Newsletter vom 07.12.2016

Aktuelle Meldungen vom 07.12.2016

Berufliche Grundbildung

SBFI-News: Vielfältiges zu aktuellen Berufsbildungsfragen

Die SBFI-News 9/2016 enthält zwei Interviews:
- Mit dem Leiter von Movetia, Olivier Tschopp, zu Zielen, Plänen und Herausforderungen der neu geschaffenen Agentur für Austausch und Mobilität in der Schweiz und mit dem Ausland.
- Mit dem Vizedirektor des SBFI, Josef Widmer, zur BFI-Botschaft, zur Entwicklung auf dem Lehrstellenmarkt, zur internationalen Berufsbildungszusammenarbeit und zur neuen Stiftung Movetia.
Weitere Themen: die eröffnete Diskussion in der Online-Community, der Rückblick auf die Herbsttagung, die subjektorientierte Finanzierung in der höheren Berufsbildung, die Umsetzung des Weiterbildungsgesetzes und die Durchlässigkeit von der höheren Berufsbildung zu den Fachhochschulen.

Postulat: Digitale Wirtschaft und Arbeitsmarkt

Der Bundesrat ist sich bewusst, dass der Arbeitsmarkt qualifizierte Berufsleute im digitalen Bereich benötigt. Er hat in diesem Sinne ein Postulat zur Annahme beantragt und stützt sich auf den Bericht "Strategie Digitale Schweiz", um die Rahmenbedingungen für das ganze Bildungssystem (Berufsbildung, Fachhochschulen, etc.) darzulegen.
Antwort des Bundesrats

EuroSkills Göteborg 2016

An den fünften Berufs-Europameisterschaften, den EuroSkills Göteborg vom 1. bis 3. Dezember 2016, haben die zwei Frauen und sieben Männer der SwissSkills-Mannschaft zweimal Gold, zweimal Silber, zweimal Bronze und drei Diplome erreicht.
SwissSkills
EuroSkills

Geigenbauer/in EFZ: Bildungsverordnung erlassen

Das SBFI hat die Verordnung über die berufliche Grundbildung Geigenbauer/in EFZ erlassen. Sie tritt am 1. Januar 2017 in Kraft und ersetzt die Ausbildungs- und Prüfungsvorschriften für Geigenbauer/in vom 21. Dezember 1993. Die Druckversion ist in einigen Wochen beim BBL erhältlich und wird im Berufsverzeichnis zur Verfügung stehen. Der neue Bildungsplan ist bereits auf der Internetseite des Schweizer Verbands der Geigenbauer und Bogenmacher (SVGB) aufgeschaltet.

Berufsfeld Gebäudehülle: Erlassene Bildungsverordnungen

Das SBFI hat die Verordnungen über die berufliche Grundbildung für folgende Berufe erlassen: Abdichter/in EFZ, Dachdecker/in EFZ, Fassadenbauer/in EFZ, Gerüstbauer/in EFT, Storenmonteur/in EFZ, Abdichtungspraktiker/in EBA, Dachdeckerpraktiker/in EBA, Fassadenbaupraktiker/in EBA, Gerüstbaupraktiker/in EBA, Storenmontagepraktiker/in EBA. Die revidierten Verordnungen treten auf den 1. Januar 2017 in Kraft. Sie ersetzen jene über die berufliche Grundbildung für Polybauer/in EFZ vom 8. November 2007. Die Druckversionen sind in einigen Wochen beim BBL erhältlich und werden im Berufsverzeichnis zur Verfügung stehen. Die Bildungspläne werden auf der Internetseite des Vereins Polybau aufgeschaltet.

