Zusammenfassungen
Burnout vorbeugen?
Daniel Fleischmann
eratung, sondern von therapeutisch geschulten Personen. Was die Berufsberatung selber betrifft, so sieht Zuppiger keinen Anlass zu besonderer Sorge. Berufsberatende reflektierten ihre Rolle oft, denken auch über Wertefragen nach, pflegen die Teamarbeit und lassen sich auf Inter- und Supervisionen ein. Das alles seien Faktoren, die Burnout verhindern helfen. Organisationen, die einen Beitrag zu Verhinderung von Burnout leisten wollen, empfiehlt sie: o für Zeiträume zu sorgen, in denen über zentrale Werte in der Organisation gesprochen werden kann, o Gelegenheit zu geben über schwierige Fälle zu sprechen, o mit verschiedenen Massnahmen einen Beitrag dafür zu leisten, dass ein «Wir-Gefühl» entstehen kann, o für gute Rahmenbedingungen für eine effiziente Leistungserbringung zu sorgen o darauf zu achten, dass das Kohärenzgefühl der Mitarbeitenden gestärkt wird. Dieses besteht aus den drei Dimensionen Verstehbarkeit («Verstehe ich, was um mich herum geschieht?»), Handhabbarkeit («Kann ich die Anforderungen bewältigen?») und Sinngebung («Hat das, was um mich herum geschieht, einen Sinn?»). DF
Die Branchen und ihre Zukunft
Karl Abegg
Veranstaltungen liegen auch Zusammenfassungen vor, die über Internet zu beziehen sind. Die Frage nach der Zukunft einzelner Branchen wird in Beratungsgesprächen immer wieder gestellt. Auch wenn Prognosen schwierig sind, kann aus der Analyse der bisherigen Entwicklung, dem Einbezug von Wirtschaftszahlen, der Berücksichtigung von bekannten technologischen Entwicklungen (bes. Informationstechnologie) und der Einflüsse von gesetzlichen Rahmenbedingungen (z.B. Strassenverkehrsabkommen mit der EU für die Autobranche) auf die mittelfristige Entwicklung einer Branche geschlossen werden. Viele Fakten sind bekannt, andere können aus der Kombination mehrerer Faktoren geschlossen werden. Die Tagungen, die vom Zuger Berufsberater Karl Abegg initiiert worden sind, werden stets in Zusammenarbeit mit Vertretern der jeweiligen Branche organisiert. Die «Aussensicht» über die Branche bringt die Basler Konjukturforschungsstelle BAK ein, die bisher an allen Kursen dank umfangreichem Datenmaterial und deren Aufbereitung für diese Tagung ein tragender Bestandteil dieser Reihe geworden ist. Die Basler Konjukturforschungsstelle BAK erhebt Daten von insgesamt 35 Branchen im nationalen und internationalen Vergleich. So gesehen ist die Reihe erst am Anfang. DF
Stärkung der Laufbahnberatung
Edwidge Desjardins
den Erfahrungen des Individuums und durch gemeinsames Suchen nach Lösungen. Die menschlichen Qualitäten des Beteiligten ermöglichen eine vertrauensvolle Zusammenarbeit, die dem Klienten hilft, aus seiner auswegslos scheinenden Lage herauszufinden. YMR/CR
Ist Burnout zu verhindern?
Jolanda Roggero, Rolf Hugi
Burnout entsteht schleichend und wächst im Verborgenen: Oft wird die Diagnose erst gestellt, wenn es zu spät ist. Warum? Burnout entsteht aus guten Absichten. Männer wollen gut sein; Frauen wollen es gut machen: Edle (unrealistische?) Ziele ehren uns. Eine zu starke Identifikation mit den Zielen verunmöglicht jedoch eine möglichst objektive Einschätzung der Differenz zwischen Idealvorstellungen und Wirklichkeit. So wächst das «Burnout-Geschwür» im Verborgenen weiter, und keine/r nimmt es wahr. Studien haben gezeigt, dass Männer und Frauen eine unterschiedliche «Burnout-Biografie» aufweisen: Demnach lenken Männer ihr Augenmerk mehr auf individuelle und kognitive Faktoren, Frauen mehr auf kollektive und emotionale. Entsprechend manifestiert sich dann das Burnout bei Männern eher in einer Depersonalisierung; bei Frauen eher in einer emotionalen Erschöpfung. Wir empfehlen folgende Massnahmen:
Viktor Moser
Sind Mitarbeitende von regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) gegen Ausbrennen gefeit? Was belastet sie in ihrer Arbeit? Was unternehmen sie gegen drohendes Burnout und welches sind ihre Erwartungen an den Arbeitgeber? Im Gespräch mit PANORAMA äussern sich eine Personalberaterin und vier Personalberater aus dem RAV Zollikofen (bei Bern) zu solchen und ähnlichen Fragen. Unisono bezeichnen die fünf Teilnehmenden am Gespräch die Zahl der Dossiers als wichtigen Belastungsfaktor. Zwar hätten sie nicht mehr Dossiers als früher, doch sei der Anteil an schwer vermittelbaren Stellensuchenden massiv angestiegen, was eine wesentlich intensivere Betreuung erfordere und mit ein Grund für den grösseren administrativen Aufwand sei. Aus der Sicht der Personalberatung ist dieser auch deshalb gestiegen, weil Personalabgänge nicht ersetzt worden seien, sodass zeitweise Aufgaben im Backoffice übernommen werden müssten. Unte
