Newsletter vom 12.12.2018

Aktuelle Meldungen vom 12.12.2018

Berufliche Grundbildung

Initiative zur Förderung des digitalen Wandels in der Berufsbildung

Im Rahmen der Projektförderung des SBFI unterstützt digitalinform.swiss alle Akteure der Berufsbildung bedarfsorientiert, damit diese die Chancen des digitalen Wandels ausschöpfen können. Die Initiative wird im Rahmen der bestehenden Projektförderstrukturen des Bundes betrieben, ergänzt mit Aktivitäten zum Wissens- und Erfahrungsaustausch unter den Akteuren. Ziel ist es, Vorhandenes sichtbar zu machen und die Akteure untereinander besser zu vernetzen. Das Webportal digitalinform.swiss ist dabei das zentrale Kommunikations- und Vernetzungsinstrument.
Medienmitteilung

SBFI News: Bildungsforschung und OECD-Ländervergleich

Die SBFI News 9/2018 enthalten einen Bericht über die Berufsbildungsverantwortlichen und ihre Tätigkeiten in unterschiedlichen Lernumgebungen. Der Bericht wurde im Rahmen der EU-Initiative "Education & Training Strategie 2020" erstellt. Weitere Themen sind die ersten Massnahmen im Rahmen von "Berufsbildung 2030", der Ländervergleich der OECD zur Berufsbildung und ein Kongress, an dem sich Berufsbildungsforscher/innen vernetzt haben.

Absichtserklärung Schweiz–USA zur Berufsbildung

Bundesrat Schneider-Ammann und seine amerikanischen Amtskollegen bekräftigen mit einem Memorandum of Understanding (MoU) den Willen, die Zusammenarbeit im Bereich der Berufsbildung weiterzuführen. Das MoU bildet den Rahmen für einen pragmatischen Austausch zu Berufsbildungsthemen und wird zwischen dem WBF und den drei US-Departementen für Arbeit, Bildung und Handel abgeschlossen. Die 2015 unterzeichnete Absichtserklärung zur Berufsbildung wird durch die neue Vereinbarung für drei weitere Jahre gültig sein.

Dentalassistent/in EFZ: Anhörung

Das SBFI unterbreitet die Entwürfe der Verordnung über die berufliche Grundbildung und den Bildungsplan für den Beruf Dentalassistent/in EFZ zur Stellungnahme. Anhörungsfrist: 14. Februar 2019. Die Dokumente können hier heruntergeladen werden.

Raumausstatter/in EFZ: Anhörung

Im Rahmen der Reform des Berufs Innendekorateur/in unterbreitet das SBFI die Entwürfe der Verordnung über die berufliche Grundbildung und den Bildungsplan für den Beruf Raumausstatter/in EFZ zur Stellungnahme. Anhörungsfrist: 8. März 2019. Die Dokumente können hier heruntergeladen werden.

BFS: Quote der Erstabschlüsse und Maturitäten

2016 haben 91,3% der jungen Erwachsenen im Alter bis zu 25 Jahren einen Abschluss auf der Sekundarstufe II erworben (93,7% Frauen, 81,1% Männer). Die Männer haben öfter einen Abschluss in der beruflichen Grundbildung erreicht als die Frauen; umgekehrt haben mehr Frauen eine allgemeine Ausbildung abgeschlossen. Fast 40% der jungen Erwachsenen haben einen Maturitätsabschluss erworben. Mit 21,2% ist die Quote an gymnasialen Maturitäten höher als diejenige an Berufsmaturitäten (15,4%). Jene der Fachmaturität, die vor zehn Jahren eingeführt wurde, ist noch gering (3,0%). Tabellen mit detaillierten Daten und Grafiken nach Geschlecht, Migrationsstatus, Sprachregion, Art der Gemeinde und Wohnkanton sowie Karten pro Kanton und Bezirk stehen auf der Internetseite des BFS zur Verfügung.

BFS: Broschüre "Bildungsabschlüsse"

Die vom BFS publizierte Broschüre "Bildungsabschlüsse" (Ausgabe 2018) gibt einen Überblick über die Anzahl der 2017 erlangten Bildungsabschlüsse auf der Sekundarstufe II und der Tertiärstufe. Sie präsentiert die Resultate nach Bildungsstufe, Geschlecht und Nationalität der Diplomierten. Die meisten Abschlüsse wurden in der berufliche Grundbildung erworben (68'852 im Jahr 2017).

