Berufliche Integration

12.02.2020

Stellenmeldepflicht: Instrument zur Identifizierung betroffener Berufe

Aufgrund der Ausweitung der Stellenmeldepflicht beim RAV hat das SECO die Liste der Berufe, die dieser Massnahme unterliegen, aktualisiert. Die Plattform ricrac.ch hilft den Arbeitgebern und Arbeitgeberinnen, einen bestimmten Beruf laut neuer Nomenklatur zu identifizieren und festzustellen, ob eine freie Stelle der Stellenmeldepflicht unterliegt. Sie ermöglicht die Suche nach alten und neuen im AVAM aufgeführten Berufen, namentlich jenen, die es auszuschreiben gilt. Zudem bietet ricrac.ch Kompetenzbeschreibungen, die das Verfassen von Stellenangeboten erleichtern. Die Funktionen sind in Deutsch, Französisch und Italienisch verfügbar.
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12.02.2020

Förderung des inländischen Arbeitskräftepotenzials: Planmässige Umsetzung der Massnahmen

Freie Stellen sollen möglichst durch Personen besetzt werden, die bereits in der Schweiz leben. Deshalb hat der Bundesrat in den vergangenen Jahren sieben Massnahmen beschlossen, um das inländische Potenzial an Arbeitskräften besser zu nutzen. Dazu zählen die Stellenmeldepflicht für Berufe mit einer hohen Arbeitslosigkeit oder die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die Umsetzung dieser neuen Massnahmen verläuft nach Plan, wie der Bundesrat mitteilt. Die Umsetzung der ersten Pilotprojekte und Programme erfolgt ab Frühjahr 2020.

12.02.2020

Studie zur Benachteiligung älterer Stellensuchender

Über 55-Jährige sind bei der Stellensuche stark benachteiligt, ab 60 Jahren finden nur noch wenige einen neuen Job. Dies zeigt eine Studie (in Englisch) von Daniel Oesch, Forscher an der Universität Lausanne. Die Chance, zum Bewerbungsgespräch eingeladen zu werden, nimmt ab 55 massiv ab. Im Rahmen der Studie wurden 500 Personalverantwortlichen fiktive Bewerbungsdossiers für Stellen als Hauswart, als HR-Assistent und als Buchhalter zugesandt. Für die Hauswartstellen gab es bereits für 50-Jährige kaum mehr eine Einladung. Bei den HR-Assistenten und Buchhaltern stellte Oesch ab 55 eine Diskriminierung fest.

12.02.2020

Berufsintegrationsprogramm für Studierende mit Behinderungen

Das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen stellt in der Ausgabe 1/2020 seines Newsletters das Projekt "myAbility Talent" vor. Es ist ein berufliches Förderprogramm für Studierende und neu Diplomierte mit Behinderungen oder chronischen Krankheiten. Im Rahmen des Programms profitieren sie von Coaching und Networking-Möglichkeiten, insbesondere mit grossen Unternehmen wie Novartis, Die Mobiliar, Swiss Re oder UBS.
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12.02.2020

BFS: Arbeitslose und Studierende besonders von wirtschaftlicher Unsicherheit betroffen

Im Jahr 2018 waren 7,9% der Einwohner/innen in der Schweiz und 3,7% der erwerbstätigen Bevölkerung von Armut betroffen, was der jüngsten vom BFS publizierten Umfrage zu Einkommen und Lebensbedingungen zu entnehmen ist. Die Zahlen sind verglichen mit 2017 stabil. Einelternhaushalte waren am stärksten von der Armut betroffen, gefolgt von Menschen ohne berufliche Tätigkeit oder ohne nachobligatorische Ausbildung. Die Studierenden bilden eine besonders gefährdete Gruppe. Gemäss einer Umfrage von 2016 des BFS waren zwei Drittel von ihnen mit finanziellen Schwierigkeiten unterschiedlichen Grades konfrontiert. Unterhaltsberechtigte Kinder, Migrationsstatus oder auch späte berufliche Umschulung sind Teil der verschärfenden Faktoren.

