Zusammenfassungen



Ausländer auf dem Arbeitsmarkt diskriminiert
Ingrid Wulff
omen und Berufserfahrungen.
Ähnliche Benachteiligungen treten gemäss Etienne Piguet vom SFM auch bei der Anstellung von ausländischen Bewerberinnen und Bewerbern auf, zumal viele Stellen höchstens noch für Personen mit Ausweis C geöffnet sind.
Das geltende Recht, so Professor Thomas Geiser von der Universität St. Gallen, könne nur punktuell vor Diskriminierung schützen. So seien etwa Entlassungen aus ethnischen oder religiösen Gründen unzulässig. Anderseits lasse es der Grundsatz der Vertragsfreiheit einem Arbeitgeber völlig offen, wen er anstellen wolle oder nicht. Wesentlich sei deshalb gesellschaftliche und politische Aufklärungsarbeit.
Auf dieser Ebene sind verschiedene EU-Staaten aktiv, wie John Wrench, Professor an der Universität Esbjerg (Dänemark) aufzeigte. Einerseits werden Immigrantinnen und Immigranten über die Besonderheiten des Gastlandes informiert, in Sprachkursen geschult und in ihrem Bewerbungsverhalten auf dem Arbeitsmarkt unterstützt. Anderseits finden auch Aufklärungskampagnen bei der ansässigen Bevölkerung, insbesondere innerhalb der Betriebe, statt. VM

Vielfältige Ausbildungsangebote für Behinderte
Stephan Huber
Menschen, die infolge einer Behinderung oder aus einem anderen Grund Mühe haben, in der freien Wirtschaft einen Ausbildungsplatz zu finden, bietet die Band-Genossenschaft in ihren Werkstätten Ausbildungsmöglichkeiten in den Bereichen Mechanik, Elektronik und Informatik an. Die betriebseigene Berufsschule erteilt zu den jeweiligen Berufen zum Teil den entsprechenden Pflichtunterricht. Neben Schnupper- und Vorlehren wird von der Anlehre bis zu vierjährigen Lehren das ganze Spektrum an Berufsausbildungen angeboten. AM

Bessere Chancen für Jugendliche aus Berggebieten
Barbara Schürmann
Stipendien der öffentlichen Hand genügen nicht immer, um aus- und weiterbildungswilligen Jugendlichen einen guten Start ins Berufsleben zu ermöglichen. In solchen Fällen kann die Pestalozzi-Stiftung weiterhelfen. Sie hat seit ihrer Gründung 1961 mehr als 4000 Stipendiatinnen und Stipendiaten mit über 22 Millionen Franken unterstützt. Die Stiftung hilft vor allem jungen Menschen aus abgelegenen schweizerischen Regionen und Berggebieten. Stipendien oder Darlehen werden ausgerichtet, wenn alle möglichen Einkommensquellen ausgeschöpft sind und der verbleibende Fehlbetrag eine unzumutbare Belastung für die Eltern oder für die Bewerberinnen und Bewerber bedeutet. AM

Mehr Mut und Weitsicht im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit
Hermann Engler
Neben dem Konjunkturaufschwung haben auch die regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) und die arbeitsmarktlichen Massnahmen (AMM) zur Senkung der Arbeitslosigkeit beigetragen. Dank professioneller Betreuung fanden - im Gegensatz zu früher - auch Langzeitarbeitslose wieder eine Stelle. Die raschere Wiedereingliederung führte zu einer erheblichen Reduktion der Taggeldzahlungen, und zwar vermutlich in höherem Ausmass als die finanziellen Aufwendungen für RAV und AMM be

Abschied vom puren Humanismus
Marianne Scheuter
Die Berufsberaterin Marianne Scheuter beschreibt in ihrem Beitrag, wie wertvoll der Umgang mit Konzeptfragen sein kann. Für sie persönlich vollzog sich damit ein Paradigmenwechsel, wie er in den letzten 15 Jahren in allen Wissenschaften stattgefunden hatte: weg vom individuellen hin zum systemischen Fokus und weg von der Problemorientierung hin zur Lösung. DF