SKBF: Forschungsprojekte im Bereich Berufsbildung

Im Newsletter "Information Bildungsforschung 5/2016" der Schweizerischen Koordinationsstelle für Bildungsforschung SKBF finden sich acht Projekte, welche die Berufsbildung oder die Weiterbildung thematisieren:
- Projekt "Stabile Lehrverträge und die Rolle des Organisationsklimas im Ausbildungsbetrieb"
- Projekt "Wie beurteilen Frauen rückblickend ihren Unterricht in den MINT-Fächern?"
- Projekt "Lernen durch kollegiales Feedback bei Berufsschullehrpersonen"
- Projekt "Zuversicht, Arbeitsleistung und Kündigungsbereitschaft bei Schweizer Jugendlichen in der beruflichen Grundbildung"
- Projekt "Nichtkognitive Kompetenzen und ihre Bedeutung beim Übergang auf die Sekundarstufe II"
- Projekt "Erfahrungen und Bewältigungsstrategien junger Frauen in MINT-Berufen"
- Projekt "Determinanten der Berufsbildungsentscheidungen beim Übergang in den Arbeitsmarkt (BEN I)"
- Projekt "Fit für den Job: Faktoren des Ausbildungserfolgs bei Absolvierenden einer kaufmännischen Berufslehre"

IDES: Geschäfte zur Bildung in den Kantonen im November 2016

Das Informations- und Dokumentationszentrum IDES der EDK publiziert die umfassende Liste "Parlamentarische Dokumentation", auf der sie die aktuellen Geschäfte im Bereich Bildung aufführt. Die Liste enthält neben Geschäften der Berufsbildung/Sekundarstufe II, Weiterbildung und Hochschulen auch solche der obligatorischen Schule.
Parlamentarische Dokumentation zur Bildungspolitik 11/2016

Dokumentation zur Herbsttagung Berufliche Grundbildung

Die Herbsttagung Berufliche Grundbildung (schulische und betriebliche) hat am 10. und 11. November 2016 stattgefunden. Die durch die Kommission berufliche Grundbildung der SBBK organisierte Tagung war den Themen Lehrabbruch und Strategie 2030 der Berufsbildung gewidmet. Die Dokumentation zur Veranstaltung sowie die Resultate der verschiedenen Workshops sind online verfügbar.

Arbeitsinstrumente in Englisch unter vpet.ch

Die englische Version des Portals berufsbildung.ch ist vervollständigt worden. Sie enthält die wichtigsten Dokumente in Englisch sowie eine Liste direkter Links zu kantonalen, eidgenössischen und europäischen Internetseiten. Die folgenden Arbeitsinstrumente sind unter vpet.ch abrufbar:
- "QualiCarte"
- Wegweiser durch die Berufslehre
- Bildungsbericht
- Selektionsmappe
Die Ausgaben in Deutsch bleiben die Referenzversionen.

EHB: Dokumente zur Sondertagung für Berufsbildner/innen im Betrieb

Am 24. November 2016 führte das EHB der Westschweiz (IFFP) eine Sondertagung (journée spéciale) für Berufsbildner/innen im Lehrbetrieb durch. Ziel war die Aufwertung der Rolle der Schlüsselakteure der dualen Berufsbildung. Dokumentation, Präsentationen und Videos dieser Veranstaltung sind online verfügbar (französisch).

Mathematik-Qualifikation für BM-Lehrer/innen

Lehrpersonen an Berufsmaturitätsschulen müssen eine akademische Leistung von mindestens 90 ECTS-Kreditpunkten im entsprechenden Berufsmaturitätsfach vorweisen. An vielen Schulen bilden Ingenieurinnen und Naturwissenschaftler mit Bachelor- oder Masterabschluss ein wichtiges Segment des Lehrkörpers. Die ZHAW bietet einen Lehrgang, an dem die fehlenden ECTS-Kreditpunkte in Mathematik durch Module, die auf den Berufsmaturitätsunterricht fokussieren, erreicht werden können.

Kaufmännische Berufe: Herausforderungen wegen Offshoring und Digitalisierung

Der Kaufmännische Verband Schweiz hat zwei Studien zu den Trends Offshoring und Digitalisierung und ihren Auswirkungen auf die kaufmännischen Berufe in Auftrag gegeben. Der Verband wird sich in sechs Handlungsfeldern engagieren und damit sicherstellen, dass Angestellte die Nachteile der Veränderungen wettmachen können. Die Entwicklung der beruflichen Grund- und Weiterbildung, das Anpassen der Berufsbilder und der Erwerb neuer Kompetenzen stehen an erster Stelle.
Medienmitteilung

