Arbeitsmarkt

13.11.2019

Überbrückungsrente für Ausgesteuerte über 60

Der Bundesrat hat am 30. Oktober 2019 die Botschaft und den Entwurf für ein neues Bundesgesetz über Überbrückungsleistungen für Personen, die nach dem 60. Altersjahr von der Arbeitslosenversicherung ausgesteuert werden, verabschiedet. Der Vorschlag war in der Vernehmlassung auf ein mehrheitlich positives Echo gestossen. Ein Bericht des Berner Büro BASS kam zum Schluss, dass die Rente zwar negative Effekte haben könnte, diese aber nur gering bleiben werden – nicht zuletzt darum, weil die Zahl der Leistungsbezüger/innen tief sein dürfte (pro Stichtag jeweils rund 5000 bis 5300 Personen).

13.11.2019

BFS: Frauen befürchten Beeinträchtigung ihrer Karriere aufgrund von Mutterschaft

Das Gründen einer Familie bleibt für die Mehrheit der jungen Erwachsenen in der Schweiz ein Ziel. Laut einer Studie des BFS befürchten allerdings 70% der Frauen, dass Mutterschaft Konsequenzen für ihre beruflichen Perspektiven hat. Am meisten betrifft dies Frauen mit einem Tertiärabschluss (75%). Sie bleiben übrigens am häufigsten kinderlos (30%). Die Studie stellt im Vergleich zu den 1990er Jahren ausserdem fest, dass die Bevölkerung heute sehr viel weniger Vorbehalte gegenüber der beruflichen Tätigkeit von Frauen mit Kleinkindern hat.
Medienmitteilung

13.11.2019

GE: Fahrdienstvermittler Uber soll verboten werden

Genf ist der erste Kanton, der Uber die Fortsetzung der Tätigkeit verbietet. Für die Behörden ist die Firma ein Transportunternehmen, das die Chauffeure als Angestellte behandeln muss. Uber ist der Ansicht, lediglich ein Fahrdienstvermittler zu sein, der mit Chauffeuren einen Partnervertrag abschliesst. Das Unternehmen wird gegen den Entscheid des Kantons rekurrieren, was aufschiebende Wirkung haben wird. Laut Staatsrat Mauro Poggia riskiert Uber, rückwirkend Sozialleistungen zahlen zu müssen. Zur Erinnerung: Im März 2018 hatten SECO und Unia bereits die Meinung vertreten, dass Uber ein Arbeitgeber mit allen dazugehörenden rechtlichen Verpflichtungen sei. Im Mai 2019 hatte das Waadtländer Arbeitsgericht diese Ansicht bei einem Entlassungsfall zugrunde gelegt. Im September 2019 hatte Kalifornien Uber verpflichtet, seine Chauffeure zu entlöhnen.
Weitere Informationen: swissinfo.ch

30.10.2019

Stellenmeldepflicht: Neue Nomenklatur ist publiziert

Das BFS hat die Schweizer Berufsnomenklatur CH-ISCO-19 publiziert. Sie ersetzt die Schweizer Berufsnomenklatur SBN2000 und bildet die Grundlage für die Bestimmung der meldepflichtigen Berufe ab dem 1. Januar 2020. Die zwei wichtigsten inhaltlichen Veränderungen sind:
- Die CH-ISCO-19 basiert primär auf dem Qualifikationsniveau. Dieses zeigt auf, welche Kompetenzen zur Erfüllung der Aufgaben und Pflichten eines bestimmten Berufs nötig sind. Die SBN2000 hingegen basierte primär auf der Branche.
- Die CH-ISCO-19 basiert auf der internationalen Berufsnomenklatur ISCO-08 (International Standard Classification of Occupations). Die vier ersten Stufen der Schweizer Berufsnomenklatur entsprechen der internationalen Berufsnomenklatur, die fünfte Stufe (höchster Detaillierungsgrad) ermöglicht es, die schweizerischen Besonderheiten zu berücksichtigen.

