Newsletter vom 20.09.2017

Aktuelle Meldungen vom 20.09.2017

Berufliche Grundbildung

Schweiz und China verstärken Zusammenarbeit in der Berufsbildung

Die Schweiz nimmt eine grosse Anzahl chinesischer Studierender auf, insbesondere auf Doktoratsstufe. In den letzten Jahren haben die Schweizer Fachhochschulen in China Aktivitäten und Partnerschaften aufgebaut. Das Schweizer Berufsbildungssystem stösst ebenfalls auf grosses Interesse. China hat eine umfassende Reform eingeleitet, um Ausbildungen zu schaffen, die den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes besser gerecht werden. Mit einer Absichtserklärung wird der Dialog zwischen der Schweiz und China in der Berufsbildung gestärkt und die Zusammenarbeit gefördert.

Stellungnahme des Bundesrats zu verschiedenen parlamentarischen Interventionen

An seiner Sitzung vom 23. August 2017 trat der Bundesrat auf folgende Interventionen ein:
- Stärkung der Informatikausbildung in der Schweiz (Interpellation 17.3533)
- Lehrstellenüberschuss für die Integration von Flüchtlingen und vorläufig Aufgenommenen nutzen (Interpellation 17.3490)
- Berücksichtigung des Aufwands der Digitalisierung in der BFI-Botschaft (Interpellation 17.3488)
- Chancengerechtigkeit. Welchen Einfluss hat das Schulsystem? (Postulat 17.3500)
- Task-Force schaffen zur Unterstützung, Beratung und Förderung des Berufsbildungssystems im Ausland (Postulat 17.3506)
- Schnellstmögliche Assoziierung der Schweiz an "Erasmus+" (Motion 17.3416)

IDES: Geschäfte zur Bildung in den Kantonen im September 2017

Das Informations- und Dokumentationszentrum IDES der EDK publiziert die umfassende Liste "Parlamentarische Dokumentation", auf der sie die aktuellen Geschäfte im Bereich Bildung aufführt. Die Liste enthält neben Geschäften der Berufsbildung/Sekundarstufe II, Weiterbildung und Hochschulen auch solche der obligatorischen Schule.
Parlamentarische Dokumentation zur Bildungspolitik 9/2017

Hotel-Kommunikationsfachfrau/-mann EFZ: Neue Ausbildung

Nach mehrjähriger Vorarbeit der Trägerverbände haben im August 2017 rund 110 Jugendliche die Berufslehre als Hotel-Kommunikationsfachleute EFZ gestartet. Die Grundbildung vermittelt Kompetenzen im direkten Gästekontakt, im Marketing und in den administrativen Arbeiten rund um das Hotel. Trägerin des neuen Berufs ist die Hotel & Gastro formation Schweiz, die gemeinsame Bildungsinstitution von hotelleriesuisse, Hotel & Gastro Union und GastroSuisse.

Tagung der Kleinstberufe

Am 7. September 2017 hat am EHB in Zollikofen die 6. Tagung der Kleinstberufe stattgefunden. Über 40 Teilnehmer/innen haben sich mit den Themen Social Media, Digitalisierung und Lernen in der Zukunft auseinandergesetzt. Dabei zeigte sich, dass sich auch Nischenberufe mit einer kleinen Anzahl an Lernenden die Digitalisierung zunutze machen können. Das Netzwerk Kleinstberufe wird vom SBFI im Rahmen der Projektförderung für drei weitere Jahre finanziell unterstützt.

Gemeinsame Tagung von TR BS und SBBK: Präsentationen online verfügbar

Die gemeinsame Tagung der Table Ronde Berufsbildender Schulen (TR BS) und der Schweizerischen Berufsbildungsämter-Konferenz (SBBK) hat am 7. September 2017 in Thun stattgefunden. Die Akteure haben den Berufsabschluss Erwachsener und den spezifischen didaktischen Ansatz, den Erwachsene benötigen, erörtert. Die Präsentationen stehen online zur Verfügung.

