Newsletter vom 13.03.2019

Aktuelle Meldungen vom 13.03.2019

Berufliche Grundbildung

Motion zum Beginn Rekrutenschule und Lehrabschluss

Der Beginn der Sommer-Rekrutenschule wurde vorverschoben und überschneidet sich damit mit dem Ende der Lehrzeit. Die Motion 18.4280 fordert, dass die Planung der Armee auf die Berufsbildung Rücksicht nimmt. Der Bundesrat nimmt wie folgt Stellung: Die militärische Grundausbildung findet zeitlich so statt, dass sowohl der Kalender der Berufsbildung als auch derjenige der Hochschullandschaft am wenigsten tangiert wird. Die Armee prüft aber momentan Lösungsmöglichkeiten, wie im Rahmen der aktuellen Rechtsordnung den Lehrbetrieben entgegengekommen werden kann.
Beachte auch SDBB-Merkblatt Nr. 17

BFS: Schüler/innen und Studierende 2017/2018

Im Schuljahr 2017/2018 hat das BFS insgesamt rund 1,37 Millionen Schüler/innen und Studierende aller Stufen erfasst. Laut der aktualisierten Statistik absolvierten 365'324 Lernende eine Ausbildung auf der Sekundarstufe II, davon 224'557 eine berufliche Grundbildung, wovon 202'678 im dualen System und 21'879 in einer Vollzeitschule. Die Lernenden in der beruflichen Grundbildung teilen sich nach Ausbildungstyp auf: 210'125 EFZ, 13'806 EBA, 9568 BM, 233 Anlehren und 393 nicht BBG-reglementierte Berufsbildungen.

Newsletter der SGAB

Die SGAB (Schweizerische Gesellschaft für angewandte Berufsbildungsforschung) stellt in der Ausgabe 1/2019 ihres Newsletters Ergebnisse verschiedener Studien vor, darunter eine systematische Analyse der Organisationen der Arbeitswelt, ein Zwischenstand der Schweizer Längsschnittstudie TREE (Transitionen von der Erstausbildung ins Erwerbsleben) 15 Jahre nach der Einführung sowie die EHB-Untersuchung zu Resilienz und Wohlergehen von Lehrkräften in der beruflichen Bildung.

Neuer Newsletter des SBFI

Ein neuer Newsletter des SBFI erscheint monatlich in deutscher, französischer, italienischer und englischer Sprache. Er bietet einen kompakten Zugang zu Informationen aus dem SBFI sowie zu Veranstaltungen und Ausschreibungen. Auch kündigt er jeweils das zweimonatlich erscheinende Magazin "SBFI News" an.

Porträt eines Spenglers, der Medizin studiert

Spengler Pascal Gerber war täglich auf Baustellen und Dächern unterwegs. Als Student verbringt er jetzt an der Universität Bern seine Zeit in Vorlesungssälen, Bibliotheken und Lernzentren – und er arbeitet nebenbei auf Baustellen. Ein Porträt in UniPress 176/2019 (Seite 40–41) stellt diesen ungewöhnlichen Medizinstudenten und Berufs-Europameister vor.

ZH: Längsschnittstudie zur Bildung nach der obligatorischen Schulzeit

70% der Jugendlichen im Kanton Zürich beginnen nach Abschluss der obligatorischen Schule eine berufliche Grundbildung mit EFZ, 9% eine solche mit EBA und 20% ein Brückenangebot. Junge Männer treten öfter in eine vierjährige berufliche Grundbildung oder eine solche mit Berufsmaturität über. Junge Frauen hingegen absolvieren häufiger eine dreijährige berufliche Grundbildung oder eine gymnasiale Maturitätsschule. Die jungen Erwachsenen sind zufrieden mit ihrer Ausbildung nach der obligatorischen Schulzeit, unabhängig davon, welchen Bildungsweg sie eingeschlagen haben. Dies zeigt die fünfte Erhebung von 2016 der Zürcher Längsschnittstudie.
Vollständiger Bericht
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Deutschland: Ausbildungsordnung für Orgelbauer/in modernisiert

