PANORAMA.aktuell 2009-13

Die grafisch gestaltete PDF-Version von PANORAMA aktuell finden Sie unter http://panorama.ch/pdf/2009-13DE.pdf, den aktuellen Veranstaltungskalender unter panorama.ch/pdf/Veranstaltungen.pdf

23. 06. 2009

Bildungspolitik

Als Anerkennung und Nachweis für die Ausbildungsbereitschaft erhalten Lehrbetriebe jährlich eine Vignette von den kantonalen Berufsbildungsämtern. Ziel ist es auch, mit der Vignette schweizweit ein öffentlichkeitswirksames Zeichen für die Berufsbildung zu setzen. Die Vignette ist in den vier Landessprachen als Kleber sowie als elektronische Vorlage verfügbar und kann dementsprechend vielfältig verwendet werden. Für das Ausbildungsjahr 2009/10 wurden rund 1.3 Millionen Kleber und 3'500 CD-ROM produziert. Finanziert wird die Produktion der Vignette durch das BBT.
Mitteilung des SDBB

In der Sommersession wurden acht Vorstösse zur Berufs- und Weiterbildung eingereicht. Themen: Krisenfonds: Grünes Wissen gegen die Krise (Geschäftsnummer 09.3575), Berufliche Bildung besser zugänglich machen - für alle! (09.3531), Massnahmen gegen den Pflegenotstand (09.3512), Schaffung von Lehrstellen und Weiterbeschäftigung nach der Lehre fördern (09.3431), Ausbau der Attestlehre und Einführung einer Attestlehre light (09.3374), Pilotprojekt für Basislehrjahre (09.3371), Ausschöpfung des Innovationszehntels zugunsten der Jugendarbeitslosigkeit (09.3372), Investition in die Pflegeversorgung (09.3409).
Texte zu den Vorstössen: www.parlament.ch > Geschäftsnummer ins Suchfeld oben rechts eingeben.
Übersicht über die eingereichten Vorstösse

Weiterbildung

Der Bildungsforscher Stefan Wolter schätzt in einer Hochrechnung die jährlichen Ausgaben für Weiterbildung auf 5.4 Milliarden Franken. Rund die Hälfte dieses Volumens wird von den Nachfragenden selbst bezahlt; für den Rest kommen die Arbeitgeber oder staatliche Institutionen auf. Dieses Resultat deckt sich in etwa mit einer bewusst konservativen Hochrechnung, die SVEB-Geschäftsführer André Schläfli vor zwei Jahren erstellte. Er kam auf Ausgaben von 4.5 Milliarden Franken.

Berufe und Ausbildungen (Tertiär)

Sind Berufswechsel kurz nach Abschluss problematisch? Oder stellen sie ein harmloses Phänomen in einem Arbeitsmarkt mit hoher Mobilität dar? Eine neue Untersuchung von Jürg Schweri und Barbara Müller erlaubt erste Rückschlüsse auf Gründe und Auswirkungen von Berufswechseln. Sie zeigt: Wer während der Lehre unzufrieden ist, wechselt eher. Auch wenig Verdienende satteln öfter um.
Mehr dazu in der Ausgabe 3/09 der Zeitschrift Panorama. Bezug des Heftes und Abonnentmentsbestellungen: www.panorama.ch

Der Kanton Luzern hat eine Reihe von Massnahmen zur Förderung von talentierten Jugendlichen in der Berufsbildung vorgestellt. So erhalten die Instruktoren von überbetrieblichen Kursen sowie die Ausbildungsbetriebe einen Beobachtungsbogen, um Talente besser zu erkennen. Der Bogen soll später durch ein Diagnose-Tool ergänzt werden. Auf schulischer Ebene will der Kanton bestehende Angebote wie den bilingualen Unterricht ausbauen. Lehrbetriebe, die sich besonders für die Förderung leistungsstarker Lernender einsetzen, können sich um das Label "Wir investieren in Talente" bewerben.
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Die Zahl der Schulabgängerinnen und -abgänger dürfte in den nächsten Jahren kontinuierlich sinken. Dies zeigen auch die neusten Szenarien des Bundesamts für Statistik (BFS). Das BFS geht davon aus, dass bis ins Jahr 2018 gegen 14% weniger junge Frauen und Männer in die berufliche Grundbildung eintreten werden.
Weitere Dokumente

