Newsletter vom 14.02.2018

Aktuelle Meldungen vom 14.02.2018

Berufliche Grundbildung

SBFI: Neu strukturierte Organisation

Im SBFI gibt es seit Anfang 2018 eine leicht erneuerte Organisationsstruktur. Rémy Hübschi ist neu gesamtverantwortlich für den Bereich Berufs- und Weiterbildung, welcher aus den bisherigen Abteilungen Berufliche Grundbildung und Maturitäten BGM sowie Höhere Berufsbildung HBB entstand. Jean-Pascal Lüthi, der ehemalige Abteilungsleiter BGM, wird auf den 1. Mai 2018 ad interim die Leitung des "Centre jurassien d'enseignement et de formation" übernehmen.
Organigramm

Chemie- und Pharmapraktiker/in EBA: Anhörung

Das SBFI unterbreitet die Entwürfe der Verordnung über die berufliche Grundbildung und den Bildungsplan für Chemie- und Pharmapraktiker/in EBA zur Stellungnahme. In Absprache mit der SBBK und dem SBFI ist diese neue berufliche Grundbildung in einem beschleunigten Erarbeitungsprozess entwickelt worden. Die Inkraftsetzung ist auf den 1. Juni 2018 geplant. Die Anhörungsfrist läuft deshalb am 2. März 2018 ab. Die Unterlagen können hier heruntergeladen werden.

Movetia: Projektaufruf für Bildungsaustausch in Europa

Die nationale Agentur Movetia lanciert den Projektaufruf 2018 für die Europäische Mobilität und Kooperation. Im Rahmen des Schweizer Programms zu "Erasmus+" können Organisationen und Institutionen der Schulbildung, der Berufsbildung, des Tertiärbereichs, der Erwachsenenbildung sowie der ausserschulischen Jugendarbeit finanzielle Beiträge für Austausch- und Kooperationsprojekte beantragen. Die Bildungsaustausche richten sich an Schüler/innen, Lernende, Studierende, Lehrpersonen und Mitarbeitende von Bildungsinstitutionen.

Kaufleute richten sich auf die digitale Arbeitswelt aus

Zu Fragestellungen wie Digitalisierung und flexibler Arbeitsmarkt führt die Schweizerische Konferenz der kaufmännischen Ausbildungs- und Prüfungsbranchen (SKKAB) eine umfassende Berufsfeldanalyse durch. Die Anforderungen der Arbeitswelt werden von der betrieblichen Praxis sowie von wissenschaftlichen Studien abgeleitet und durch branchenspezifische Kompetenzen ergänzt. Damit erhalten die einzelnen Branchen ein zukunftsorientiertes Profil aus branchenübergreifenden und -spezifischen Kompetenzen, dies als Grundlage für die Aktualisierung der Bildungsverordnung mit Bildungsplan und Umsetzungsinstrumenten. Die SKKAB vertritt alle 21 kaufmännischen Ausbildungs- und Prüfungsbranchen und hat das Projekt "Kaufleute 2022" gestartet.

Wo arbeiten ICT-Fachleute ein Jahr nach Lehrabschluss?

ICT-Lehrabgänger/innen wurden ein Jahr nach ihrem Berufsabschluss zu ihrer Arbeitssituation befragt. Mit der Befragung wird evaluiert, welche Berufs- und Karrierewege die jungen IT-Fachleute nach ihrem Lehrabschluss einschlagen. 39% der Befragten studieren bereits oder absolvieren eine Weiterbildung. 49% der Befragten arbeiten, davon etwas mehr als die Hälfte bei einem neuen Arbeitgeber, 45% sind noch bei ihrem ehemaligen Ausbildungsbetrieb angestellt.

Lernende Wildtierpflegerin im Porträt

Die Zeitung "Work" porträtiert eine Lernende im Zoo Zürich. Leonie Vellacott lernt Wildtierpflegerin im ersten Lehrjahr. Für diese Tätigkeit wird viel Sorgfalt verlangt: Unachtsamkeit kann gefährlich werden für Tiere, Mitarbeitende oder Besucher/innen. Ausserdem braucht Leonie Vellacott ein sicheres Auftreten, die Gäste im Zoo sollen ihr vertrauen und sie gleichzeitig respektieren. Die engagierte Lernende ist privat auch Insektenzüchterin und Zeichnerin.