Der Orgelbau ist seit 2017 immaterielles Kulturerbe. Die Neuordnung des Berufs in Deutschland greift technische, wirtschaftliche und organisatorische Entwicklungen auf. Neben modernisierten Standards im Bereich von elektrisch und elektronisch gesteuerten Orgelsystemen berücksichtigt die neue Ausbildungsordnung den Einzug von CNC-Werkzeugmaschinen in Teilbereichen der Produktion. Die neue Ausbildungsordnung tritt im August 2019 in Kraft. Auch in der Schweiz wird das Berufsfeld Musikinstrumentenbau zur Zeit aktualisiert. Darin sind Orgelbauer/in EFZ und Zinnpfeifenmacher/in EFZ integriert.

Höhere Berufsbildung und Weiterbildung

Prüfungsordnungen in Vernehmlassung

Die zuständigen Organisationen der Arbeitswelt haben dem SBFI die Entwürfe der folgenden Prüfungsordnungen eingereicht: Berufsprüfung Cyber Security Specialist, Spezialist/in öffentliche Beschaffung, je mit eidgenössischem Fachausweis, sowie höhere Fachprüfung Kunsttherapeut/in mit eidgenössischem Diplom (Fachrichtungen Bewegungs- und Tanztherapie, Drama- und Sprachtherapie, Gestaltungs- und Maltherapie, Intermediale Therapie, Musiktherapie).
Bundesblatt vom 12. März 2019

Aufhebung eines Reglements

Die zuständige Organisation der Arbeitswelt hat entschieden, die Prüfungsordnung über die Höhere Fachprüfung für Zahntechnikermeister/in vom 26. April 2012 per 30. April 2019 aufzuheben.
Bundesblatt vom 5. März 2019

ODEC-Register HF und internationale Titel

HF-Diplomierte können sich in einem Register der ODEC eintragen lassen. Mitglieder können zudem die Berufsbezeichnung "Professional Bachelor ODEC" beantragen. Die Verbandsbezeichnung wird zusammen mit einem Zertifikat und einem Supplement verliehen (siehe auch supplementprof.ch). Der Schweizer HF-Abschluss ist im Register der Europäischen Vereinigung der praxisorientierten Fachkräfte mit höherer Bildung (EurEta) verzeichnet. Mitglieder der ODEC können dadurch weitere, international verständliche Berufsbezeichnungen beantragen. Weitere Informationen: ODEC Bulletin 1/2019 (Seite 11). Auf Seite 14 findet sich zudem eine Zusammenstellung der wichtigsten Angaben zur Statistik der höheren Berufsbildung.

Zeitaufwand für die höhere Berufsbildung

Während Kursphasen investieren Kandidatinnen und Kandidaten der höheren Berufsbildung für ihre Ausbildung durchschnittlich zwischen 15 und 25 Stunden pro Woche. Dieser Zeitaufwand steigt deutlich während der Vorbereitung auf die Abschlussprüfung oder die Erstellung der Abschlussarbeit. 88% der Kandidatinnen und Kandidaten für eidgenössische Fachausweise würden nochmals die gleiche Ausbildungswahl treffen, 76% von ihnen beim gleichen Ausbildungsanbieter. Dies geht aus einer Erhebung des BFS hervor.

LU: Studiengang für Fachkundige individuelle Begleitung FiB

Der Studiengang CAS FiBplus der PH Luzern richtet sich an Lehrer/innen an Berufsfachschulen (ABU und berufskundlicher Unterricht) und weitere Berufsbildner/innen, insbesondere in überbetrieblichen Kursen. Der Studiengang wurde neu konzipiert und umfasst nun EBA und EFZ. Im aktuellen Studiengang sind 19 Studierende aus sechs Kantonen eingeschrieben. Der nächste berufsbegleitende FiB-Lehrgang startet am 4. September 2019.