12.02.2020

Was bringen Social Impact Bonds?

In Bern trafen sich im September 2019 soziale Dienstleister aus Grossbritannien, Deutschland und der Schweiz, um über Social Impact Bonds (SIB) zu diskutieren. In diesen Programmen stellt ein gewinnorientierter Investor oder eine Stiftung Geld für ein Sozialprojekt zur Verfügung und wird vom Staat für deren Erfolg ausbezahlt. Die Erfahrungen mit den SIB sind widersprüchlich, wie der Blog "Knoten und Maschen" berichtet. Bei den Teilnehmenden herrschte klare Einigkeit darüber, wie die Finanzierung ihrer Angebote verbessert werden könnte – SIB spielten dabei keine Rolle.

29.01.2020

SKOS-Tagung: Der steinige Weg in den ersten Arbeitsmarkt

Die berufliche Integration von unterstützten Personen ist eine wichtige Aufgabe der Sozialdienste. Aber die nachhaltige Integration in den ersten Arbeitsmarkt gelingt trotz aller Massnahmen und Anstrengungen oft nicht. Eine Tagung der SKOS fragt, warum das so ist. Praktiker/innen erhalten Inputs und Impulse für ihre tägliche Arbeit. Die Tagung findet am 12. März 2020 in Biel statt.

29.01.2020

Arbeitslosenversicherung saniert auf Kosten der Sozialhilfe und der ausgesteuerten Arbeitslosen

Die Revision des AVIG im Jahr 2011 führte zu Einsparungen in der Arbeitslosenversicherung und zu einer niedrigeren Arbeitslosenquote, aber auch zu Belastungen des Sozialhilfesystems. Eine Wirkungsanalyse der Berner Fachhochschule hat die Umlagerung erstmals beziffert. Von April 2011 bis März 2012 brachte die Revision der Arbeitslosenversicherung Einsparungen von rund 140 Millionen Franken und führte zu Mehrkosten von fast 20 Millionen Franken für die Sozialhilfe. Mit anderen Worten: 14% der eingesparten Arbeitslosenunterstützung gingen zulasten der Sozialhilfe, die restlichen 86% mussten von den ausgesteuerten Menschen selbst kompensiert werden.
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15.01.2020

SKOS: Merkblatt zur Versicherungspflicht bei Arbeitseinsätzen

Personen, die im Rahmen der Sozialhilfe Arbeitseinsätze leisten, müssen unfallversichert werden. Diese Versicherungspflicht besteht immer dann, wenn der Arbeitseinsatz vorwiegend einer wirtschaftlichen Integration dient. Handelt es sich beim Einsatz um eine soziale Integration, sind solche Einsätze weiterhin im Rahmen des KVG versichert. Genau diese Unterscheidung bereitet den Sozialbehörden, den Organisationen der Arbeitsintegration und den Arbeitgebern einige Unsicherheiten. Für viele Beteiligte ist in Einzelfällen nach wie vor unklar, wer für die Unfallversicherung dieser Personen zuständig ist. Die SKOS hat aus diesem Grund ein Merkblatt mit Empfehlungen ausgearbeitet.

15.01.2020

BFS: Ältere Personen können sich kaum von der Sozialhilfe lösen

2018 haben 272'700 Personen Sozialhilfe bezogen. Dies entspricht einer Sozialhilfequote von 3,2% (2017: 3,3%). Sowohl die Anzahl unterstützter Personen als auch die Sozialhilfequote gingen damit erstmals seit 2008 leicht zurück. Dies zeigt die Schweizerische Sozialhilfestatistik des BFS. Weiterhin eine überdurchschnittliche Sozialhilfequote weisen Kinder und Jugendliche auf (5,2%). Die Altersklasse mit der höchsten Wahrscheinlichkeit, aufgrund der Verbesserung der Erwerbssituation von der Sozialhilfe abgelöst zu werden, sind mit 10,6% die 26- bis 35-jährigen Antragstellenden. Die entsprechende Quote bei den 56- bis 64-Jährigen liegt bei 3,7%.