Newsletter vom 22.11.2017

Aktuelle Meldungen vom 22.11.2017

Berufliche Grundbildung

Nationales Spitzentreffen der Berufsbildung

Vertreter/innen von Bund, Kantonen und Sozialpartnern haben am vierten Nationalen Spitzentreffen der Berufsbildung teilgenommen. In der Diskussion zum Leitbild "Berufsbildung 2030" richteten sie ihr Augenmerk auf neue Anforderungen, die der Arbeitsmarkt von morgen an Fachkräfte und Unternehmen stellt. Durch die Digitalisierung verändern sich Berufsbilder immer rascher. Es braucht flexiblere Ausbildungsmodelle, die den Betrieben und den Berufsfachschulen mehr Gestaltungsfreiheit lassen. Eine weitere Herausforderung ist die Integration von neuen Zielgruppen, namentlich von Flüchtlingen, Menschen mit Handicap, Erwachsenen mit fehlenden Grundkompetenzen am Arbeitsplatz, und solchen, die eine Ausbildung nachholen oder einen zweiten Beruf erlernen.
Reaktionen:
- Schweizerischer Arbeitgeberverband
- Schweizerischer Gewerbeverband

Förderung der Fremdsprachen in der Berufsbildung

Der Bundesrat hat einen Bericht zur Förderung des Fremdsprachenerwerbs in der beruflichen Grundbildung genehmigt. Er erfüllt damit das Postulat 14.4258 aus dem Jahr 2014. Laut Bericht trägt eine verstärkte Fremdsprachenförderung dazu bei, Jugendliche bestmöglich für den Arbeitsmarkt zu rüsten. Dazu gehört auch, dass die erworbenen Kompetenzen am Ende der Ausbildung einheitlich und verständlich ausgewiesen werden.
Medienmitteilung

OECD: Gute Noten für die Schweizer Bildung

Die OECD hebt in ihrem Bericht 2017 (französisch/englisch) über die schweizerische Wirtschaftspolitik die Rolle des Schweizer Bildungssystems im internationalen Wettbewerb hervor. Die OECD attestiert dem dualen Berufsbildungssystem im internationalen Vergleich einen überdurchschnittlichen Leistungsausweis. Der Bericht unterstreicht aber, dass die Digitalisierung eine Herausforderung für das Bildungssystem bedeutet, und formuliert Empfehlungen.
Medienmitteilung des Bundesrats

Giessereiberufe: Erlass der Bildungsverordnungen

Das SBFI hat die revidierten Verordnungen über die berufliche Grundbildung Gussformer/in EFZ und Gusstechnologe/-technologin EFZ erlassen. Sie treten am 1. Januar 2018 in Kraft. Der Druck wird in einigen Wochen beim BBL erhältlich sein und auf der Internetseite des SBFI zur Verfügung stehen. Die Bildungspläne werden im Dezember 2017 im Berufsverzeichnis und auf der Internetseite des Giesserei-Verbands Schweiz aufgeschaltet.

EHB-Magazin zum Thema Migration in der Berufsbildung

Die zweite Ausgabe des EHB-Magazins "skilled" behandelt den Schwerpunkt Migration in der Berufsbildung. Eine Studie des EHB zeigt, dass sich die Lehrer/innen oft nicht für die Herausforderung gerüstet fühlen, möglichst alle Lernenden gut zu integrieren. Sieben Persönlichkeiten legen dar, wie sich aus ihrer Sicht eine gute berufliche Integration von Migranten/-innen darstellt. Ein Praxisprogramm zeigt, was Berufsbildnern/-innen bei der erfolgreichen Betreuung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund hilft.

IDES: Geschäfte zur Bildung in den Kantonen im November 2017

Das Informations- und Dokumentationszentrum IDES der EDK publiziert die umfassende Liste "Parlamentarische Dokumentation", auf der sie die aktuellen Geschäfte im Bereich Bildung aufführt. Die Liste enthält neben Geschäften der Berufsbildung/Sekundarstufe II, Weiterbildung und Hochschulen auch solche der obligatorischen Schule.
Parlamentarische Dokumentation zur Bildungspolitik 11/2017
Siehe insbesondere das Postulat im Kanton Baselland "Mehr Unterstützung für Berufsbildner/innen".

