Newsletter vom 16.01.2019

Aktuelle Meldungen vom 16.01.2019

Berufliche Grundbildung

Revision der Rahmenlehrpläne für Berufsbildungsverantwortliche

Die Vorbereitungsphase zur Revision der Rahmenlehrpläne für Berufsbildungsverantwortliche dauert bis im Frühjahr 2019. In dieser Phase sollen die Meinungen der Akteure eingeholt werden, um vor Beginn der Revision die Schwerpunkte festzulegen. Eine Umfrage ist eines der Instrumente zur Ermittlung dieser Schwerpunkte. Die Teilnahme an der Umfrage ist bis zum 28. Februar 2019 möglich.

Leitfaden Anrechnung von Bildungsleistungen in der beruflichen Grundbildung

Das SBFI hat Ende Dezember 2018 den Leitfaden "Anrechnung von Bildungsleistungen in der beruflichen Grundbildung" veröffentlicht. Dieser ergänzt das Handbuch Berufliche Grundbildung für Erwachsene. Er beschreibt den Prozess zur Anrechnung von Bildungsleistungen und enthält Empfehlungen an die Kantone und die Trägerschaften. Der Leitfaden richtet sich an die bei der Anrechnung involvierten Stellen. Das SBFI wird die Umsetzung des Leitfadens gemeinsam mit der Kommission Berufsabschluss für Erwachsene (KBAE) der Schweizerischen Berufsbildungsämter-Konferenz (SBBK) lancieren.

IDES: Geschäfte zur Bildung: Bund und Kantone / Dezember 2018

Das Informations- und Dokumentationszentrum IDES der EDK publiziert die umfassende Liste "Parlamentarische Dokumentation", auf der sie die politischen Vorstösse und Geschäfte aufführt, die im Bundesparlament und in den Kantonsparlamenten aktuell im Bereich Bildung behandelt werden. Die Liste enthält Geschäfte der Berufsbildung/Sekundarstufe II, der Weiterbildung, der Hochschulen und der obligatorischen Schule.
Aktuelle Ausgabe 12/2018
Archiv

Leitungswechsel am EHB

Jean-Pierre Perdrizat (Leiter des Zentrums für Berufsentwicklung und bisher stellvertretender Direktor) leitet das EHB ad interim bis zur Wahl einer neuen Direktorin oder eines neuen Direktors. Die Stelle ist noch nicht ausgeschrieben. Die bisherige Direktorin, Cornelia Oertle, hat das EHB per 31. Dezember 2018 nach vier Jahren verlassen. In dieser Funktion hat sie die neu definierte Strategie umgesetzt (vgl. Medienmitteilung). Gemäss Recherche der Sonntagszeitung erfolgt der Abgang als Folge einer Intervention des Personalverbandes des Bundes.

Sitzung EBMK vom November 2018

Ab 2019 werden die eidgenössischen Berufsmaturitätsprüfungen durch das SBFI organisiert und durchgeführt. Das Geschäftsreglement wurde angepasst. Ausserdem soll die Mitgliederzahl der beiden Subkommissionen neu auf mindestens vier festgesetzt werden. In der Sitzung der Eidg. Berufsmaturitätskommission (EBMK) wurden auch die BM-Bildungsgänge behandelt.
Protokoll

Fachfrau/Fachmann Bewegungs- und Gesundheitsförderung EFZ: Erlass der Bildungsverordnung

Das SBFI hat die revidierte Verordnung über die berufliche Grundbildung Fachfrau/Fachmann Bewegungs- und Gesundheitsförderung EFZ erlassen. Sie tritt am 1. März 2019 in Kraft und ersetzt die Bildungsverordnung vom 16. August 2011. Der Druck wird in einigen Wochen beim BBL erhältlich sein und auf der Internetseite des SBFI zur Verfügung stehen. Der Bildungsplan wird im Januar 2019 auf der Internetseite der OdA Bewegung und Gesundheit – Dachverband der Bewegungsberufe Schweiz sowie im Berufsverzeichnis aufgeschaltet.

