Newsletter vom 22.06.2016

Aktuelle Meldungen vom 22.06.2016

Berufliche Grundbildung

Supplementprof.ch: Zeugniserläuterungen für die berufliche Grundbildung

Seit Anfang des Jahres stehen die ersten Zeugniserläuterungen zur Verfügung. Arbeitgeber im In- und Ausland können mit diesen ergänzenden Informationen die fachlichen Kompetenzen der Inhaber/innen von EFZ und EBA einschätzen. Das SBFI und das SDBB haben zusammen eine viersprachige Website (D, F, I, E) www.supplementprof.ch erstellt, die einen stabilen Zugang zu den Zeugniserläuterungen gewährleistet. Ausserdem ist auf der Seite die elektronische Version eines viersprachigen Flyers zugänglich, der das Wichtigste zu den Zeugniserläuterungen zusammenfasst. Darüber hinaus finden sich Informationen zu den Zeugniserläuterungen zur Berufsmaturität sowie zu den Diplomzusätzen, welche für die Abschlüsse der höheren Berufsbildung ausgestellt werden.

Buch: Schweizer und internationale Berufsbildung in Englisch

Das neue Buch zum Thema "Berufsbildung International" bietet eine verständliche Darstellung des dualen Berufsbildungssystems der Schweiz und vergleicht die Bildungssysteme Europas. Neben einem Beschrieb der Erfolgsfaktoren zeigen Praxisbeispiele aus der ganzen Welt die Möglichkeiten des Transfers der dualen Ausbildung in andere Länder auf. Die Autoren sind Rudolf H. Strahm, Bruno H. Geiger, Cornelia Oertle und Erik Swars.
Buch "Vocational and Professional Education and Training in Switzerland"

Einladung zur Einreichung von Forschungsprojekten

Beim SBFI können bis 15. August 2016 Anträge für Forschungsprojekte mit folgenden Inhalten eingereicht werden:
- Einflussfaktoren auf die individuellen und beruflichen Entscheidungen
- Die Wirkung von Digitalisierung und Innovation auf die Berufsbildung
- Werte und Haltungen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Bezug auf die Berufsbildung
- Die Rolle von Qualifikationen und Kompetenzen für die wirtschaftliche Entwicklung
Weitere Informationen
Die Zeitschrift PANORAMA 3/2016, welche am 23. Juni 2016 erscheint, enthält ein ausführliches Interview mit Johannes Mure, Ressortleiter Bildungssteuerung und -forschung im SBFI, zum Forschungskonzept Berufsbildung 2017-2020.
Zeitschrift bestellen

Botschaft BFI: Reaktionen auf den Entscheid des Nationalrats

Am 9. Juni 2016 hat der Nationalrat die Botschaft zur Förderung, Bildung und Forschung (BFI) in den Jahren 2017-2020 beraten. Er ist den Vorschlägen des Bundesrats in allen Punkten gefolgt und hat den Vorschlag der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur zurückgewiesen. Die interessierten Kreise bedauern diesen Entscheid. Der Ständerat muss noch darüber befinden.
Medienmitteilungen: Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK), Schweizerischer Arbeitgeberverband (SAV), Schweizerischer Gewerkschaftsbund (SGB)

Start des Schweizerischen Observatoriums für die Berufsbildung

Das EHB bietet mit dem Observatorium OBS EHB eine neue Kompetenzstelle an, die Trends und Herausforderungen in der Berufsbildung frühzeitig identifiziert, analysiert und Lösungen für die Praxis aufzeigt. Ziel ist es, einen innovativen Beitrag zur Steuerung des schweizeri­schen Berufsbildungssystems zu leisten. Das OBS erarbeitet Trendanalysen und realisiert Auftragsprojekte mit konkreten Entwicklungsmassnahmen für die Verbundpartner. Im September 2016 wird das OBS EHB einen ersten Trendbericht zum Thema Lehrvertragsauflösungen vorlegen und veranstaltet dazu am 9. September 2016 eine nationale Tagung in Bern.