Newsletter der SGAB: Studien und verschiedene Forschungen

In ihrem Newsletter 10/2017 präsentiert die Schweizerische Gesellschaft für angewandte Bildungsforschung (SGAB) verschiedene Studien und Forschungen, insbesondere zum künftigen Bedarf an qualifizierten Lehrpersonen für die Berufsbildung, zu Berufsabschlüssen für Erwachsene und zum kaufmännischen Unterricht. Eine Studie der interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik zu Laufbahnen auf der Sekundarstufe II mit Nachteilsausgleich zeigt, dass die Umsetzung der Massnahmen durch die einzelnen Kantone unterschiedlich ist. Eine Umfrage bei Betroffenen bestätigt, dass der Nachteilsausgleich die Chancengleichheit fördert.

Ausbildung von Lehrpersonen an Berufsfachschulen

Im Magazin des hep-Verlags Nr. 8/2017 befasst sich ein Beitrag mit der Ausbildung von Lehrern/-innen, deren Beruf sich ebenso rasant ändert wie die Lehrberufe selbst. Der Autor schreibt über die Geschichte des Wandels und über die Prämissen, nach denen Lehrer/innen auf der Sekundarstufe II ausgebildet werden. Die Bestandesaufnahme wird abgerundet mit einem Interview mit Christoph Städeli, Professor an der Pädagogischen Hochschule Zürich.

Bildungspreis für die Pilatus-Flugzeugwerke

Der zum zweiten Mal verliehene Nationale Bildungspreis 2017 der Hans Huber Stiftung und der Stiftung FH Schweiz geht an das Flugzeugwerk Pilatus in Stans NW für seine vorbildliche Berufsbildung. Die 120 Lernenden kommen grösstenteils aus der Innerschweiz, aber auch aus anderen Regionen der Schweiz. Für sie bietet das Unternehmen die Möglichkeit, in Firmennähe in einer betreuten Wohngemeinschaft zu leben. Der Flugzeughersteller investiere viel in das Ausbildungskonzept und dessen nachhaltige Umsetzung, verfüge über eine eindrückliche Unternehmenskultur mit hoher Mitarbeitereinbindung und zeichne sich durch gute Leistungen der Lernenden aus.

Forumtheater zur Identitätsfindung junger Menschen

Das Projekt "I Girl I Boy I Phone" von Travail.Suisse nimmt Schulklassen mit auf eine Reise durch Fragen der Identitätsfindung in Zeiten der Globalisierung, Digitalisierung und Migration. Die jungen Menschen beschäftigen sich mit unterschiedlichen Frauen- und Männerbildern, mit denen sie in ihrem familiären, schulischen, beruflichen, religiösen und gesellschaftlichen Umfeld konfrontiert werden. Das Projekt, bestehend aus einem Forumtheater und Unterrichtsmaterialien, hat einen sehr engen Bezug zum Rahmenlehrplan für den allgemeinbildenden Unterricht.

Herbsttagung der SBBK: Integration und Digitalisierung

An der von der SBBK Kommission Berufliche Grundbildung organisierten Herbsttagung vom 9. und 10. November 2017 in Delsberg wurden zwei aktuelle Themen behandelt: Integration von spät in die Schweiz zugewanderten Jugendlichen (mit Schwerpunkt auf die notwendigen Massnahmen aus Sicht der Fachleute) sowie die Digitalisierung und ihre Auswirkungen auf die Berufsbildung. Die Dokumentationen (Programm, Präsentationen, Reflexionen) stehen auf der Internetseite der Tagung zur Verfügung.

Ein deutscher und ein Schweizer Bäcker tauschen sich aus

Zwei Lernende, einer aus Deutschland und einer aus der Schweiz, haben für je drei Wochen im Lehrbetrieb des jeweils anderen mitgearbeitet und die dortige Berufsfachschule besucht. In Ausgabe 23/2017 der Branchenzeitschrift "panissimo" berichten sie über ihre Erfahrungen. Beide haben den Blick über die Grenzen geschätzt.