BFS: Aktualisierung der Lehrstellenquote

Im Dezember 2018 hat das BFS mehrere Bildungsindikatoren aktualisiert. Unter anderem informiert der Indikator Lehrstellenquote über den Anteil der Lehrstellen am Total der Beschäftigten und über die Entwicklung der Situation. Von 5% im Jahr 2012 ist die durchschnittliche Quote im Jahr 2016 auf 4,7% gesunken. In der Ostschweiz ist sie auf 6,1% gestiegen, im Kanton Waadt betrug sie 4,1%. Der Bausektor verzeichnet die höchste Quote (8%).

SwissSkills 2020 wieder in Bern

Nach 2018 werden die SwissSkills im September 2020 wiederum als zentrale Schweizer Berufsmeisterschaften in Bern ausgetragen. Der Verein SwissSkills Bern hat sich auf Anfrage bereit erklärt, die Berufsmeisterschaften durchzuführen. Auch die Stadt und der Kanton St. Gallen hatten sich für die Durchführung der SwissSkills interessiert (vgl. SRF).
Medienmitteilung

Sondertagung des IFFP zu Berufskonzepten in der beruflichen Grundbildung

Die Tagung des EHB/IFFP im Dezember 2018 thematisierte die Berufskonzepte in der beruflichen Grundbildung in Bezug auf ihre generalistische versus spezialistische Ausrichtung. Vertreter/innen des Bundes und der Kantone sowie von vier Berufsverbänden legten dar, ob die Spezialisierung während der Grundbildung oder nach Abschluss in der beruflichen Praxis geplant wird.
Tagungsunterlagen mit den Referaten

Newsletter der Bäcker-Confiseurinnen

Der Verband der Schweizer Bäcker-Confiseurinnen und die Richemont Fachschule verstärken ihre Zusammenarbeit. Eines der sichtbaren Resultate ist der gemeinsame Newsletter Panissimo ab Anfang Dezember 2018. Er enthält regelmässig vielfältige Beiträge über die Berufsbildung.

Folio: Berufsmaturität

Die Zeitschrift Folio behandelt in Ausgabe 6/2018 die Berufsmaturität. Die gesetzten Ziele wurden gemäss dem Präsidenten der Eidg. Berufsmaturitätskommission EBMK erreicht. Er spricht sich aber auch für eine höhere Abschlussquote aus. Ein Bildungsexperte fordert weitgehende Massnahmen im Sinne einer "Matura für alle". Die Redaktion befragte zudem Jugendliche, warum sie sich nach der Lehre noch einmal auf die Schulbank setzen. Die BM2 nach der Lehre ist mittlerweile beliebter als die BM1 während der Lehrzeit.

SO: Projekt INVOL für die Integration von Flüchtlingen

Die einjährige Integrationsvorlehre (INVOL) ist ein vierjähriges Pilotprojekt, das 2018 gestartet wurde. Ein Beitrag im Newsletter des Kultur- und Bildungsdepartements Solothurn (DBK aktuell 8/2018) stellt das Projekt vor und porträtiert zwei Lernende aus Eritrea in den Bereichen Küche und Automobil (Seiten 16–17). In einem anderen Artikel wird über den Besuch von Oberstufenlehrpersonen in überbetrieblichen Kursen berichtet (Seiten 8–9).

ZH: Förderung des Französischen

"Culturethèque" ist eine digitale Mediothek zur Förderung der französischen Sprache und Kultur. Die Bildungsdirektion des Kantons Zürich hat mit der französischen Botschaft in der Schweiz eine Vereinbarung abgeschlossen, die allen Schulen der Sekundarstufe II die kostenlose Nutzung der Plattform ermöglicht.
Medienmitteilung

ZH: Ausbildungspflicht für Pflegeheime und Spitex

Der Regierungsrat des Kantons Zürich hat den Rahmen für eine Ausbildungspflicht der Institutionen in der Langzeitpflege geschaffen. Um dem Fachkräftemangel im Pflegebereich entgegenzuwirken, müssen Heime und Spitex ihre Ausbildungstätigkeit weiter verstärken. Für die Zürcher Listenspitäler besteht seit 2013 eine vergleichbare Aus- und Weiterbildungsverpflichtung im Bereich der nichtuniversitären Gesundheitsberufe. Die Massnahme hat sich gemäss Medienmitteilung bewährt.