Movetia lanciert zwei Projekte

Movetia lanciert zwei Projektaufrufe: Mit dem Schweizer Programm zu Erasmus+ können Institutionen aller Bildungsstufen Förderung für Bildungsprojekte in Europa beantragen. Mit dem internationalen Pilotprogramm unterstützt Movetia aussereuropäische Projekte. Drei dieser Projekte, die aus der Berufsbildung stammen, werden in der Ausgabe 6/2018 der Zeitschrift PANORAMA vorgestellt.

Frauenduo an der Spitze des Generalsekretariats der CIIP

Pascale Marro, ehemalige Rektorin der PH Freiburg, wird ab August 2019 den Posten als Generalsekretärin der interkantonalen Erziehungsdirektorenkonferenz der französischen Schweiz und des Tessin (CIIP) übernehmen. Sie folgt auf Olivier Maradan, der nach acht Jahren an der Spitze des Generalsekretariats zurücktritt, um als unabhängiger Berater zu arbeiten. Viridiana Marc, gegenwärtig Mitarbeitende im Generalsekretariat der CIIP, wird ab 1. Januar 2019 die Funktion einer Vize-Generalsekretärin übernehmen.
Medienmitteilung

Übersicht über die kantonalen Bestimmungen

Das IDES hat die Kantonsumfrage für das Schuljahr 2017/2018 aktualisiert. Die Kantonsumfrage enthält Angaben zu den bestehenden Strukturen des kantonalen Bildungssystems. Es handelt sich um Angaben zu kantonalen Bestimmungen in Gesetzen, Verordnungen, Reglementen, Verfügungen etc. Über die berufliche Grundbildung an Berufsfachschulen wurden Daten zu Schul- und Klassenstrukturen, Unterricht (Fremdsprachenunterricht und Förderangebote), Lehrpersonen sowie Schulsozialarbeit erhoben. Die Umfrage wird jährlich vom IDES durchgeführt und online publiziert.

OW/NW: Stiftung pro Berufsbildung

Ein Zweck der Breisacher Stiftung ist es, die besten Lehrabgänger/innen der Kantone Obwalden und Nidwalden insbesondere für hervorragende Leistungen an der Lehrabschlussprüfung zu würdigen. Seit der Gründung vor zehn Jahren wurden über 1,4 Millionen Franken an die erfolgreichsten Lernenden ausgeschüttet.
BKD informiert 09/2018 (Rubrik Berufsbildung)

VD: Aktionsplan zur Aufwertung der Berufsbildung

Die Stärkung der Berufsbildung steht an erster Stelle der Ziele des Waadtländer Staatsrats für die laufende Legislatur. Der Kanton beabsichtigt, Misserfolge zu vermeiden, die Schaffung neuer Lehrstellen zu fördern und bei Jugendlichen, Eltern und Lehrpersonen das Interesse an der Berufslehre zu wecken. Langfristiges Ziel ist es, die Anzahl der jungen Waadtländer/innen zu erhöhen, die bis zum Alter von 25 Jahren einen Abschluss auf der Sekundarstufe II erwerben. Die gegenwärtige Quote von 84,8% ist tiefer als der schweizerische Durchschnitt (90,9%). Die Verwirklichung dieses Ziels erfordert ein Umdenken, damit die Berufslehre als erfolgreicher Bildungsweg anerkannt wird.
Medienmitteilung

Deutschland: Mehr Geflüchtete in dualer Berufsausbildung

In Deutschland ist die Zahl Lernender aus nicht europäischen Herkunftsländern stark gestiegen. Dies geht aus einer Sonderauswertung des BIBB hervor. Zur erwähnten Ländergruppe gehören die Asylherkunftsländer Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien. Die Berufsbildungsstatistik erfasst die duale Berufsausbildung nach Berufsbildungsgesetz bzw. Handwerksordnung. Jeder zweite Lernende aus einem Asylherkunftsland lernte 2017 ein Handwerk, was einer Zunahme für das Handwerk entspricht.