BE: Vorlehre Integration ab Sommer 2018

Mit finanzieller Unterstützung des Staatssekretariats für Migration startet der Kanton Bern ab August 2018 die Vorlehre Integration. Sie bietet anerkannten Flüchtlingen und vorläufig aufgenommenen Personen eine gezielte Vorbereitung auf eine berufliche Grundbildung. Die Teilnehmenden besuchen Kurse an der Berufsfachschule und erwerben die praktischen Kompetenzen im Betrieb. Nach dem Vorbereitungsjahr können sie sich für eine Lehrstelle EFZ oder EBA bewerben. Die Ausgabe 2/2017 der Zeitschrift PANORAMA beschreibt diese Integrationsvorlehre.

Deutschland: Literaturliste zu Berufsbildung 4.0

Das deutsche Bundesinstitut für Berufsbildung BIBB hat eine aktualisierte Literaturzusammenstellung zum Thema "Industrie 4.0 – Wirtschaft 4.0 – Berufsbildung 4.0" herausgegeben, die aus der Literaturdatenbank Berufliche Bildung (LDBB) generiert wurde. Bei Open-Access-Publikationen sind die Nachweise direkt mit den jeweiligen Volltexten verlinkt. Auf der Website des BIBB sind auch weitere Literaturzusammenstellungen zu Themen der Berufsbildung verfügbar.

Österreich: Der Zweite Bildungsweg in Diskussion

Im Dossier "Der Zweite Bildungsweg in Diskussion" auf erwachsenenbildung.at fassen die Autoren/-innen verschiedene Perspektiven zusammen: Historische Betrachtungen, aktuelle Entwicklungen sowie eine Darstellung und Diskussion exemplarischer Angebote finden in der Publikation ebenso Platz wie Überlegungen zur erwachsenengerechten Didaktik, ein Zahlenporträt sowie eine Zukunftsperspektive. Weiter wird darauf hingewiesen, dass die Entwicklung des Bildungssegments vermehrt systemische Aspekte berücksichtigen sollte.

Höhere Berufsbildung und Weiterbildung

Weiterbildung zur Stärkung von Grundkompetenzen am Arbeitsplatz

Digitalisierung, Automatisierung und neue Organisationsprozesse verändern die Anforderungen an Mitarbeiter/innen. Damit diese, insbesondere die älteren, den Anschluss nicht verpassen und im Erwerbsleben verbleiben können, unterstützt der Bund ab kommendem Jahr gezielte Weiterbildungen zur Stärkung von Grundkompetenzen am Arbeitsplatz. Der Bundesrat hat einen entsprechenden Förderschwerpunkt, basierend auf dem Berufsbildungsgesetz, beschlossen. Die Umsetzung erfolgt durch das SBFI, ist auf drei Jahre befristet und wird mit Blick auf die BFI-Periode 2021-2024 evaluiert werden.
Weitere Informationen: Medienmitteilung des SVEB

Prüfungsordnungen in Vernehmlassung

Die zuständigen Organisationen der Arbeitswelt haben dem SBFI die Entwürfe zu folgenden Berufsprüfungen eingereicht: Baustoffprüfer/in, Bautenschutz-Fachmann/-Fachfrau, Betrieblicher Mentor/Betriebliche Mentorin, je mit eidgenössischem Fachausweis. Dazu kommt der Entwurf der Änderung der Prüfungsordnungen über die höhere Fachprüfung für Supervisor/in-Coach und Organisationsberater/in, je mit eidgenössischem Diplom.
Bundesblatt vom 14. November 2017

SGB zum Bildungsstand der Erwerbstätigen

Das Dossier Nr. 124 des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds SGB untersucht die Entwicklung des Bildungsstands der Schweizer Erwerbsbevölkerung seit 1970. Die Hälfte aller Erwerbstätigen zwischen 25 und 39 Jahren verfügt heute über einen tertiären Abschluss, bei den 55- bis 65-jährigen sind es 35 Prozent. Das Ausbildungsniveau entwickelt sich sehr unterschiedlich. Die Berufe in den Bereichen Informatik, Chemie, Elektronik, Finanz und Marketing wurden immer mehr durch Menschen mit einem Tertiärabschluss besetzt. In anderen Berufen, z. B. im Gewerbe, in Bau, Verkauf, Verkehr, Uhren- und Metallindustrie, ist hingegen die Berufslehre dominant geblieben. Schliesslich stellen die Autorinnen fest, dass ein Grossteil der Zunahme tertiärer Abschlüsse institutionell bedingt ist (z. B. Primarlehrer/innen, Krankenpfleger/innen).
Zusammenfassung (auf Deutsch)