Höhere Berufsbildung und Weiterbildung

Berufsbildungsfachleute mit eidg. Fachausweis

Die Ausbildung Berufsbildungsfachleute mit eidg. Fachausweis richtet sich an alle Personen, die im Bereich Berufsbildung tätig sind. 2018 haben 18 Personen aus allen Sprachregionen das Qualifikationsverfahren absolviert. Ab 2019 findet die Berufsprüfung das erste Mal nach der 2017 genehmigten neuen Prüfungsordnung statt. Das Qualifikationsverfahren besteht aus Facharbeit, Präsentation und Fachgespräch – neu und zusätzlich ist eine Fallanalyse. Die Zulassungsbedingungen sind unverändert. Die Kurse, die auf das Qualifikationsverfahren vorbereiten, sehen neu vier Module vor. Die Qualifikationsverfahren finden jährlich im September statt, im Jahr 2019 am 25./26. September. Anmeldeschluss ist der 13. Februar 2019. Alle Dokumente und eine Übersicht der Bildungsanbieter finden sich auf der SBBK-Webseite.

Weiterbildung für Berufsbildner/innen im Gesundheitswesen

Der Weiterbildungslehrgang "Ausbildungsleiter/in im Gesundheitsbereich (CAS)" ist ein Kooperationsprojekt der OdA Gesundheit Bern und des EHB. Der Lehrgang richtet sich an Ausbildungsverantwortliche und Berufsbildner/innen der Sekundarstufe II und der Tertiärstufe in leitender Funktion. Mit dieser praxisnahen Ausbildung im Umfeld des Gesundheitswesens ergänzen die Teilnehmer/innen ihr Fachwissen und erwerben ein national gültiges CAS-Zertifikat im Bereich Bildung und Führung.

Deutschland: Innovationspreise für Erwachsenenbildung

Das deutsche Institut für Erwachsenenbildung hat mit dem DIE-Innovationspreis zwei Projekte ausgezeichnet, die in strukturschwachen Regionen mit besonderen soziodemografischen und -ökonomischen Anforderungen passende Bildungsangebote realisiert haben. Ein westfälisches Projekt und eine Initiative aus dem österreichischen Kärnten wurden gleichrangig ausgezeichnet. Beiden gelang es in herausragender Weise, jeweils spezifische Hürden vor Ort zu meistern, ihre Chancen für die Schaffung gesellschaftlich relevanter Weiterbildung zu ergreifen, gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stiften und die soziale Teilhabe der Bürger/innen zu stärken.

Mittelschulen und Hochschulen

BFS: Von der Hochschule ins Berufsleben

Die grosse Mehrheit der Hochschulabsolventinnen und -absolventen hat ein Jahr nach Studienabschluss eine Erwerbstätigkeit gefunden. Die Erwerbslosenquote belief sich 2016 bei den Masterabsolventen einer universitären Hochschule (UH) auf 4,8% und bei den Bachelorabsolventen einer Fachhochschule auf 4,1%. 3,2% der UH-Masterabsolventen und 2,0% der FH-Bachelorabsolventen waren fünf Jahre nach ihrem Abschluss im Jahr 2012 noch erwerbslos. Dies zeigen die Ergebnisse der Schweizer Hochschulabsolventenbefragung der Abschlussjahrgänge 2012 und 2016 des BFS.