Liechtenstein: Einführung von Weiterbildungsgutscheinen

Das Fürstentum Liechtenstein hat ein Pilotprojekt für Weiterbildungsgutscheine gestartet, das bis Dezember 2019 läuft. Die Gutscheine im Wert von 500 Franken sind für in Liechtenstein wohnhafte Personen zwischen 25 und 64 Jahren vorgesehen. Das Projekt ist von der Stiftung Erwachsenenbildung Liechtenstein, dem Ministerium für Inneres, Bildung und Umwelt, verschiedenen Ämtern, Organisationen und Kursanbietern realisiert worden. Die Informationsbroschüre ist in Deutsch, Spanisch, Portugiesisch, Türkisch und Serbokroatisch erhältlich.
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Österreich: Digitales Kompetenzmodell im europäischen Referenzrahmen

Österreich hat ein neues Digitales Kompetenzmodell (DigComp 2.2 AT) entwickelt, mit dem sich die Benutzer/innen Orientierung über die persönlichen digitalen Kompetenzen in sechs Bereichen und auf acht Stufen verschaffen können. Das Modell ist die österreichische Version des europäischen Referenzrahmens für digitale Kompetenzen (DigComp 2.1). Auf das Kompetenzmodell abgestimmt fördert der Verein "fit4internet" Bildungsangebote zur selbstständigen Bewältigung von digitalen Alltagssituationen, z.B. einen Smartphone-Führerschein. Weitere Bildungsformate und ein Förderscheck-Programm werden ab 2019 österreichweit gefördert.

Mittelschulen und Hochschulen

Zulassungsbeschränkung zum Medizinstudium 2019

Bis zum Ablauf der Anmeldefrist Mitte Februar 2019 haben sich bei swissuniversities 6555 Personen für ein Studium der Human-, Veterinär- oder Zahnmedizin sowie Chiropraktik angemeldet. Angesichts dieser Anmeldezahlen hat der Hochschulrat der Schweizerischen Hochschulkonferenz empfohlen, die Zulassung zu denjenigen Hochschulen zu beschränken, die einen Numerus Clausus anwenden. Zulassungsbeschränkungen gibt es wie im Vorjahr an den Universitäten Basel, Bern, Freiburg und Zürich, der ETH Zürich, der Università della Svizzera italiana sowie für die Kooperationsstudiengänge der Universität Zürich mit den Universitäten Luzern und St. Gallen. An den Universitäten Genf, Lausanne und Neuenburg werden keine Zulassungsbeschränkungen angewendet.

ZH: Übergang ans Gymnasium

Schüler/innen aus sozial privilegierten Verhältnissen sind bei gleichen Leistungen im Gymnasium übervertreten. Dies liegt unter anderem daran, dass sie von zu Hause aus mehr Unterstützung erhalten als Jugendliche aus unterprivilegierten sozialen Schichten. Dies geht aus der fünften Erhebung der Zürcher Längsschnittstudie hervor. Im Rahmen der Längsschnittstudie wurden seit 2003 die Schullaufbahnen von rund 2000 Schülerinnen und Schülern untersucht.

Beratung

Face-to-Face und digitale Beratung: Handlungsempfehlungen

Im Projekt "Face-to-Face und mehr" der Fachhochschule Nordwestschweiz wurden Modelle des kombinierten Einsatzes von Face-to-Face und mediengestützter Beratung ("Blended Counseling") erarbeitet. Ausserdem wurden Handlungsempfehlungen für die Praxis der Sozialen Arbeit formuliert. Die Autorinnen definieren Blended Counseling als systematische, konzeptionell fundierte und passgenaue Kombination digitaler und analoger Kommunikationskanäle in der Beratung.

SDBB: Statistik 2018 der Online-Test-Plattform

Die Statistik 2018 der Online-Test-Plattform (OTP) zeigt die Anzahl der durchgeführten Tests in den Kantonen und Sprachen. Die Anzahl an Testdurchführungen ist weiterhin stark angestiegen, von 30'200 (2017) auf 37'729 (2018). Dies entspricht einer Zunahme von 25 Prozent. Die Zahl der Testdurchführungen in deutscher Sprache ist von 13'396 auf 17'913 gestiegen. Nationaler Spitzenreiter ist auch dieses Jahr die Waadt mit 6354 Durchführungen.