BIZ-Werkstatt Zürich: Ein Beispiel für Gruppenberatung
Manfred Fasel
Seit rund zwei Jahren bietet das Laufbahnzentrum der Stadt Zürich in Zusammenarbeit mit dem Fortbildungsjahr der Schule für Haushalt und Lebensgestaltung Zürich (SHL) die BIZ-Werkstatt an. Das Fortbildungsjahr der SHL ist ein freiwilliges 10. Schuljahr, welches auf verschiedenen Niveaus für Jugendliche mit sehr unterschiedlichen Zielen durchgeführt wird.
In der BIZ-Werkstatt, die zwei bis drei Stunden dauert, setzen sich Jugendliche verbindlich mit ihrer Berufs- und Lehrstellensuche auseinander. Mit einem speziellen Arbeitsmittel haben sie sich bereits in der Schule darauf vorbereitet - und arbeiten dann in Gruppen an ihren Fragestellungen. Fast alle Schülerinnen und Schüler haben nach absolvierter BIZ-Werkstatt konkrete Pläne geschmiedet oder Aufgaben erhalten, um ihre Berufswahl in einem nächsten Schritt zu konkretisieren.
Die BIZ-Werkstatt kann wiederholt werden und gegebenenfalls auch in eine Einzelberatung münden. DF

Neue Vermittlung im Kanton Solothurn
René Kipp
Der Kanton Solothurn sammelt zurzeit erste Erfahrungen mit einer neuen, proaktiven Vermittlunsstrategie. Kernpunkt ist die zielgerichtete, aktive Stellensuche für eine bestimmte Person. Mangelnde Ressourcen, Schulungsbedarf für die neue Aufgabe und nicht offen zutage liegende Arbeitsmarktfähigkeit der Stellensuchenden sind derzeit die wichtigsten Schwierigkeiten. Deswegen ist das neue Instrument noch nicht in der Lage, wesentliche Beiträge an die Wirkungen des Kantons zu leisten. Weil aber die Probleme bekannt und lösbar sind, wird der proaktiven Vermittlung im Kanton Solothurn eine gute Zukunft vorausgesagt. VM

Zugangsprofile zu den neuen Medien im Poschiavo
Felice Carugati, Carlo Tomasetto
Mit dem Aufkommen des Internet setzte auch die Diskussion darüber ein, ob die neuen Informations-und Kommunikationstechnologien (ICT) für Unterprivilegierte und Randregionen eine Chance sei oder ob sie im Gegenteil ein neues Marginalisierungsrisiko mit sich bringen. Das Progetto Poschiavo ist ein regionales Entwicklunsprojekt, basierend auf ICT, das es zwischen 1996 und 2000 ermöglichte, unternehmerische und kulturelle Entwicklungsprojekte, ICT-Lehrgänge und kulturelle


Emil Wettstein
Kürzlich berichtete eine verdiente Fachfrau: «Ich habe mich der Berufsbildung zugewandt, weil ich nicht Elitebildung betreiben wollte.»
Ist Berufsbildung keine Elitebildung? Ich höre dies öfters, beispielsweise kürzlich von einem Universitätsrektor, der die Meinung vertrat, ein junger Maturand sei in allen Fällen ein besserer Student als eine Person mit Lehre, Weiterbildung und jahrelanger Lebenserfahrung.
Wenn man von der«schulischen Elite» ausgeht, wenn man also diejenigen zur Elite zählt, die in der Schule besonders viel Erfolg haben, dann dürfte diese Meinung zu Recht bestehen. Ich denke aber, dass es auch weitere Eliten gibt, beispielsweise besonders kreative Menschen, vor allem aber auch Jugendliche, die rasch und sicher Probleme anpacken und das Richtige tatkräftig tun. Angehörige dieser Eliten sind durchaus in der Berufsbildung anzutreffen. Allerdings stimmt es, dass wir wenig für sie tun. Auch bei uns wird zur Elite gezählt, wer mehr zur Schule geht, beispielsweise die BMS besucht. Wir verkünden zwar die Bedeutung von sozialer und methodischer Kompetenz, Eliten in diesen Richtungen werden aber bei uns wenig gefördert, ja nicht einmal wahrgenommen.
Die Förderung der Schwachen und Lernbehinderten ist ein wichtiges Anliegen, das übrigens auch explizit seine Aufnahme ins neue Berufsbildungsgesetz erhalten hat. Die Förderung der anderen Rand