Sucht Schweiz bietet didaktische Mittel für Berufsbildner/innen im Lehrbetrieb

Seit vielen Jahren engagiert sich Sucht Schweiz für die Prävention im Lehrbetrieb. Nun stellt sie den Berufsbildnern/-innen webbasierte Werkzeuge zur Verfügung, um dem Suchtmittelkonsum Lernender zu begegnen. Ein Erklärvideo zeigt, wie bei Verdacht auf Cannabiskonsum gehandelt werden kann. Der neue Leitfaden "Cannabiskonsum bei Lernenden: Wie reagieren?" ergänzt die Broschüre "Suchtmittelkonsum während der Lehrzeit".
Weitere Informationen

Dienstleistungen des SDBB im Bereich QV

Das SDBB hat über seinen Dienstleistungsbereich Qualifikationsverfahren (QV) einen kurzen Informationsfilm gedreht, mit dem die Tätigkeiten des Bereichs und der jährlich wiederkehrende Prozess der Zusammenarbeit mit den OdA vorgestellt werden. Mit diesem Film werden neue, interessierte OdA angesprochen, aber auch solche, die mit dem SDBB bereits zusammenarbeiten. Er dürfte auch die übrigen Partner und weitere Kreise, die sich für den QV-Prozess interessieren, ansprechen.

suissetec.ch: Neuer Webauftritt

Die neue Website von suissetec bietet für Tablets und Smatphones optimierte Seiten, einen komplett überarbeiteten Shop und weitere Neuerungen wie eine schlanke Navigation, ein Kachelsystem oder Klappmenus.

SG: Führung der Berufsfachschulen geregelt

Mit einem Nachtrag zum Einführungsgesetz zur Bundesgesetzgebung über die Berufsbildung wird im Kanton St. Gallen die Führungsstruktur der Berufsfachschulen geregelt. Die Kompetenzen zwischen den Berufsfachschulkommissionen und dem Bildungsdepartement bzw. dem Amt für Berufsbildung werden abgegrenzt. Mit der bereinigten Zuständigkeitsordnung wird die Kantonalisierung der Berufsfachschulen abgeschlossen.

VS: Stütz- und Weiterbildungsmassnahmen für Lernende

Der Kanton Wallis und die Stiftung Werner Siemens hatten in einer Vereinbarung bereits 2011 die Unterstützung von Technologie-Ausbildungen während fünf Jahren beschlossen, von der bis heute rund 1000 Lernende profitiert haben. Der Erfolg schlug sich signifikant in den Resultaten der Abschlussprüfungen der Industrie- und Elektrotechnikbranche nieder. In einem neuen Projekt "Unterstützung von Ausbildungen im Bereich der Gebäudehülle und -technik" werden Stütz- und Weiterbildungskurse für Lernende in den technischen Branchen des Baugewerbes, vor allem im Bereich Energieeinsparungen, angeboten.
Medienmitteilung

ZH: 10 Jahre Studiengang für Berufskundelehrer/innen an der PH

Die Pädagogische Hochschule Zürich PHZH hält in einer Festschrift eine Rückschau auf des erste Jahrzehnt der Ausbildung von Berufsfachschul-Lehrern/-innen und lotet das Umfeld aus: Die Berufsbildungslandschaft ist in Bewegung. Diese wird insbesondere durch die fortschreitende Digitalisierung verursacht. An einer Feier wurde das neue 4K-Modell (Kreativität, Kritisches Denken, Kommunikation und Kollaboration) vorgestellt, nach dem die Lehrer/innen ausgebildet werden.

Österreich: Evaluation der Lehrstellenförderung

Die Lehrstellenförderung des Arbeitsmarktservice AMS Österreich erweist sich als effektives und effizientes Instrument, um benachteiligte Jugendliche bei der Lehrstellensuche zu unterstützen. Der nachhaltige, arbeitsmarktpolitische Erfolg liegt unter anderem darin begründet, dass eine abgeschlossene berufliche Grundbildung für die weitere Berufslaufbahn bedeutsam ist.
ibw-öibf-Evaluationsbericht: Kurzfassung D / Kurzfassung E

Höhere Berufsbildung und Weiterbildung

Direkte Bundesbeiträge für die höhere Berufsbildung

Absolvierende von Kursen, die auf eine eidgenössische Prüfung vorbereiten, werden vom Bund ab 1. Januar 2018 direkt finanziell unterstützt. Die Beiträge zugunsten der höheren Berufsbildung werden zudem markant erhöht. Der Bundesrat hat am 15. September 2017 die dafür notwendige Änderung der Berufsbildungsverordnung und die entsprechende Inkraftsetzung beschlossen.
Medienmitteilung

