vergleich zum Vorjahr gesamtschweizerisch um 15% gesunken. Dies zeigt die Erhebung des "Adecco Group Swiss Job Market Index" des Stellenmarkt-Monitors der Universität Zürich. Der Einbruch fiel damit im Vergleich zum Vorjahr angesichts der Coronapandemie etwas weniger stark aus als noch im Juni 2020 befürchtet wurde. Im Quartalsvergleich ist sogar eine Erholung festzustellen (+10%). "Nach einem deutlichen Einbruch im 2. Quartal 2020 von -27% erholt sich der Job Index nun also relativ rasch", sagt Anna von Ow vom Stellenmarkt-Monitor. Auf eine zunehmend positivere Entwicklung weisen auch die aktuellen BIP-Zahlen hin, wie die Zwischeneinschätzung einer Expertengruppe des Bundes festhält. Entsprechend wurde weniger Kurzarbeit benötigt als ursprünglich beantragt.

21.10.2020

Je digitaler die Arbeit, desto grösser die Unzufriedenheit

Der diesjährige Schweizer HR-Barometer thematisiert die Digitalisierung sowie die Alterung unserer Gesellschaft. 40% der Befragten können sich vorstellen, über ihr Rentenalter hinaus zu arbeiten. Wenn die eigene Arbeit zu stark digitalisiert ist, geht das mit tieferer Arbeitszufriedenheit einher. 22% der Befragten werden beim Besuchen von Internetseiten überwacht, bei 46% blockiert der Arbeitgeber den Zugriff auf bestimmte Internetseiten. Die Erhebung basiert auf einer repräsentativen Befragung von knapp 2000 Beschäftigten in der deutsch-, französisch- und italienischsprachigen Schweiz.

21.10.2020

Verdienen Frauen weniger, weil sie "gute" Arbeit möchten?

Rund 8% beträgt der unerklärte Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern in der Schweiz laut den aktuellsten Zahlen. Denkbar ist, dass diese hartnäckige Differenz bestehen bleibt, weil Frauen andere Prioritäten setzen: Vielleicht legen sie mehr Wert auf gute Arbeitsbedingungen und verzichten dafür auf mehr Lohn. Eine Analyse von KOF-Forschenden kann diese These zumindest für ETH-Alumni nicht erhärten. Die Männer legen genauso viel Wert auf Faktoren wie eine gute Arbeitsatmosphäre oder eine gute Kommunikation im Unternehmen wie die Frauen. Die Untersuchung zeigt zudem, dass es auch zwischen Hochschulabsolventinnen und -absolventen immer noch deutliche Lohnunterschiede gibt.

21.10.2020

GE: Einführung eines Mindestlohns von 23 Franken pro Stunde

Im Kanton Genf wird in allen Branchen ein Mindestlohn von 23 Franken pro Stunde eingeführt. Am 27. September 2020 wurde die Volksinitiative "23 frs, c’est un minimum" von 58% der Wähler/innen angenommen. Die Umsetzung der neuen Regelung wird kompliziert (s. Artikel in RTSinfo). Die Initiative sah ein Inkrafttreten bereits auf den 1. November 2020 vor. Es bleiben daher nur wenige Tage, um das neue Minimumsalär in die GAV und Standardverträge zu integrieren. Zudem sind sich Arbeitgeber und Gewerkschaften nicht einig in Bezug auf die Anwendung bestimmter Details, einschliesslich der exakten Berechnung des indexierten Minimallohns oder der Liste der Ausnahmen. Genf ist der vierte Kanton, der den Mindestlohn einführt (nach den Kantonen Tessin, Jura und Neuenburg).
Medienmitteilung

30.09.2020

"Die Volkswirtschaft": Arbeitsmarktpolitik gestern und heute

Die Direktion für Arbeit im SECO feiert dieses Jahr ihr hundertjähriges Bestehen. Angefangen hat alles 1920, als der Bundesrat das Eidgenössische Arbeitsamt schuf und die Arbeitsbedingungen schweizweit regelte. Die Zeitschrift "Die Volkswirtschaft" würdigt das Jubiläum in fünf Beiträgen. So geht George Sheldon der Frage nach, wie man Arbeitslosigkeit korrekt misst – und warum es keine "richtige" Arbeitslosenzahl gebe.

