Newsletter vom 27.11.2019

Aktuelle Meldungen vom 27.11.2019

Berufliche Grundbildung

SBFI-Herbsttagung 2019; Kosten und Nutzen der dualen Ausbildung

Die Präsentationen zu den Referaten und die Factsheets zu den Ateliers der SBFI-Herbsttagung 2019 sind auf der Tagungswebseite aufgeschaltet. Die nächste Herbsttagung der Berufsbildung ist für den 24. November 2020 geplant. An der Tagung 2019 wurde u.a. die neuste Kosten-Nutzen-Erhebung des Schweizerischen Observatoriums für die Berufsbildung (OBS EHB) vorgestellt. Die Studie kommt zum Schluss, dass sich für die meisten Ausbildungsbetriebe in der Schweiz die Ausbildung von Lernenden lohnt. Die Studie wurde vom SBFI in Auftrag gegeben.

IDES: Geschäfte zur Bildung: Bund und Kantone / November 2019

Das Informations- und Dokumentationszentrum IDES der EDK publiziert die umfassende Liste "Parlamentarische Dokumentation", auf der sie die politischen Vorstösse und Geschäfte aufführt, die im Bundesparlament und in den Kantonsparlamenten aktuell im Bereich Bildung behandelt werden. Die Liste enthält Geschäfte der Berufsbildung/Sekundarstufe II, der Weiterbildung, der Hochschulen und der obligatorischen Schule.
Ausgabe 11/2019
Archiv

Berufsbildung als Thema beim Austausch mit China

Bundesrat Guy Parmelin hat sich am 14. November 2019 in Bern mit dem chinesischen Bildungsminister Chen Baosheng getroffen. Das Treffen fand im Zusammenhang mit der Plattform für den Informationsaustausch und die Vernetzung im Bildungsbereich statt. Diese dienen einer grösseren Sichtbarkeit und Wertschätzung der Qualität des dualen Bildungssystems. Das Engagement für die berufliche Bildung sorgt gleichzeitig dafür, dass die Unternehmen über die auf dem Arbeitsmarkt gefragten Arbeitskräfte verfügen. 2021 will die Schweiz an den Berufsweltmeisterschaften WorldSkills in Schanghai eine starke Präsenz markieren.
Medienmitteilung

SBFI Mail 10/2019

Der Newsletter SBFI Mail enthält folgende Beiträge mit Bezug zur Berufsbildung:
- Nationaler Zukunftstag, wenn Lehrbetriebe die Türen öffnen
- Thesen zur politischen Bildung, erarbeitet von einer durch das SBFI und die EDK einberufenen Expertengruppe
- Bundes-Exzellenz-Stipendien können künftig digital abgewickelt werden
- 90% der Jugendlichen zwischen 14 und 16 Jahren sind zufrieden mit der gewählten Ausbildung

Molkereiberufe: Erlass von Bildungsverordnungen

Das SBFI hat die revidierten Verordnungen über die berufliche Grundbildung Milchtechnologe/-technologin EFZ und Milchpraktiker/in EBA erlassen. Sie treten am 1. Januar 2020 in Kraft und ersetzen die jeweilige Bildungsverordnung vom 24 August 2011 und 14. Dezember 2005. Die Druckversion wird in einigen Wochen beim BBL erhältlich sein und auf der Internetseite des SBFI zur Verfügung stehen. Die Bildungspläne werden im November 2019 auf der Internetseite vom Schweizerischen Milchwirtschaftlichen Verein und im Berufsverzeichnis aufgeschaltet.

Fachfrau/-mann Betreuung EFZ: Anhörung

Das SBFI hat die Entwürfe der Verordnung über die berufliche Grundbildung und den Bildungsplan für den Beruf Fachfrau/-mann Betreuung EFZ zur Stellungnahme unterbreitet. Anhörungsfrist: 31. Januar 2020. Die Dokumente können hier heruntergeladen werden.

