Newsletter vom 12.02.2020

Aktuelle Meldungen vom 12.02.2020

Berufliche Grundbildung

Die Rolle der Berufsbildner/innen bei der beruflichen Sozialisierung

Obwohl die Unternehmen in der dualen Berufsbildung eine Schlüsselrolle spielen, sind sie nur selten Gegenstand von Studien. Dies trifft besonders auf die Berufsbildner/innen zu. Eine Studie des EHB erforscht, wer die betrieblichen Berufsbildner/innen sind, was sie veranlasst hat, Lernende auszubilden, und welche Bildungs- und Berufslaufbahnen sie eingeschlagen haben. Die Untersuchung gibt zudem vertiefte Einblicke in ihren Alltag und die Vielfalt ihrer Rollen bei der Begleitung der Lernenden. Gegenstand ist auch, wie sie Wissen und Haltungen vermitteln.

Berufliche Grundbildung im Detailhandel: Innovation bei Coop

In einem Interview in der Coopzeitung (französische Ausgabe 6/2020, S. 50–51), skizziert der Berufsbildungsverantwortliche bei Coop Westschweiz, wie der Grossverteiler ab August 2020 die Reform der beruflichen Grundbildung im Detailhandel (Verkauf 2022+) vorwegnimmt. Die Lernenden werden in zwei Verkaufsstellen ausgebildet. Im ersten Lehrjahr erwerben sie mit einem Berufsbildungsverantwortlichen das praktische Basiswissen in 12 Stunden pro Woche. Das 2. und 3. Lehrjahr verbringen sie in einer zweiten Filiale, das sie entsprechend ihren beruflichen Fähigkeiten fordert und anspornt. Die Lernenden werden auch eine "digitale Revolution" erleben.

Bäckerei-Confiserie: Mehr Tagesarbeit für Lernende gefordert

Hubert Gassmann, pensionierter Berufsschullehrer im Berufsbildungszentrum Willisau (LU), äussert sich zu den Arbeitszeiten in der Branche Bäckerei-Konditorei-Confiserie. Ihm zufolge genügen bestimmte Rahmenbedingungen (Arbeitsbeginn vor 5 Uhr morgens, Arbeitsweg nachts), um Jugendliche und ihre Eltern zu entmutigen. Als Gegenmittel wünscht sich Hubert Gassmann, dass die Tagesarbeit zunehmend zum Standard wird, vor allem beim Berufseinstieg. Seine Ausführungen sind im Magazin Panissimo zu lesen.

AI: Neuer Amtsleiter gewählt

Alfred Steingruber wurde als Nachfolger von Stefan Jung zum neuen Leiter des Amts für Berufsbildung und Berufsberatung Appenzell I.Rh. gewählt. Steingruber (44) hat nach dem Ingenieurstudium in Elektrotechnik ein Nachdiplomstudium als Wirtschaftsingenieur abgeschlossen. Anschliessend war er von 2001 bis 2017 Projektleiter in verschiedenen Unternehmen. Von 2006 bis 2014 hat er berufsbegleitend Fachunterricht für Elektroinstallateure im Berufsbildungszentrum Herisau erteilt und war Prüfungsexperte für die Lehrabschlussprüfungen. Seit 2017 ist er selbstständiger Unternehmer. Als Amtsleiter beginnt er am 1. März 2020.
Medienmitteilung

BE: Berufsbildungsbrief 1/2020

Im Editorial des Berufsbildungsbriefs 1/2020 stellt die Bildungs- und Kulturdirektorin fest, dass im Kanton Bern fast 95% der 25-Jährigen über einen Berufs- oder Mittelschulabschluss verfügen. Die Berufsbildung integriere mit Abstand am meisten junge Menschen in die Arbeitswelt. In einem Doppelinterview erläutern zwei Verbandsvertreter die Entwicklung der Ausbildungen von Kaufleuten und Detailhandelsfachleuten. In einem Porträt von Lernenden mit AD(H)S werden Probleme und Herausforderungen, aber auch die Vorteile dargelegt, "wenn das Gehirn anders tickt". Die weiteren Artikel behandeln die QualiCarte, Berufsbildung und Migration sowie Rechtsfragen in Form von Videostatements.