Österreich: Nachlese zur Berufsbildungsforschungskonferenz 2018

Fachleute aus der Berufsbildungs-, Qualifikations- und Arbeitsforschung diskutierten an einer Tagung Fragen zum Verhältnis von Bildung und Beruf. Die Dokumentation enthält Videos, Abstracts und Präsentationen der zahlreichen Beiträge. Ein Referat enthält einen Überblick über die Rahmenbedingungen und den Stand der Validierung in ausgewählten Ländern (AT, DE, FR, CH, NO). Für jedes Land wird ein Beispiel guter Praxis für die Anerkennung von non-formal und informell erworbenen Kompetenzen bei gering qualifizierten Personen vorgestellt. Ein weiterer Themenkomplex behandelt die Wirkung der Berufsbildung auf eine digitalisierte Arbeitswelt und vice versa.

Österreich: Lehrlingsförderung zur Bekämpfung des Fachkräftemangels

Der Bedarf an qualifizierten Fachkräften in Österreich steigt, insbesondere an solchen mit einer beruflichen Grundbildung. Um die Rahmenbedingungen zu verbessern, trifft die Bundesregierung mehrere Massnahmen:
1. Die Integrationsmittel werden erhöht, um junge Arbeitslose und Asylberechtigte verstärkt an das duale System heranzuführen.
2. Mit einem Lehrberufspaket werden Anfang 2019 vier weitere Berufsbilder mit digitalen Inhalten ergänzt. Jeder Lehrberuf wird in Zukunft regelmässig überarbeitet
3. Für die Fachkräfteanwerbung aus dem Ausland wird die "Austrian Business Agency" zu einer Standortagentur weiterentwickelt.
Weitere Informationen

Höhere Berufsbildung und Weiterbildung

Grundkompetenzen am Arbeitsplatz

Für die Teilnahme am Förderschwerpunkt "Grundkompetenzen am Arbeitsplatz" sind bis jetzt 34 Gesuche beim SBFI eingegangen. 1423 Erwachsene profitieren von arbeitsplatzorientierten Bildungsmassnahmen. Aus dem Kanton Tessin und der Deutschschweiz sind je 17 Gesuche eingegangen. Aus der Romandie wurde bis jetzt kein Gesuch ans SBFI gestellt. Inhaltlich sind die Gesuche auf mündliche und schriftliche Ausdrucksfähigkeit und in einigen Fällen auf mathematische Kompetenzen ausgerichtet. Der SVEB unterstützt Anbieter, die dies wünschen.

ODEC: Wie HF-Diplomierte die Digitalisierung wahrnehmen

Die Grösse und die Marktausrichtung der Betriebe sind die wichtigsten Einflussfaktoren auf die Digitalisierung: Je grösser und je internationaler ein Betrieb ist, desto mehr wird digitalisiert. Wo vieles online funktioniert, spielt die Digitalisierung ebenfalls eine zunehmende Rolle. Umgekehrt: Wer mit Menschen direkt interagiert, ist weniger mit der Digitalisierung konfrontiert.
ODEC-Bulletin 4/2018 (Seiten 10–11)
Ein weiterer Artikel beschreibt die Entwicklung der Berufsbildung in Benin, die von der DEZA gefördert wird.

SVEB: Zeitbombe Erwerbstätige ohne Weiterbildung

Insbesondere Personen mit einem Berufsabschluss drohen, zwischen Stuhl und Bank zu fallen. In der Schweiz haben in der Vergangenheit rund 900'000 Personen keinerlei berufliche Weiterbildung gemacht. Sollte sich das nicht ändern, droht diese Gruppe von der Digitalisierung überrollt zu werden. Der SVEB schlägt konkrete Massnahmen vor, um dies zu verhindern.