ZH: Zulassungsbedingungen für Berufsvorbereitungsjahre angepasst

Das Berufsvorbereitungsjahr wird immer wieder als Übergangslösung (bis eine Lehrstelle gefunden wird) oder als Vorbereitung auf eine weiterführende Schule genutzt. Im Kanton Zürich soll mit einer Anpassung der Zulassungsvoraussetzungen diese Zweckentfremdung verhindert werden. Das Brückenangebot richtet sich an Jugendliche, die nach der obligatorischen Schulzeit zu grosse Bildungsdefizite aufweisen, um direkt eine Lehrstelle anzutreten.
Medienmitteilung

Europa: Fachtagung "Validation of Non-formal and Informal Learning"

Die österreichische Agentur Erasmus+ Education hat am 9. November 2016 eine ECVET-Fachtagung für internationale Experten zum Thema "Validation of Non-formal and Informal Learning" organisiert. Vertreter/innen aus mehreren Ländern (Schweiz, Niederlande, Österreich, Frankreich) haben ihre nationalen Erfahrungen zur Validierung vorgestellt. Finnland zum Beispiel hat ein Berufsbildungssystem entwickelt, das auf Kompetenzpunkten gemäss dem Modell ECVET beruht.

Höhere Berufsbildung und Weiterbildung

Schweizer Forschungsnetzwerk für Weiterbildung

Eine neue Interessengemeinschaft lotet die Möglichkeiten und Grundlagen eines Forschungsnetzwerkes für die Weiterbildung in der Schweiz aus. An einem ersten Treffen von Fachleuten im November 2016 stellte sich heraus, dass im Weiterbildungsbereich mehr geforscht wird als angenommen. Ein zweites Treffen wird im Frühling 2017 stattfinden. Federführend sind die Pädagogischen Hochschulen Nordwestschweiz und Zürich sowie der SVEB.
Medienmitteilung

Zeitschrift Education Permanente: Die Bedeutung der Sinne in Beruf und Weiterbildung

Die Ausgabe 2016-4 von Education Permanente widmet sich der Bedeutung und Wirkungsweise der fünf Sinne im Alltag, im Berufsleben und beim Lehren und Lernen. Eine Reihe von Berufen arbeitet mit Geruch und Geschmack, geht mit Produkten um, die diese Sinne gezielt ansprechen. Die Ausübung einiger dieser Berufe beruht sogar vollständig auf der Beherrschung – und Versprachlichung – des Riechens oder Schmeckens. Ausserdem im Heft: Ein Interview mit dem Leiter des Kurszentrums Ballenberg zu den Anforderungen, die an die Kursleiter/innen gestellt werden und zur Bedeutung des Handwerks in der Weiterbildung (S. 58).

LU: Senkung der Studiengebühren für Lehrpersonen der Berufsbildung

Durch die Aufnahme in die interkantonale Fachhochschulvereinbarung sinken die Ausbildungskosten für die drei Studiengänge "Dipl. Berufsfachschullehrer/in Berufskunde im Hauptberuf", "Dipl. Berufsfachschullehrer/in Berufsmaturität" und "Dipl. Dozentin an Höheren Fachschulen im Hauptberuf" an der PH Luzern massiv. Ab dem Studienjahr 2017/2018 bietet die PH Luzern gemeinsam mit der Akademie für Erwachsenenbildung (aeB) die viersemestrigen Studiengänge für 3400 Franken an. Bisher kosteten sie 22'000 Franken. Die neuen Studiengebühren gelten für alle Studierenden mit Wohnsitz in der Schweiz (alle Kantone ausser Neuenburg sowie Fürstentum Liechtenstein).
Medienmitteilung

Mittelschulen und Hochschulen

BFS: Aktualisierung der Bildungsindikatoren

Im Jahr 2015 hat mehr als ein Drittel der Jugendlichen eine Maturität abgelegt (20% gymnasiale Maturität und 15% Berufsmaturität). Die schwache Rate der Fachmaturität (weniger als 3%) erklärt sich dadurch, dass sie erst kürzlich eingeführt wurde. Auch die Quote der Hochschulabgänger/innen ist gestiegen (auf 29%). Die FH und PH haben 16% der Diplome verliehen, die Universitäten 14%. Die Zahl der Maturitäten und der Diplome der Hochschulen dürften laut Prognosen des BFS noch leicht steigen. Das BFS hat mehrere Bildungsindikatoren aktualisiert.