JU: Jean-Luc Portmann ist gestorben

Jean-Luc Portmann, ehemaliger Dienstchef der Berufsbildung des Kantons Jura, ist am 10. Februar 2020 gestorben. Jean-Luc Portmann war bis zu seiner Pensionierung Ende 2017 eine wichtige Stütze der SBBK und des SDBB. Er war Mitglied des Aufsichtsrates des SDBB und später der Kommission des SDBB sowie stellvertretender Präsident der Fachkommission für die Qualifikationsverfahren und Präsident der SCOP. Er setzte sich für einen nationalen Ansatz für die Qualifikationsverfahren ein und koordinierte diese für die gesamte Westschweiz.

Deutschland: Internationalisierung der Berufsbildung

Die Internationalisierung der Berufsbildung schreitet weiter voran. Aber was genau umfasst der Begriff? Dass es nicht nur um Auslandsaufenthalte für Lernende und Bildungspersonal sowie den Erwerb internationaler Kompetenzen oder grenzüberschreitende Kooperationen geht, zeigt die Ausgabe 31 des Journals "Bildung für Europa" in einem Schwerpunkt mit zahlreichen Beiträgen.

Frankreich: Berufliche Grundbildung 2019 mit starkem Zuwachs

Im Jahr 2019 registrierte Frankreich 485'800 Lernende in der beruflichen Grundbildung. Ihre Zahl stieg um 16% dank 353'000 neuer Lehrvertragsabschlüsse. Dies ist der grösste jemals verzeichnete Anstieg. Die Rekordzahl wurde eineinhalb Jahre nach Verabschiedung des Gesetzes über die berufliche Zukunft (Avenir professionnel) erreicht, das den Zugang zur Berufslehre erleichtert und die verfügbaren Ausbildungsangebote erweitert. Mit 140'000 Lernenden in 250 Berufen ist das Handwerk ein Sektor, in dem die berufliche Grundbildung gut entwickelt ist.
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Österreich: Schweizer Bildungssystem – ein Modell zur Bekämpfung des Fachkräftemangels im Gesundheitswesen?

Mit der Einführung einer Bildungssystematik, welche die Durchlässigkeit zwischen den verschiedenen Stufen garantiert, hat die Schweiz auf den wachsenden Fachkräftemangel im Gesundheitswesen reagiert. Mehrere Länder der EU, darunter Österreich, sehen im "Schweizer Modell" einen möglichen Ansatz zur Bekämpfung des akuten Mangels an Pflegefachkräften. Um mehr über dieses Konzept zu erfahren, hat die Institution Hilfswerk Österreich die OdASanté zu einem Treffen nach Wien eingeladen.

Höhere Berufsbildung und Weiterbildung

Polizist/in BP: Verlängerung der Grundausbildung

Die polizeiliche Grundausbildung dauert seit Herbst 2019 in der ganzen Schweiz neu zwei Jahre statt wie bisher nur ein Jahr, wie die Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren entschieden hat. Dies, um die polizeiliche Grundausbildung weiterzuentwickeln und den steigenden Anforderungen anzupassen.

BE: Zusatzpauschale als Ergänzung zu den Bundesbeiträgen für eidg. Prüfungen

Personen, die einen Vorbereitungskurs für eine eidgenössische Prüfung (eidg. Fachausweis oder eidg. Diplom) absolviert haben, können finanzielle Unterstützung vom Bund erhalten. Die Hälfte der Kurskosten wird ihnen damit zurückerstattet. In Spezialfällen ergänzt der Kanton Bern die Bundessubvention mit einem Zusatzbeitrag. Die Regelung gilt für vorbereitende Kurse zu eidgenössischen Abschlüssen von erhöhtem öffentlichen Interesse im Bereich Gesundheit.
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Mittelschulen und Hochschulen

BFS: Die meisten Studierenden bleiben in ihrer Sprachregion

Lediglich 3% der deutschsprachigen und 5% der französischsprachigen Eintretenden nehmen ein Studium an einer Hochschule ausserhalb ihrer Sprachregion auf. Viel höher ist dieser Anteil bei den Italienischsprachigen, nämlich 84% an Universitäten und ein Drittel an Fachhochschulen. Ausserdem stammten 2018/2019 34% der eintretenden Masterstudierenden an Fachhochschulen aus dem Ausland, an den Universitäten waren es 28%. Auf Doktoratsstufe lag der Anteil bei 57%. Dies geht aus einer Publikation des BFS hervor.

Daten zum Studienerfolg der Mittelschüler/innen

Bisher sind laut Tagesanzeiger die Daten von 19 Schweizer Gymnasien zum Studienerfolg ihrer Abgänger/innen offengelegt. Eine zentrale Publikation aller Studienerfolgsquoten lehnt der Bundesrat mit dem Argument ab, eine Rangliste der Gymnasien vergleiche nicht Vergleichbares und Erfolgs- und Studienabbruchzahlen sagten nicht genug über die Qualität eines Bildungsinstituts aus. Die Auswertung und Publikation entsprechender Daten bleibt demnach den einzelnen Kantonen überlassen.

