Mehrdimensionales Puzzle

Die Europa-Frage hinterlässt ihre Spuren auch bei der Berufsbildung und den Bedürfnissen des Arbeitsmarkts. Die berufliche Mobilität verlangt nach praktischen Lösungen und Antworten. Auf die Frage etwa, wie Schweizer Berufsabschlüsse international positioniert und vergleichbar gemacht werden können und was zu tun ist, damit Schweizer Arbeitskräfte nicht benachteiligt werden, wenn sie im Ausland arbeiten oder sich weiterbilden möchten. Am Beispiel der grafischen Industrie wird auf den folgenden Seiten dargestellt, wie schwierig die Annäherung an europäische Berufsbildungsstandards und -kulturen ist. Trotz grossem Engagement des Branchenverbands Viscom und vorhandenem Goodwill kommt sie nur in sehr kleinen Schritten voran. Wie beim Puzzle-Spiel muss ein Kriterium nach dem anderen abgeglichen und eingepasst werden. Mit dem gewichtigen Unterschied zum Vergnügen am Regentag, dass das Einpassen auf zig Ebenen stattfindet (verschiedene Berufe, Ausbildungsinhalte und -dauer, EU-Länder) und dadurch exponentionell komplizierter ist. Ein Beitrag aus dem Bundesamt für Technologie und Berufsbildung erläutert die Fortschritte beim Aufbau eines «nationalen Qualifikationsrahmens», der die Vergleichbarkeit der Berufe standardisieren soll.