berufsberatung.ch: Nutzungsstatistik 2018

Zwei Jahre nach dem Relaunch weist berufsberatung.ch im Jahr 2018 neue Höchstwerte auf, mit durchschnittlich mehr als 500'000 Besucherinnen und Besuchern pro Monat (Unique Visitors). Im Zentrum des Interesses stehen nach wie vor die Lehrstellenabfrage und die Berufsinformation sowie die Suche nach Aus- und Weiterbildungen. Der Gebrauch über mobile Geräte nimmt weiterhin zu: 45% der Benutzer/innen von berufsberatung.ch greifen vom Smartphone darauf zu.
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BE: Massnahmen gegen Mangel an Lehrpersonen

Um dem aktuellen Mangel an Lehrpersonen entgegenzuwirken, haben die Erziehungsdirektion und die PH Bern eine Reihe von Massnahmen erarbeitet, die ab dem Schuljahr 2019/2020 umgesetzt werden. Vorgesehen sind unter anderem eine Ausweitung des Mentorats für Berufseinsteigende, die Aufhebung des maximalen Beschäftigungsgrades und der Aufbau einer Gruppe von pensionierten Lehrpersonen, die kurzfristig Stellvertretungen übernehmen. Die PH Bern unterstützt die Schulen weiterhin in Form von Semestereinsätzen ihrer Studierenden und startet das Pilotprojekt "Studienbegleitender Berufseinstieg".

Arbeitsmarkt

Lohnrechner für Entsendefirmen

Das SECO hat einen nationalen Lohnrechner publiziert. Das Online-Tool zur Bestimmung der orts-, berufs- und branchenüblichen Löhne in der Schweiz erleichtert den Vollzug der flankierenden Massnahmen zum freien Personenverkehr. Es liefert ausländischen Betrieben, welche im Rahmen des Freizügigkeitsabkommens Personal in die Schweiz entsenden, Anhaltspunkte zu den hier üblichen Löhnen. Zudem ist es ein wichtiges Arbeitsinstrument für die kantonalen tripartiten Kommissionen, welche den Arbeitsmarkt beobachten und Missbräuche bekämpfen sollen.
Medienmitteilung

Studie zu den Folgen der Personenfreizügigkeit für den Arbeitsmarkt

Eine Reduktion der Zuwanderung in die Schweiz lässt sich nicht erzielen, ohne das Beschäftigungswachstum der Firmen zu beeinträchtigen und damit die wirtschaftliche Entwicklung zu bremsen. Diese These wird in einer KOF-Studie zu den Folgen der Personenfreizügigkeit für den Arbeitsmarkt vertreten. Es wurden "kaum Hinweise auf Lohndruck" gefunden, im Gegenteil: Die Löhne gut qualifizierter Schweizer/innen in grenznahen Regionen seien – trotz grösserem Migrationsdruck – sogar stärker gewachsen als in Regionen weiter entfernt von der Grenze.

Tourismus Schweiz: Moderater Beschäftigungsanstieg, jedoch nicht im Beherbergungssektor

Die gesamte touristische Beschäftigung ist im Jahr 2017 auf 175'489 Vollzeiteinheiten gestiegen, was einem Anteil von 4,4% der gesamten volkswirtschaftlichen Beschäftigung gleichkommt. Die Anzahl der Beschäftigen ist zwischen 2014 und 2017 insgesamt um 2,2% angestiegen. Die Beherbergungs- und Gastgewerbesektoren machen die wichtigsten Arbeitsplätze des Tourismus aus. Bei der Beherbergung ist die Zahl der Beschäftigungen von 2014 bis 2017 jedoch gesamthaft um 2,6% gesunken, während diejenige im Gastgewerbe in der gleichen Periode um 10,3% zugenommen hat. Bei der Personenbeförderung hat die Beschäftigung um 2,9% zugenommen. Die Zahlen sind der Schweizer Tourismusstatistik 2017 des BFS zu entnehmen.

