PANORAMA Ausgabe 96

Editorial

Fokus

Sozialfirmen schaffen Arbeitsplätze im zweiten Arbeitsmarkt. Sie handeln möglichst wirtschaftsnah und fördern zugleich die Arbeitsintegration von langzeitarbeitslosen Menschen, die teilweise leistungsbeeinträchtigt sind. Die Sozialfirmen in der Schweiz sind bisher vor allem bei der Sozialhilfe und weniger bei der Arbeitslosen- und Invalidenversicherung angesiedelt. Lynn Blattmann, eine Pionierin im Bereich Sozialfirmen, zieht eine kritische Zwischenbilanz.

Sogenannte Sozialfirmen haben in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Doch was versteht man eigentlich unter einer Sozialfirma? Noch wird der Begriff für eine Vielzahl von Unternehmensformen verwendet. Eine griffige, einheitliche Definition besteht erst in Ansätzen. Ein kurzer Überblick die aktuelle Realität der Sozialfirmen und die Bedingungen, unter denen sie in Zukunft eine wichtige Funktion bei der Arbeitsmarktintegration von leistungsbeeinträchtigten Menschen wahrnehmen könnten.

Sozialfirmen entrichten in der Regel einen sogenannten Teillohn, ohne ihre Mitarbeitenden zu qualifizieren. Damit will sich VPOD-Zentralsekretär Beat Ringger keinesfalls abfinden. Er fordert von den Sozialfirmen qualifizierende Angebote und die Einhaltung von Mindestlöhnen für alle Normalleistungsfähigen.

Die Westschweiz kennt im Wesentlichen drei Typen von so genannten «Entreprises sociales d’insertion» (ESI), was den Deutschschweizer Sozialfirmen entspricht. Die ESI richten sich an behinderte Menschen, Bezügerinnen und Bezüger von Sozialleistungen und an Stellensuchende: Im Vergleich zur Deutschschweiz wird in der Romandie das Konkurrenzverbot gegenüber dem ersten Arbeitsmarkt weniger restriktiv ausgelegt.

Berufsbildung

Das 10. Schuljahr soll nicht länger bloss eine Warteschlaufe sein. Darum haben die Kantone Glarus und Zug im Projekt Powerbridge konventionelle Unterrichtsmethoden über den Haufen geworfen. Statt in Schulzimmern findet das Lernen nun in Lernateliers statt, in denen hauptsächlich die Schlüsselkompetenzen gefördert werden.

Berufsbildung in Kürze

Berufsberatung

Sie sind immer wieder am Anschlag – und immer wieder glücklich, dass sie Beruf und Familie verbinden können. Doch die Balance ist oft gefährdet. PANORAMA hat Sandra Thüring, Katharina Läubli und Astrid Humm, alle drei Mitarbeiterinnen im Team der Berufs- und Studienberatung des Kantons Schwyz in Pfäffikon und Mütter von kleinen Kindern, nach ihren Erfahrungen befragt.

Viele ausländische Jugendliche befinden sich in einer paradoxen Situation: Sie sind aufgrund ihrer eingeschränkten Chancen am Lehrstellenmarkt bei der Berufswahl besonders auf elterliche Unterstützung angewiesen. Aber ihre Eltern kennen das Berufsbildungssystem kaum. Ein Basler Projekt sucht Auswege aus dieser Situation.

Die Universitäten Lausanne, Genf und Neuenburg bieten gemeinsam ein Masterstudium mit drei Spezialisierungen in den Bereichen Human Resources, Human Management sowie Laufbahn und Eingliederung an. Wir sprachen mit Sylvie Franz, der Koordinatorin dieses Spezialisierungslehrgangs «Laufbahn und Eingliederung».

Berufsberatung in Kürze

Arbeitsmarkt

Der Vollzug des Arbeitslosenversicherungsgesetzes sollte in der Schweiz stärker standardisiert werden. Diesen Schluss zieht der SECO-Mitarbeiter Simon Röthlisberger nach einem zweijährigen Austauscheinsatz in Deutschland. Zudem plädiert er für eine engere Vernetzung von Arbeitslosenversicherung, Berufsberatung, Invalidenversicherung und Sozialhilfe.

Programme zur vorübergehenden Beschäftigung (PvB) orientieren sich an fünf unterschiedlichen Leitideen. Gleichzeitig lassen sich fünf verschiedene Grundtypen von PvB-Teilnehmenden herauskristallisieren. Zu diesen Ergebnissen gelangt eine Studie des Instituts für Soziale Arbeit an der Fachhochschule St. Gallen1.

Silvia Mitteregger, Projekt «Offene Stellen»

Arbeitsmarkt in Kürze

Service