Fernfachhochschule Schweiz: BSc Betriebsökonomie online

Prüfungen und Präsenzunterricht des BSc Betriebsökonomie an der Fernfachhochschule Schweiz können ab Herbst 2020 neu vollständig online absolviert werden: Anstatt für den Präsenzunterricht an den Campus zu reisen, nehmen die Studierenden der virtuellen Klasse via Audio, Video und Chat am Unterricht der physischen Klasse teil. Das Modell wurde bereits im MSc erprobt und soll sukzessive auf Weiterbildungen ausgeweitet werden, beispielsweise auf den EMBA oder auf den CAS in Personalpsychologie.
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SH: Erste Studierende am Schaffhausen Institute of Technology

An der privaten Universität "Schaffhausen Institute of Technology" (SIT) haben sich laut einem Bericht der NZZ die ersten elf Studierenden immatrikuliert. Noch befinden sie sich allerdings nicht in Schaffhausen, sondern an Partneruniversitäten im Ausland. Gemäss dem Gründer Sergei Beloussow sollen in zehn Jahren 2500 Studierende nach Schaffhausen kommen und dort den Masterstudiengang in Physik oder Computerwissenschaften belegen. Das Institut wird vom Kanton mit drei Millionen Franken unterstützt.

VS: Partnerschaft von Fachhochschule und Lonza

Die Fachhochschule HES-SO Valais-Wallis und der Chemiekonzern Lonza (Visp) haben eine zehnjährige strategische Partnerschaft unterzeichnet. Einerseits soll die biotechnologische Erfahrung von Lonza genutzt werden, um FH-Studiengänge zu entwickeln. Andererseits soll dem Bedarf des Unternehmens an qualifiziertem Personal und Forschungsexpertise begegnet werden. Zudem soll mit dieser Synergie die Attraktivität der Hochschule in Ingenieurwissenschaften in Sitten deutlich gesteigert werden.
Medienmitteilung

Beratung

berufsberatung.ch: Nutzungsstatistik 2019

Über eine halbe Million Besucher/innen (Unique Visitors) nutzen jeden Monat berufsberatung.ch. Im Zentrum des Interesses standen 2019 die Berufsinformationen, die Lehrstellenabfrage und die Aus- und Weiterbildungen. Der Gebrauch über mobile Geräte nimmt weiterhin zu. 2019 haben erstmals mehr als die Hälfte aller User berufsberatung.ch auf mobilen Endgeräten (Smartphones und Tablets) genutzt.
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News von charakterstaerken.org

Ab sofort können alle Fragebogen auf dem Portal charakterstaerken.org wiederholt ausgefüllt werden. So können die Ergebnisse miteinander verglichen werden. Am 5. Juni 2020 findet zudem der zweite VIA-Anwendertag statt. Diese Veranstaltung richtet sich an alle in der Praxis tätigen Fachleute, die mit den Fragebogen zu Charakterstärken arbeiten.

JAMES-Jugendstudie: Mediennutzung und Gesundheit

Neun von zehn Jugendlichen in der Schweiz fühlen sich gesund oder bewerten ihren Gesundheitszustand gar als ausgezeichnet. Trotzdem berichten viele über gesundheitliche Beschwerden wie Kopf- und Rückenschmerzen, Müdigkeit oder Konzentrationsschwierigkeiten, die möglicherweise im Zusammenhang mit der Mediennutzung stehen. Dies zeigt der aktuelle JAMESfocus-Bericht von ZHAW und Swisscom. Die Forschenden haben die Mediennutzung und die Gesundheit von 12- bis 19-jährigen Jugendlichen in der Schweiz untersucht.

Zeitschrift der HEG-FR: Spezialdossier zu Leadership

In der Winterausgabe 2019/2020 enthält die zweisprachige Zeitschrift der Freiburger Hochschule für Wirtschaft ein Spezialdossier zu Leadership. Die verschiedenen Artikel befassen sich mit der Geschichte des Begriffs (S. 12–13, in Deutsch), Leadership als soziale Kompetenz von Führungskräften (S. 15, in Französisch), die Bestandteile idealer Leadership (S. 16–17, in Französisch) und Leadership im Unterricht (S. 22–23, in Deutsch).