Prüfungsordnungen in Vernehmlassung

Die zuständigen Organisationen der Arbeitswelt haben dem SBFI die Entwürfe von Prüfungsordnungen zu folgenden Berufsprüfungen eingereicht: Fahrzeugrestaurator/in mit Fachrichtung Automobiltechnik, Carrosseriespenglerei oder Carrosserielackiererei, Berufsbildungsfachmann/-fachfrau und Fachmann/Fachfrau für Justizvollzug, je mit eidgenössischem Fachausweis. Dazu kommen die Entwürfe der Prüfungsordnungen über die höhere Fachprüfung Experte/Expertin Bewegungs- und Gesundheitsförderung mit eidgenössischem Diplom, Fachrichtung medizinische Fitness im Netzwerk oder Führung von Fitness- und Bewegungsunternehmen.
Bundesblatt vom 12. September und 19. September 2017

Langzeitpflege: Kick-off einer nationalen Kampagne

Die Branchenorganisationen Curaviva Schweiz, Spitex Schweiz und OdASanté lancieren eine nationale Imagekampagne zur Förderung des Bekanntheitsgrades der höheren Berufsbildung und der Karrierechancen in der Langzeitpflege. Die Kampagne startet 2018. Sie wird vom SBFI unterstützt.
Medienmitteilung

Das Schweizer System im internationalen Kontext

Im ODEC-Bulletin 3/2017 (Seiten 12-13) des Schweiz. Verbands der dipl. HF setzt Ursula Renold die höhere Berufsbildung der Schweiz in Bezug zum internationalen Kontext. Diese passt funktional nur bedingt ins Bildungsschema der ISCED-Klassifikation. Beim Schweizer System macht insbesondere die berufliche Praxiserfahrung den grossen Unterschied aus.

Mittelschulen und Hochschulen

Masterstudiengang Psychologie an der Fernuni

Die Fernuni Schweiz führt im Frühjahrssemester 2018 den Master in Psychologie sowohl in deutscher wie auch in französischer Sprache ein. Es handelt sich um einen universitären Masterstudiengang, der drei Jahre dauert und 120 ECTS umfasst. Der wissenschaftlich ausgerichtete Master verbindet inhaltliches und methodisches Grundlagenwissen mit Anwendungen in zwei wählbaren Vertiefungsbereichen (Gesundheit und Bildung; Arbeit und Wirtschaft). Zulassungsbedingung ist ein universitärer inländischer Bachelor. Über die Gleichwertigkeit ausländischer Bildungsnachweise entscheidet die Direktion.

OECD: Bildungsstandort Schweiz ist international begehrt

17% aller Studierenden und mehr als die Hälfte aller Doktoranden/-innen in der Schweiz kommen aus dem Ausland. Das ist deutlich mehr als im gesamten OECD-Raum mit durchschnittlich 6-8% Studierenden aus dem Ausland. Gemäss der OECD-Studie "Education at a Glance" sind bei den internationalen Studierenden die naturwissenschaftlichen Fächer, Mathematik und Statistik besonders beliebt.

SH: Private Hochschule

Die private Hochschule Schaffhausen hat im Frühling 2017 mit elf Studierenden im Master of Business Administration (MBA) den Studienbetrieb aufgenommen. Im Oktober 2017 startet der Studiengang Master Wirtschaftspsychologie. Ab 2018 geplante Studiengänge sind Betriebswirtschaftslehre sowie Sport- und Eventmanagement. Angeboten wird ein "semi-virtuelles" Studienkonzept: Die Studierenden sind fünf Mal pro Semester freitags und samstags am Hochschulcampus, nach den Präsenzblöcken studieren sie über internetbasierte Lernplattformen. Die Hochschule Schaffhausen hat ein Gesuch auf institutionelle Akkreditierung beim Schweizerischen Akkreditierungsrat eingereicht.

ZH: Neues von den Zürcher Hochschulen

Die Zürcher Hochschulen melden per Herbstsemester 2017 die folgenden Änderungen:
- Die Universität Zürich bietet einen neuen Studiengang "Master of Law UZH" an, dies im Rahmen eines Double-Degree-Abkommens mit der Universität Amsterdam.
- Die Lateinpflicht für die Deutschen Sprach- und Literaturwissenschaften entfällt.
- Neben der Universität Zürich bietet nun auch die ETH Zürich ein Masterprogramm "Data Science" an.
- An der ETH Zürich kann erstmals der Bachelorstudiengang Humanmedizin studiert werden.
- Neu kann man in Doktoratsprogrammen promovieren, die von FH und Universitäten gemeinsam angeboten werden.