LU: Konferenz 2018 der höheren Berufsbildung

Die 6. Luzerner Konferenz zum Thema "Die höhere Berufsbildung in einer digitalen Welt" hat stattgefunden. Folgende Fragen wurden behandelt: Wie kann sich eine Schule und deren Personal auf den weiteren digitalen Wandel vorbereiten? Wie verändern sich die Arbeitskompetenzen? Welche Tools bewähren sich im Unterricht? In den nächsten Jahren ist mit der Einführung neuer digitaler Tools und damit einhergehenden sich verändernden Arbeitskompetenzen zu rechnen.
Tagungsdokumentation

Gesucht: Artikel zur arbeitsmarktorientierten Erwachsenenbildung

Beiträge für die Ausgabe 38 des Magazins erwachsenenbildung.at können bis 10. Mai 2019 eingereicht werden. Schwerpunkt ist ein differenzierter Blick auf die arbeitsmarktorientierte Dimension von Erwachsenenbildung. Dazu werden Artikel gesucht, die sich mit Fragen der Interdependenz von Arbeitsmarkt und Erwachsenenbildung beschäftigen. Ebenso sind Beiträge aus der erwachsenenbildnerischen Praxis gesucht.

Mittelschulen und Hochschulen

Ausbildung für den Informatikunterricht an Gymnasien

Ende Oktober 2018 hat die EDK dem Konzept zur Ausbildung von Lehrkräften für Informatik am Gymnasium zugestimmt. Neben dem regulären Ausbildungsweg soll ab Herbst 2019 ein neues Angebot Lehrpersonen erlauben, sich berufsbegleitend für den Unterricht des Fachs Informatik zu qualifizieren und ein EDK-anerkanntes Diplom zu erwerben (90 ECTS Fachstudium Informatik, mind. 17 ECTS berufliche Ausbildung).

EPFL: Erste Certificats of Open Studies

Die EPFL (ETH Lausanne) hat rund zwanzig Teilnehmenden die ersten Certificats of Open Studies (COS) abgegeben. Dabei handelt es sich um einen in der Schweiz einmaligen akademischen Titel. Die COS bescheinigen den Besuch einer Weiterbildung, für welche keine bestimmte vorgängige Diplome verlangt werden. Über ihre Extension School bietet die EPFL gegenwärtig zwei Programme in Applied Data Science an: Machine Learning und Web Application Development. Die Kurse sind online, ergänzt durch persönliche Beratung und, bei Bedarf, mit persönlichen Interaktionen per Video. Ein neues Programm in Applied Data Science ist für 2019 vorgesehen: Communication and Visualization.
Medienmitteilung

GR: Ausbildung für Lehrpersonen auf Sekundarstufe I

Die Pädagogische Hochschule Graubünden soll im Auftrag der Regierung des Kantons Graubünden in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule St. Gallen vom 1. September 2019 bis zum 31. August 2022 die berufsbegleitende Ausbildung zur Lehrperson für die Sekundarstufe I durchführen. Diese Ausbildung richtet sich an Lehrpersonen, welche auf der Sekundarstufe I mit einem stufenfremden Diplom unterrichten oder einen Stufenwechsel von der Primar- auf die Sekundarstufe I anstreben.

SG: Studiengang Wirtschaftsinformatik

Sagt der Kanton St. Gallen anfangs 2019 "Ja" zur IT-Bildungsinitiative, wird die Universität St. Gallen zukünftig einen Studiengang Wirtschaftsinformatik mit Bachelor- und Masterprogramm anbieten. Um Zeit zu gewinnen, soll im Herbst 2019 zuerst das Master-Programm starten und später die Bachelor-Ausbildung folgen.

VD: Digitale Strategie für die Bildung

Der Waadtländer Staatsrat hat seine Strategie für die Begleitung der Zivilgesellschaft bei der digitalen Transformation präsentiert. Ein wichtiges Element ist die digitale Ausbildung der Schüler/innen auf allen Unterrichtsstufen. Dies geschieht hauptsächlich durch die neue Disziplin Informatikwissenschaft, welche die technologische Kompetenz vermitelt und die kommunikativen Fähigkeiten sowie den Medienunterricht ergänzt. Um die Zusammenarbeit in diesem Bereich zu stärken, haben die Waadtländer und Genfer Behörden die anderen lateinischen Kantone eingeladen, eine "Conférence romande des directeurs cantonaux du numérique" zu bilden, die zum ersten Mal Anfang 2019 zusammentreten soll.
Medienmitteilung