BFS: Master-Studiengänge an den Fachhochschulen

Im Schuljahr 2017/2018 registrierten die Fachhochschulen nahezu 3800 Eintritte auf der Masterstufe. Mit rund 1150 Immatrikulationen zählte der Fachbereich Wirtschaft und Dienstleistungen die meisten Eintritte, gefolgt von Musik, Theater und anderen Künsten (1100 Eintritte). Die Publikation des BFS "Masterstudiengänge an den Fachhochschulen" gibt Auskunft über die Studierenden, die Eintritte sowie das Personal und liefert einen Überblick über die Bildungsverläufe.

CIIP: Annahme eines Aktionsplans für die digitale Ausbildung

Ende 2018 hat die interkantonale Erziehungsdirektorenkonferenz der französischen Schweiz und des Tessins (CIIP) einen Aktionsplan zugunsten der digitalen Ausbildung einstimmig angenommen. Der Plan strebt die Verstärkung der Zusammenarbeit der lateinischen Kantone an um zu gewährleisten, dass in fünf Jahren die Kenntnisse und die digitalen Kompetenzen bei allen Schülerinnen und Schülern Allgemeingut sind. Die CIIP führt damit die digitalen Strategien weiter, an denen bereits der Bundesrat sowie alle kantonalen Bildungsdepartemente beteiligt sind. Der Aktionsplan legt die Schwerpunkte auf Lehrpläne, Ausrüstungen, Ausbildung von Fachkräften, Zusammenarbeit mit Hochschulen sowie auf Abstimmung und Beobachtung technologischer und pädagogischer Tendenzen.
Medienmitteilung (in Französisch)

BE: Studienbegleitender Berufseinstieg für Lehrpersonen

Zum direkten Übergang vom Studium ins Berufsleben als Lehrperson gibt es neu eine Alternative: Im August 2019 startet an der PH Bern versuchsweise der studienbegleitende Berufseinstieg für Studierende des Instituts Vorschulstufe und Primarstufe. Neu wird es einen vierjährigen Bachelorstudiengang geben. In den letzten zwei Jahren werden die Studierenden in Teilzeit an einer Schule unterrichten und parallel dazu Lehrveranstaltungen an der PH Bern besuchen. Gemäss Medienmitteilung der PH Bern ist das Projekt auch ein Beitrag zur Linderung des Lehrpersonenmangels.

Beratung

SDBB: Neue Rezensionen der Fachgruppe Diagnostik

Die Fachgruppe Diagnostik hat im Jahr 2018 folgende Rezensionen erstellt: Berufs-Check, HEXACO, IMBES, KAIROS, LJI, SwissSkills Career Visual Tool, WMT-2. Die Rezensionen des KVTR, N-29-R2 und ZVT wurden aktualisiert. Alle Rezensionen stehen auf test.sdbb.ch zur Verfügung.

Konferenz der Internationalen Vereinigung für Bildungs- und Berufsberatung

Die Jahreskonferenz der Internationalen Vereinigung für Bildungs- und Berufsberatung (IVBB) findet vom 11. bis 13. September 2019 in Bratislava (Slowakei) statt. Zum Auftakt wird vom 9. bis 10. September 2019 in Brno (Republik Tschechien) das weltweite Symposium der IVBB organisiert. Es ist dem Thema "Berufsberatung für eine inklusive Gesellschaft" gewidmet. Der Aufruf zu Beiträgen für die Konferenz dauert bis zum 28. Februar 2019. Informationen und Anmeldung auf der englischsprachigen Internetseite der Konferenz.

Mängel bei der Chancengerechtigkeit

In seinem Bericht "Soziale Selektivität" beschreibt der Schweizerische Wissenschaftsrat Mängel bei der Chancengleichheit im schweizerischen Bildungssystem. Empfohlen werden unter anderem die gezielte Sprachförderung sozial benachteiligter Kinder, die Sensibilisierung der Lehrkräfte für das Thema der sozialen Selektivität sowie die Überprüfung der Schulübergänge.