Beratung

Neuerungen auf berufsberatung.ch

Auf berufsberatung.ch wurden im Sommer 2017 unter anderem die folgenden Ergänzungen vorgenommen:
- Links von den Berufen zu den Lehrstellen: Auf der Detailansicht jedes Berufs werden in der rechten Spalte die offenen Lehrstellen angezeigt.
- Lehrstellen-Suche: Mit einem Such-Abo werden die Ratsuchenden laufend über neu aufgeschaltete Lehrstellen informiert. Zudem wurde die Suche verbessert: Suchbegriffe werden zur Auswahl vorgeschlagen.
- Spezifische Suchen für die Fachmittelschulen, gymnasialen Maturitätsschulen und für die schulisch organisierte Grundbildung.
- Freitext-Suche bei den Aus- und Weiterbildungen: Neu kann auch nach Orten gesucht werden (z. B.: "Biologie Lausanne").
- Detail-Informationen zu Sprachdiplomen in Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch.
Weitere Informationen

Forschungsschwerpunkt LIVES: Entwickeln der Karriereanpassungsfähigkeit

Das persönliche, soziale und berufliche Netzwerk sowie die psychologischen Ressourcen, insbesondere die Karriereanpassungsfähigkeit, sind wichtig, wenn berufliche Übergangssituationen zu bewältigen sind. Beratende können den Klienten/-innen helfen, ihre Karriereanpassungsfähigkeit zu entwickeln, indem sie mit ihnen an Fragen zu Interesse, Neugier, Zuversicht und Kontrolle arbeiten. Ein Hintergrundpapier stellt im Rahmen des Forschungsschwerpunkts LIVES die Forschungsergebnisse zum Thema vor. Studien legen nahe, dass die Förderung dieser Ressourcen die Arbeitsmarktfähigkeit und das Selbstwertgefühl stärkt und die Stellensuche effizienter gestaltet.

AG: ask! mit neuer Geschäftsleitung

Der Vorstand von "ask! – Beratungsdienste für Ausbildung und Beruf Aargau" hat Sonja Brönnimann zur Vorsitzenden der Geschäftsleitung und Abteilungsleiterin Finanzen und Dienste gewählt. Die Finanzfachfrau hat ihre Geschäftsleitungs- und CFO-Erfahrungen bei "Witzig The Office Company" und "GastroSocial" gesammelt. Führungserfahrung hat sie auch als selbstständige Treuhänderin erworben; sie betreute den Personalbereich von KMU mit 5 bis 250 Angestellten. Mit Sonja Brönnimann und den drei Abteilungsleitenden Martin Ziltener, Daniel Zehnder und Susanna Häberlin ist die Geschäftsleitung von ask! nun wieder vollzählig.

FR: Förderkampagne zur Berufswahl

Das Freiburger Amt für Berufsberatung und Erwachsenenbildung hat eine Förderkampagne zur Berufs- und Ausbildungswahl gestartet. Alle Veranstaltungen werden künftig auf dem Webportal berufsberatung.ch/infoveranstaltungen erfasst und über die sozialen Medien verbreitet. Um das Zielpublikum zu erreichen, setzt die die Kampagne den jüngsten Spieler des HC Fribourg-Gottéron ein, der einmal pro Monat in die Rolle eines Lernenden schlüpft und Berufe in Kurzvideos vorstellt, die in den sozialen Medien geteilt werden. Bei den Dreharbeiten trägt er eine Snapchat-Brille, mit der man die Aufnahmen aus der Perspektive des Trägers miterlebt.
Medienmitteilung

Deutschland: Neue Befunde zur Generation Y

Angestellte unter 35 Jahren verfügen über einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit und Solidarität und wollen am Arbeitsplatz mitentscheiden. Zu diesem Schluss kommt eine deutsche Studie; sie widerspricht damit bisherigen Befunden zur Generation Y. Ein Wertewandel sei nicht erkennbar, so die Studie weiter. Auffällig sei aber, dass die Erfahrungen der jungen Arbeitnehmenden mit bereits mehreren Wirtschaftskrisen, verbunden mit Entlassungen und Umbrüchen, Spuren hinterlassen hätten. Bei vielen habe sich trotz grosser Anpassungsfähigkeit ein Gefühl der Unsicherheit festgesetzt. Sie trauten sich deshalb weniger als andere, Forderungen zu stellen oder Grenzen zu setzen.