Mediamatiker/in EFZ: Änderung des Bildungsplans

Das SBFI hat eine Änderung des Bildungsplans für den Beruf Mediamatiker/in EFZ auf Antrag der Schweizerischen Kommission für Berufsentwicklung und Qualität genehmigt. Die Dispensationsempfehlungen für Lernende mit Vorbildung wurden im Anhang (Kapitel 7.3) gestrichen und neu auf der Internetseite von ICT-Berufsbildung Schweiz veröffentlicht. Der angepasste Bildungsplan ist auf der Internetseite des Verbands und im Berufsverzeichnis des SBFI abrufbar.

IDES: Geschäfte zur Bildung in den Kantonen im Juni 2016

Das Informations- und Dokumentationszentrum IDES der EDK publiziert die umfassende Liste "Parlamentarische Dokumentation", auf der sie die aktuellen Geschäfte im Bereich Bildung aufführt. Die Liste enthält neben Geschäften der Berufsbildung/Sekundarstufe II, Weiterbildung und Hochschulen auch solche der obligatorischen Schule.
Parlamentarische Dokumentation zur Bildungspolitik 6/2016

Bulletin der CIIP mit Fokus auf die Übergangsphasen

Die interkantonale Erziehungsdirektorenkonferenz der französischen Schweiz und des Tessins (CIIP) hat in ihrem Vierjahres-Aktivitätsprogramm das Thema Übergang aufgenommen. Sie will eine Bestandesaufnahme der Übergangspraxis erstellen, die Beratung fördern und dazu wenn nötig gemeinsame Strategien für die lateinischen Kantone entwickeln. Dieses Thema bildet den Schwerpunkt eines Dossiers im Bulletin Nr. 3 (Juni 2016) der CIIP. Vorgestellt werden kantonale Beispiele und einige statistische oder wissenschaftliche Studien zum heiklen Übergangszeitpunkt in einer Bildungslaufbahn.

Buch: Berufsabschluss für Erwachsene

Im Buch "Berufsabschluss für Erwachsene in der Schweiz – Bestandesaufnahme und Blick nach vorn" werden bestehende Wege und neue Vorschläge analysiert, wie die berufliche Grundbildung vermehrt auf Erwachsene ausgerichtet werden kann. Der Fokus liegt dabei auf den Abschlüssen der formalen beruflichen Grundbildung (EFZ/EBA) in der Schweiz. Es werden aber auch nichtformale Abschlüsse in die Analyse einbezogen.

Rassismusprävention in der Schule

Die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus behandelt in ihrem Bulletin Nr. 37 TANGRAM das Thema Rassismusprävention in den Schweizer Schulen. Das Heft enthält eine Bestandsaufnahme der antirassistischen Pädagogik in der Schweiz, der Ausbildung der Lehrpersonen und der bestehenden Unterrichtsmaterialien, vor allem aus der Volksschule. Zu Wort kommen auch Fachpersonen und Bildungsexpertinnen und -experten, die aus der Praxis und über konkrete Fälle berichten. Beispielsweise beschreibt eine Lehrerin aus einem Brückenangebot, wie sie mit ihren Schülerinnen und Schülern das Thema Rassismus behandelt (S. 65).

Newsletter der OdA Gesundheit Bern: Breites Themenspektrum

Der Newsletter der OdA Gesundheit Bern vom Juni 2016 bietet einen umfangreichen Inhalt: Praktische Informationen zur Schulung der Multiplikatoren, die beauftragt sind, die Umsetzung der neuen Bildungsverordnung FaGe zu erleichtern, Ankündigung einer Veranstaltung zur Ausbildungsqualität in den Betrieben, Statistiken zum Qualifikationsverfahren der FaGe und Assistent/in Gesundheit und Soziales. Zudem wird ein Kurzfilm vorgestellt, in dem zwei Lernende FaGe Einblick in ihren Berufsalltag im Altersheim Reichenbach geben.

