Ausgabe 05 | 2018

Fokus "Digitalisierung"

Digitale Berufe

Die Digitalisierung dringt nach und nach in alle Wirtschaftsbereiche vor. Welche Berufsbilder bringt sie konkret hervor? Eine neue Westschweizer Studie gibt Aufschluss.

Von Marie-José Genolet, Expertin für digitale Bildung und Arbeit

(Bild: Adrian Moser)

(Bild: Adrian Moser)

Digitale Berufe sind weder in den EU-Ländern noch in der Schweiz einer eigenen, klar abgegrenzten Berufskategorie zugeordnet. Durchsucht man schweizerische und europäische Berufsverzeichnisse mit dem Suchbegriff «digital», erhält man jedoch eine Liste der in diesem Bereich verorteten Berufe. Im Rahmen einer Studie wurden diese Suchergebnisse mit den Antworten von Experten sowie mit den Inhalten von Stellenangeboten abgeglichen. Daraus entstand eine Sammlung derjenigen digitalen Berufe, die in Westschweizer Unternehmen tatsächlich ausgeübt werden. Zurzeit handelt es sich dabei um Tätigkeiten wie Social-Media-Management, Erstellen und Gestalten von Web-Inhalten oder Datenverarbeitung. In den nächsten Jahren könnte sie aber um strategischere Aufgaben erweitert werden. Die digitalen Berufe lassen sich in drei grosse Bereiche einteilen: Informationstechnologie, Kommunikation im weitesten Sinne und Management von digitalen Strukturen. Die Berufe im ersten Bereich beschäftigen sich mit der Entwicklung und dem Unterhalt von Online- und anderen Informatik-Lösungen. Im zweiten Bereich stehen die Produktion von Text- oder Bildinhalten, die Sicherstellung von hochstehenden Nutzererfahrungen und das Online-Marketing oder die Online-Werbung im Zentrum. Die Tätigkeitsfelder im dritten Bereich reichen von der Strategieentwicklung übers Change-Management bis hin zur Projektsteuerung für Informations- und Kommunikationstechnologien oder E-Commerce-Lösungen. In der Praxis sind die Grenzen zwischen diesen Bereichen fliessend. Viele Berufe vereinen Tätigkeiten aus zwei oder drei Bereichen in sich. Die im Rahmen der Studie befragten Westschweizer Unternehmen gaben an, dass die häufigsten digitalen Tätigkeiten die Vermarktung des Unternehmens in den sozialen Medien (43%), die Schaffung von Web-Content (39%) und die Datenverarbeitung (38%) betreffen. Die entsprechenden Funktionen heissen Community Manager, Social-Media-Spezialistin, Digital Art Director, Multimedia-Gestalterin, Web-Designer, Datenanalystin oder Data Scientist. Die Unternehmen vermuten, dass in den kommenden Jahren insbesondere in zwei Tätigkeitsfeldern neue Stellen entstehen. Das eine ist die Analyse von Kundenbedürfnissen in Verbindung mit der Entwicklung von digitalen Lösungen (39%) und das andere die Entwicklung und Umsetzung von Digitalisierungsstrategien (gut 30%). Auch die Entwicklung von Sicherheitslösungen soll eine wichtige Rolle spielen (30%). In rund 88 Prozent der befragten Unternehmen laufen digitale Projekte, für die in den nächsten drei Jahren neue Stellen geschaffen werden sollen.

Kommentare
 
 
 
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Stefan Krucker | 04. Dez 2018, 10:41

Hier die Literaturangabe, bitte entschuldigen Sie das Versehen: Genolet, M.-J. (2018): Les métiers du digital en Suisse romande. Vaud/Genève, Centre patronal vaudois/Fédération des entreprises romandes Genève.
www.metiersdudigital.ch

CURAVIVA Bildung | 29. Nov 2018, 08:53

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In der kommenden Ausgabe widmen wir uns der geografischen Mobilität: Was bedeutet es für Berufsleute, ständig unterwegs zu sein? Täglich zu pendeln? Dank «mobile devices» das Büro immer dabeizuhaben? Ausserdem im Heft: Ein Einblick in Austauschprogramme der Berufsbildung und Fakten zur studentischen Mobilität.