Arbeitsmarkt

Umfrage: Verdeckter Arbeitsmarkt bleibt wichtig

Viele Stellen werden nach wie vor ohne Ausschreibung besetzt. Dieser verdeckte Arbeitsmarkt bleibe "entscheidend", wie der Outplacement-Anbieter Von Rundstedt auf der Grundlage einer Befragung von 250 Unternehmen aus der ganzen Schweiz feststellt. 82 Prozent der Arbeitgeber besetzten Stellen teilweise ohne Ausschreibung und ohne formalen Rekrutierungsprozess. Die Umfrage ergab zudem, dass nur gerade für drei Prozent der Arbeitgeber Seniorität ein wichtiger Vorteil bedeutet. Für 93 Prozent der Arbeitgeber sei Agilität wichtiger.

Online-Schalter StartBiz macht Sinn

Im Auftrag des SECO erstellte die Universität St. Gallen eine Studie, die den Nutzen des Gründerportals startbiz.ch untersuchte. Über startbiz.ch können Unternehmen Anmeldungen bei Handelsregister, AHV, Mehrwertsteuer und Unfallversicherung direkt online abwickeln. Die Ergebnisse zeigen, dass der Nutzen bei den Informationsvorteilen, der Zeitersparnis, der guten Zugänglichkeit des Tools sowie den Kostenersparnissen liegt. Bei Einzelfirmen wurden dank StartBiz der Zeitaufwand für die formelle Gründung um zwei Drittel verringert und die Kosten um ca. 50% gesenkt.

VDK will Übergangslösungen für Masseineinwanderungs-Initiative

Die Konferenz kantonaler Volkswirtschaftsdirektoren (VDK) wünscht, dass die Umsetzung der Masseneinwanderungs-Initiative (MEI) Rücksicht auf den anspruchsvollen Vollzug in den Kantonen nimmt. Sie beantragt eine Umsetzung ab Juli 2018. Dabei sollen in einem ersten Schritt nur Berufe mit einer Arbeitslosigkeit von mindestens 8 Prozent erfasst werden, erst ab Mitte 2019 dann auch Berufe ab 5 Prozent. Zudem fordert die VDK risikobasierte (stichprobenweise und nicht flächendeckende) Kontrollen. Die Konferenz der Kantonsregierungen wird abschliessend am 29. September zur MEI Stellung nehmen, dies im Rahmen der für sie verlängerten Frist für die Vernehmlassung zu den Verordnungsänderungen.

NE: Mindestlohn tritt in Kraft

Im Kanton Neuenburg ist der Mindestlohn nun bei allen AHV-pflichtigen Arbeitsverhältnissen anwendbar, nachdem das Bundesgericht das 2014 beschlossene Gesetzes bestätigt hat. Die bis zum 29. September 2017 in Vernehmlassung gegebene Durchführungsverordnung muss im Oktober 2017 verabschiedet werden. Für das Jahr 2017 beträgt der Mindestlohn CHF 19.70 pro Stunde. Das Arbeitsamt hat ein Merkblatt zum Mindestlohn mit Hinweisen zur Gesetzesanwendung sowie Berechnungshilfen veröffentlicht.
Medienmitteilung

Berufliche Integration

Helpline für arbeitslose Jugendliche

Zur Prävention und Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit startet "Check Your Chance", ein Dachverein gegen Jugendarbeitslosigkeit, in Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeberverband und Pro Juventute eine nationale Helpline: "GO4JOB" (0800 464 562). Sie ist eine Anlaufstelle für Jugendliche, aber auch für Berufsschullehrer, Berufsbildnerinnen oder für die Eltern der Jugendlichen. Bei aktueller oder drohender Arbeitslosigkeit soll die Situation frühzeitig erfasst und den Jugendlichen Hilfe angeboten werden. Auf die neue Helpline können Betroffene aus der ganzen Schweiz rund um die Uhr anrufen. In der Schweiz gab es 2016 rund 50'000 erwerbslose Jugendliche.

