Berufliche Integration

27.11.2019

BFS: 55% der Ausgesteuerten sind wieder erwerbstätig

Seit fünf Jahren werden jährlich knapp 38'000 Personen von der Arbeitslosenversicherung ausgesteuert. 55% von ihnen sind im ersten Jahr nach der Aussteuerung wieder erwerbstätig. Sie erzielen im Vergleich zu den anderen Arbeitnehmenden allerdings tiefere Löhne und sind häufiger in atypischen Arbeitsverhältnissen tätig. Dies zeigt die neue Publikation "Situation der ausgesteuerten Personen" des BFS.

27.11.2019

Längsschnittstudie: Eingliederung vor Rente?

Der Rückgang der IV-Renten um über 20 Prozent seit Mitte der 2000er-Jahre ist vornehmlich auf die Verschärfung der Anspruchskriterien zurückzuführen. Zu diesem Schluss kommt eine im Rahmen des Nationalen Forschungsschwerpunkts LIVES der Uni Genf erarbeitete Längsschnittstudie. Die Massnahmen zur beruflichen Eingliederung hätten zwar zugenommen, heisst es weiter. Der Zugang zu diesen Massnahmen und ihre Wirkung seien jedoch je nach Personengruppe sehr unterschiedlich. So profitierten vor allem die jüngsten Versicherten (18–35 Jahre) von Massnahmen zur beruflichen Wiedereingliederung.

27.11.2019

BE: Steuerung von arbeitsmarktlichen Massnahmen

Der Kanton Bern geht bei der Steuerung von arbeitsmarktlichen Massnahmen (AMM) neue Wege. Mit exakten Leistungsaufträgen an die Träger von AMM und der kompetenzorientierten Beschreibung der angebotenen Massnahmen wird versucht, möglichst präzise und überprüfbare Ziele zu formulieren. Dazu gehört auch eine intensive Kontrolle der Qualität der Angebote und Ergebnisse. Wie eine Recherche in der Ausgabe 5/2019 der Zeitschrift PANORAMA zeigt, stösst das Vorgehen auch bei Anbietern von AMM auf Zustimmung.

13.11.2019

Stellenmeldepflicht: Erster Monitoringbericht

Die Stellenmeldepflicht bewährt sich: So lautet die Bilanz des ersten Vollzugsmonitorings des SECO. Die Arbeitgeber kommen der Meldepflicht in einem hohen Masse nach (120'000 Meldungen mit rund 200'000 meldepflichtigen Stellen, Mehrfachmeldungen möglich). Von diesen Meldungen haben die RAV 98,5% innerhalb eines Tages geprüft und im Job-Room auf der Plattform arbeit.swiss freigegeben. Von den Arbeitgebern, die auf ihre Stellenmeldung mindestens einen Dossiervorschlag erhalten haben, gaben 91% den RAV wie gefordert eine Rückmeldung. In gut 8% dieser Rückmeldungen haben die Arbeitgeber den RAV mitgeteilt, dass sie mindestens eine Stelle mit einem vorgeschlagenen Stellensuchenden besetzten konnten.
Medienmitteilung

13.11.2019

Junge Geflüchtete möglichst früh integrieren

Eine Studie zeigt, dass junge Geflüchtete möglichst unmittelbar nach der Einreise und unabhängig von ihrem Status ins Bildungssystem eingegliedert werden sollten. Die eingesparten Kosten (vor allem der Sozialhilfe) übertreffen den finanziellen Aufwand einer frühzeitigen Integration. Acht von zehn Teilnehmenden von Grundbildungsangeboten finden Anschluss in Integrations- oder Vorlehren, Brückenangeboten, Gymnasien, Sprachkursen oder Beschäftigungsprogrammen. Eine wichtige Rolle spielen privat (mit)finanzierte Bildungsangebote. Die Studie empfiehlt, solche Angebote über längere Zeit zu finanzieren (anstelle von reinen Anschubfinanzierungen). Die fünf Stiftungen, die die Studie in Auftrag gegeben hatten, empfehlen den Zugang zu den Regelstrukturen in den Kantonen, idealerweise bis zum 30. Altersjahr.
Weitere Informationen