Soziales Netzwerk beeinflusst den Prüfungserfolg

Studierende, die mit Freunden auf Prüfungen lernen, haben bessere Chancen, diese zu bestehen. Soziologen der ETH Zürich haben untersucht, wie sich die Vernetzung von Bachelor-Studierenden im ersten Jahr auf den Prüfungserfolg auswirkt. Die Ergebnisse zeigen, dass informelle Beziehungen und Freundschaften genauso wichtig sind wie individuelle Motivation und Lerndisziplin.

Persönlichkeit, Unterstützung und berufliche Unentschlossenheit

Neurotizismus und Gewissenhaftigkeit hängen mit beruflicher Unentschlossenheit zusammen. Das zeigt eine Studie zu Bildungsentscheidungen am Ende der obligatorischen Schule von Jenny Marcionetti und Jérôme Rossier. Ausserdem steht die Unterstützung durch die Eltern in einem direkten Zusammenhang mit dem Grad der Unentschlossenheit bzw. Entschlossenheit der Jugendlichen. Untersucht wurden bei 448 Jugendlichen die Zusammenhänge zwischen beruflichen Entscheidungsschwierigkeiten, Persönlichkeitsmerkmalen, elterlicher Unterstützung und Selbstwertgefühl.

Arbeitsmarkt

Erhebungen 2018 des SECO: Deutlicher Rückgang der Arbeitslosigkeit

2018 ist die jahresdurchschnittliche Arbeitslosenquote in der Schweiz gegenüber dem Vorjahr deutlich zurückgegangen und von 3,2 auf 2,6% gesunken. Die absolute Zahl der Arbeitslosen ist im Jahresmittel von 143'142 auf 118'103 Personen zurückgegangen, was einer Senkung von 17,5% entspricht. Per Ende Dezember 2018 wurden 119'661 Arbeitslose registriert. Die Erwerbslosenquote war letztmals vor zehn Jahren auf diesem Stand. Das SECO hat diese Zahlen an einer Medienorientierung vorgestellt. Die gute Arbeitsmarktsituation beruht auf der günstigen Konjunkturlage der Schweizer Wirtschaft. Diese Entwicklung lässt erwarten, dass der Fonds der Arbeitslosenkasse bis Ende 2019 total entschuldet werden kann. Das SECO hat ebenfalls eine positive Bilanz zur Stellenmeldepflicht gezogen, die im Juli 2018 eingeführt worden ist.

Neues Auszahlungssystem ASAL 2.0 ist auf Kurs

"ASALfutur", das Projekt zur Erneuerung des Auszahlungssystems der Arbeitslosenkassen, hat einen Meilenstein erreicht: Der erste Teil der Detailspezifikation sowie der Prototyp des neuen Systems ASAL 2.0 sind Mitte Dezember 2018 vom SECO abgenommen worden. Mit dem Projekt "ASALfutur" strebt das SECO gemeinsam mit den Arbeitslosenkassen eine Modernisierung und Digitalisierung der Dienstleistungen der Arbeitslosenkassen an. Gemäss Schätzungen lässt sich über ein Drittel der heute noch manuell ausgeführten Prozesse automatisieren. Über das Projekt informiert auch der SECO-Newsletter vom Dezember 2018.

Fachkräftemangel: Erfolge und Herausforderungen

Zwischen 2010 und 2018 ist das Arbeitskräfteangebot von Personen ab 25 Jahren schweizweit um rund 417'000 Vollzeitstellen gewachsen. Dieser Zuwachs ergibt sich zu rund zwei Dritteln durch eine höhere Erwerbsbeteiligung (Partizipationseffekt) und durch das Bevölkerungswachstum (Bevölkerungseffekt). Die höhere Erwerbsbeteiligung macht 148'200 Vollzeitstellen aus. Dies ist einem Beitrag der Volkswirtschaft zu entnehmen. Die Autorin Daniela Bieri (SECO) sieht in der Zunahme einen Beleg für die bessere Ausschöpfung des inländischen Arbeitskräftepotenzials. Dennoch werde sich das Problem des Fachkräftemangels von Hochqualifizierten aufgrund der Alterung der Bevölkerung und des anhaltenden Beschäftigungswachstums weiter akzentuieren.