Aus der WBZ CPS wird das ZEM CES

Aus der Schweizerischen Weiterbildungszentrale WBZ CPS wird am 1. Januar 2017 das Schweizerische Zentrum für die Mittelschule ZEM CES. Die Fachagentur der EDK wird neu positioniert: Die Vermittlungs- und Unterstützungsdienstleistungen für Schulen und Schulleitungen und die Bearbeitung relevanter Themen und Netzwerke für die Sekundarstufe II bleiben. Die Fachagentur wird zukünftig kein eigenes Weiterbildungsangebot für Lehrpersonen mehr führen. Sie beabsichtigt, ab 2020 eine Plattform zu betreiben, auf der alle Weiterbildungsangebote für Lehrpersonen und Schulkader aufgeführt sind. Diese neue Aufgabe wird in Zusammenarbeit mit swissuniversities inhaltlich gestaltet.
Medienmitteilung

Zwei neue Master im Gesundheitswesen

Die Fachhochschule Westschweiz (HES-SO), die Universität Lausanne und die Universität Genf bieten ab September 2017 einen gemeinsamen Masterstudiengang in Pflegewissenschaften an. Das Programm gliedert sich in einen gemeinsamen Teil und fünf Fachrichtungen: Physiotherapie, Ergotherapie, Ernährung und Diätetik, Hebamme, medizinische Radiologietechnik. Der Studiengang kann in einem Vollzeit- oder Teilzeitstudium absolviert werden. Die HES-SO bietet ebenfalls ab September 2017 einen Master in Osteopathie an, der die logische Fortsetzung des Bachelors im gleichen Bereich darstellt. Ein Master "en pratique avancée en santé" dürfte in den nächsten Jahren geschaffen werden.
Medienmitteilung

BE: Starke Nachfrage für Mittelschulklasse für Migranten/-innen

Der auf das Schuljahr 2016/2017 lancierte bernische Schulversuch einer Spezialklasse für Migranten/-innen mit Mittelschulniveau stösst auf grosses Interesse. Alle 16 Plätze des speziellen Brückenangebots am Berufsbildungszentrum Biel sind besetzt. Ziel der auf die Ansprüche der Mittelschulen ausgerichteten Klasse ist die intensive Förderung der Schüler/innen in Sprache und der Vermittlung von Kenntnissen in Gesellschaft und Bildungssystem. Die Schüler/innen sollen bereits nach wenigen Wochen erste Unterrichtselemente am Gymnasium Biel-Seeland oder an einer anderen Mittelschule besuchen, damit sie möglichst rasch in ein entsprechendes Regelangebot integriert werden können.
Medienmitteilung

FR: Ende der zwei Propädeutikjahre für Zahnmedizin

Ab dem Herbstsemester 2017 führt die Universität Freiburg keine Propädeutik für Zahnmedizin mehr durch. Aktuell bietet die Universität Freiburg 14 Ausbildungsplätze für Studierende der ersten zwei Ausbildungsjahre in Zahnmedizin. Die Aufhebung dieses Angebots erlaubt es, die Kapazität der Bachelor-Studierenden der Humanmedizin per Herbstsemester 2017 von 103 auf 120 zu erhöhen.
Medienmitteilung

FR: Aufnahmen an die Pädagogische Hochschule bleiben beschränkt

Der Staatsrat des Kantons Freiburg hat beschlossen, die Aufnahmen in die Grundausbildung an der Pädagogischen Hochschule Freiburg auch für das Studienjahr 2017/2018 auf 150 Studienplätze zu beschränken. Die Aufnahmekapazität beträgt 100 Plätze in der französischsprachigen und 50 Plätze in der deutschsprachigen Abteilung. Diese Zahlen entsprechen denjenigen des Vorjahres.
Medienmitteilung