VS: Digitalisierung im Hochschulbereich

Der Kanton Wallis hat seinen jährlichen Hochschulbericht veröffentlicht. Das Dokument befasst sich mit den Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung für die Walliser Hochschulen und Forschungsinstitute. Wie der Bericht zeigt, passen sich diese Institute laufend an und entwickeln sich weiter, um den Herausforderungen der Digitalisierung zu begegnen. Der Kanton beabsichtigt, sie in diesem Bereich weiterhin zu unterstützen.
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VS: Swiss International Boarding School in Leukerbad

In Leukerbad entsteht gemäss Infoticker eine Privatschule auf gymnasialer Stufe für Schülerinnen und Schüler aus aller Welt. Die Schule soll im August 2020 eröffnet werden. Es wurden entsprechende Verträge zwischen der Gemeinde Leukerbad und dem indischen Schulbetreiber Bhatia unterschrieben.

Beratung

Stärkung der BSLB: Stellungnahme des Bundesrates

Nationalrat Christian Wasserfallen (FDP) forderte in einem Postulat die Prüfung, wie eine nationale Strategie der Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung (BSLB) entwickelt und die Eigeninitiative der Kantone gefördert werden können, wie der Bund selbst aktiv werden könnte und welche gesetzlichen Grundlagen dafür geschaffen werden müssten. Der Bundesrat hat folgendermassen Stellung bezogen: Die Strategie für die BSLB werde im bewährten Zusammenspiel von Bund, Kantonen und Organisationen der Arbeitswelt erarbeitet und umgesetzt; eine Umverteilung von Aufgaben sei dazu nicht notwendig. Auch eine Änderung der Finanzierung der BSLB stehe nicht zur Diskussion. Der Bund plane, die Eigeninitiative der Verbundpartner im Rahmen geltenden Rechts zu fördern.

Interaktionsmöglichkeit auf eduwo

Die 2017 von vier Studenten gegründete Bewertungsplattform eduwo enthält eine Übersicht von Bildungsangeboten. Ab 2019 sollen Suchende mit aktuellen und ehemaligen Studierenden sowie mit Berufs-, Studien- und Laufbahnberatenden direkt in Kontakt treten können, um passende Aus- und Weiterbildungen zu finden. Ein interdisziplinäres Advisory Board unterstützt die Gründer des Start-ups.

Bericht zur Ausbildung und Beschäftigung in der Sozialen Arbeit

Wenn eine Person mit einem Bachelor in Sozialer Arbeit junge Erwachsene im Rahmen eines Arbeitsintegrationsprogramms begleitet, wird sie als Fachperson der Sozialen Arbeit (wegen ihres Titels), als Sozialpädagogin (Zugehörigkeit zum Berufsfeld), als Integrationsfachfrau (Arbeitsfeld) oder als Jugendberaterin (Aufgabenbereich) bezeichnet? Alle Bezeichnungen sind gemäss dem Berufsverband AvenirSocial gerechtfertigt, geben aber ein diffuses Bild von der Sozialen Arbeit. Ein Bericht stellt wissenschaftliche Grundlagen zur Ausbildungs- und Beschäftigungssituation im Bereich Soziale Arbeit zur Verfügung.

SKBF: Vergleichender Überblick über nationale Bildungsberichte

Die Schweizerische Koordinationsstelle für Bildungsforschung (SKBF) hat einen vergleichenden Überblick über Bildungsberichte verschiedener europäischer Länder (Österreich, Deutschland, Luxemburg, Norwegen, Schottland, Schweiz) publiziert. Die Dokumentation enthält eine Zusammenfassung der sechs Berichte und eine vergleichende Übersicht, die Frankreich einschliesst. Die SKBF hat das Papier (in Englisch) im Auftrag des CIDREE erstellt, einem Konsortium europäischer Einrichtungen für die Förderung von Bildung und Bildungsforschung.