13.11.2019

Weiterbildungsoffensive von SKOS und SVEB

Die SKOS und der SVEB haben mit Unterstützung diverser Stiftungen eine Weiterbildungsoffensive lanciert, die nun in die operative Phase geht. In zehn Orten der Schweiz (BE: Biel, Ittigen, Niederönz, Pieterlen, Wohlen; SO: Dorneck; LU: Hochdorf/Sursee; ZH: Dietikon; GL: Glarus; TG: Eschlikon) werden Förderstrukturen aufgebaut. Sie sollen unter anderem erlauben, Sozialhilfebeziehende für die Standortbestimmungen zu selektionieren, Bildungspläne zu erarbeiten oder die Personen auf ihrem Bildungsweg zu begleiten.

13.11.2019

ZH: Die Stadt Zürich will Geringqualifizierten Weiterbildung ermöglichen

Damit geringqualifizierte Menschen innerhalb und ausserhalb der Sozialhilfe ihre Arbeitsmarktfähigkeit erhöhen können, ist Aus- und Weitbildung nötig. Die Stadt Zürich hat deshalb eine neue Bildungsstrategie verabschiedet – ein Paket aus Präventions- und Sensibilisierungsmassnahmen sowie neuen Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung im Bereich Weiterbildung. Davon sollen neben Sozialhilfebeziehenden auch Menschen profitieren, die zwar noch im Erwerbsleben stehen, deren Arbeitsplatz aber als gefährdet gilt.
Medienmitteilung

30.10.2019

Sozialhilferisiko für Personen ab 46 gestiegen

Seit 20 Jahren vergleichen Schweizer Städte ihre Kennzahlen der Sozialhilfe. Die jüngste Auswertung weist stabile oder sinkende Sozialhilfequoten aus. Allerdings ist das Sozialhilferisiko bei 56–64-Jährigen in den letzten zehn Jahren von 3,3 auf 4,8% gestiegen und dasjenige von 46–55-Jährigen von 4,9 auf 5,7%. In diesen Altersgruppen addieren sich verschiedene Probleme: Strukturwandel der Wirtschaft, erschwerter Arbeitsmarktzugang, mangelnde oder nicht mehr gefragte Berufsbildung sowie gesundheitliche Probleme. Die Studienautorin Michelle Beyeler und der Politiker Nicolas Galladé zeigen sich in einem Radiogespräch besorgt. Der Kennzahlenvergleich wird erarbeitet von der Berner Fachhochschule und der -Städteinitiative Sozialpolitik.

30.10.2019

Auf Bewerbungen wird oft nicht geantwortet

28% der Personen, die eine Stelle fanden, waren dank persönlichen Kontakten erfolgreich, 20% fanden ihre Stelle über das Internet. Diese Aussage lässt sich aus der repräsentativen Abeitsmarkt-Studie 2019 von JobCloud ziehen. Auf die Frage "In wie vielen Fällen kommt es vor, dass Sie keine Antwort auf Ihre Bewerbung bekommen?" antwortete rund ein Viertel mit "häufig", ein weiteres Viertel mit "teils-teils". Die Umfrage zeigt auch, dass die Anzahl der Bewerbungen mit dem Alter steigt: Stellensuchende bis 24 Jahre verschickten in den letzten 12 Monaten im Schnitt 12 Bewerbungen, Stellensuchende ab 45 Jahren 25 Bewerbungen.

30.10.2019

Nutzung der fachlichen Ressourcen der migrierten Bevölkerung

75 Prozent der migrierten Bevölkerung in der Schweiz können ihre fachlichen Ressourcen auf dem Arbeitsmarkt mehr oder weniger sinnvoll einsetzen. Dies geht aus der Studie "Migration-Mobility Survey 2018" von "nccr on the move" hervor, innerhalb derer Migrantinnen und Migranten befragt wurden. Die Quote variiert in einem hohen Masse je nach Herkunftsland, Alter, Ausbildung, Geschlecht und weiteren Faktoren. Die passendste Arbeit finden Inderinnen und Inder.