ZH: Uni-Schnuppersemester für Flüchtlinge

Im Frühjahrssemester 2017 erhalten 20 Flüchtlinge die Möglichkeit, ein Schnuppersemester an der Universität Zürich zu besuchen. Teilnahmeberechtigt sind Personen mit einem angefangenen oder abgeschlossenen Hochschulstudium. Anmeldeschluss ist der 16. Dezember 2016. Das Projekt "Schnuppersemester" wird vom Verband der Studierenden der Universität Zürich in Zusammenarbeit mit der Amnesty International Hochschulgruppe Zürich organisiert und von der Abteilung Internationale Beziehungen der Universität unterstützt. Die Flüchtlinge werden während des Semesters von studentischen Mentoren begleitet und können im Sprachenzentrum von Universität und ETH Zürich ihre Sprachkenntnisse verbessern.

ZH: Kein Lateinobligatorium mehr am Deutschen Seminar

Wer am Deutschen Seminar der Universität Zürich auf der Bachelor- oder der Masterstufe studiert, braucht ab dem Frühjahrssemester 2017 kein Latein mehr, berichtet die NZZ. Damit hat die Fakultätsversammlung trotz Gegenstimmen einem Antrag der Germanistik-Professoren zugestimmt.

ZH: Revidierte ETH-Masterprogramme in Pharmazie

Aufgrund der Teilrevision des eidgenössischen Medizinalberufegesetzes werden die pharmazeutischen Studiengänge an der ETHZ revidiert. Ab 2017 starten Masterstudierende in den beiden revidierten Studienprogrammen: Das Programm des bisherigen Studiengangs MSc Pharmazeutische Wissenschaften wird zum MSc Pharmazie. Der MSc Medicinal and Industrial Sciences wird zum englischsprachigen Studiengang MSc Pharmaceutical Sciences mit Fokus auf Forschung und Industrie. Zugelassen sind Studierende mit einem Bachelorabschluss in Pharmazeutischen Wissenschaften, Gesundheitswissenschaften, Biologie oder Biomedizin.

Beratung

Unterstützung für "Dual Career Couplets" aus dem Ausland

Wenn Wissenschaftler/innen aus dem Ausland sich für einen Wechsel an eine Schweizer Hochschule entscheiden, zieht oft auch ein/e hochqualifizierter Partner/Partnerin mit in die Schweiz. Diese Personen können sich bei ihrer Stellensuche von der Non-Profit-Organisation International Dual Career Network (IDCN) unterstützen lassen. Die Organisation hat 13 Standorte in Europa, Amerika und Asien. Sie organisiert Treffen mit Unternehmen und Workshops mit dem Ziel der Vernetzung. Insgesamt sind mehr als 100 Unternehmen und Hochschulen am Projekt beteiligt.

GE: Studie zur Bildungslaufbahn der Schüler/innen mit Migrationshintergrund

Eine Studie des Genfer SRED (Service de la recherche en éducation) analysiert die Bildungslaufbahn der Jugendlichen mit Migrationshintergrund und zeigt den Verlauf der Entwicklung dieser Bevölkerungsgruppe. Zwischen 2012 und 2015 hat die Zahl der jugendlichen Migranten und Migrantinnen um 45% zugenommen. Ihr Alter ist ebenfalls gestiegen. Immer mehr Schüler/innen kommen aus Konfliktregionen und wurden vorher wenig oder nicht ausgebildet. Für diese Jugendlichen sind die Französischkenntnisse auf Schulniveau ungenügend. Es gilt auch den Erfordernissen der Alphabetisierung und den sozialen und persönlichen Bedürfnissen Rechnung zu tragen. Als Ergänzung zum ersten Bericht von 2013 bietet die Studie (französisch) auch eine Längsschnittanalyse der Lebensläufe der Jugendlichen aus den Aufnahmeeinrichtungen.

Deutschland: Einblicke in den Studienalltag

Seit 2014 wurden von jetzt, einem Produkt der Süddeutschen Zeitung, sechs deutsche Studierende jedes Jahr zu ihrem Fach, ihren Träumen, Plänen und Erwartungen befragt. Die Befragten berichten von Studienabbrüchen, Prokrastination, Fächerwechseln, Unter- und Überforderung und vom Studienalltag generell.