BE: Berufsbildungsbrief, Thema Fehlzeiten

Im Berufsbildungsbrief 1/2018 des Kantons Bern wird das Thema "Fehlzeiten" einführt von Christoph Düby, dem Abteilungsleiter Betriebliche Bildung im Mittelschul- und Berufsbildungsamt, und vertieft in einem Interview mit einem Berufsbildungsverantwortlichen der Stadt Bern. Es sei wichtig, den Gründen für Absenzen nachzugehen. Weitere Beiträge behandeln die Integrationsvorlehre ("Eine Chance für Flüchtlinge und für Betriebe"), sexuelle Belästigung und die SwissSkills 2018.

BS: Höhere Entschädigung für Prüfungsexperten/-innen

Die Entschädigungen für die Prüfungsexperten/-innen an Lehrabschlussprüfungen im Kanton Basel-Stadt werden neu auf 45 Franken, bei den Chefexperten/-innen auf 60 Franken pro Stunde festgelegt. Die bisherigen Beiträge entsprechen nicht mehr dem realen Gegenwert der geleisteten Arbeit und waren auch im Vergleich zu den Nachbarkantonen nicht adäquat, schreibt der Regierungsrat in einer Mitteilung.

BS: Bereit als Austragungsort für Worldskills 2023

Die Berufsweltmeisterschaft 2023 soll in der Schweiz stattfinden, fordert die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Nationalrats. Der Kanton Basel-Stadt hatte eine Bewerbung für die WorldSkills 2021 erarbeitet, die aufgrund fehlender finanzieller Mittel beim Bund wieder zurückgezogen werden musste. Nun startet Basel einen neuen Anlauf. Das Bewerbungsverfahren für 2021 hat gemäss den Verantwortlichen gezeigt, dass die Stadt über die infrastrukturellen und organisatorischen Voraussetzungen verfügt, um Berufsweltmeisterschaften durchführen zu können.
Medienmitteilung

TI: Pflegepersonal in Spitälern und Altersheimen

Das Tessin ist mehr als andere Kantone mit der Alterung der Bevölkerung konfrontiert. Um den Bedarf an Pflegepersonal in den Spitälern und Altersheimen zu decken, muss künftig eine grössere Anzahl von Personen im Sozial- und Gesundheitswesen ausgebildet und auch deren Verbleib im Beruf gefördert werden. Dies ist dem italienischsprachigen Tätigkeitsbericht 2015-2017 des Observatoriums für Berufsbildung und Berufsaussichten (Osservatorio sulle formazioni e prospettive professionali) im Sozial- und Gesundheitssektor zu entnehmen.
Medienmitteilung

Höhere Berufsbildung und Weiterbildung

Prüfungsordnungen in Vernehmlassung

Die zuständige Organisation der Arbeitswelt hat dem SBFI den Entwurf der Prüfungsordnung über die Berufsprüfung Fachmann/Fachfrau Badeanlagen mit eidgenössischem Fachausweis eingereicht.
Bundesblatt vom 13. Februar 2018

Workshop "Programmieren statt studieren" für Lehrpersonen

Die Vereinigung digitalswitzerland will bis Ende April 2018 mit dem gesamten Lehrkörper von 100 Schulen aller Stufen und aller Sprachregionen der Schweiz halbtägige Programmierworkshops durchführen. Die Ausbildung erfolgt durch einen Coach von digitalswitzerland online oder vor Ort. Er soll den Lehrpersonen das Grundwissen des Programmierens vermitteln, sie mit der Digitalisierung vertraut machen und ihnen die Bedeutung des Programmierens als neue Kompetenz für Jugendliche aufzeigen.