Deutschland: Verbundpartnerschaft und Bildungsbericht

Die Partner der Allianz für Aus- und Weiterbildung haben bei ihrem Spitzentreffen nach 18-monatiger Laufzeit eine positive Bilanz gezogen und sich auf zehn Arbeitsschwerpunkte für eine starke berufliche Bildung verständigt. Bund und Länder haben zudem den Bericht "Bildung in Deutschland 2016" vorgestellt, der alle Stufen der Bildung umfasst und insbesondere ein Schwerpunktkapitel "Bildung und Migration" enthält.

Deutschland: Berufsbildung 4.0

Bund und Länder wollen ihre Aktivitäten beim Thema digitaler Wandel in der Bildung verstärken. Die digitale Transformation des Bildungssystems gehört zu den Schwerpunktthemen für das laufende Jahr. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung verfolgt eine strategische Bildungsoffensive für die digitale Wissensgesellschaft. Insbesondere auf dem Gebiet der beruflichen Aus- und Weiterbildung wird die Digitalisierung durch verschiedene Förderprojekte mit dem Ziel einer "Berufsbildung 4.0" verfolgt.
Bundesministerium für Bildung und Forschung
Kultusministerkonferenz

Österreich: Bericht zur Lehrlingsausbildung und Jugendbeschäftigung

Der aktuelle Bericht zur Situation 2014/2015 beschreibt die Massnahmen zur Förderung von Lehrlingsausbildung und Jugendbeschäftigung in Österreich. Der Erfolg des dualen Systems bei der Vermeidung von Jugendarbeitslosigkeit und der Ermöglichung von früher Arbeitsmarktintegration gerät allerdings durch den markanten Rückgang der Zahl an Lehrlingen und Lehrbetrieben sowie der Konkurrenz durch höhere Schulen unter Druck.
Siehe auch das Coaching-Programm für Lehrlinge, mit dem die Ausbildungsabbrüche gesenkt und möglichst viele Jugendliche zu einem erfolgreichen Lehrabschluss geführt werden sollen.

Höhere Berufsbildung und Weiterbildung

PHZH: Professur für Höhere Berufsbildung und Weiterbildung

Seit April 2016 ist Erik Haberzeth Inhaber der neu geschaffenen Professur für Höhere Berufsbildung und Weiterbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich. Primäres Interesse gilt der Analyse und der Förderung des Lernens Erwachsener in beruflichen, betrieblichen und kulturellen Kontexten. Weitere Gebiete: Professionalität von Personen, die in der Weiterbildung tätig sind und die Finanzierung. Ein aktuelles Projekt mit dem Titel "Digitalisierung von Arbeit" befasst sich mit deren Auswirkungen auf die Kompetenzentwicklung.

Mittelschulen und Hochschulen

FR: Schaffung eines Masters in Humanmedizin

Der Freiburger Staatsrat hat den Dekretsentwurf über die Einführung eines Masterprogramms in Humanmedizin an der Universität Freiburg angenommen. Das erste Studienjahr soll im Herbst 2019 mit 40 Studierenden beginnen. Das Programm wird sämtlichen schweizerischen Zielen der ärztlichen Ausbildung zur Vorbereitung des eidgenössischen Staatsexamens entsprechen. Der dreijährige Studiengang wird auf die allgemeine Medizin und die Hausarztmedizin ausgerichtet sein. Der neue Master wird einen Beitrag zur Erhöhung der Studienplätze in Humanmedizin leisten und den Hausärztemangel bekämpfen.
Medienmitteilung

SG: Evaluation der Fachmittelschule

Als erster Kanton der Schweiz hat St. Gallen die Fachmittelschule (FMS) evaluiert. Der Lehrgang erhielt sehr gute Noten, es drängen sich nur punktuelle Änderungen auf. Neu gestaltet wird im Berufsfeld Pädagogik das vierte Ausbildungsjahr: Ein dreiwöchiger Praxiseinsatz in einer pädagogischen Institution wird obligatorisch. Das Berufsfeld Musik wird zukünftig ab sechs Teilnehmenden angeboten. Das Berufsfeld der FMS St. Gallen in Kommunikation und Information startet im Schuljahr 2017/2018.