Mittelschulen und Hochschulen

Deutsch-schweizerische Kooperation in Bildung und Forschung

Am 13. und 14. November 2017 fand in Hamburg das jährliche Arbeitstreffen zwischen dem SBFI und dem deutschen Bildungsministerium BMBF statt. Die beiden Delegationen erörterten aktuelle Entwicklungen der Zusammenarbeit und die Erfahrungen beider Länder in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation. Deutschland ist der mit Abstand wichtigste Partner der Schweiz im EU Forschungsrahmenprogramm "Horizon 2020". Mit 14'609 Studierenden (2016/2017) bilden die Deutschen zudem die grösste Gruppe ausländischer Studierender in der Schweiz; umgekehrt studieren rund 3000 Schweizer/innen in Deutschland.

Netzwerke für Frauen

An der ETH Zürich sind 30 Prozent der Studierenden und knapp 14 Prozent der Professorenschaft Frauen. Das aktuelle Magazin Globe der ETH Zürich erklärt, warum es mehr Frauen an der ETH braucht und listet Netzwerke für Frauen an der ETH und extern auf.

FR: Erhöhung des Kantonsbeitrags und der Studiengebühren an der Uni

Die Erhöhung des kantonalen Beitrags für die Periode 2018-2022 an die Universität Freiburg soll die Finanzierung der Einführung des Masters in Humanmedizin ermöglichen. Die ersten Studierenden werden auf den Herbst 2019 erwartet. Zudem wurde die Einschreibegebühr pro Semester um 180 Franken erhöht. Die Studierenden haben gegen diese Erhöhung protestiert.
Medienmitteilung

NE: Europäischer Master für Migrationsfragen

Die Universität Neuenburg nimmt an einem europäischen akademischen Austauschprogramm zu Migrationsfragen teil. Der European Master in Migration Studies bezweckt die Förderung der Mobilität, die grenzüberschreitende Bildung und den Studentenaustausch zwischen acht auf Migration spezialisierten europäischen Institutionen. Die Studierenden werden ihr zweites Studienjahr des Masterprogramms in einem Partnerland absolvieren und ein Diplom beider Universitäten erhalten. Der erste Austausch ist für den Herbst 2018 vorgesehen. Die Bewerbungsfrist für das Masterprogramm läuft am 31. Dezember 2017 ab.

SG: Passerelle Wirtschaftsingenieurwesen an Fernfachhochschule

Ab 2018 bietet die Fernfachhochschule Schweiz einen Passerellen-Studiengang "BSc Wirtschaftsingenieurwesen" für diplomierte Techniker/innen HF in St. Gallen an (in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für berufliche Weiterbildung St. Gallen). Nach einem verkürzten Grundstudium können Techniker/innen HF direkt ins siebte Semester des Bachelor-Studiums einsteigen und so ihr FH-Diplom in fünf statt neun Semestern erreichen. Im Sinne der vom Bund angestrebten Durchlässigkeit des Bildungssystems werde damit der Übergang zwischen höherer Berufsbildung und Fachhochschulen erleichtert.

Beratung

Berufsberatung 4.0: Tagungsergebnisse

An der SDBB-Fachtagung "Berufsberatung 4.0" vom Juni 2017 haben 220 Personen teilgenommen. Sie haben in den "World-Cafés" über 800 Inputs zur Digitalisierung und deren Einfluss auf die Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung abgegeben. Die Organisatoren haben diese Inputs nun gesichtet, gewichtet und grafisch aufbereitet. Entstanden sind eine Matrix und eine "Radkarte", welche der KBSB als Grundlage für die Weiterbearbeitung des Themas dienen sollen. In Ausgabe 6/2017 der Zeitschrift PANORAMA, welche am 8. Dezember 2017 erscheint, findet sich zudem ein Tagungsrückblick.