Deutschland: Diskussion der höheren Berufsbildung

In Deutschland wird die berufliche Bildung in der öffentlichen Wahrnehmung weitgehend auf die duale Ausbildung reduziert. Die höhere Berufsbildung ist deutlich weniger etabliert als in der Schweiz. Mit einer Grundlagenschrift der Konrad-Adenauer-Stiftung soll sie stärker in das öffentliche Bewusstsein gerückt werden. Die Autoren/-innen stellen fest, dass der Zugang zu interessanten Verantwortungsbereichen sowie guten Verdienst- und Karrierechancen sich vornehmlich über die höhere Berufsbildung erschliesst. Einer der Autoren, Rudolf Strahm, bringt den Sachverhalt auf den Punkt: Die Zukunft der Berufslehre entscheidet sich an der höheren Berufsbildung.

Mittelschulen und Hochschulen

Mit der BM Primarlehrer/in und mit der FH Gymnasiallehrer/in werden

Die EDK unterzieht ihre Reglemente zur gesamtschweizerischen Anerkennung von Lehrdiplomen einer Totalrevision. Eine neue Regelung verlangt die Durchführung einer Prüfung um sicherzustellen, dass die Studierenden die geforderten persönlichen Fähigkeiten besitzen. Es wird auch vorgeschlagen, dass die Absolventen/-innen einer Berufsmaturität zum Studienlehrgang Primarlehrer/in zugelassen werden (ohne Prüfung, aber mit Zusatzausbildungen), und dass die Inhaber/innen eines FH-Bachelors oder -Masters Zugang zur Ausbildung zu Maturitätslehrpersonen erhalten (ohne Prüfung, unter bestimmten Bedingungen). Die Anhörungsfrist dauert bis Ende Juni 2018.
Medienmitteilung

Bachelor in Information Science: Absolventenbefragung 2017

Die Hälfte der Vollzeitstudierenden des Studiengangs Information Science an der HTW Chur hat vor dem Studium die gymnasiale Matura sowie ein anschliessendes Praktikum absolviert. 44 Prozent der Teilzeitstudierenden haben vor Studienbeginn eine Berufslehre mit Berufsmatura abgeschlossen. Die Mehrheit der Absolventen/-innen bestätigt die Erweiterung beruflicher Kenntnisse und Kompetenzen durch das Studium (83%) und die Erhöhung der Chancen auf dem Arbeitsmarkt (71%). Dies sind einige Ergebnisse aus der Absolventenbefragung 2017 der HTW Chur.

Der ETH-Bereich schafft gegen 100'000 Arbeitsplätze in der Schweiz

Jeder in den ETH-Bereich investierte Franken erzeugt mehr als das Fünffache an Wert in der Schweiz, und jeder Arbeitsplatz rund fünf weitere Arbeitsplätze. Laut einer Studie, die die wirtschaftliche Auswirkung der Aktivitäten der ETH für das Jahr 2016 quantifiziert hat, hat letztere eine Bruttowertschöpfung von 13,3 Milliarden Franken generiert. 21'000 Mittarbeitende haben weitere 98'000 Arbeitsplätze in der Schweiz bewirkt. Weltweit werden die Bruttowertschöpfung auf 16,5 Milliarden Franken und die Zahl der geschaffenen Arbeitsplätze auf 123'800 geschätzt.
Medienmitteilung

Hoher administrativer Aufwand in Fachhochschulen?

Gemäss Franz Baumberger, ehemaliger Präsident der Fachhochschuldozierenden der Schweiz, ist die Administration der Schweizer Fachhochschulen so aufgebläht wie nie zuvor, schreibt die NZZ. Im Gegenzug sei in den letzten 15 Jahren "ein massiver, wenn auch schleichender Unterrichtsabbau" erfolgt. Martina Weiss, Generalsekretärin von swissuniversities, widerspricht: Ein markanter Ausbau der Administration lasse sich nicht mit Fakten belegen. Auch der bernische Erziehungsdirektor Bernhard Pulver lässt die Kritik nicht gelten, sieht aber die Gefahr politischer Vorgaben, welche die Hochschulen zu mehr Bürokratie zwingen, etwa durch die neuen, sehr aufwendigen Akkreditierungsverfahren oder durch parlamentarische Vorstösse.