ZH: Stundenpläne der Universität auf einer neuen Plattform

Ein Projektteam der Universität Zürich hat eine neue Plattform für das Vorlesungsverzeichnis erarbeitet. Auf dieser können Stundenpläne zusammengestellt werden. Module werden mit den entsprechenden ECTS-Punkten angezeigt, Informationen zu Inhalt und Ort der Veranstaltungen sind abrufbar. Merkliste und Kalenderansicht helfen beim Zusammenstellen eines Stundenplans. Die Plattform soll Studierenden sowie Maturandinnen und Maturanden eine bessere Orientierung verschaffen.

Deutschland: Absolventenbefragung

Absolvierende von Fachhochschulen und Universitäten Deutschlands finden nach ihrem Studienabschluss (BA oder MA) durchschnittlich nach dreieinhalb Monaten eine Arbeitsstelle oder ein Praktikum. Gemäss der neuen Absolventenbefragung des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung erhält jeder zweite Fachhochschulabsolvent des Prüfungsjahrgangs 2013 bereits mit der ersten Tätigkeit einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Bei den Universitätsabsolvierenden (BA und MA) sind es knapp über 40%. Unabhängig von besuchter Hochschule und Abschlussart arbeiten mehr als 40% der Berufseinsteiger im Dienstleistungssektor.

Beratung

Berufsberatung der lateinischen Schweiz: Tätigkeitsbericht 2015 erschienen

Die "Conférence latine de l’orientation" (CLOR) bezieht sich in ihrem Tätigkeitsbericht 2015 auf die wichtigsten Ergebnisse ihres Programms 2013-2015: Erstellen eines Analyse-Fragebogens ADOR (Westschweizer Portal für die Berufsberatung Erwachsener), Schaffen von Ausbildungspraktika für künftige Berufsberatende, Konzept der lateinischen Schweiz für die Ausbildung der Berufswahlfachlehrer/innen, Migration der Online-Tests auf die nationale Plattform. Der Text (in Französisch) kann als Auszug aus dem Jahresbericht 2015 der CIIP (Conférence intercantonale de l’instruction publique de la Suisse romande et du Tessin) heruntergeladen werden.

Das neue Portal berufsberatung.ch ist online

Ein neues Design, viele neue Funktionen: Das vollständig erneuerte offizielle Schweizer Informationsportal zu Beruf, Ausbildung und Arbeitswelt, berufsberatung.ch, ist in den Sprachen Deutsch, Französisch und Italienisch aufgeschaltet. Der Einstieg ist über verschiedene Startseiten möglich, Suchfilter schaffen Klarheit, ein interaktives Bildungsschema bietet den Überblick über die Bildungswege in der Schweiz und das überarbeitete Tool "myBerufswahl" begleitet durch den Berufswahlprozess.
Medienmitteilung
Eine ausführliche Darstellung der Website und ihrer Entstehung sowie erste Einschätzungen aus der Praxis finden sich in der der Zeitschrift PANORAMA 3/2016, welche am 23. Juni 2016 erscheint.

Nationaler Zukunftstag am 10. November 2016

Mädchen und Knaben von der 5. bis 7. Klasse werden am 10. November 2016 unter dem Motto "Seitenwechsel" Einblicke in geschlechtsuntypische Arbeitfelder erhalten. Betriebe, Organisationen und Berufs- und Hochschulen ermöglichen ihnen die Einblicke in die Berufswelt. Für Spezialprojekte können sich die Schülerinnen und Schüler bis zum 20. Oktober auf der Website des Zukunftstags anmelden.

Laufbahnforschung im Internet

Eine neue englischsprachige Website informiert Interessierte über aktuelle Studien zu Laufbahn und Karriere. Die Non-Profit-Initiative wurde vom Berner Professor für Arbeits- und Organisationspsychologie Andreas Hirschi und seinem Team entwickelt. Ziel der Website ist, dass das Wissen aus aktuellen Studien Erwachsene dabei unterstützt, ihre eigenen Laufbahnziele zu erreichen und ihr Potenzial auszuschöpfen.