Rechtsgutachten SECO: Verzicht auf Arbeitsbemühungen möglich

Das SECO hat ein Rechtsgutachten zum Artikel 85f AVIG (Förderung der interinstitutionellen Zusammenarbeit) erstellen lassen. Anlass waren Fragen, die aus den Projekten "Optima" (LU) und "Pforte Arbeitsmarkt" (AG) hervorgingen. Das SECO kommt unter anderem zum Schluss, dass "die Einrichtung einer gemeinsamen Wiedereingliederungsstelle möglich" sei, ebenso die befristete Fallübertragung an eine andere Institution oder an eine gemeinsame Wiedereingliederungsstelle unter bestimmten Bedingungen. Auch sei "ein befristeter Verzicht auf den Nachweis von Arbeitsbemühungen (beispielsweise für bis zu drei Monate) unter Anwendung der objektiven Kriterien der Zumutbarkeit im Einzelfall möglich".

Zeitschrift "Soziale Sicherheit" zur interinstitutionellen Zusammenarbeit

Die Zeitschrift "Soziale Sicherheit" publiziert in ihrer Ausgabe 3/2017 eine Reihe von Beiträgen zur interinstitutionellen Zusammenarbeit (IIZ). So werden Projekte in den Kantonen St. Gallen und Neuenburg porträtiert. Die IIZ wird künftig über eine permanente Fachstelle verfügen, die unter anderem den Informationsaustausch insbesondere mit den kantonalen IIZ-Strukturen fördern wird. Die Fachstellenleitung wird seit dem 1. September 2017 von Christian Kälin wahrgenommen.

Bericht zur Kostenentwicklung in der Sozialhilfe

Zwischen 2005 und 2015 sind die Kosten für die Sozialhilfe von 1,7 auf 2,6 Milliarden Franken gestiegen. Die Zunahme beruht auf der wachsenden Zahl der Bezüger/innen (+11,8%) und den gestiegenen Ausgaben pro Bezüger/in (+33%). Gemäss dem vom Bundesrat veröffentlichten Bericht "Kostenentwicklung in der Sozialhilfe" ist die Sozialhilfequote stabil geblieben, doch hat die Bevölkerung während dieser Periode zugenommen. Trotz einer gewissen Undurchsichtigkeit der Kosten erklären verschiedene Faktoren den Anstieg: Zuwachs der Alleinerziehendenhaushalte, Probleme auf dem Arbeitsmarkt, langfristiger Leistungsbezug, Mietpreisniveau, hohe Gesundheitskosten. Der Bericht hebt auch die kantonalen Unterschiede und die Schwierigkeiten der Datenvergleichbarkeit zwischen den Kantonen hervor.
Medienmitteilung

GE: Digitales Portal zur Schulung von Stellensuchenden

Das Genfer Arbeitsamt lanciert JobIn, das erste digitale Portal in der Schweiz, das arbeitslos gemeldeten Personen ermöglicht, sich Techniken zur Stellensuche anzueignen. Die Schulung besteht aus acht Modulen mit Lernprogrammen, Beratungsvideos von Personalverantwortlichen und rund vierzig interaktiven Aktivitäten. Der Fortschritt der Kandidaten/-innen wird online von deren persönlichen Betreuern/-innen begleitet.

Verschiedenes

Studie zu Ausbildung und Humankapital

Norwegen, Finnland und der Schweiz gelingt es am besten, das wirtschaftliche und berufliche Potenzial ihrer Bürgerinnen und Bürger zu mobilisieren. Bei der Qualität des Bildungssystems und der Ausbildung der Arbeitskräfte landet die Schweiz auf dem ersten Platz. Dies hat die Studie "Global Human Capital Report 2017" des Weltwirtschaftsforums ergeben.
Medienmitteilung

Medienkompetenzen und unterstützende Technologien für die Berufslehre

Die französischsprachige Ausgabe 3/2017 der Schweizerischen Zeitschrift für Heilpädagogik befasst sich mit der Verwendung digitaler Technologien für Lernende mit besonderen pädagogischen Bedürfnissen in der Lehre. In einer Reihe von Artikeln hebt die Zeitschrift namentlich die Bedeutung der menschlichen Vermittlung bei der Anwendung digitaler Technologien hervor. Es ist deshalb notwendig, personelle Ressourcen zur Unterstützung der Anstrengungen betroffener Lernender zu schaffen. Die Stiftung Schweizer Zentrum für Heil- und Sonderpädagogik hat auf ihrer Internetseite Informationen zu den ICT aufgeschaltet.