Die zweijährige Grundbildung mit Berufsattest (EBA) erhöht die Durchlässigkeit zu weiterführenden Ausbildungen. Zu diesem Schluss kommt eine neue Untersuchung über die Laufbahn von EBA-Absolvent/innen im Detailhandel und im Gastgewerbe. Ob ein EBA auch die Arbeitsmarktfähigkeit verbessert, lässt sich aufgrund der vorhandenen Daten, die ein Jahr nach Abschluss der Ausbildung erhoben wurden, nicht sagen.
Der Bericht ist Teil einer Laufbahnstudie der Hochschule für Heilpädagogik (HfH) in Zürich und des Service de la recherche en éducation in Genf. Sämtliche Publikationen zur dieser Erhebung finden sich auf der Website der HfH.

Das Bildungsnetz Zug Plus (BNZ Plus) ist eine Erweiterung zum Kerngeschäft des Bildungsnetzes Zug und öffnet seine Dienstleistungen neu auch für Lernende und Lehrbetriebe, die nicht Mitglied des Verbunds sind. Das BNZ plus bietet eine Auswahl von Modulen für Lernende zur Verbesserung der Zeitplanung, des Arbeits- und Sozialverhaltens sowie der Konfliktbewältigung.

Arbeitsmarkt

Im 1. Quartal 2009 arbeiteten in der Schweiz 213'500 Grenzgängerinnen und Grenzgänger ausländischer Nationalität. Ihre Zahl hat sich innerhalb von fünf Jahren um 26 Prozent erhöht (1. Quartal 2004: 170'100). Das Wachstum hat sich im 1. Quartal 2009 im Vergleich zum Vorjahr stark abgeschwächt und betrug noch +2,0 Prozent. Die Zunahme lag in den Jahren 2007 und 2008 (jeweils 1. Quartal) auf deutlich höherem Niveau (2008: +6,1%; 2007: +9,5%). Dies geht aus der aktuellen Grenzgängerstatistik hervor.
Medienmitteilung

Im Finanz- und Rechnungswesen bringen zahlreiche Bewerbende nicht die notwendige Qualifikation mit. Dies ist das Ergebnis einer Studie, für welche der Personaldienstleister Robert Half 6'000 Personal- und Finanzmanager in 20 Ländern befragt hat. In der Schweiz sind 63% der Befragten der Meinung, dass weitaus mehr als die Hälfte aller Kandidat/innen nicht über die nötigen Kompetenzen verfügt. Qualifikationsprofile würden von vielen Stellensuchenden mehr als vager Hinweis denn als ernstzunehmende Anforderung verstanden.
Pressemitteilung

Für das laufende Jahr wird eine Arbeitslosenquote von durchschnittlich 3,8% erwartet. 2010 soll sie auf ein Jahresmittel von 5,5% hochklettern. Zu diesem Resultat gelangt die Expertengruppe Konjunkturprognosen des Bundes in ihrem neusten Bericht. Gleichzeitig wurde der prognostizierte Rückgang des Bruttoinlandproduktes für 2009 von 2,2% auf 2,7% korrigiert. Für 2010 wird immer noch ein Minuswachstum von 0,4% vorausgesagt.
Pressemitteilung

Arbeitsmarktmassnahmen

Die erfolgreiche berufliche Reintegration durch Firmen des zweiten Arbeitsmarktes bringt der öffentlichen Hand zählbaren Nutzen. Dies zeigt eine Untersuchung der Genfer Wiedereingliederungsfirma "Réalise". Dank der erfolgreichen Vermittlung von 41 Personen wurde über eine Million Franken eingespart. Neben dem finanziellen Aspekt fallen auch die nicht direkt bezifferbaren, gesellschaftlichen Auswirkungen positiv ins Gewicht. Dazu gehören das verbesserte Selbstwertgefühl und die soziale Stabilisierung der bei "Réalise" Beschäftigten.
Ausführlicher Beitrag in der Fachzeitschrift PANORAMA 3/09.