Yvonne-Marie Ruedin
Die Schul- und Berufsberatung bietet zwei verschiedene Leistungen an: individuelle Gespräche und Kollektiv-Workshops. Francine Blanchard und Line Cottier, Psychologinnen-Berufsberaterinnen im Office d'orientation et de formation professionnelle in Genf, beschreiben ihre Arbeit.
Die Einzelberatung steht im Zentrum der Schul- und Berufsberatung. Der Berater empfängt den jüngeren oder auch älteren Ratsuchenden in seinem Büro. Er unterstützt den Ratsuchenden in seinen Überlegungen, damit dieser ein Projekt, zum Beispiel ein Vorhaben hinsichtlich Ausbildung, einen Berufswunsch oder einen Lebensentwurf durchdenken oder weiterentwickeln kann. Die Aufgabe des Beraters in der individuellen Beratung ist es, den Ratsuchenden bewusst werden zu lassen, was seine Interessen, seine Werte und seine Motivationen sind. Es liegt aber am Ratsuchenden selbst, sämtliche Möglichkeiten in Betracht zu ziehen und anschliessend daraus seine Wünsche unter Berücksichtigung seiner persönlichen Fähigkeiten und des schulischen und beruflichen Kontexts herauszufiltern.
Im Gegensatz zum vertieften Ansatz der auf eine Person konzentrierten Arbeit in einer Einzelberatung sind die Kollektiv-Workshops auf mehrere Personen und auf die Dynamik der Gruppen ausgerichtet. Der Ratsuchende steht dem Berufsberater nicht allein gegenüber. Er teilt mit anderen Personen, oft desselben Alters, seine Probleme und seine Fragen. YMR/CR

Bildungssysteme und lebenslanges Lernen
Jacques Amos
Inwiefern hat die Struktur der Bildungssysteme einen Einfluss auf das lebenslange Lernen? Um auf diese Frage eine Antwort zu finden, hat die OECD ein internationales Projekt lanciert. Die Problematik der Studie beruht auf der Unterschiedlichkeit zweier gegensätzlicher Systeme: die resultatorientierten Systeme, bei denen einzig die Kompetenzbeherrschung zählt und die prozessorientierten Systeme, die den Erhalt von Zeugnissen an den regelmässigen Besuch einer Studienrichtung koppelt. YMR/CR

Das Ausbildungszentrum Löwenberg öffnet sich
Kurt Büchler
Das Ausbildungszentrum Löwenberg der SBB wurde 1985 dem Betrieb übergeben. Das Zentrum öffnet sich nun auch für externe Kunden. Mit Aus- und Umbauten wurden Räumlichkeiten und Infrastruktur so verändert, dass sie sich für ein breiteres Publikum eignen. Die neu definierte Zielgruppe umfasst nun alle Organisationen des öffentlichen Verkehrs und weitere Profit- und Non-Profit-Organisationen. Ab 2002 bietet das Ausbildungszentrum neu auch eigene Lehrgänge und Kurse für Personen an, die in der Aus- und Weiterbildung tätig sind. AM

Einheitliche Qualitätsentwicklung für Arbeitsmarktmassnahmen
Hannes Lindenmeier, Bernhard Wenger
Die Organisatoren von arbeitsmarktlichen Massnahmen (AMM) stehen im Spannungsfeld der stellensuchenden Menschen, der auftraggebenden Behörden und der eigenen Trägerschaften. Sie befinden sich ausserdem in einem Netz von Akteuren aus verschiedenen Institutionen wie RAV, Berufsberatung, Sozialbehörden, Bildungsinstituten usw. Trotz dieser komplexen Rahmenbedingungen hat sich der Schweizerische Verband der Organisatoren arbeitsmarktlicher Massnahmen (SVOAM) die «Förderung der Integration und Wiedereingliederung Stellensuchender durch eine stete Verbesserung der angebotenen arbeitsmarktlichen Massnahmen» zum Ziel gesetzt. Ob und wieweit dieser Anspruch erreicht werden kann, lässt sich nicht leicht beantworten.
Unter Berücksichtigung der Vielfalt an Bedürfnissen hat nun der SVOAM ein breit abgestütztes, verständliches Modell geschaffen, welches sowohl den mit den Behörden ausgehandelten Leistungsauftrag wie auch die







Beratungskonzepte
Concepts de consultation en orientation
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