Kritische Analyse der gesundheitsorientierten Leadership

Eine wachsende Zahl von Forschungsarbeiten untersucht und modelliert die "Healthy Leadership". Letztere umfasst Managementkonzepte, die sich auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Mitarbeiter/innen konzentrieren. Eine Studie (in Englisch) führt dazu eine systematische Analyse durch. Die Forscher/innen kritisieren Kohärenz, Methode oder Validierung der Ansätze und schlagen ihrerseits ein einheitliches theoretisches Modell vor. Bis zur Validierung dieses Modells können die Führungskräfte die Gesundheit ihrer Mitarbeiter/innen bereits dank bestimmter Verhaltensweisen (z.B. adäquate Verwaltung der verfügbaren Ressourcen oder der Arbeitsorganisation) positiv beeinflussen. Die Studie ist auf dem Informationsportal der Föderation der Schweizer Psychologinnen und Psychologen vorgestellt.

Online-Kurs zur Künstlichen Intelligenz

Die Deutschen Industrie- und Handelskammern haben einen kostenlosen Online-Kurs zur "Künstlichen Intelligenz" eingerichtet. Für die Teilnahme sind weder mathematische Kenntnisse noch Programmierkenntnisse erforderlich. Die sechs Module können bei freier Zeiteinteilung in 30 bis 60 Stunden online absolviert werden. Gezeigt wird, wie Maschinen lernen, Bilder und Texte zu erkennen und mit Menschen zu interagieren.

Arbeitsmarkt

Befragung: Jeder Zweite offen für einen Jobwechsel

Mehr als die Hälfte der Berufstätigen in der Deutschschweiz wäre bereit, heuer den Arbeitgeber zu wechseln, wenn sich eine passende Gelegenheit bieten würde. Ihrem Unternehmen bewusst treu bleiben Arbeitnehmende vor allem, wenn das kollegiale Umfeld stimmt, zeigt eine repräsentative Befragung im Auftrag von XING.

Interview: Wie arbeiten wir in Zukunft?

Plattformen, die zwischen Selbstständigen und Kundinnen und Kunden vermitteln, gibt es heute viele. Neben grossen, bekannten Plattformen – man denke an Uber, Airbnb oder Deliveroo – kommen laufend neue Angebote dazu. Dabei ist die Überprüfung der Identität einer Person oft schwierig. Weitere Hürden sind nicht regulierte Löhne und grosse Qualitätsunterschiede bei der Ausführung der Aufträge. In einem Interview von UniNova der Universität Basel skizziert Elisa Gerten die Folgen dieser Entwicklung. Gerten forscht zum Thema "Work 4.0".

BFS: Qualität der Beschäftigung in der Schweiz 2008–2018

In einer Publikation des BFS wird eine Auswahl an Indikatoren präsentiert, anhand derer die Qualität der Beschäftigung und deren Entwicklung in der Schweiz beurteilt werden kann: Sicherheit bei der Arbeit, Einkommen und andere Leistungen, Arbeitszeit und Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben, Arbeitsplatzsicherheit und soziale Sicherheit, sozialer Dialog, Qualifikationen und Weiterbildung, Beziehungen am Arbeitsplatz und Arbeitsmotivation. Die Publikation wird durch eine Tabelle ergänzt, in welcher ein Grossteil der Indikatoren nach demografischen Kriterien verglichen wird.
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Wettbewerbsfähigkeit von Talenten: Die Schweiz bleibt unschlagbar

Das siebte Mal in Folge belegt die Schweiz den ersten Platz des Globel Talent Competiviteness Index. Das Ranking 2020 klassiert 132 Länder nach ihren Fähigkeiten, Talente zu finden, zu fördern, zu entwickeln und zu erhalten. Die Schweiz zeichnet sich aus durch die vorteilhafte ökonomische Situation und die hohe Qualität der Bildung, besonders der dualen Berufsbildung. Dagegen ist sie deutlich weniger gut bewertet in Fragen der Gleichstellung der Geschlechter. Der Bericht 2020 (in Englisch, siehe auch Zusammenfassung und Infografik) widmet sich dem globalen Mangel an Fachkräften, die in Künstlicher Intelligenz spezialisiert sind. Der Index wird jedes Jahr von der französischen Ecole d’économie INSEAD in Zusammenarbeit mit Adecco und Google erstellt.
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Berufliche Integration