BFS: Lehrvertragsauflösung, Wiedereinstieg, Zertifikationsstatus

Das BFS hat die Publikation "Lehrvertragsauflösung, Wiedereinstieg und Zertifikationsstatus: Resultate zur beruflichen Grundbildung (EBA und EFZ), Ausgabe 2019" veröffentlicht. Sie umreisst den Bildungsverlauf Jugendlicher, die 2004 erstmals eine Berufslehre begonnen haben, und gibt an, wie viele von ihnen viereinhalb Jahre später einen Lehrvertrag aufgelöst hatten und wie viele wieder eine berufliche Grundbildung aufgenommen hatten. Siehe auch Merkblatt Nr. 23 des SDBB.

Erste Schweizermeisterschaft der Milchtechnologinnen-/technologen

20 Kandidatinnen und Kandidaten haben an der ersten Schweizermeisterschaft der Milchtechnologinnen/-technologen am 16. November 2019 im BZWU-Zentrum in Flawil (SG) teilgenommen. Der Wettkampf umfasste theoretische Fachkenntnisse, Laborarbeiten, Etappen der Käseproduktion usw. Auch Zeitmanagement und Kommunikation wurden bewertet. Die jungen Milchtechnologinnen und -technologen repräsentieren den Nachwuchs in einem Sektor, der dringend frische, lebendige Kräfte sucht.
Medienmitteilung

Movetia: Treffen zu Austausch und Mobilität

Mehr als 120 Berufsbildungsakteure trafen sich am 13. November 2019 in Zürich zum Dialog und zur Reflexion der Umsetzung der nationalen Strategie "Austausch und Mobilität". Nach Meinung der Teilnehmer/innen am runden Tisch muss die Berufsbildung flexibler werden, sodass alle motivierten Jugendlichen ungehindert eine Mobilitätserfahrung machen können.
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Coopzeitung mit Schwerpunkt Jugendliche und Berufsbildung

Die Coopzeitung Nr. 47/2019 mit dem Titel "So tickt die Jugend" enthält 30 Seiten, die durch Coop-Lernende gestaltet wurden. Dazu gehören Interviews, u.a. mit dem Verwaltungsratspräsidenten und einer bekannten Spitzensportlerin, sowie Beiträge über die Berufsbildung am Laptop, den Gebrauch von elektronischen Medien und eine Reise nach Amsterdam.

Bilanz zur Integrationsvorlehre

18 Kantone nehmen an dem im August 2018 gestarteten vierjährigen Pilotprogramm "Integrationsvorlehre" (INVOL) teil. Nach dem ersten abgeschlossenen Programmjahr zieht der Bund eine positive Bilanz: Rund zwei Drittel der Teilnehmenden fanden nach Abschluss der INVOL eine Lehrstelle. Sowohl die Teilnehmenden als auch die Berufsfachschulen und Betriebe sind mit dem Pilotprogramm grösstenteils zufrieden.
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Schulorte für Hotel-Kommunikationsfachleute EFZ

Seit 2017 gibt es die Berufslehre Hotel-Kommunikationsfachfrau/-fachmann EFZ, die in der Deutschschweiz bis anhin an zwei Standorten beschult wurde: im Schulhotel Regina in Interlaken als Blockkursmodell und am Berufsbildungszentrum Bau und Gewerbe in Luzern als Tagesmodell. Ab dem Schuljahr 2020/2021 bietet auch die Allgemeine Berufsschule Zürich diese Grundbildung an, für die eine grosse Nachfrage besteht. In der Westschweiz werden die Hotel-Kommunikationsfachleute an der Ecole professionnelle commerciale et artisanale (EPCA) in Sion im Blockkursmodell ausgebildet.

BE: Berufsbildungsbrief 5/2019

Die Ausgabe 5/2019 des Berufsbildungsbriefs des Kantons Bern spricht mehrere Themen an, welche die Bemühungen widerspiegeln, auf unterschiedlichen Ebenen gute Rahmenbedingungen für den Einstieg der Jugendlichen ins Berufsleben zu schaffen. Die Mediation, die der Auflösung eines Lehrvertrags vorbeugen kann, sowie die Lehrbetriebsverbünde bilden einen wesentlichen Bestandteil. Die Publikation enthält auch ein Interview mit einem Berufsfachschullehrer, der die Veränderungen aufzeigt, die in der Holzbaubranche im Zuge der Digitalisierung stattfinden.