Swiss Counseling Quality System wurde überarbeitet

Im Auftrag der KBSB hat eine interkantonal zusammengesetzte Arbeitsgruppe das Swiss Counseling Quality System (SCQ) aus dem Jahr 2004 überarbeitet und um wesentliche Punkte des EFQM-Systems erweitert. Mit dem neuen Instrument SCQ 2018 soll die Qualität der BSLB-Stellen aus ganzheitlicher Sicht gewährleistet und ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess möglich werden. Konkrete Verbesserungsvorschläge werden dabei von Leitungspersonen, einzelnen Mitarbeitenden und/oder Teams erarbeitet. Der Fragebogen SCQ 2018 kann als Instrument zur Selbst- oder Fremdevaluierung, als Standortbestimmung oder im Rahmen eines EFQM-Assessments genutzt werden.

Karriere-Ressourcen-Fragebogen neu auf der OTP

Der Karriere-Ressourcen-Fragebogen (CRQ) von Andreas Hirschi ist neu auf der Online-Test-Plattform (OTP) des SDBB verfügbar. Das Verfahren dient der persönlichen Standortbestimmung und Laufbahnplanung. Erfasst werden zentrale laufbahnbezogene Ressourcen. Es gibt eine Version für Studierende und eine für Berufstätige. Auf der OTP ist die normierte, ausführliche Expertenversion aufgeschaltet. In Ausgabe 5/2017 der Zeitschrift PANORAMA beschreibt Hirschi den theoretischen Hintergrund des Fragebogens.

Buchkapitel: Laufbahnentwicklung im höheren Lebensalter

In einem Buchkapitel beschreiben Noémi Nagy und Andreas Hirschi Themen der Laufbahnentwicklung und Karriereförderung von älteren Arbeitnehmenden. In der Laufbahnberatung von älteren Klienten/-innen sei es wichtig, deren eigene Vorstellungen über die Sinnhaftigkeit im Leben und im Beruf zu erörtern und zu reflektieren. Auf dieser Basis könnten ältere Arbeitnehmende ihre Karriereziele neu formulieren und ihren persönlichen Werthaltungen anpassen.

Plattform für Bildungsangebote in der Gastronomie und Hotellerie

Die neue Plattform www.karrierehotelgastro.ch ermöglicht Quereinsteigenden, Berufswählenden und bereits ausgebildeten Fachleuten einen Überblick über die Bildungsangebote in der Gastronomie und Hotellerie. Die Plattform ist eine gemeinsame Initiative von GastroSuisse und hotelleriesuisse. Sie enthält sowohl eidgenössische wie von der Branche anerkannte Aus- und Weiterbildungen, führt werbefrei von Tageskursen bis zum Masterstudiengang und informiert über die Möglichkeit, im Ausland erworbene Berufsqualifikationen anerkennen zu lassen.

Heft Frauenfragen 2017 zum Thema weibliche Vorbilder

Die Ausgabe 2017 der Fachzeitschrift für Frauenfragen präsentiert Modelle mit Vorbildqualitäten, um Frauen zu ermutigen, ihren eigenen Weg zu gehen, ohne sich durch einengende Konventionen beirren zu lassen. Das dreisprachige Heft enthält Porträts und Interviews mit Kämpferinnen und Pionierinnen der älteren und jüngeren Generation. Die von der Eidgenössischen Kommission für Frauenfragen herausgegebene Zeitschrift ehrt vor allem die vor 100 Jahren geborene Iris von Roten. Sie forderte schon 1958 sexuelle Selbstbestimmung für Frauen, gleiche Chancen in Ausbildung und Beruf, Lohngleichheit und Teilhabe am politischen und sozialen Leben.