Warum MINT-Fachkräfte ihre Arbeitsstellen wechseln

MINT-Fachkräfte suchen in erster Linie nach einem abwechslungsreichen Jobinhalt, guten Entwicklungsmöglichkeiten, Teamarbeit und flexiblen Arbeitszeitmodellen. 36% der in einer Studie der Hochschule Luzern befragten MINT-Fachkräfte aus der Generation Y und X beabsichtigen, ihren Arbeitgeber innerhalb der nächsten zwölf Monate zu verlassen. Hauptgrund: Die psychologischen Vertragserwartungen wurden nicht erfüllt. Die Erwartungen der beiden Generationen an die Arbeitgeber sind unterschiedlich.

Studie zur Zukunftsplanung für Menschen mit einer Beeinträchtigung

Ein Forschungsprojekt der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik untersucht, ob eine persönliche Zukunftsplanung die Lebenssituation positiv verändern kann und welche Angebote dies unterstützen. Die Hochschule sucht daher Personen mit einer intellektuellen oder körperlichen Beeinträchtigung, die an einer persönlichen Zukunftsplanung interessiert sind und mit ausgebildeten Moderatoren darüber sprechen möchten. Ziel der persönlichen Zukunftsplanung ist die Entwicklung der Vorstellungen einer guten Zukunft, die Zielformulierung und deren Umsetzung.

VS: Qualitätszertifizierung für die Berufsberatungsstellen

Die beiden Walliser Berufs-, Studien- und Laufbahnberatungen (Oberwallis und Valais romand) haben das Qualitätszertifikat ISO 9001 für Qualitätsmanagement und ISO 14001 für Umweltmanagement erhalten, ebenso die EduQua-Zertifizierung für die Qualität der Weiterbildung. Sie entsprechen zudem den Normen des Labels Valais Excellence, das ihnen ebenfalls verliehen wurde. Diese Auszeichnungen garantieren die Qualität der von den Berufsberatungen geleisteten Dienste.

Arbeitsmarkt

Das SECO investiert in Nach- und Höherqualifizierungen

Der Bund investiert in die Fachkräfteinitiative. Künftig unterstützt er Projekte, die einen Beitrag zur Erhöhung des inländischen Fachkräftepotenzials leisten, mit 400'000 Franken pro Jahr. Die Gelder stammen aus dem Budget der Fachkräfteinitiative und sind bis 2018 befristet. In Frage kommen nur Projekte, die sich den folgenden Themen widmen: Nach- und Höherqualifizierung entsprechend den Bedürfnissen des Arbeitsmarkts, Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Schaffung guter Bedingungen zur Erwerbstätigkeit bis zum Rentenalter und darüber hinaus sowie Förderung von Innovationen zur Entschärfung der Fachkräfteknappheit aufgrund höherer Produktivität. Jährlich werden höchstens acht Projekte unterstützt.
Medienmitteilung

Studie: Teilzeitarbeit kann die Rente schmälern

Viele Menschen in der Schweiz arbeiten Teilzeit. Vielen dürfte aber nicht bewusst sein, wie stark das ihre Altersvorsorge schmälert. Die Schweizerische Konferenz der Gleichstellungsbeauftragten (SKG) fordert deshalb eine bessere Information darüber. Sie empfiehlt Frauen und Männern grundsätzlich, ihr Pensum nicht auf unter 70 Prozent fallen zu lassen. Wer längere Zeit weniger als 50 Prozent arbeitet, läuft demnach Gefahr, nach der Pensionierung mit dem Existenzminimum (3100 Franken für eine Einzelperson) auskommen zu müssen. Ihren Befund stützt die Konferenz auf eine von ihr in Auftrag gegebene Studie von Giuliano Bonoli (IDHEAP Lausanne) und Eric Crettaz (Hochschule für Soziale Arbeit Genf).