AG: Einsparungen bei den Stipendien

Am 4. März 2018 wird im Kanton Aargau über die Revision des Stipendiengesetzes abgestimmt. Zusätzlich zu den Anpassungen, die notwendig waren, um die Bestimmungen des Stipendienkonkordats zu erfüllen, nahm der Regierungsrat die Revision zum Anlass, die Stipendienvergabe restriktiver zu gestalten. Der Grosse Rat beschloss gegen den Willen der Regierung weitere Einsparungen: Studierende sollen ihren Ausbildungsbeitrag künftig in Form eines Stipendiums (zwei Drittel der Summe) und eines rückzahlungspflichtigen zinslosen Darlehens (ein Drittel der Summe) erhalten. Dagegen wurde mit 49 Stimmen das Behördenreferendum ergriffen. In einem Meinungsartikel der Aargauer Zeitung vom 5. Februar 2018 werden die geplanten Sparmassnahmen kritisiert.

LU: Zwei neue Studiengänge an der Hochschule Luzern

Die Hochschule Luzern bietet ab Herbst 2018 neu einen Bachelor in Information & Cyber Security an. In diesem Studiengang sollen Studierende lernen, sichere IT-Infrastrukturen zu entwickeln und zu betreiben sowie mit sensiblen Daten umzugehen. Mit dem anderen neuen Studiengang, dem Bachelor in International IT Management, sollen Fachkräfte ausgebildet werden, die neben fachlichen auch interkulturelle und sprachliche Kompetenzen aufweisen und damit IT-Projekte auf internationaler Ebene umsetzen können. Die Studierenden dieses englischsprachigen Studiengangs absolvieren je ein obligatorisches Austauschsemester im angelsächsischen Sprachraum und eines in Asien.

TI: Master in Krankenpflege

Ab Studienbeginn 2018/2019 wird an der Fachhochschule der italienischen Schweiz (SUPSI) ein neuer Studiengang Master in Krankenpflege angeboten. Dieser Master, der in drei Teile gegliedert ist (fortgeschrittene klinische Praxis, angewandte Forschung, Organisation und Führung), richtet sich an Fachleute, die ihr praktisches Wissen vertiefen oder einen Führungsposten übernehmen wollen. Gemäss dem italienischsprachigen Tätigkeitsbericht 2015-2017 des Osservatorio sulle formazioni e prospettive professionali im Sozial- und Gesundheitssektor ist die Zahl der Bachelor in Krankenpflege von 100 im Jahr 2011 auf 200 im Jahr 2017 gestiegen.

ZH: Im Gymnasium an die Uni

Ab dem Herbstsemester 2018 können auch im Kanton Zürich begabte und forschungsinteressierte Gymnasiasten/-innen der obersten beiden Klassen ausgewählte Studienmodule an der Universität besuchen. Der Leistungsumfang ist auf ein Maximum von sechs ECTS-Punkten pro Semester beschränkt. Die Punkte können an ein späteres Studium an der Universität Zürich angerechnet werden. Wer für das Angebot in Frage kommt, wird von den Schulen festgelegt. Die Universität Basel führte das Schülerinnen- und Schülerstudium vor rund zehn Jahren als erste Hochschule der Schweiz ein, Luzern bietet ein solches unter dem Namen "Early Bird" seit 2009 an. An der Universität Bern können intellektuell begabte Schüler/innen seit 2014 Vorlesungen besuchen. Gymnasiasten/-innen, welche an Mathematik interessiert sind, wird an der ETH Zürich der Besuch der "ETH Math Youth Academy" ermöglicht.

Beratung

Zukünftige Kompetenzen von Beratenden

Das Institut für Angewandte Psychologie Zürich (IAP) der ZHAW hat eine explorative Befragung zur Frage durchgeführt, welche Kompetenzen für Berufs-, Studien- und Laufbahnberatende in Zukunft wichtiger werden. Als besonders zukunftsrelevant wurden – wie bereits an der nationalen Tagung des SDBB – die Prozessbegleitung und das Coaching identifiziert. Zudem wird die digitale Kompetenz als sehr wichtig erachtet. Die Ergebnisse der Befragung sind auch in die Weiterentwicklung des MAS in BSLB des IAP eingeflossen. Unter anderem wird der MAS neu modularisiert in Form von vier CAS angeboten, und E-Learning wird eingeführt. Eine Zusammenfassung der Befragungsergebnisse und eine Stellungnahme des SBFI finden sich in Ausgabe 1/2018 der Zeitschrift PANORAMA, welche am 23. Februar 2018 erscheint.