Neue Wege der Mittelbeschaffung: Die Sozialfirma fiwo in Bischofszell, welche sich auf die Verarbeitung von Schafwolle spezialisiert hat, wird von der STIHL Vertriebs AG sowie dem STIHL Kettenwerk Schweiz finanziell unterstützt. Als Gegenleistung bestückt die fiwo ihre beiden Transportfahrzeuge mit STIHL-Werbung.

Berufliche Integration

Die Temporärbranche konnte 2008 ein leichtes Wachstum verzeichnen. Gemäss der Dachorganisation swissstaffing erwirtschafteten im vergangenen Jahr 282'000 temporär Arbeitende eine Lohnsumme von 3,7 Milliarden Franken. Gegenüber 2007 waren 7,5% mehr temporär Arbeitende im Einsatz; bei Lohnsumme und Umsatz betrug der Zuwachs 4,2%. Seit Anfang 2009 findet allerdings eine markante Trendwende statt. Zwischen Januar und Mai 2009 brach das Temporärarbeits-Volumen gegenüber derselben Vorjahresperiode um 24% ein.
Pressemitteilung

Integration von Behinderten und sozial Schwachen

Gut die Hälfte der 18- bis 25-Jährigen, welche Sozialhilfe beziehen, verfügt über keinen nachobligatorischen Bildungsabschluss und ist nicht in Ausbildung. Das Bundesamt für Statistik (BFS) stellt zudem fest, dass ein Sechstel der unterstützten jungen Erwachsenen bereits Kinder hat, für die sie sorgen müssen.
Pressemitteilung, vgl. auch PANORAMA.aktuell 09/11

Arbeitsgestaltung Arbeitszufriedenheit

Als Folge der Globalisierung nimmt die Vielfalt unter den Menschen in Unternehmen und Institutionen aller Art zu. Auch die Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) sind heterogen zusammengesetzt, sowohl bezüglich der Stellensuchenden als auch der Personalberatung. Gelingt es, die Unterschiede zu respektieren und zu "versöhnen“, gewinnen alle Beteiligten. Dies ist das Ziel von Diversity-Management (Management der Vielfalt). Was Diversity Management will und wie es funktioniert, zeigt ein Aufsatz in Ausgabe 3/09 der Zeitschrift PANORAMA.

Print- und Online-Angebote

An der Nahtstellen-Tagung vom 27. Mai, die den "Erfolgsfaktoren in der Berufsbildung bei gefährdeten Jugendlichen" gewidmet war, nahmen Vertreterinnen und Vertreter von der Sekundarstufe I bis zu den Organisationen der Arbeit (OdA), von Brückenangeboten bis zu Berufsschulen teil. Präsentationen und Ergebnisse der Tagung sind auf der Website der Nahtstelle-Transition verfügbar.
Tagungsrückblick

Trotz Verfassungsauftrag und Bundesgesetz ist in der Schweiz die Lohngleichheit noch lange nicht erreicht. 2006 verdienten Frauen in der Privatwirtschaft im Schnitt 24% oder 1747 Franken weniger als Männer. Davon sind lediglich 40% durch nicht diskriminierende Faktoren erklärbar. Eine neue Broschüre mit dem Titel "Auf dem Weg zur Lohngleichheit!“ informiert über die aktuelle Situation.
Medienmitteilung