VD: Massnahmenplan zur Aufwertung der Berufsbildung

Für den Waadtländer Staatsrat hat die Aufwertung der Berufsbildung Priorität. Dafür unternimmt das Departement für Bildung, Jugend und Kultur Anstrengungen in drei Hauptrichtungen: Beratung, Erfolg und verfügbare Lehrstellen. Der Kanton beabsichtigt, bis 2022 1000 neue Lehrstellen zu schaffen. Ein Aktionsplan mit elf Massnahmen ist festgesetzt worden, um die verschiedenen beteiligten Akteure zu mobilisieren.
Medienmitteilung

Österreich: 31 neue und revidierte Ausbildungsordnungen

Das aktuelle Paket von Ausbildungsordnungen in Österreich umfasst 31 neue bzw. überarbeitete Lehrberufe und schafft eine aktualisierte Ausbildung für rund 15'000 Jugendliche und junge Erwachsene. Neu sind die zwei Lehrberufe Eventkaufmann/Eventkauffrau und Assistent/in in der Sicherheitsverwaltung. Insgesamt wurden die Ausbildungsordnungen mit neuen und digitalen Inhalten modernisiert.

Höhere Berufsbildung und Weiterbildung

Prüfungsordnung in Vernehmlassung

Die zuständige Organisation der Arbeitswelt hat dem SBFI den Entwurf der Prüfungsordnung über die höhere Fachprüfung für Gärtnermeister/in (Fachrichtungen Produktion, Garten und Landschaftsbau) eingereicht.
Bundesblatt vom 26. November 2019

Mittelschulen und Hochschulen

Bericht zum Eignungstest für das Medizinstudium 2019

Im Juli 2019 wurde der Eignungstest für die Zulassung zum Studium der Human-, Zahn- und Veterinärmedizin sowie der Chiropraktik an den Universitäten Basel, Bern, Freiburg und Zürich sowie an der ETHZ und der USI durchgeführt. Das Zentrum für Testentwicklung und Diagnostik an der Universität Freiburg hat einen Bericht über die Testergebnisse veröffentlicht. Laut Bericht wurde der Eignungstest 2019 mit 3887 Personen an neun Testorten und in drei Sprachversionen (deutsch, französisch und italienisch) durchgeführt. 37% der Bewerber/innen für die Humanmedizin erhielten einen Studienplatz.

ETHZ: Master in Quantum Engineering

Seit Herbst 2019 können Bachelorabsolventinnen und -absolventen der Physik und Elektrotechnik ihr Studium im englischsprachigen Master in Quantum Engineering an der ETH Zürich vertiefen. Die Studierenden erwerben eine solide Grundlage in der Quantentheorie und in den Ingenieurwissenschaften.

LU/ZH: Vertiefungsmöglichkeiten in FH-Studiengängen

In mehreren FH-Studiengängen werden neue Vertiefungen angeboten:
- Im Bachelorstudium in Facility Management an der ZHAW können seit Herbst 2019 die Vertiefungen Immobilien, Gebäudesysteme, Service und Events oder Workplace gewählt werden.
- Im Bachelor of Arts in Produkt- und Industriedesign an der HSLU kann ab 2020 die Vertiefung Spatial Design und im Bachelor of Arts in Visueller Kommunikation Data Design & Art studiert werden.
- Im Master of Arts in Design an der HSLU können neben dem bisherigen Master Design neu Digital Ideation oder Service Design gewählt werden.