GE: Ausbildungspflicht bis 18 Jahre

Im Kanton Genf tritt 2018 die Ausbildungspflicht bis 18 Jahre in Kraft. Sie soll Schulabbrüche bekämpfen und bezweckt, dass ein Maximum von Personen eine Qualifikation erreicht. Zurzeit brechen jedes Jahr fast tausend Jugendliche ihre Ausbildung ab, davon rund 550 Minderjährige. Verschiedene Massnahmen werden ab Schuljahresbeginn 2018 eingeführt: Ausbau der Betreuung von Jugendlichen mit einem Ausbildungsabbruch oder in Schwierigkeiten, neues Angebot einer Vorlehre, Förderung der Grundkompetenzen etc. Das Zentrum für Brückenangebote (Centre de la transition professionnelle) wird zum Zentrum vorberuflicher Bildung (Centre de formation pré-professionnelle).
Medienmitteilung

VD: Eröffnung des Forschungszentrums für Berufs- und Laufbahnberatungspsychologie

Das Anfang 2017 geschaffene Centre de recherche en psychologie du conseil et de l’orientation (CePCO) der Universität Lausanne wurde am 2. November 2017 eröffnet. Das Zentrum dient der Entwicklung der Forschung im Bereich Berufspsychologie, der Psychologie für Berufsberatung, Laufbahnberatung, berufliche Nahtstellen sowie Gesundheit am Arbeitsplatz. Das CePCO pflegt die Verbindung zwischen Forschung und Praxis und sieht vor, zwei Mal jährlich einen Anlass für Partner aus Hochschulen und Praxis zu organisieren. Die Einweihungsfeier und die in diesem Rahmen gehaltenen Vorträge können auf YouTube angesehen werden.

Arbeitsmarkt

Erwerbslosigkeit: Ostschweiz boomt, Nordwestschweiz darbt

Die Schweiz entwickelt sich wirtschaftlich unterschiedlich. Dies zeigt ein bereits vorab publizierter Auszug aus der Publikation "Arbeitsmarktindikatoren 2017", die am 23. November veröffentlicht wird. Es zeigt sich, dass von 2011 bis 2016 (jeweils 4. Quartal) die Erwerbslosenquote gemäss ILO in der Nordwestschweiz von 4,3 auf 5,3% gestiegen ist. In der Zentralschweiz betrug die Zunahme 0,4% (von 2,3 auf 2,7%). Weniger stark war der Anstieg in der Genferseeregion (von 6,8 auf 7,0%), im Espace Mittelland (von 3,9 auf 4,2%) und in Zürich (von 3,8 auf 3,9%). Das Tessin und die Ostschweiz verzeichneten einen Rückgang der Erwerbslosen­quote von 1,0 Prozentpunkten (auf 6,2%) respektive von 0,4 Pro­zentpunkten (auf 3,4%).

Studie zum Strukturwandel des Arbeitsmarktes

Zwischen 1996 und 2015 ist die Beschäftigung in der Schweiz um 19% gestiegen, von 3,3 auf knapp 4 Mio. Vollzeitäquivalente. Das Wachstum ist ausschliesslich auf den Dienstleistungssektor zurückzuführen. Der Industriesektor konnte seine Beschäftigung in absoluten Zahlen halten, während die Beschäftigung im Primärsektor um 30% zurückging. Diese Aussagen finden sich in der Studie "Ursachen und Auswirkungen des Strukturwandels im Schweizer Arbeitsmarkt", welche die Rütter Soceco AG im Auftrag des SECO erstellt hat. Dem Strukturwandel entsprechend hat sich auch die Qualifikationsstruktur der Beschäftigten verändert, die mit den höheren Anforderungen Schritt gehalten hat.

Atypisch-prekäre Arbeit stagniert seit 2010

2016 waren in der Schweiz rund 113'000 Personen in einem atypisch-prekären Arbeitsverhältnis beschäftigt. Dies entspricht rund 2,5% der Erwerbstätigen. Diese Zahl geht aus dem Bericht "Die Entwicklung atypisch-prekärer Arbeitsverhältnisse in der Schweiz" hervor, den Ecoplan im Auftrag des SECO erstellt hat. Seit 2010 blieb der Anteil atypisch-prekärer Arbeitsverhältnisse relativ stabil. Es zeigt sich zudem, dass viele Personen nur kurz in einem atypisch-prekären Arbeitsverhältnis verweilen. Nur rund 15% der Personen sind länger als zwei Jahre in einem atypisch-prekären Arbeitsverhältnis beschäftigt.