Die neue Taschenstatistik liefert aktuelle Angaben über die einzelnen Zweige und die Gesamtrechnung der Sozialversicherungen. Bestellung der gedruckten Fassung (kostenlos): Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL), Vertrieb Publikationen, CH-3003 Bern, F: 031 325 50 58, http://www.bundespublikationen.admin.ch (Bestellnummer: 318.001.09d)

Das Berufsverzeichnis des BBT bietet eine Übersicht über alle vom BBT anerkannten Berufe der Beruflichen Grundbildung (Eidgenössisches Berufsattest, Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis) und der Höheren Berufsbildung (Berufsprüfung, Höhere Fachprüfung) sowie die genehmigten Rahmenlehrpläne, Bildungsgänge und Nachdiplomstudiengänge der Höheren Fachschulen. Weiter enthält das BVZ Informationen zu den Trägerschaften, Prüfungssekretariaten, Anbietern und den kantonalen Stellen.

In der berufsneutralen Lerndokumentation (früher Arbeitsbuch) werden die wesentlichen Arbeiten und die während der Berufslehre erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten festgehalten. Die Lerndokumentation besteht aus der "Anleitung zum Führen einer Lerndokumentation“ in Form eines Hefts, einem Ordner mit Register und einem Block mit Arbeitsrapportformularen. Die Komponenten können einzeln bezogen werden. Das 56-seitige Heft kann als abgeschlossener methodischer Teil in die berufsspezifische Lerndokumentation integral übernommen werden. Ab Juli stehen die Informationen und ergänzende Dienstleistungen online zur Verfügung.
Mitteilung des SDBB, Auskünfte: peter.knutti@sdbb.ch

Personen und Institutionen

Das 'Institut de recherche et de documentation pédagogique' (IRDP, Institut für pädagogische Forschung und Dokumentation) feiert dieses Jahr sein 40-Jahr-Jubiläum. Aus diesem Anlass publiziert es eine Sammlung von "40 Ideen für die Bildung von morgen" die aus der Feder von ebenso vielen Persönlichkeiten aus der Bildungswelt, aus Wirtschaft und Berufsberatung der Romandie stammen. Die Publikation kostet 15 Franken und kann beim IRDP bestellt werden: secretariat@irdp.ch (nur Französisch).

Nachdem Alain Garnier (VD) anlässlich der Generalversammlung vom 15. Mai zum neuen Präsidenten gewählt wurde, hat der Vorstand der SBBK in seiner Sitzung vom 17. Juni Theo Ninck (BE) zu seinem neuen Vize-Präsidenten ernannt und die Ressortverteilung abgeschlossen.
Theo Ninck, Verantwortlicher für die Projekte «Qualität leben» und «Qualifikation von Berufsschul- und BM-Lehrkräften»; Paulo Colombo TI, Kommission Schulische Grundbildung; er übernimmt zugleich das Präsidium der Kommission; Ruedi Giezendanner SG, Kommission Berufsentwicklung und Kommission Qualifikationsverfahren; Marc Kummer ZH, Kommission Finanzen Berufsbildung; Josef Widmer LU, Kommission Höhere Berufsbildung und Weiterbildung; Fritz Winkelmann FR, Kommission zweijährige berufliche Grundbildung und Vorbereitung auf die berufliche Grundbildung.

Albin Reichlin leitet seit 1. Mai 2009 die Fachhochschule Ostschweiz. In Berufsbildungskreisen ist er bekannt als bisheriger Leiter des Berufs- und Weiterbildungszentrums Uzwil und ehemaliger Präsident der Schweizerischen Direktorinnen- und Direktorenkonferenz der Berufsfachschulen. Medienmitteilung

Inserate

Ruth Meyers neuestes Werk bietet eine praxisbezogene Handreichung für die Weiterentwicklung der Soft Skills - also jener Kompetenzen, die oft unter Begriffen wie Schlüssel- oder Sozialkompetenzen, Selbst- und Methodenkompetenzen oder auch emotionale Kompetenz beschrieben werden. Weitere Informationen finden Sie unter www.hep-verlag.ch oder hier.