30.10.2019

SECO lanciert Sammelindikator für die Konjunktur

In der Schweiz gibt es diverse Indikatoren, die den Konjunkturverlauf abbilden. Basierend auf einer Studie des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung hat das SECO nun einen Sammelindikator erstellt, der sich aus 30 Indikatoren mit guten Vorlaufeigenschaften zusammensetzt. Der Sammelindikator ist einfach zu berechnen und ermöglicht eine frühzeitige Erkennung von Wendepunkten im Schweizer Konjunkturzyklus. Ein Beitrag in der "Volkswirtschaft" erläutert die Details.

30.10.2019

Studie von JobCloud: Jobsuche als Dauerzustand

Die Anzahl von Personen, die weder aktive noch passive Anstrengungen in der Jobsuche unternehmen, ist seit Jahren rückläufig: Waren es 2010 noch 44%, sind es 2019 nur noch 39%. Dagegen nehmen alle Aktivitäten rund um die Jobsuche zu. Grundsätzlich offen für eine neue Herausforderung, ohne aktiv gesucht zu haben, waren in den letzten 12 Monaten 28% (2010 waren es 20%). Für mindestens einen Job beworben haben sich 19% (versus 15% in 2010). Dies geht aus der Arbeitsmarkt-Studie 2019 von JobCloud hervor.

16.10.2019

Der Fachkräftemangel hat sich weiter verschärft

Der Fachkräfteindex 2019 von B,S,S. ist erschienen. Er erreicht den neuen Rekordwert von 116 Punkten (sechs Punkte über dem Vorjahreswert). Der Index setzt sich aus vier Indikatoren zusammen. Der jüngste Anstieg kommt primär dadurch zustande, dass mehr Stellen ausgeschrieben sind und die Arbeitslosenquote abgenommen hat. Auffällig sind regionale Unterschiede: In Teilen der Westschweiz (Neuenburg und Jura) und dem Tessin liegen die Indexwerte unter dem Referenzwert von 100. Deutlich darüber liegen sie in der Innerschweiz und der Ostschweiz, was auf eine besonders angespannte Fachkräftesituation hindeutet.

16.10.2019

BFS: Erwerbsbevölkerung auf Höchststand dank Zuwanderung

2018 nahm die Erwerbsbevölkerung in der Schweiz um 0,7% zu: von 5,268 Millionen Personen zu Jahresbeginn auf 5,306 Millionen zu Jahresende. Der Anstieg war bei den Frauen ausgeprägter als bei den Männern. 78% der Zunahme verdankt sich der Zuwanderung (160'000 Personen, Abwanderung: 130'000). Dies zeigt die Arbeitsmarktgesamtrechnung des BFS, die die Dynamik auf dem Arbeitsmarkt aufzeigt, indem sie die individuellen Übergänge zwischen Erwerbstätigkeit, Erwerbslosigkeit und Nichterwerbstätigkeit erfasst.

16.10.2019

Bericht der IAO: Die "Kleinen" schaffen die meisten Arbeitsplätze weltweit

Selbstständige Arbeitnehmende und kleine Unternehmen spielen eine weitaus wichtigere Rolle bei der Schaffung von Arbeitsplätzen als bisher angenommen. Tatsächlich sind sieben von zehn Arbeitnehmenden weltweit selbstständig oder in einem kleinen Unternehmen angestellt (weniger als 50 Angestellte). Dies ist das wichtigste Ergebnis einer von der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) durchgeführten Umfrage in 99 Ländern (Bericht in Englisch). Die IAO beurteilt die Auswirkungen dieser Feststellung als "äusserst wichtig" für die Arbeitsmarkt- und Förderpolitik: Die Massnahmen der Behörden sollten stärker auf diese kleinen Wirtschaftseinheiten ausgerichtet werden.
Medienmitteilung

16.10.2019

Studie: Ohne Arbeitszeiterfassung arbeitet man mehr

Die Arbeitswoche dauert im Schnitt 45,6 Stunden, wenn man auf Arbeitszeiterfassung verzichtet. Wird die Arbeitszeit erfasst, liegt sie unter 40 Stunden. Dies zeigt eine Studie der Universität Genf im Auftrag des SECO. Sofern in einem Unternehmen jedoch Begleitmassnahmen existieren, ist der Gesundheitszustand dieser Personen im Vergleich zu Arbeitnehmenden mit systematischer Arbeitszeiterfassung nicht weniger gut und sie sind auch nicht häufiger gestresst.
Medienmitteilung