Stellenmeldepflicht: Instrument zur Identifizierung betroffener Berufe

Aufgrund der Ausweitung der Stellenmeldepflicht beim RAV hat das SECO die Liste der Berufe, die dieser Massnahme unterliegen, aktualisiert. Die Plattform ricrac.ch hilft den Arbeitgebern und Arbeitgeberinnen, einen bestimmten Beruf laut neuer Nomenklatur zu identifizieren und festzustellen, ob eine freie Stelle der Stellenmeldepflicht unterliegt. Sie ermöglicht die Suche nach alten und neuen im AVAM aufgeführten Berufen, namentlich jenen, die es auszuschreiben gilt. Zudem bietet ricrac.ch Kompetenzbeschreibungen, die das Verfassen von Stellenangeboten erleichtern. Die Funktionen sind in Deutsch, Französisch und Italienisch verfügbar.
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Förderung des inländischen Arbeitskräftepotenzials: Planmässige Umsetzung der Massnahmen

Freie Stellen sollen möglichst durch Personen besetzt werden, die bereits in der Schweiz leben. Deshalb hat der Bundesrat in den vergangenen Jahren sieben Massnahmen beschlossen, um das inländische Potenzial an Arbeitskräften besser zu nutzen. Dazu zählen die Stellenmeldepflicht für Berufe mit einer hohen Arbeitslosigkeit oder die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die Umsetzung dieser neuen Massnahmen verläuft nach Plan, wie der Bundesrat mitteilt. Die Umsetzung der ersten Pilotprojekte und Programme erfolgt ab Frühjahr 2020.

Studie zur Benachteiligung älterer Stellensuchender

Über 55-Jährige sind bei der Stellensuche stark benachteiligt, ab 60 Jahren finden nur noch wenige einen neuen Job. Dies zeigt eine Studie (in Englisch) von Daniel Oesch, Forscher an der Universität Lausanne. Die Chance, zum Bewerbungsgespräch eingeladen zu werden, nimmt ab 55 massiv ab. Im Rahmen der Studie wurden 500 Personalverantwortlichen fiktive Bewerbungsdossiers für Stellen als Hauswart, als HR-Assistent und als Buchhalter zugesandt. Für die Hauswartstellen gab es bereits für 50-Jährige kaum mehr eine Einladung. Bei den HR-Assistenten und Buchhaltern stellte Oesch ab 55 eine Diskriminierung fest.

Berufsintegrationsprogramm für Studierende mit Behinderungen

Das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen stellt in der Ausgabe 1/2020 seines Newsletters das Projekt "myAbility Talent" vor. Es ist ein berufliches Förderprogramm für Studierende und neu Diplomierte mit Behinderungen oder chronischen Krankheiten. Im Rahmen des Programms profitieren sie von Coaching und Networking-Möglichkeiten, insbesondere mit grossen Unternehmen wie Novartis, Die Mobiliar, Swiss Re oder UBS.
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BFS: Arbeitslose und Studierende besonders von wirtschaftlicher Unsicherheit betroffen

Im Jahr 2018 waren 7,9% der Einwohner/innen in der Schweiz und 3,7% der erwerbstätigen Bevölkerung von Armut betroffen, was der jüngsten vom BFS publizierten Umfrage zu Einkommen und Lebensbedingungen zu entnehmen ist. Die Zahlen sind verglichen mit 2017 stabil. Einelternhaushalte waren am stärksten von der Armut betroffen, gefolgt von Menschen ohne berufliche Tätigkeit oder ohne nachobligatorische Ausbildung. Die Studierenden bilden eine besonders gefährdete Gruppe. Gemäss einer Umfrage von 2016 des BFS waren zwei Drittel von ihnen mit finanziellen Schwierigkeiten unterschiedlichen Grades konfrontiert. Unterhaltsberechtigte Kinder, Migrationsstatus oder auch späte berufliche Umschulung sind Teil der verschärfenden Faktoren.

Was bringen Social Impact Bonds?

In Bern trafen sich im September 2019 soziale Dienstleister aus Grossbritannien, Deutschland und der Schweiz, um über Social Impact Bonds (SIB) zu diskutieren. In diesen Programmen stellt ein gewinnorientierter Investor oder eine Stiftung Geld für ein Sozialprojekt zur Verfügung und wird vom Staat für deren Erfolg ausbezahlt. Die Erfahrungen mit den SIB sind widersprüchlich, wie der Blog "Knoten und Maschen" berichtet. Bei den Teilnehmenden herrschte klare Einigkeit darüber, wie die Finanzierung ihrer Angebote verbessert werden könnte – SIB spielten dabei keine Rolle.