Mit "stiller Reserve" gegen den Arbeitskräftemangel

Ältere Arbeitskräfte sind qualifizierter, motivierter und flexibler und machen sich weniger Sorgen über Lohn und Arbeitsplatzsicherheit, als viele denken. Dies ergab die Deloitte-Studie "Motiviert, optimistisch und pflichtvergessen". Sie sieht die älteren Arbeitskräfte als "letzte Option" zur Bewältigung des Fachkräftemangels – eine Art "stille Reserve", zu der 852'000 Personen zu zählen seien (Personen, die auf Arbeitssuche, aber kurzfristig nicht verfügbar sind, sowie Personen, die zwar kurzfristig verfügbar, aber nicht auf Arbeitssuche sind). Gemäss der Befragung möchten 27% der über 50-Jährigen in der Schweiz über das Rentenalter hinaus weiterarbeiten – die hoch qualifizierten Arbeitskräfte sind dabei stark übervertreten.

BFS: 80% der Unternehmen überleben das erste Jahr nach ihrer Gründung

Mehr als vier von fünf in der Schweiz gegründete Unternehmen sind ein Jahr später noch aktiv, nach drei Jahren sind es nur noch drei von fünf. Je nach Wirtschaftszweig sind die Anteile der erfolgreichen Unternehmen unterschiedlich. Besonders hoch ist die Überlebensrate in der Branche "Gesundheits- und Sozialwesen". Unternehmen mit nur einer beschäftigten Person haben eine geringere Überlebenschance als jene mit mehr Beschäftigten. Dies zeigen die jüngsten Ergebnisse der Statistik der Unternehmensdemografie des BFS.

Die Zahl der älteren Sozialhilfeempfänger nimmt weiter zu

Die Sozialhilfequote ist in der Schweiz stabil geblieben (3,3%), nur bei den 50- bis 64-Jährigen stieg sie markant. Dies geht aus den neusten Sozialhilfestatistiken hervor. 2011 bezogen noch knapp 38'500 Personen dieser Altersgruppe Sozialhilfe, 2017 waren es 54'615; diese Zunahme (40%) übertrifft das Wachstum der Wohnbevölkerung in derselben Altersklasse bei weitem (14%). Die SKOS fordert, dass diese Altersgruppe auch nach der Aussteuerung von den RAV beraten wird; zudem soll sie bei Bedarf statt Sozialhilfe Ergänzungsleistungen beziehen. Die Zeitschrift PANORAMA berichtet in ihrer Ausgabe vom Februar 2019 über diese Vorschläge.

Studie über Zufriedenheit und Engagement bei der Arbeit

Die Mehrheit der Erwerbstätigen in der Schweiz ist mit ihrer Arbeit zufrieden und ihr Engagement ist insgesamt hoch. Gut ein Drittel fühlt sich nach der Arbeit generell erschöpft. Dies geht aus einer Studie der Fachhochschule Nordwestschweiz hervor, welche die Resultate einer Befragung von 900 Arbeitnehmer/innen aus allen Landesteilen im Jahr 2015 analysiert hat. Die Forscher/innen haben die Zusammenhänge zwischen individuellen Faktoren (Zufriedenheit, Engagement, Erschöpfung) und den Arbeitsbedingungen (Arbeitszeit, berufliches Umfeld etc.) untersucht. Das Verhalten der Vorgesetzten und die Work-Life-Balance haben erhebliche Auswirkungen.