BFS: Individueller Lohnrechner mit 14 Merkmalen

Der individuelle Lohnrechner "Salarium" des BFS bietet die Möglichkeit, für eine spezifische Arbeitsstelle (Region, Wirtschaftszweig, Berufsgruppe usw.) und anhand frei wählbarer individueller Merkmale (Alter, Ausbildung, Dienstjahre usw.) den durchschnittlichen monatlichen Bruttolohn und die Streuung der Löhne zu berechnen. Der monatliche Bruttolohn (erklärte Variable) wird mit Hilfe einer Modellrechnung geschätzt. Das Modell berücksichtigt 14 Merkmale. Für die Modellberechnung werden die Branchen zu zehn Gruppen zusammengefasst.

BFS: Immer mehr Personen verdienen gut

Die Zahl der vollzeitlich tätigen Personen (90% und mehr, Arbeitnehmende) mit einem Einkommen über 104'000 Franken hat in den letzten 15 Jahren stark zugenommen – von 258'000 Personen im Jahr 2000 auf 627'000 im vergangenen Jahr. Auch im Lohnsegment zwischen 78'000 bis 104'000 Franken lässt sich eine beachtliche Zunahme feststellen (von 396'000 auf 602'000 Personen). Dies zeigt die jüngste Erhebung zum Erwerbseinkommen des BFS. Die Gruppe der Wenigverdiener (bis 26'000 Franken) blieb mit 44'000 Personen praktisch gleich gross (2000: 45'000). Ein Blick auf das Bruttoerwerbseinkommen zeigt aber auch hier Fortschritte: Der Median des jährlichen Bruttoerwerbseinkommens von Hilfsarbeitskräften etwa lag 2015 bei 28'600 Franken – 10'000 Franken höher als im Jahr 2000.

BFS: Statistik 2015 zur sozialen Sicherheit in detaillierten Tabellen

Das BFS hat detaillierte Tabellen der Statistiken 2015 von AHV, IV und der Ergänzungsleistungen zu AHV und IV publiziert. Während die Statistiken der AHV erwartungsgemäss eine Zunahme ausweisen (mehr als 1,5 Millionen Rentenbezüger/innen 2015 gegenüber 1,2 Millionen 2005), belegen die der IV eine Abnahme (2015 rund 169'000, 2006 183'000 Begünstigte).

LinkedIn für 26 Milliarden Dollars zurückgekauft

Am 13. Juni 2016 hat Microsoft den Rückkauf von LinkedIn für 26,2 Milliarden Dollars bekannt gegeben. Das soziale Netzwerk, das Berufsleute und Unternehmen global verbindet, umfasst 433 Millionen Nutzer. LinkedIn, 2003 eingerichtet, hat sich mit den Jahren zur Nummer Eins der beruflichen Netzwerke entwickelt. Unter den verschiedenen Angeboten ist "Talent Solutions" das erfolgreichste: Es ermöglicht den Unternehmen, die besten Kandidaten/-innen zu finden.
Medienmitteilung (in Englisch)

VD: Rekrutierungsprogramm für Wiedereinsteigerinnen im Bankensektor

Das Programm "Rejoignez-nous!" der Waadtländer Kantonalbank (BCV) hat zum Ziel, die Quote der angestellten Frauen zu erhöhen. Zurzeit beschäftigt die Bank 804 Frauen und 1987 Männer. Das im Jahr 2006 gestartete Programm soll Frauen zwischen 35 und 50 Jahren, die ihre Karriere unterbrochen haben und sich neu orientieren wollen, rekrutieren und ausbilden. Dies scheint Früchte zu tragen: In den letzten vier Jahren hat die Zahl der Frauen in der BCV im oberen Kader um 20% und im Management um 25% zugenommen.