Deutschland: Lohnt sich ein Doktortitel heute noch?

Verpflichtung, Karriere, Lohn, Statussymbol, wissenschaftliche Laufbahn, Interesse an der Forschung – der Artikel in Campus Zeit überprüft sechs Motivationen für eine Promotion. Die pro und contra für den Doktortitel beziehen sich auf die Verhältnisse in Deutschland, sind aber mehrheitlich übertragbar auf die Schweiz.

Arbeitsmarkt

BFS: Beschäftigungswachstum schwächt sich ab

Laut Beschäftigungsbarometer des BFS ist die Gesamtbeschäftigung (Anzahl Stellen) im dritten Quartal 2016 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 0,3% gestiegen. Verglichen mit dem Vorquartal hat sie aber leicht abgenommen. In Vollzeitäquivalenten blieb die Beschäftigung unverändert. Die Wirtschaft als Ganzes bot 4000 offene Stellen mehr an (+8,1%) als im Vorjahr. Im sekundären Sektor war die Beschäftigung in Vollzeitäquivalenten rückläufig (-1,3%), im tertiären Sektor nahm sie zu (+0,5%).

Swiss Job Index: Zunahme der Stellenangebote um 37,2%

Laut dem Swiss Job Index von Michael Page stieg die Zahl der gemeldeten Stellenangebote seit Anfang Jahr (Januar bis November 2016) um 37,2%. Dies ist der höchste Zuwachs für diesen Zeitraum seit Indexbeginn im Jahr 2012. Zwischen Oktober und November 2016 erhöhte sich die Zahl der Stellenausschreibungen schweizweit um 2,5%. Die Deutschschweiz, auf die neun von zehn Stellenangebote entfielen, hat in der gleichen Periode einen Zuwachs von 2,5% verzeichnet (Westschweiz: +3,4%).

Bewerbungssituation löst starke Gefühle aus

Bewerbungen lösen bei Kandidaten starke, zum Teil widersprüchliche Gefühle aus. Das zeigt eine Online-Umfrage der Recruitingplattform softgarden, an der 3500 Bewerberinnen und Bewerber teilgenommen haben. Dabei geht es um Gefühle einer elementaren Lebensentscheidung, des Wettbewerbs, des Glücksspiels, der Sehnsucht nach Anerkennung ebenso wie das Erleben als Prüfungssituation und Infragestellen des eigenen (Markt-)Werts. Für 84% der Befragten sind Bewerbungen "mit starken Gefühlen" verbunden. Dabei ist für die meisten Personen eine Bewerbung nur mit Einschränkungen ein Vergnügen.

Arbeitsunsicherheit macht krank

Wer seinen Arbeitsplatz als unsicher empfindet oder von unfreiwilliger Umgestaltung bedroht sieht, kann darunter leiden wie unter einer körperlichen Krankheit. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM) hin. Eine Studie des Helmholtz Zentrums zeige zudem: Der Stressfaktor Arbeitsunsicherheit kann für die Betroffenen offenbar auch langfristige Folgen haben. Arbeitnehmende, die in mittleren Lebensjahren mit Arbeitsunsicherheit konfrontiert waren, schätzten ihr eigenes Wohlbefinden auch noch rund 20 Jahre später als deutlich geringer ein.

Kunstschaffende leben in Unsicherheit

Wie aus einer Umfrage des Vereins Suisseculture Sociale hervorgeht, hat sich die Situation der Kunstschaffenden in den letzten zehn Jahren nicht verbessert. Trotz zusätzlicher nicht künstlerischer Erwerbstätigkeit lebt die Hälfte der Kunstschaffenden in prekären Umständen. Der Mittelwert des jährlichen Gesamteinkommens beträgt 40'000 Franken. Die Hälfte der Personen hat ausser der AHV keine Altersvorsorge; nur 36% der Frauen und 41% der Männer verfügen über eine zweite Säule. Fast 2500 Personen haben sich an der Umfrage zu Einkommen und sozialer Sicherheit Kunstschaffender beteiligt.