Digitalisierung: 11% der Stellen dürften verschwinden

Der Bundesrat hat den Bericht "Auswirkungen der Digitalisierung auf Beschäftigung und Arbeitsbedingungen" verabschiedet. Er geht davon aus, dass in den nächsten Jahrzehnten brutto etwa 11% der Stellen wegfallen dürften. Zugleich schaffe die Digitalisierung aber neue Beschäftigungsmöglichkeiten und dürfte zu einem gesamtwirtschaftlichen Beschäftigungsanstieg führen. Der Bericht enthält auch Massnahmenvorschläge im Bereich der Aus- und Weiterbildung – basierend auf dem im Juli 2017 publizierten "Aktionsplan Digitalisierung im BFI-Bereich in den Jahren 2019 und 2020". Ebenso seien punktuelle Anpassungen der Rahmenbedingungen im Arbeits- und Sozialversicherungsbereich zu prüfen.

Wir arbeiten immer weniger

1950 arbeitete ein Erwerbstätiger im Schnitt knapp 2400 Stunden pro Jahr. 2015 waren es noch 1500 Stunden. Die Gründe für diesen Rückgang sind vielfältig: Die Wochenarbeitszeit eines Vollzeiterwerbstätigen ging von 50 auf 42 Stunden zurück, die Teilzeitarbeit nahm stark zu, und die durchschnittliche Zahl der Ferienwochen stieg von weniger als 2 Wochen auf über 5 Wochen pro Jahr. Dies sind Ergebnisse einer Studie von Michael Siegenthaler von der KOF der ETH Zürich, welche in Ausgabe 9/2017 der Zeitschrift Social Change in Switzerland vorgestellt wurden.

Ingenieure müssen sich neu auf den Dienstleistungssektor ausrichten

In der Schweiz ist die Rekrutierung von Ingenieuren/-innen und Architekten/-innen im Industriesektor zurückgegangen und hat im Dienstleistungssektor zugenommen. Bis 2022 wird die Industrie ungefähr 4000 Ingenieure weniger beschäftigen als heute, der Dienstleistungssektor hingegen wird 39'000 zusätzliche Fachkräfte benötigen. Trotz dieses Fachkräftemangels nimmt die Arbeitslosigkeit bei Chemie-, Maschinenbau- und Elektroingenieuren zu. Pro Jahr müssten sich bis 2022 zwischen 4000 und 6000 Ingenieure neu ausrichten. Dies ist dem Swiss Engineering Index zu entnehmen, der sich auf eine Analyse der Schweizerischen Stiftung für Arbeit und Weiterbildung stützt.

Drittes nationales Treffen zur Lohngleichheit im öffentlichen Sektor

Im öffentlichen Sektor verdienen Frauen im Schnitt 16,6% weniger als Männer. Davon können 58% durch objektive Faktoren wie berufliche Stellung, Dienstalter oder Ausbildungsniveau erklärt werden. Es verbleibt jedoch ein unerklärter Lohnunterschied von 42%. Das 3. nationale Treffen zur Förderung der Lohngleichheit im öffentlichen Sektor hat am 31. Oktober 2017 stattgefunden. Bundesrat Alain Berset hat die Kantone und Gemeinden dazu aufgerufen, der Charta "Lohngleichheit im öffentlichen Raum" beizutreten, und betont den Vorbildcharakter, der der öffentlichen Hand zukommt. Neben dem Bund haben zwölf Kantone und 24 Städte die Charta unterzeichnet.
Medienmitteilung

FR: Schwerpunkt Beschäftigung 2017-2021

Förderung von Beschäftigung und Innovation: Das ist einer der Schwerpunkte des Freiburger Regierungsprogramms für die Legislaturperiode 2017-2021. Der Kanton will den Erhalt bestehender und die Schaffung neuer Unternehmen durch eine angemessene Steuerbelastung und mit finanzieller Hilfe unterstützen. Er wird Massnahmen zur Stimulierung von Innovationen entwickeln, die zu Stellen mit hoher Wertschöpfung führen. Im Bereich Personalmanagement setzt er eine Verordnung für Telearbeit um und fördert Jobsharing.
Medienmitteilung