Instrument zur Messung menschenwürdiger Arbeit

Im Jahr 2016 wurde eine "Decent Work Scale (DWS)" erarbeitet, eine Skala, um menschenwürdige Arbeit zu messen. In einem Artikel (in Englisch) befassen sich vier Forschende mit der Anpassung der DWS an die schweizerischen Verhältnisse und mit der Übersetzung in die drei Landessprachen Deutsch, Französisch und Italienisch. Die Forschungsarbeit zeigt eine gute psychometrische Qualität der Adaptionen, die Vergleiche zwischen den Sprachen zulässt. Ausserdem stellen die Forschenden fest, dass der Wunsch und der Zugang zu einer menschenwürdigen Arbeit die Zufriedenheit mit der Arbeitsstelle und mit dem Leben voraussagen können.

Arbeitsmarkt

Stellensuche während der Kündigungsfrist

Wenn ein Arbeitsverhältnis aufgelöst wird, muss ein Arbeitgeber dem Arbeitnehmenden während der ordentlichen Kündigungsfrist laut Obligationenrecht Zeit für die Stellensuche geben. In einem Beitrag des Rechtsdienstes von Swissmem werden Details erläutert. So spiele es keine Rolle, welche Partei das Arbeitsverhältnis gekündigt hat oder wie lange das Arbeitsverhältnis gedauert hat. Nicht unter die im Gesetz umschriebene Zeit für die Stellensuche fallen gemäss Praxis die Zeit für das Zusammenstellen des Bewerbungsdossiers oder für die Suche nach offenen Stellen auf Jobplattformen.

Sozialversicherungen: Was sich 2019 ändert

Anfang Januar 2019 treten in den Sozialversicherungen neue Bestimmungen in Kraft. Ein Artikel der Zeitschrift Soziale Sicherheit CHSS gibt einen Überblick über die Änderungen und die wichtigsten laufenden Projekte. Er basiert auf den Informationen, die Mitte November 2018 verfügbar waren.

Zuwanderung: Starker Zuwachs von hochqualifizierten Personen

Zwei Forschende des Nationalen Forschungsschwerpunkts "On the move" und der Universität Genf haben untersucht, wie sich die Zusammensetzung des Migrationsflusses in die Schweiz im Hinblick auf das Bildungsniveau entwickelt hat. So hat sich die Zuwanderung hochqualifizierter Personen zwischen 1991 und 2014 verdoppelt, besonders dank den Staatsangehörigen Grossbritanniens, Nordamerikas und Indiens, die vorwiegend eine tertiäre Bildung haben. Für die Forschenden erklärt sich diese Tendenz hauptsächlich aus der Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt, die nicht durch eigene Fachkräfte gedeckt werden konnte.
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FR: Verstärkte Bekämpfung der Schwarzarbeit

Der Freiburger Staatsrat schickt den Entwurf der Gesetzesänderung über die Beschäftigung und den Arbeitsmarkt bis zum 15. Februar 2019 in die Vernehmlassung. Das Projekt zielt auf eine verstärkte Bekämpfung der Schwarzarbeit ab, indem das Kontrollpersonal des Amts für den Arbeitsmarkt gerichtspolizeiliche Befugnisse erhält und die Verwaltungsmassnahmen und Sanktionen verschärft werden. Da Schwarzarbeit trotz laufender Bestrebungen weiter besteht, will der Staatsrat seine Aktivitäten zur Abschreckung, Intervention und Prävention intensivieren.
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VS: Neue Unterstützung für arbeitende oder arbeitslose Eltern

Am 1. Januar 2019 werden die gesetzlichen Grundlagen des Kantons Wallis für die Familienzulagen geändert. Ab diesem Datum haben Familien, die mit Krankheit oder Unfall eines Kindes konfrontiert sind, Anrecht auf Soforthilfe, vorausgesetzt, dass die Anwesenheit eines Elternteils beim Kind erforderlich ist und ein Einkommensverlust entsteht. Zudem ermöglicht die Gesetzesrevision, dass Personen, die Arbeitslosengelder beziehen, nun auch eine Geburts- oder Adoptionszulage erhalten können.
Medienmitteilung

Berufliche Integration

Dossier: Koordination der Arbeitsintegration

Neben den RAV leistet eine Vielzahl weiterer Institutionen wie die IV, die Sozialhilfe, die Integrationsförderung von Migranten oder die Berufsbildung einen Beitrag zur Eingliederung von Stellensuchenden in den Arbeitsmarkt. Das Beratungsunternehmen Ecoplan hat im Auftrag des SECO einen Katalog der Schnittstellen der ALV zu ihren institutionellen Partnern erstellt. Für jede Schnittstelle enthält der Katalog eine Bewertung der Bedeutung, der Herausforderungen und der vorhandenen Lösungsansätze. Einzelheiten finden sich im Dossier "Arbeitsintegration koordinieren" der Zeitschrift "Die Volkswirtschaft".