SG: IT-Bildungsoffensive, Informatikstudiengang an der HSG

Nachdem das St. Galler Stimmvolk im Februar 2019 einen Kredit über 75 Millionen Franken für die Förderung digitaler Kompetenzen genehmigt hat, hat die Regierung nun die ersten drei Projektaufträge erteilt. Dabei handelt es sich um einen Bachelor- und Masterstudiengang an der HSG (ab Spätsommer 2021), Weiterbildungsmassnahmen für alle Lehrpersonen der Volks- und Mittelschulen sowie eine kantonsweite Vernetzungsplattform für Praktikumsplätze.

SG: Ja zur OST Ostschweizer Fachhochschule

Der Beitritt zur Vereinbarung über die OST Ostschweizer Fachhochschule wurde im Kanton St. Gallen mit 82% Ja-Stimmen angenommen. OST ist eine Fusion der Hochschulen FHS St. Gallen, HSR Rapperswil und NTB Buchs. OST wird von sechs Kantonen und einem Land getragen: St. Gallen, Thurgau, Schwyz, Glarus, beide Appenzell sowie das Fürstentum Liechtenstein.
Abstimmungsresultat

ZG: Inhaber einer Online-Universität schuldig gesprochen

Die Schweizerische Eidgenossenschaft hatte anfangs 2019 gegen den Inhaber einer Online-Universität mit Sitz im Kanton Zug einen Strafantrag eingereicht. Der Schulbetreiber habe einerseits in mehreren Textpassagen im Internetauftritt unrichtige und irreführende Angaben zum Leistungsangebot gemacht, schreibt die Luzernerzeitung. Andererseits habe er sich selbst mit unzutreffenden Titeln geschmückt und somit vorgegeben, über besondere Auszeichnungen und Qualifikationen zu verfügen. Das Zuger Strafgericht sieht die Tatbestände erfüllt und hat den Schulinhaber schuldig gesprochen.

Beratung

Studie zum Übergang in die berufliche Grundbildung

Forschende der Universität Bern befragten im Rahmen des Forschungsprojekts "Determinanten der Ausbildungswahl und der Berufsbildungschancen" 1500 Schüler/innen der Sekundarstufe I nach ihrer Wunschausbildung nach der obligatorischen Schule. Daraus geht hervor, dass gute Arbeitsbedingungen und die Möglichkeit, nach der Ausbildung vom Ausbildungsbetrieb übernommen zu werden, höher gewichtet werden als ein hoher Lohn. Den Jugendlichen ist es zudem wichtig, dass die gewählte berufliche Grundbildung inhaltlich ihren Interessen entspricht.

Kooperation von SDBB und Yousty

Die Plenarversammlungen der SBBK und der KBSB hatten Ende 2018 beschlossen, dass ein Kooperationsvertrag zwischen dem SDBB und Yousty ausgearbeitet werden soll, welcher den Datenbezug von berufsberatung.ch sowie weitere Fragen regelt (das Vorhandensein einer Ausbildungsbewilligung und der frühste Ausschreibungszeitpunkt). Da die Forderungen der SBBK und der KBSB in der Zwischenzeit grösstenteils geregelt sind, haben die beiden Vorstände dem Vorschlag des SDBB zugestimmt, die Verhandlungen mit Yousty abzuschliessen.
SBBK-Vorstand: Kurznachrichten

profunda-suisse plant Aktivitäten in der Romandie und im Tessin

Der Verband profunda-suisse will in der Westschweiz ein Büro eröffnen. Er arbeitet dafür mit dem Forschungszentrum für die Psychologie der Berufsberatung (CePCO) an der Universität Lausanne zusammen. Dies teilt der Verband in der Herbstausgabe 2019 seiner Infomail mit (S. 3). profunda-suisse will dadurch auf nationaler Ebene zum Ansprechpartner für die BSLB werden. Der Aufbau einer Vertretung im Tessin ist ebenfalls in Diskussion.