SDBB: Statistik 2017 der Online-Test-Plattform

Die Statistik 2017 der Online-Test-Plattform (OTP) des SDBB zeigt die Anzahl durchgeführter Tests pro Kanton und Sprache. Die Testdurchführungen sind stark angestiegen, von 20'973 im Jahr 2016 auf 30'218 im Jahr 2017 (Zunahme um 44%). Die deutschsprachigen Tests weisen den höchsten Zuwachs auf (von 7667 auf 13'797). Die Tests in Französisch sind von 12'876 auf 15'635 gestiegen. Knapp 2000 Tests wurden von Dritten, allen voran durch die IV, gegen Bezahlung durchgeführt.

Deutschland: Datenbank über schulische Bildungsgänge im Übergangsbereich

Für Jugendliche, die keinen Einstieg in die Sekundarstufe II finden, bieten die 16 deutschen Bundesländer eine Vielzahl schulischer Brückenangebote an, die Wege in die Ausbildung ermöglichen. Eine frei zugängliche interaktive Datenbank des BIBB enthält 132 Bildungsgänge. Das Angebot bietet nicht nur pädagogischen Fachkräften Recherchemöglichkeiten, auch Jugendliche ohne Hauptschulabschluss können selbst nach einem geeigneten schulischen Bildungsgang suchen.
www.ueberaus.de

Arbeitsmarkt

BFS: Im Tessin am wenigsten Erwerbspersonen

Die Nettoerwerbsquote der 15-64-Jährigen liegt in den Kantonen zwischen 73,5% (Tessin) und 84,3% (Luzern und Obwalden). Der schweizerische Durchschnitt beträgt 81,3%. 68,8% der Erwerbstätigen arbeiten Vollzeit, 31,2% Teilzeit. Der Anteil der Vollzeit-Erwerbstätigen bewegt sich von 64,5% im Kanton Basel-Stadt bis 71,9% im Kanton Zug. Diese Angaben sind der Strukturerhebung des BFS mit Daten zum Erwerbsleben (Arbeitsmarkt- und Erwerbsstatus, Erwerbsquoten) zu entnehmen. Mit den kumulierten Resultaten aus mehreren Erhebungen können diese Indikatoren bis auf Ebene Bezirke und statistische Städte berechnet werden.

Lohnrechner für Architekten und Ingenieure

Eine neue App des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins SIA ermöglicht es, Löhne in Planerberufen abzurufen. Ausgehend von der hierarchischen Stellung, der Funktion, des Alters, des Geschlechts und der Region gibt der Kalkulator das mittlere Bruttoeinkommen an. Er stützt sich auf die Ergebnisse einer Umfrage bei 9'000 Beschäftigten in 570 Schweizer Unternehmen. Die in Deutsch, Französisch und Italienisch verfügbare App zeigt auch den Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen in dieser Branche. Der Einsatz von Lohnrechnern im HR birgt allerdings die Gefahr, Ungleichheiten zu verfestigen, wie ein Artikel in Le Temps (in Französisch) aufzeigt.

Digitalisierung: In der Wirtschaft wenig genutzt

Ein Forscherteam der ETH und der Fachhochschule Nordwestschweiz hat den zweiten Teil einer Studie zur Digitalisierung in der Schweizer Wirtschaft vorgelegt. Er basiert auf einer Umfrage bei 1183 Firmen und enthält Auskünfte über Ziele, berufliche Kompetenzen und die Arbeitsorganisation im Zusammenhang mit Digitalisierungsprojekten. Die Studie zeigt, dass die technologischen Möglichkeiten von Schweizer Unternehmen weniger genutzt werden und ihre Arbeitsformen traditioneller sind als allgemein angenommen. Aus einer Liste von elf Kompetenzen am meisten gefragt sind die folgenden Kompetenzen: Prozess-Knowhow (77%), Fähigkeit zur Koordination von Arbeitsabläufen (71%), Problemlösungs- und Optimierungskompetenz (70%).