Berufliche Integration

Neuer GAV Personalverleih in Kraft getreten

Gelernte Temporärmitarbeitende verdienen ab 2019 mindestens 4610 Franken, wenn sie in einem Hochlohngebiet arbeiten (Agglomeration Bern, Arc Lémanique sowie BS, BL, GE und ZH). In einem Normallohngebiet beträgt das Mindesteinkommen 4310 Franken (TI: 4060). Ungelernte erhalten rund 1000 Franken weniger. Dies sind die Tarife des neuen Gesamtarbeitsvertrags Personalverleih, der am 1. Januar 2019 in Kraft getreten ist. Ab 2021 soll das "Equal Minimum Pay-Prinzip" umgesetzt werden: Damit würden für Temporärarbeitende dieselben Mindestlöhne wie für Festangestellte gelten – auch in Branchen und Unternehmen, deren GAV nicht allgemeinverbindlich erklärt sind. In Branchen mit einem allgemein verbindlich erklärten GAV gelten schon heute dieselben Mindestlöhne für Temporärarbeitende und Festangestellte.
Medienmitteilung

Empfehlungen für die Arbeitsintegration von Flüchtlingen

Durch Flüchtlingsanerkennung oder vorläufige Aufnahme haben 2017 nahezu zwei Drittel der Asylsuchenden ein Aufenthaltsrecht in der Schweiz erhalten. Damit werden sie längerfristig im Land bleiben. Eine berufliche Eingliederung ist für diese Menschen sinnvoll, eröffnet ihnen Perspektiven und entlastet die Sozialhilfe. Deshalb hat der Dachverband Arbeitsintegration Schweiz die folgenden Empfehlungen für die Arbeitsmarktintegration formuliert: Flüchtlinge und vorläufig aufgenommene Personen müssen Zugang zu beruflicher Bildung und qualifizierenden Ausbildungen haben und von der Begleitung durch qualifizierte Fachkräfte profitieren können. Die Verbesserung ihrer Sprach- und Grundkompetenzen ist zu fördern. Die Berufsverbände müssen sich an diesen Massnahmen beteiligen.
Medienmitteilung

FR: Vereinfachtes Verfahren für die Erwerbstätigkeit mit Ausweis B oder F

Ab dem 1. Januar 2019 hat der Kanton Freiburg das Meldeverfahren für anerkannte Flüchtlinge mit Ausweis B und für vorläufig Aufgenommene mit Ausweis F, die eine Erwerbstätigkeit aufnehmen wollen, beträchtlich vereinfacht. Das Bewilligungsverfahren durch die zuständige Stelle wird durch ein einfaches Meldeverfahren ersetzt. Es gibt keine Gebühren mehr, und die Erwerbstätigkeit kann beginnen, sobald die Meldung erfolgt ist.
Medienmitteilung

GE: Programmier-Ausbildung für Arbeitslose mit atypischer Laufbahn

Das Unternehmen Réalise in Genf bietet für Arbeitslose mit atypischer Laufbahn eine sechsmonatige zertifizierende Ausbildung im Bereich Programmieren von Webseiten und mobilen Applikationen an (siehe Presseartikel). Gegenwärtig nehmen 25 Arbeitslose daran teil. Mehr als die Hälfte sollte gleich anschliessend an die Ausbildung eine Stelle finden. Réalise bietet wenig oder nicht ausgebildeten Personen eine berufspraktische Ausbildung in Bereichen, die Bedarf an Arbeitskräften haben.
Medienmitteilung

VD: Wiederaufnahme der Arbeit nach Krebserkrankung

Heute leben in der Schweiz fast 320'000 Personen mit einer Krebsdiagnose. Rund 70% der Patienten und Patientinnen sind in der Remission, von ihnen nehmen zwei Drittel zu gegebener Zeit die Arbeit wieder auf. In einem Artikel der französischsprachigen Zeitschrift REISO befasst sich die Waadtländer Krebsliga (LVC) mit den Schwierigkeiten, die es in diesem Zusammenhang zu beachten gilt: Auswirkungen auf die Arbeit, Arbeitsrecht, Lohnanspruch etc. Um den Wiedereinstieg Genesender zu begünstigen, bietet die LVC Unterstützung in Form von Job Coaching, Information und Mediation an. Die Wiedereingliederung kann prekären Situationen entgegenwirken, die Genesende treffen: Sie haben ein erhöhtes Arbeitslosenrisiko von 37% gegenüber dem Rest der Bevölkerung.