Studie: Hobbys und berufliche Selbstwirksamkeit

Menschen, die ihrem Hobby viel Zeit widmen, glauben gemäss einer englischen Studie stärker an ihre Fähigkeit, gute Arbeit leisten zu können. Dies gilt aber nur, wenn die Freizeitaktivität ernsthaft betrieben wird und sich von ihrer Arbeit unterscheidet. Hobbys, die der beruflichen Tätigkeit zu stark gleichen, können einen negativen Effekt auf die Selbstwirksamkeitserwartung haben.
Zusammenfassung in Deutsch

Interview: Laufbahnen und FH-Weiterbildungen

Zwei Laufbahnberater vom Laufbahnzentrum der Stadt Zürich äussern sich in einem Interview über Karrierefragen und über Weiterbildungen an Fachhochschulen. Das Gespräch ist in der Ausgabe 3/2019 von INLINE erschienen (S. 12–15), dem Magazin von FH Schweiz. Die Ausgabe 3/2019 ist dem Thema Weiterbildung gewidmet.

Künstliche Intelligenz im Coaching

Die Digitalisierung schreitet auch im Coaching voran. Eine Innovation, die verstärkt Einzug in den Markt halten könnte, sind Chatbots. Ein Chatbot agiert als "Coach" und stellt dem Klienten individuelle, offene Fragen. Chatbots seien vor allem am Anfang eines Coaching-Prozesses sinnvoll einsetzbar, schreibt Benno Grams in einem Artikel des Coaching-Magazins.

BE: Umgestaltung der Infotheken

Die Infothek des BIZ Thun wurde von der klassischen Bibliothek zu einer interaktiven Erlebniswelt umgestaltet: Neu bietet die Infothek den Besucherinnen und Besuchern digitale und analoge Informationen im Wechselspiel an. Nach einer Evaluation wird das Pilotprojekt mit regionalen Anpassungen im ganzen Kanton Bern umgesetzt.
Medienmitteilung
Interview

LU: Erhöhung der Stipendiensumme

Die Luzerner Regierung erhöht die Beiträge für Stipendien im Jahr 2020 um eine Million auf 9,6 Millionen Franken (Mitteilung des Regierungrates). Künftig könnten mehr Personen von Ausbildungsbeiträgen profitieren. 2018 erhielten rund 1100 Personen Stipendien. Im Vergleich zu anderen Kantonen befindet sich der Kanton gemäss Luzerner Zeitung bei der Höhe der Stipendien im Hintertreffen. Nur zwei Kantone, Schaffhausen und Zug, gaben 2017 pro Einwohner weniger Geld aus als Luzern.

Arbeitsmarkt

SECO-Studie zu Wachstum und Demografie

Die Bevölkerung der Schweiz wird älter. Das wird sich gemäss einer Studie des SECO in den nächsten 10 bis 20 Jahren in der Wirtschaftsentwicklung niederschlagen. Gezielte Reformen könnten die negativen Effekte mittel- bis langfristig mindern. Geeignet seien beispielsweise Massnahmen, die die Anreize zur Erwerbsbeteiligung erhöhen. Ebenso werde der Entwicklung der Arbeitsproduktivität bei der langfristigen Entwicklung des Wohlstands weiterhin eine zentrale Rolle zukommen. Die Zeitschrift Die Volkswirtschaft bietet eine Zusammenfassung der Ergebnisse an.

Studie: Stress und mangelnde Unterstützung für Weiterbildungen

Stress am Arbeitsplatz nimmt weiter zu – lediglich 6,7% der Arbeitnehmenden fühlen sich durch ihre Arbeit nie gestresst. Dies geht aus dem fünften "Barometer Gute Arbeit" von Travail.Suisse und der Berner Fachhochschule hervor. Gemäss der Studie verlieren Arbeitnehmende auch vermehrt die Hoheit über ihre Arbeitszeiten. Zudem mangle es an manchen Orten an Unterstützung für Weiterbildungen durch die Arbeitgeber.