Erosion des Berufs Hausfrau

1991 bezeichneten sich noch 64% aller weiblichen Nichterwerbspersonen als Hausfrauen, 2018 waren es nur noch halb so viele (32%). Im gleichen Zeitraum stieg die Erwerbsquote der 15- bis 64-jährigen Frauen von 68% auf 80%. Der Anteil Hausmänner blieb hingegen seit über einem Jahrzehnt stabil bei 3 bis 4% der Nichterwerbspersonen. Dies ist den neusten Indikatoren zur Erwerbstätigkeit 2018 des BFS zu entnehmen.

Berufliche Integration

Kontrolle der Stellenmeldepflicht: Bund will die Hälfte der Lohnkosten übernehmen

Der Bund will sich an den Kosten für die Kontrolle der Stellenmeldepflicht beteiligen – dies weiss man seit Oktober 2018. Nun hat der Bundesrat den Gesetzesentwurf und die Botschaft zuhanden des Parlaments verabschiedet. Sie sehen (ab 2020) einen Pauschalbeitrag vor, der die Hälfte der Lohnkosten deckt, welcher den Kantonen bei einer effizienten Durchführung einer Kontrolle entstehen – gemäss groben Schätzungen sind dies rund 100 bis 200 Franken. Zudem soll dem Bundesrat die Kompetenz erteilt werden, Vorgaben zur Art und zum Umfang der Kontrollen zu erlassen.

Qualitätsnorm IN-Qualis für Arbeitsintegration in Kraft

Das Projekt zur Revision der Qualitätsnorm (ehemals SVOAM-Norm) ist zu einem erfolgreichen Abschluss gekommen: Die revidierte Qualitätsnorm IN-Qualis ist Anfang März 2019 in Kraft getreten. Die Norm unterstützt Anbieter arbeitsmarktlicher Massnahmen dabei, die fachliche Qualität und wirtschaftliche Effizienz gegenüber behördlichen Auftraggebern, Teilnehmenden und zuweisenden Fachstellen nachzuweisen.

Inklusives Arbeitsumfeld zugunsten von Menschen mit Behinderung

Die Förderung der Integration von Menschen mit Behinderung geschieht zum Teil durch ein "inklusives Arbeitsumfeld". Das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen schlägt in der Ausgabe 1/2019 seines Newsletters eine Definition dieses Begriffs vor: Es ist ein Arbeitsumfeld, wo Menschen mit Behinderung gleichgestellt sind in Anstellung und Karriere. Unternehmen können inklusive Arbeitsumfelder schaffen, indem sie auf verschiedenen Ebenen Veränderungen anstreben: Unternehmensführung, Arbeitsplatz, Personalmanagement, Teamkultur usw. Zu diesem Thema bereitet das Netzwerk Compasso Praxisbeispiele und praktische Instrumente für KMUs vor.

AG: "Pforte Menziken" nun im ganzen Kanton

Unter dem Namen "Kooperation Arbeitsmarkt" startet am 1. April 2019 die Zusammenarbeit der Invaliden- und Arbeitslosenversicherung im Kanton Aargau. Das Ziel lautet, mehr stellensuchende Menschen in den Arbeitsmarkt zu integrieren, unabhängig davon, ob die Personen gesundheitliche Einschränkungen haben oder nicht. Der Schritt bildet die logische Konsequenz der guten Erfahrungen aus dem Projekt "Pforte Arbeitsmarkt", über das die Zeitschriften PANORAMA und Die Volkswirtschaft ausführlich berichteten.

Finnland: Wie das bedingungslose Grundeinkommen auf Arbeitsuchende wirkt

Das bedingungslose Grundeinkommen wirkt sich positiv auf die Gesundheit von Arbeitslosen aus, beschleunigt aber nicht deren Rückkehr auf den Arbeitsmarkt: Zu diesem Schluss kommen Forscher/innen in der vorläufigen Auswertung eines auf zwei Jahre angelegten Pilotprojekts in Finnland, wie der Tages-Anzeiger berichtete. Die Empfänger/innen des bedingungslosen Grundeinkommens litten demnach weniger unter Stress, Konzentrationsschwierigkeiten und Gesundheitsproblemen als eine Kontrollgruppe, und sie blickten auch zuversichtlicher in die Zukunft. Der erhoffte Anreiz für die Arbeitssuche wurde aber nicht nachgewiesen.