30.09.2020

Studie: "Unmoralische" Jobs sind besser bezahlt

Es gibt berufliche Tätigkeiten, die viele als unmoralisch empfinden – zum Beispiel die Vermarktung von Tabakprodukten. Eine Studie zeigt, dass solche "unmoralischen" Tätigkeiten oft besser bezahlt sind als vergleichbare "moralischere" Jobs. Dies steht in krassem Gegensatz zum Ideal, gemäss dem Arbeitnehmende entsprechend ihrem Beitrag zur Gesellschaft entlohnt werden sollten. Die Studie zeigt weiter, dass "unmoralische" Jobs Personen anziehen, denen unmoralisches Verhalten wenig ausmacht. Das führe dazu, dass sich die wahrgenommene Unmoralität eines Unternehmens selbst verstärken könne. Unternehmen und Branchen, die oft beschuldigt werden, sich unmoralisch zu verhalten, wie zum Beispiel der Finanzsektor, sollten daher besonders achtsam bei der Auswahl ihrer Mitarbeitenden sein, so die Studie.

16.09.2020

BFS: Arbeitsmarktindikatoren 2020

Die Publikation Arbeitsmarktindikatoren vermittelt eine Gesamtsicht des schweizerischen Arbeitsmarktes und der entsprechenden Statistiken. Folgende Themen werden vertieft behandelt: Erwerbstätigkeit, Arbeitsstunden und Arbeitslosigkeit, dynamische Aspekte des Arbeitsmarktes, Struktur und Entwicklung der Löhne. Darüber hinaus liefert die Publikation Definitionen zu den wichtigsten Arbeitsmarktindikatoren und erläutert die methodischen Aspekte der verschiedenen statistischen Quellen.

16.09.2020

ManpowerGroup: Neueinstellungen könnten im Herbst wieder zunehmen

Die Schweizer Arbeitgeber sind für den Herbst wieder zuversichtlicher. Dies zeigt das ManpowerGroup Arbeitsmarktbarometer zum 4. Quartal 2020. Die Beschäftigungsprognosen liegen gemäss repräsentativer Stichprobe bei 450 Firmen mit 1% leicht im Plus (saisonbereinigt). Sechs von sieben untersuchten Sektoren respektive Regionen melden eine Zunahme gegenüber dem Vorquartal. 42% der Schweizer Arbeitgeber sind zuversichtlich, dass sie innerhalb eines Jahres wieder das Einstellungsniveau von vor der Krise erreichen werden. Die Umfrage wurde Mitte Juli 2020 durchgeführt.

16.09.2020

ICT: Fachkräftemangel noch grösser als erwartet

Der Bedarf an ICT-Fachkräften nimmt noch stärker zu als bisher erwartet. Eine Studie von ICT-Berufsbildung Schweiz prognostiziert, dass bis 2028 total 117'900 zusätzliche ICT-Fachkräfte benötigt werden. Um diesen Bedarf zu decken, müssten in den nächsten acht Jahren 35'800 Personen mehr ausgebildet werden als heute. Unternehmen aller Branchen und die öffentliche Verwaltung seien gefordert, neue Lehrstellen in der Informatik und Mediamatik zu schaffen. Zudem gelte es, die Rahmenbedingungen für die Zuwanderung von ICT-Fachkräften zu verbessern.

16.09.2020

KOF: Mehr Grenzgänger/innen – mehr Arbeitsplätze

Seit 2004 dürfen Schweizer Firmen Grenzgänger/innen ohne Einschränkungen einstellen. Die Folge: Bis 2010 stieg der Anteil von Immigrantinnen und Immigranten an den Beschäftigten in den Grenzregionen um 10 Prozentpunkte stärker als im Rest der Schweiz; der Zuwanderungsdruck war also grösser als in grenzfernen Regionen. Trotzdem haben sich die Löhne und die Beschäftigung der heimischen Arbeitskräfte in den Grenzregionen gleich entwickelt wie weiter weg. Der Grund: Wissensintensive Firmen in Grenznähe bauten ihre Forschungs-​ und Entwicklungsbereiche stärker aus und wurden tendenziell innovativer. In den Grenzregionen wurden zudem mehr Firmen gegründet als im Rest der Schweiz. Von diesem Wachstum profitierten auch die Einheimischen. Dies zeigt eine Untersuchung der KOF.