Praktikum für Personen über 49

Die Neustarter-Stiftung hat das Experiment Praktikum Arbeitswelt 4.0 lanciert. Dabei absolvieren acht Mitarbeitende aus verschiedenen Grossunternehmen ein vierwöchiges Praktikum in einem Start-up, das digital, agil und über Bereiche hinweg vernetzt arbeitet. Die Praktikantinnen und Praktikanten können während diesen vier Wochen ihre Kompetenzen in einem neuen Kontext testen und weiterentwickeln, agiles Arbeiten erleben und sich in der Start-up-Community vernetzen. Danach kehren sie an ihren Arbeitsplatz zurück und haben die Möglichkeit, die neuen Ideen und Denkweisen in ihrem Arbeitsalltag und in ihren Teams zu integrieren.

Arbeit nach 65 für 40% reizvoll, nicht aber für ihre Arbeitgeber

Ungefähr 40% der aktiven Bevölkerung zwischen 50 und 70 Jahren wünschen, über das ordentliche Pensionsalter hinaus zu arbeiten, zumeist in Teilzeit. Allerdings arbeiteten 2018 nur 23% der 65- bis 69-Jährigen. Diese Ergebnisse basieren auf einer Umfrage des Beratungsunternehmens Deloitte. Demnach sind die Unternehmen die Hauptverantwortlichen, weil mehr als zwei Drittel ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern keine Möglichkeit bieten, die Arbeit im Alter nach 65 weiterzuführen. Laut dem Bericht stellen die Personen, die über das Pensionsalter hinaus arbeiten möchten, ein wichtiges und leicht zu mobilisierendes Arbeitskräftepotenzial dar, geschätzt auf 578'000 zusätzliche Arbeitskräfte.
Medienmitteilung

Umfrage: Viele Ältere fühlen sich bei der Stellensuche benachteiligt

Pro Senectute Schweiz untersuchte zusammen mit gfs zürich, ob sich die Bevölkerung in der Schweiz aufgrund des Alters benachteiligt fühlt. In der repräsentativen Umfrage wurden die Themen Informationszugang, Gesundheitsversorgung, Stellensuche, Zugang zu Freizeitangeboten sowie Generationenzusammenhalt und Ansehen der älteren Menschen in der Öffentlichkeit erhoben. Ergebnis: Ältere fühlen sich am ehesten bei der Stellensuche benachteiligt (14%). In der Gruppe der Personen ab 40 bis zur Pensionierung ist es sogar fast jede fünfte Person, die sich bei der Stellensuche aufgrund des Alters benachteiligt fühlt.

Studie: Anhäufung von Ungleichheiten am Ende des Berufslebens

Das am Nationalen Forschungsschwerpunkt LIVES beteiligte Forschungsprojekt DAISIE untersucht die angehäuften Ungleichheiten bei den älteren Arbeitnehmer/innen. Von 2018 bis 2020 wird die Situation in der Schweiz mit derjenigen in vier anderen europäischen Ländern (Irland, Tschechische Republik, Grossbritannien, Schweden) verglichen. Ein Artikel in der Novemberausgabe 2019 des französischsprachigen Magazins uniscope (Seiten 14–15) spricht einige Auswirkungen des Themas Altern in der Berufswelt an: Erhöhung des Rentenalters, (Des-)Engagement der Unternehmen, Verschärfung der Ungleichheit zwischen Männern und Frauen oder auch Beitragslücken.
Weitere Informationen (französisch/englisch)

Berufliche Integration

BFS: 55% der Ausgesteuerten sind wieder erwerbstätig

Seit fünf Jahren werden jährlich knapp 38'000 Personen von der Arbeitslosenversicherung ausgesteuert. 55% von ihnen sind im ersten Jahr nach der Aussteuerung wieder erwerbstätig. Sie erzielen im Vergleich zu den anderen Arbeitnehmenden allerdings tiefere Löhne und sind häufiger in atypischen Arbeitsverhältnissen tätig. Dies zeigt die neue Publikation "Situation der ausgesteuerten Personen" des BFS.

Längsschnittstudie: Eingliederung vor Rente?