Christoph Seiler
Eigentlich hatte er in einem Fragebogen angegeben, er würde nicht unter Burnout leiden. Definitiv. Aber einige Monate reduzierte Christoph Seiler ein zweites Mal sein Pensum, um zu merken, dass er sich in seinem Job trotzdem nicht mehr wohl fühlte. Nach einem tragischen Unfall in seinem Bekanntenkreis entschloss sich Seiler zur Selbständigkeit - und verhinderte damit, wie er sagt, ärgere Burnout-Symptome. DF
Burnout erkennen und vermeiden
Jörg Fengler
Burnout kann durch verschiedene Faktoren begründet sein, welche es bei der Ursachenanalyse, der Prävention und der Beseitigung zu beachten gilt. Handlungsstrategien bieten sich demzufolge auf der Ebene des Individuums, des Arbeitsteams und/oder der Institution an. Erfolgreiche Interventionen beginnen stets bei der eigenen Person; Vorrang haben dabei die jeweils akuten Stressursachen. Eine besondere Verantwortung kommt den Vorgesetzten zu. Sie müssen neue Mitarbeitende realistisch über die zukünftigen Belastungen aufklären und eine offene Gesprächsatmosphäre schaffen. VM
Peter Füglister, Daniel Adank
Obwohl seit den Siebzigerjahren auch in Lehrerinnen- und Lehrerkreisen bekannt und erforscht, wurde das Burnout-Syndrom bis vor zehn Jahren kaum offen angesprochen. Heute ist es ein Diskussionsthema im Lehrberuf und in der Lehrpersonenweiterbildung. Wird es differenziert und ehrlich behandelt, so kann dies schon ein erster Schritt Richtung Burnout-Prophylaxe sein. Es gehört zum Berufswissen, zur Berufsethik und somit zur Ausbildung, das mit dem Lehrberuf verbundene Risiko des Ausbrennens zu thematisieren. Burnout-Probleme fallen in der Regel in eine spätere Phase der Berufslaufbahn, auch wenn sie nicht bei allen eintreten und schon gar nicht zur gleichen Zeit oder in gleichem Mass. Auch wenn der angemessene Umgang mit Burnout-Symptomen im Prinzip Sache der betroffenen Person ist, kommt die Lehrpersonenweiterbildung nicht umhin, sich der Frage nach einem präventiven Angebot zu stellen. Dabei soll nicht das Krankheits-Syndrom im Zentrum stehen, sondern die Orientierung am Gesunden. Gefragt sind die Quellen und Ressourcen, woraus eine Lehrperson ihre Kraft schöpfen und die Energien erneuern kann. Therapie hingegen ist nicht Sache der institutionellen Weiterbildung. Hierfür sind Fachleute in entsprechend eingerichteten Beratungsstellen zuständig. Im Sinne einer Förderung und Stärkung der Lehrkräfte untersucht das SIBP das breite Angebot der persönlichkeitsbildenden Kurse unter dem Aspekt ihrer präventiven Wirkung. Dies mit dem Ziel, ein differenziertes und aufeinander abgestimmtes Weiterbildungsangebot zu konzipieren, das auf die gesamte Dauer einer Lehrberufslaufbahn ausgerichtet ist. Die Evaluation der Wirkung von Bildungsmassnahmen im Hinblick auf die Burnout-Prophylaxe ist nicht einfach. Wichtig ist, wie die Lernenden selbst den Einfluss der Massnahme auf sich, auf die Erhaltung und Erneuerung ihrer Lehr-Kraft einschätzen. AM
Reform der Berufsbildung - ein praktisches Beispiel
Emil Wettstein
ass grosse und über etwa zehn Jahre dauernde Anstrengungen nötig sind, damit eine solche Reform wirklich zum Tragen kommt. Die nötigen Instrumente dafür sind Voraussetzung, wenn die im Entwurf zum neuen Berufsbildungsgesetz vorgesehene Funktion der «Koordination» der Berufsschulen mit genügender Wirksamkeit umgesetzt werden soll! Wt
Ein neuer Beruf in der betrieblichen Aus- und Weiterbildung
Kurt Büchler
Im März 2002 soll in der Deutschschweiz der neue Lehrgang zum Web Project Manager bzw. zur Web Project Managerin (WPM) starten. Ziel ist die Ausbildung von Fachleuten für computergestütztes Kommunikations- und Wissensmanagement vor allem für den Bereich der betrieblichen Aus- und Weiterbildung. An der Schnittstelle Personal - Ausbildung - Organisation - Informatik öffnet sich ein neues Feld für solche Spezialisten. Ihre Funktion ist interdisziplinär. Sie erfordert Kompetenzen aus Erwachsenenbildung, Betriebswirtschaft und Informatik. Vermittelt werden den Absolvierenden des neuen Lehrgangs Kompetenzen, die notwendig sind zur Bewältigung vielfältiger Fragen im Zusammenhang mit der Nutzung von Internet, Intranet und Extranet für das Kommunikations- und Wissensmanagement. Neben der Aus- und Weiterbildung gehört namentlich der Aufbau und Unterhalt der entsprechenden Systeme dazu. Angesprochen werden sollen Personen, d
|