NE: Reorganisation des Arbeitsamts

Das Arbeitsamt des Kantons Neuenburg wird in den nächsten Monaten umfassend reorganisiert, um seinen Auftrag und seine Dienstleistungen der beruflichen Eingliederungsstrategie anzupassen, die vom Staatsrat im Frühling 2016 angenommen wurde. Diese Reorganisation bedingt die Verschmelzung von gegenwärtig sieben in drei Abteilungen, zwei Büros und eine Direktion. Das Arbeitsamt ordnet die Bereiche "ProEmployeurs" und "ProEmployés" neu. Die Arbeitsmarktmassnahmen werden in diese beide Bereiche durch Querverbindungen integriert. Die Reform wird am 1. Mai 2017 in Kraft treten.
Medienmitteilung (französisch)

VS: Pilotprojekt zur Bekämpfung saisonaler Arbeitslosigkeit

Der Kanton Wallis hat in Absprache mit dem SECO ein Projekt zur Verminderung der Rückrufquote durch den ehemaligen Arbeitgeber sowie der saisonalen Arbeitslosigkeit lanciert. Die Projektgruppe passte den Prozess des Umgangs mit den saisonalen Stellensuchenden an. Dieser ist restriktiver und individualisiert. Strikte Regeln zu Anzahl und Qualität der Arbeitsbemühungen wurden festgelegt und in der "Zielvereinbarung Saisonalität" verankert. Diese muss von den RAV-Personalberatern und den Stellensuchenden unterzeichnet werden. Sie trat am 1. Dezember 2016 in Kraft.
Medienmitteilung

Deutschland: Arbeitsmarkteffekte der Digitalisierung

Die Digitalisierung der Wirtschaft ("Industrie 4.0") dürfte für den deutschen Arbeitsmarkt in etwa gleichem Ausmass zum Auf- und Abbau von Arbeitsplätzen führen. Diese These formuliert Enzo Weber (KOF Zürich) in einem Fachbeitrag der "Oekonomenstimme". Laut Weber dürften vor allem produzierende Berufe verlieren, so Maschinen und Anlagen steuernde und wartende Berufe, aber auch Büro- und kaufmännische Dienstleistungsberufe. Gewinne gibt es dagegen etwa bei IT- und naturwissenschaftlichen Berufen und lehrenden Berufen. Dabei gewinne der akademische Bereich, während der berufsbildende und niedrigqualifizierte Bereich verliere.

Berufliche Integration

Viele Stellen erscheinen nicht auf Jobportalen

Rund 64 Prozent aller Stellen, die mittelgrosse bis grosse Arbeitgeber zu besetzen haben, werden gemäss einer Recherche der Firma Metapage, über die unter anderem HR Today berichtet hat, nicht auf Jobbörsen ausgeschrieben. Metapage betreibt selber eine Plattform (markenjobs.ch), die offene Stellen der Webseiten von Firmen auf der eigenen Website bündelt.

Arbeitsintegration Schweiz gegen Submission von AMM

Der Verband Arbeitsintegration Schweiz spricht sich in einem Positionspapier dagegen aus, dass das Bundesgesetz über das öffentliche Beschaffungswesen auf arbeitsmarktliche Massnahmen (AMM) angewendet wird. Grund: Das Beschaffungsrecht setze einen Markt voraus, der bei AMM nicht existiere. Für die Anbieter wäre die Teilnahme an einem Ausschreibungsverfahren zudem mit einem hohen Ressourcenaufwand und zusätzlichen Kosten verbunden. Dennoch formuliert Arbeitsintegration Schweiz Kriterien für zweckmässige, faire und transparente Ausschreibungsverfahren.

Konferenz gegen Armut: Sozialfirmen besser steuern

Im Rahmen des Nationalen Programms gegen Armut ist eine Vielzahl von Forschungsprojekten initiiert und abgeschlossen worden. Anlässlich einer Nationalen Konferenz gegen Armut am 22. November 2016 wurden zentrale Erkenntnisse präsentiert. So wird im Rahmen des Projekts "Integration durch Arbeitseinsätze" empfohlen, Unternehmen der sozialen und beruflichen Integration mittels kooperativ erarbeiteter Instrumente und Standards noch besser zu steuern; dabei sollen betriebswirtschaftliche mit sozialen Wirkungsinformationen verknüpft und in ihrem Zusammenspiel beurteilt werden können.