Der Rückgang der IV-Renten um über 20 Prozent seit Mitte der 2000er-Jahre ist vornehmlich auf die Verschärfung der Anspruchskriterien zurückzuführen. Zu diesem Schluss kommt eine im Rahmen des Nationalen Forschungsschwerpunkts LIVES der Uni Genf erarbeitete Längsschnittstudie. Die Massnahmen zur beruflichen Eingliederung hätten zwar zugenommen, heisst es weiter. Der Zugang zu diesen Massnahmen und ihre Wirkung seien jedoch je nach Personengruppe sehr unterschiedlich. So profitierten vor allem die jüngsten Versicherten (18–35 Jahre) von Massnahmen zur beruflichen Wiedereingliederung.

BE: Steuerung von arbeitsmarktlichen Massnahmen

Der Kanton Bern geht bei der Steuerung von arbeitsmarktlichen Massnahmen (AMM) neue Wege. Mit exakten Leistungsaufträgen an die Träger von AMM und der kompetenzorientierten Beschreibung der angebotenen Massnahmen wird versucht, möglichst präzise und überprüfbare Ziele zu formulieren. Dazu gehört auch eine intensive Kontrolle der Qualität der Angebote und Ergebnisse. Wie eine Recherche in der Ausgabe 5/2019 der Zeitschrift PANORAMA zeigt, stösst das Vorgehen auch bei Anbietern von AMM auf Zustimmung.

Verschiedenes

Gesetz über die internationale Zusammenarbeit und Mobilität in der Bildung

Der Bundesrat beantragt dem Parlament eine Totalrevision des Bundesgesetzes über die internationale Zusammenarbeit und Mobilität in der Bildung. Dies hat er am 20. November 2019 beschlossen. Das neue Gesetz erweitert den Handlungsspielraum und sichert die Grundlage, um die internationale Zusammenarbeit und Mobilität in der Bildung auch in Zukunft wirksam fördern zu können.

Bundesrat erachtet geltende Regeln für Berufe als angemessen

Der Zugang zur Berufsausübung soll möglichst offen sein. Bei bestimmten Berufsgruppen müssen allerdings gewisse Voraussetzungen erfüllt sein, insbesondere in Bezug auf die Qualifikationen, so bei Ärztinnen und Ärzten, Elektrikerinnen und Elektrikern oder auch in der Psychotherapie. Gemäss dem Bericht "Voraussetzungen zur Ausübung gewisser Berufe. Stand der Dinge", den der Bundesrat am 20. November 2019 verabschiedet hat, braucht es keine Liberalisierung bestimmter Sektoren. Der Bundesrat hat in den vergangenen Jahren keine übermässige Zunahme der Reglementierung festgestellt.

Schweizer Recht: Bildungszugang für Geflüchtete

Geflüchtete treffen in der Schweiz auf eine komplexe Situation, wenn es um den Zugang zu Bildung geht. Dies hat mit dem Zusammenspiel zwischen den unterschiedlichen Rechtsbereichen Bildung, Asyl und Integration sowie der föderalen Ausgestaltung der Kompetenzen zu tun. Ein Fachartikel erläutert die Rechtslage im Grundsatz sowie in Bezug auf die einzelnen Bildungsstufen.

Schweiz ist weiterhin ein Magnet für ausländische Fachkräfte

In der Vergleichsstudie "World Talent Ranking" des International Institute for Management Development (IMD) in Lausanne belegt die Schweiz erneut einen Spitzenplatz. Sie ist stärkstes Magnet für ausländische Fachkräfte. Die grössten Stärken der Schweiz sieht das IMD bei der Berufslehre und der Managerausbildung, den hochqualifizierten Expats sowie der hohen Entlöhnung.

Kompetence.ch: Fachportal Grundkompetenzen

Der Schweizer Dachverband Lesen und Schreiben hat das Fachportal kompetence.ch aufgeschaltet. Es dient der Förderung der vier Grundkompetenzen (Lesen, Schreiben, Rechnen, digitale Kompetenzen) und ersetzt die Internetseite lesenlireleggere.ch, die sich auf den Analphabetismus konzentrierte. Das Portal richtet sich an Fachleute, Medienschaffende und interessierte Personen, die sich mit dieser Thematik auseinandersetzen und Informationen dazu erhalten wollen.