Flüchtlinge in der Landwirtschaft: Evaluation des Projekts

Wie gelingt die Arbeitsintegration von Flüchtlingen in die Landwirtschaft? Dies testete das Pilotprojekt "Arbeiten in der Landwirtschaft" (vgl. Ausgabe 13/2018 dieses Newsletters). Eine Evaluation der Berner Fachhochschule zeigt nun, dass ein Grossteil der Teilnehmenden dank ihres Arbeitseinsatzes auf dem Arbeitsmarkt Fuss fassen konnte. Sie zeigt aber auch Schwächen des Projekts: So konnten nur 30 der 45 vorhandenen Einsatzplätze besetzt werden. Laut Studie sollten künftige Projekte auf kantonaler, regionaler oder kommunaler Ebene organisiert und durchgeführt werden, da dadurch eine bessere Passung zwischen Flüchtlingen und Betrieben erreicht werden könne. Zusätzlich könnte durch eine vorangehende Potenzialabklärung das "Job-Matching" verbessert werden.

So lesen Personalverantwortliche Bewerbungen

Personalverantwortliche nehmen sich durchschnittlich nicht einmal eine Minute Zeit für das erste Lebenslauf-Screening von Bewerbern. Das zeigt eine Studie aus Österreich, bei der das Nutzungsverhalten von Personalentscheidern untersucht wurde. Beobachtet wurden die Lektüre von Bewerbungsunterlagen unter Verwendung der Eyetracking-Messung. Die Studie macht auch inhaltliche Feststellungen. So gelte eine Anstellung für die Dauer von mindestens 2¼ Jahren als wünschenswert, um nicht als "Jobhopper" zu gelten.

Inklusion von Menschen mit Behinderung: Label iPunkt+

Voraussetzungen vor einer Anstellung, erwartete Flexibilität und vor allem Vorurteile am Arbeitsplatz können Menschen mit Behinderung von der Arbeitswelt ausschliessen. Das neue Label iPunkt+ soll die Unternehmen vermehrt sensibilisieren und anregen, ein zugängliches und inklusives Arbeitsumfeld zu schaffen. iPunkt+ folgt auf das Label iPunkt, das 2013 eingeführt wurde und Unternehmen auszeichnet, welche Menschen mit Behinderung oder chronisch Kranke weiter beschäftigen oder neu anstellen. Das Projekt wird vom Büro für Gleichstellung von Menschen mit Behinderung unterstützt.
Medienmitteilung

BS: Gute erste Erfahrungen mit Mentoring 50+

Positive Zwischenbilanz für das Mentoring 50+: Seit Sommer 2018 zählt das Programm im Kanton Basel-Stadt 40 Teilnehmende. Erste Stellensuchende haben bereits wieder eine Stelle gefunden. Die Rückmeldungen zeigen, dass das Angebot den Erwartungen und Bedürfnissen älterer Stellensuchender entspricht. Mit einer zweiten Plakatkampagne machen sich derzeit bekannte "Golden-Ager" für ein Engagement als Mentorin oder Mentor stark.

LU: Projekt "Optima" gestartet

Im Rahmen des Luzerner Projektes "Optima" arbeiten die RAV, die IV und die Sozialhilfe zusammen. Das Pilotprojekt startete am 1. Oktober 2018, dauert bis am 30. September 2022 und wird vom SECO unterstützt. Sobald sich bei einer Klientin oder einem Klienten zeigt, dass eine andere als die zuständige Institution über die besseren Kompetenzen verfügt, um gesteckte Ziele zu erreichen, wird diese mit der Fallführung beauftragt. Damit sollen Betroffene möglichst rasch in den ersten Arbeitsmarkt integriert werden. Jede Massnahme wird weiterhin von jener Institution finanziert, bei der die betreffende Person zum Leistungsbezug berechtigt ist.