Berufliche Integration

Integration psychisch Kranker: IV-Fazit offenbart Probleme

Die Invalidenversicherung IV will Menschen mit psychischen Krankheiten in Trainings für den Arbeitsmarkt fit machen. Das gelingt ihr aber schlecht. Ein Jahr nach den Trainings stehen nur gerade zehn Prozent der Absolventen wirtschaftlich auf eigenen Füssen, wie die IV mitteilt. Die IV begründet auf Anfrage, dass diese tiefe Quote nicht überrasche: Die Zielgruppe für die Massnahmen seien Personen in einer instabilen gesundheitlichen Situation, welche ihre Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit eben gerade auf- und ausbauen sollen. Das Parlament wird bald entscheiden, ob Trainings künftig länger dauern dürfen als heute.

Zeitschrift "Soziale Sicherheit": Nationales Programm gegen Armut

Die Ausgabe 2/2016 der Zeitschrift "Soziale Sicherheit CHSS" beinhaltet eine Bestandesaufnahme der Forschungen, die im Rahmen des nationalen Programms zur Prävention und Bekämpfung von Armut durchgeführt wurden. Das 2014 begonnene Programm ist mit total neun Millionen Franken dotiert und dauert bis 2018. Es ist auf vier Handlungsfelder angelegt: Bildungschancen, soziale und berufliche Integration, allgemeine Lebensbedingungen und Einführung eines nationales Armutsmonitorings. Die Zeitschrift kann hier heruntergeladen werden.

Dolmetschen: Auch für die RAV eine nützliche Sache

In Beratungsgesprächen im RAV kommt es immer wieder zu Verständigungsproblemen. Trotzdem gibt es kaum Stellen, die Dolmetscherdienste in Anspruch nehmen. Der Kanton Uri ist eine Ausnahme: Hier arbeiten seit Mitte 2013 die Personalberatenden im Rahmen einer Pilotkooperation mit interkulturell Dolmetschenden zusammen. Die Personalberatenden machen dabei gute Erfahrungen: "Es hat sich gelohnt, denn der Aufwand steht in einem sehr guten Verhältnis zum Nutzen. Wir sind sehr zufrieden", bilanziert der RAV-Leiter Peter Marent. Einen Bericht über das Projekt findet sich in der der Zeitschrift PANORAMA 3/2016, welche am 23. Juni 2016 erscheint.

FR: Tandem-Massnahmen für die Eingliederung von Senioren

In Zusammenarbeit mit Pro Senectute hat das Amt für den Arbeitsmarkt (AMA) des Kantons Freiburg neue Massnahmen für arbeitslose Senioren und Seniorinnen eingeleitet: "Pro 50+". Dabei handelt es sich um die Bildung von Tandems zwischen freiwilligen pensionierten Personen und über 50-jährigen Stellensuchenden. Die arbeitslosen Personen sollen, zusätzlich zur angebotenen Hilfe des AMA, in ihrer Stellensuche unterstützt werden. Video eines Tandem-Porträts.

GR: Musterbeispiel für die Flüchtlingsintegration

Dem Kanton Graubünden gelingt es, überdurchschnittlich viele anerkannte Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Das hat mit der relativ hohen Anzahl von Stellen für Niedrigqualifizierte zu tun, aber auch mit kantonalen Massnahmen wie der Anstellung von Job-Coaches. Dies berichtet sozialinfo.ch. Claudio Spadarotto, Co-Autor der Studie "Erwerbsbeteiligung von anerkannten Flüchtlingen und vorläufig Aufgenommenen auf dem Schweizer Arbeitsmarkt", bezeichnet Graubünden als ein Musterbeispiel für die Integration von Flüchtlingen. "Was die Fachstelle Integration leistet, ist alles aus einer Hand". Das sei nicht in allen Kantonen der Fall.

Verschiedenes

E-Learning Box zum Thema Gleichstellung

An der Hochschule Luzern wurde im Rahmen des Projekts gleichstellen.ch eine E-Learning Box erstellt. Diese unterstützt Unternehmen und Bildungsinstitutionen dabei, Themen wie Karriere, Lohngleichheit oder Teilzeitarbeit aufzugreifen. Die Tools können als Ausgangspunkt für die Gestaltung und Durchführung kurzer Workshops genutzt werden. Sie stehen zur kostenlosen Nutzung auf der Projektwebsite bereit.