Lohnerhöhungen beeinflussen Arbeitszufriedenheit nur kurzfristig

Lohnerhöhungen als Instrument zur Mitarbeitermotivation sind nur unter bestimmten Bedingungen sinnvoll – etwa wenn sie regelmässig erfolgen und mit Beförderungen einhergehen. Dies ergab eine Studie der Universität Basel. Zwar steigt nach einer Lohnerhöhung die Arbeitszufriedenheit. Dieser Anstieg ist besonders deutlich, wenn vergleichbare Arbeitnehmende in der gleichen Zeit eine geringere Lohnerhöhung erhalten. Der Anstieg ist jedoch nur vorübergehend und damit nicht nachhaltig: Innerhalb von vier Jahren lässt die Wirkung fast vollständig nach.

Berufliche Integration

Bundesgericht: Vorzeitige Pensionierung und Arbeitslosengelder kumulierbar

Gemäss einem Entscheid des Bundesgerichts kann eine vorzeitige Teilpensionierung mit einer Entschädigung durch die Arbeitslosenkasse kumuliert werden. Wie in einem französischsprachigen Artikel von Le Matin dargestellt, hat das Bundesgericht einem Bauarbeiter Recht gegeben, der Arbeitslosengelder verlangte, da er nach der vorzeitigen Pensionierung von seiner Pensionskasse während acht Monaten nur 50% der Rente erhielt. Gemäss Entscheid wird die Angelegenheit an die Arbeitslosenkasse des Kantons Wallis für eine neue Beurteilung zurückgewiesen.

Rechtskommission gegen Kündigungsschutz für ältere Arbeitnehmende

Die Rechtskommission des Nationalrats will ältere Arbeitnehmende nicht besser vor Kündigung schützen. Sie hat eine parlamentarische Initiative des Berner SP-Nationalrats Corrado Pardini mit 18 zu 7 Stimmen abgelehnt. Pardini verlangte einen Kündigungsschutz für Arbeitnehmende über 55 Jahre, die 10 Dienstjahre oder mehr aufweisen. Sie sollten nur entlassen werden dürfen, wenn der Arbeitgeber bei der Kündigung glaubwürdig darlegen kann, dass sie nicht durch eine kostengünstigere Arbeitskraft ersetzt werden.

Fide-Sprachnachweis: Schlussbericht und erste Prüfungen

Der Schlussbericht zur Pilotierung des Qualitätskonzepts fide und das Verfahren zur Vergabe des fide-Labels liegen vor. Sieben der dreizehn Institutionen aus der Pilotphase erhielten für eines oder mehrere ihrer Angebote das fide-Label. Zudem haben Anfang Februar 2018 die ersten Durchführungen des Sprachnachweises stattgefunden. Einbürgerungswillige Personen müssen seit diesem Jahr schriftliche Kompetenzen auf dem Niveau A2 und mündliche Kompetenzen auf dem Niveau B1 in einer Schweizer Landessprache nachweisen. Der Nachweis kann mit dem Sprachnachweis fide oder einem anderen anerkannten Sprachzertifikat erbracht werden.

GE: Zwei neue Zulagen für Arbeitslose ab 50 Jahren

Der Genfer Staatsrat sieht vor, im Verlauf des Jahres 2019 zwei neue Zulagen für Arbeitslose ab 50 Jahren einzuführen. Die kantonale Ergänzungszulage A50+ bietet Bezügern/-innen von eidgenössischen Einarbeitungszuschüssen zusätzliche Unterstützung, indem sie die Übernahme von 40% des Gehalts um sechs Monate verlängert. Die Überbrückungszulage ihrerseits kommt während maximal 18 Monaten denjenigen Arbeitslosen zugute, die drei Jahre vor dem Erreichen des gesetzlichen Rentenalters ausgesteuert werden.
Medienmitteilung