Berufliche Integration

Kundenbefragung RAV

Die Beurteilung der Regionalen Arbeitsvermittlungszentren RAV durch die Unternehmen fällt grundsätzlich positiv aus. Das zeigt die Auswertung einer Befragung bei schweizweit 4500 Firmen, durchgeführt von Link im Auftrag des SECO. Demnach sind fast drei Viertel der Unternehmen, die bereits Kontakt mit dem RAV hatten, mit dessen Dienstleistungen zufrieden. Im Hinblick auf die Einführung der Stellenmeldepflicht gibt es noch Verbesserungspotenzial.
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Neues Instrument zur beruflichen Eingliederung

In der Schweiz fallen jedes Jahr Tausende von Menschen infolge eines Unfalls oder einer Erkrankung aus dem Arbeitsleben. Nun hat Compasso in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV), dem Schweizerischen Arbeitgeberverband und Ärztegesellschaften das webbasierte "ressourcenorientierte Eingliederungsprofil REP" entwickelt. Es zeigt auf, wie und in welchem Ausmass Betroffene wieder arbeiten können. Wie wichtig eine bessere Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Arbeitgebern ist, beschreibt BSV-Vizedirektor Stefan Ritler in Ausgabe 2017/40 der Schweizerischen Ärztezeitung.

Sonderabgabe für vorläufig Aufgenommene wird abgeschafft

Vorläufig Aufgenommene müssen heute 10% ihres Lohns in Form einer Sonderabgabe abgeben. Diese Sonderabgabe wird per 1. Januar 2018 abgeschafft, wie der Bundesrat an seiner Sitzung vom 15. November 2017 beschlossen hat. Mit der Streichung der Abgabe reduziert sich zum einen der administrative Aufwand für die Arbeitgeber. Zum andern wird es für vorläufig Aufgenommene attraktiver, eine Arbeit aufzunehmen. Zudem wird der Bund den Kantonen die Mittel für die kantonalen Integrationsprogramme wieder gestützt auf die effektive Zahl der Asylentscheide zwei Mal jährlich ausrichten.
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Bericht über die Sozialhilfe in den Städten

Laut einem Bericht der Städteinitiative Sozialpolitik hat die Zahl der Sozialhilfebeziehenden in Schweizer Städten im Jahr 2016 um 5,2% zugenommen. Zum ersten Mal wurde das Risiko der Sozialhilfeabhängigkeit nach Haushaltsform und Familie erfasst. Es zeigt sich, dass die Personen, die am häufigsten Sozialhilfe beantragen, Alleinlebende sind, und dass die Mehrheit alleinerziehender junger Mütter auf Sozialhilfe angewiesen ist und für die Kinder ein reelles Armutsrisiko besteht. Der Kennzahlenbericht dokumentiert die Entwicklung in vierzehn Schweizer Städten, die ungefähr einen Viertel aller Sozialhilfebeziehenden in der Schweiz ausmachen.
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VS: Neue Massnahmen für die Betreuung Jugendlicher in Schwierigkeiten

Anlässlich der Jahresversammlung zum Thema Jugendliche an der Nahtstelle zwischen obligatorischer Schulzeit und Ausbildung präsentierte die Walliser interinstitutionelle Zusammenarbeit eine neue Plattform T1. Dieses Koordinations- und Begleitinstrument für 15- bis 25-Jährige ohne Lösung ist der Berufsberatung angegliedert und wird im ganzen Kanton eingesetzt. Das Ziel der Massnahmen ist es, die sozialen und beruflichen Eingliederungschancen der Jugendlichen zu erhöhen. Je nach Situation sollen sie individuell zu einer geeigneten Übergangslösung gelenkt werden. Dank der Zusammenarbeit aller Partner ermöglicht die Plattform frühzeitiges Erkennen von Jugendlichen ohne Lösung oder mit Lehrabbruch und erlaubt rasches Eingreifen.
Medienmitteilung