Krebs und Arbeit: Wichtige Rolle der Arbeitgeber

Gemeinsam mit dem Schweizerischen Arbeitgeberverband und der Swiss Cancer Foundation hat die Krebsliga die Tagung "Krebsbetroffene am Arbeitsplatz" organisiert. Krebs ist die dritthäufigste Ursache für lange Absenzen. Viele Betroffene arbeiten nach oder gar während der Therapie weiter. Im Arbeitsprozess zu bleiben oder den Wiedereinstieg zu meistern, kann zum Heilungsprozess beitragen. Indem Arbeitgeber ihren Mitarbeitenden angemessene Begleitung anbieten, können sie das Arbeitsklima und den Wiedereingliederungsprozess positiv beeinflussen. Die Krebsliga schlägt Information und Unterstützung der Arbeitgeber während des ganzen Prozesses vor.
Medienmitteilung

GE: Dritter Bericht der Beobachtungsstelle für Sozialhilfe und Eingliederung

Die von der Genfer Beobachtungsstelle für Sozialhilfe und Eingliederung (OASI) befragten Benutzer/innen und Fachleute stellen die gleichen Problematiken fest: Die sozialen Institutionen sind überlastet, was den Zugang zu deren Dienstleistungen erschwert. Das Hospice général ermöglicht finanzielle Dienstleistungen und fördert die berufliche Integration, hat aber keine Mittel für die soziale Begleitung und ist daher nicht in der Lage, den rechtlichen Vorgaben zu genügen. Der Bericht der OASI (französisch) verlangt eine Anpassung der Subvention des Hospice général, um den Abbau zu stoppen und die Übertragung der Staatsaufgaben an private oder kommunale Institutionen zu verhindern. Diese Erkenntnisse decken sich mit einem Bericht des Büros Evaluanda (französisch).

Verschiedenes

BFS: Übergang am Ende der obligatorischen Schule

Eine neue Publikation des BFS beschreibt erstmals sämtliche Übergänge der rund 83'000 Jugendlichen der ganzen Schweiz, die 2012 aus der obligatorischen Schule (Sekundarstufe I oder besonderer Lehrplan) ausgetreten sind. Sie nutzt die kürzlich in die nationalen Personenregister eingeführte individuelle Identifikationsnummer, um die Wege dieser Jugendlichen in die zertifizierende Sekundarstufe II (berufliche Grundbildung oder allgemeinbildende Schule) bzw. ihren Besuch von Übergangsausbildungen zwischen der Sekundarstufe I und der Sekundarstufe II und von Motivationssemestern aufzuzeigen. Ebenfalls dokumentiert wird ihr Austritt aus dem Bildungssystem bis 2014.

Änderungen bei erstmaligen Ausbildungen in der IV

Die Invalidenversicherung spricht die niederschwelligen beruflichen Ausbildungen für junge Versicherte mit Behinderung ab sofort grundsätzlich für eine Dauer von zwei Jahren zu. Damit passt sie ihre Praxis an einen aktuellen Entscheid des Bundesgerichts an. Bisher bewilligte die IV in der Regel eine einjährige Ausbildung, die um ein Jahr verlängert wurde, wenn sich gute Aussichten auf eine künftige Erwerbsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt ergaben.
Medienmitteilung

Auswirkungen der digitalen Transformation auf Jugendliche

Die Eidgenössische Kommission für Kinder- und Jugendfragen (EKKJ) hat beschlossen, sich in den nächsten Jahren auf die Auswirkungen der digitalen Transformation auf Kinder und Jugendliche zu konzentrieren, namentlich auf künftige Beschäftigungen, Arbeitsbedingungen und zu erwerbende Kompetenzen. Neben diesem roten Faden verfolgt die EKKJ ihre Aufgabe, die Interessen der Kinder und Jugendlichen in ihren Stellungnahmen zu gesetzlichen Reformen zu verteidigen.
Medienmitteilung